Wie wichtig ist die Vitamin D-Versorgung bei Kindern?

Wie wichtig ist die Vitamin D-Versorgung bei Kindern?

Dass die seit Jahrzehnten als Folge von Vitamin D-Mangelerscheinung anerkannte Kinderkrankheit Rachitis, nur die Spitze einer sich endlos hinziehenden Liste von durch Vitamin D-Mangel bedingten Krankheitsbildern bei Kindern darstellt, ist durch breite Forschung hinreichend bewiesen.  Denn Untersuchungen bestätigen: durch Vitamin D-Mangel in der Schwangerschaft und Kindheit, werden auch Asthma, Allergien, Neurodermitis, Autismus, Diabetes Typ 1 und 2 und auch Zahnerkrankungen wie Karies begünstigt.

Diesem Thema widmet sich Dr. med. Arman Edalatpour in seinem YouTube-Vortrag (siehe unten). Dabei verweist er auf eine ausführliche Untersuchung aus Finnland, bei der man die Vitamin D-Dosis für Kinder seit 1960 in 4 Stufen verringert hat. Von 4.500 I.E. auf letztendlich 400 I.E. täglich, wurde die Vitamin D-Gabe an den Kindern sukzessive herabgesetzt – sehr zum Leid der jungen Probanden:

Besonders um das Jahr 1991, als die verabreichte Vitamin D-Dosis am niedrigsten war, explodierte die Häufigkeit von Diabetes und allgemeiner Autoimmunkrankheiten. Erst als ab dem Jahr 2003 verschiedene Kindernahrungsmittel (z.B. Milchprodukte) mit Vitamin D angereichert wurden, konnte man 3 Jahre später eine weitere Zunahme dieser Erscheinungen stoppen.


Kinder leiden in Deutschland häufig an Vitamin D-Mangel

Vitamin D-Unterversorgung bei Kindern sehr verbreitet

Mit Durchschnittswerten von unter 20 ng/ml anstatt mindestens 30 ng/ml Vitamin D im Blut, ist auch der Großteil der deutschen Kinder von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Dies zeigen übereinstimmende Erhebungen von Prof. Dr. Spitz und dem Robert Koch Institut.

Dem könnte man mittels Vitamin D-Gaben entgegenwirken, wie es bislang leider nur bei Säuglingen üblich ist. Bei Säuglingen wird die verabreichte Vitamin D-Menge von 500 I.E./Tag, allerdings nur über die Verhinderung der Kinderkrankheit Rachitis argumentiert.

Zum Vergleich: in der BRD bekamen Säuglinge zwischen 1950 und 1970 Stoßtherapien von 200.000-400.000 I.E. Vitamin D verabreicht, in der DDR sogar 6 x 600.000 I.E.. Toxische Auswirkungen sind weder aus der BRD noch aus der DDR bekannt. Auffällig ist, dass es zur Zeit der hohen Vitamin D-Supplementierung in der DDR – trotz höherer Schadstoffbelastung in der Luft und Umwelt – kaum Allergien gab.

Dr. med. Edalatpour empfiehlt bei Kindern zwischen dem 1. und dem 12. Lebensjahr eine regelmäßige Verabreichung von 140 I.E. Vitamin D pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Aufbauphase sei in diesem Alter noch nicht empfehlenswert. Ein vorhandener Mangel solle aber in jedem Fall mit höheren Gaben bis max. 10.000 I.E. / Tag ausgeglichen werden. Bei Kindern ab 12 Jahren können Sie, wie bei Erwachsenen, unseren gratis Vitamin D-Rechner für die Abschätzung der täglichen Dosierempfehlung heranziehen. 

Gerade in der Wachstumsphase sind die Co-Faktoren von Vitamin D sehr wichtig, wie Dr. Edalatpour am Ende seines Videos erklärt. Bedingt durch Knochen- und Zahnwachstum ist eine optimale Versorgung mit hochwertigem Vitamin K2, Calcium und Magnesium von hoher Bedeutung.


Bitte vergessen Sie aber nicht: ein regelmäßiger, aber mäßiger Aufenthalt an der Sonne mit unbedeckter Haut (bei gleichzeitiger Vermeidung von Sonnenbränden) und eine gesunde Ernährung mit insbesondere pflanzlichen Nahrungsmitteln, die reich an Mikronährstoffen sind, macht eine Supplementierung im Idealfall überflüssig.

Hier können Sie sich den Vortrag von Dr. Edalatpour anschauen: 

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Verursacht Solariennutzung Hautkrebs?

Verursacht Solariennutzung Hautkrebs?

Keine seriösen Beweise für Zusammenhang zwischen Melanomen und Solariennutzung

Obwohl von verschiedenen Stellen immer wieder gewarnt wird, dass künstliche UV-Strahlung per se eine negative Auswirkung auf schwarzen Hautkrebs habe, konnte hierfür bislang noch kein seriöser Beleg erbracht werden. Zu diesem Schluss kam Professor Dr. Jörg Reichrath, leitender Oberarzt der dermatologischen Klinik am Universitätsklinikum Homburg. Dieser hat nämlich sämtliche Studien in Bezug auf die Solariennutzung der „Medlin“ und „ISI Web of Science“ Datenbanken durchforstet.

Gegenteilige Veröffentlichungen beziehen sich auf Untersuchungen, deren mangelhafte Datenlage keine kausalen Zusammenhänge beweisen. Zwar zeigen die Studien eine leicht erhöhte Melanom-Rate bei Solariennutzung, allerdings wurden dabei entscheidende Einflüsse vernachlässigt: Beispielsweise kann die Solariennutzung ein Indikator für auch sonstigen übermäßigen Sonnenkonsum und infolgedessen häufigere Sonnenbrände sein. Das könnte wiederum das Risiko für Melanome erhöhen.

Auch seitens der EU und WHO publizierte Berichte, die eine sichere Obergrenze von UV-Strahlung ausschließen, kann von Professor Reichrath und seinen Kollegen nicht bestätigt werden. Laut aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, geht das Team um Reichrath davon aus, dass eine maßvolle Nutzung von Solarien keine negativen Auswirkungen auf die Bildung von schwarzem Hautkrebs hat.

Sonnenbank

Die Forschungsergebnisse von Prof. Reichrath und seinem Team können durch weitere Studien untermauert werden, die zeigen, dass eine regelmäßige Besonnung und die damit verbundene Vitamin D-Produktion sogar vor der Bildung von Melanomen schützt. So stellte man zum Beispiel in einer Studie (Godar et al.) aus dem Jahr 2009 eine erhöhte Melanom-Gefahr für Berufstätige, die in geschlossenen Räumen arbeiten, fest. Im Gegensatz dazu werden Menschen, die großteils der Sonne ausgesetzt sind, deutlich häufiger vor schwarzem Hautkrebs verschont.

Entscheidend für eine gesundheitsfördernde Besonnung ist also ein angemessener UVB-Anteil, weil dieser die körpereigene Vitamin D-Produktion ankurbelt. Dabei ist es egal, ob die Besonnung aus einer künstlichen Quelle wie Solarien, oder direkt von der Sonne konsumiert wird.


Quelle:

Jörg Reichrath, P. D. (2018). Kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Schwarzem Hautkrebs [Abstract]. Info Campus International. doi:Anticancer Research 38: 1111-1120 und 1187-1199 (2018)

Godar, D. E., Landry, R. J., & Lucas, A. D. (2009). Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D3 levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma. Medical Hypotheses, 72(4), 434-443. doi:10.1016/j.mehy.2008.09.056