Vitamin D-Mangel kann Autismus verursachen – Studie beweist Zusammenhänge

Vitamin D-Mangel kann Autismus verursachen – Studie beweist Zusammenhänge

Hintergrund

Unter Autismus (Engl. Autism spectrum disorder (ASD)) werden definitionsgemäß sich entwickelnde Dysfunktionen zusammengefasst, die durch persistierende Defizite im Bereich sozialer Interaktion, Beeinträchtigungen in der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie in stereotypen Verhaltensmustern in Bezug auf Interessen und Aktivitäten gekennzeichnet sind.

Zunehmend finden sich Beweise dafür, dass ein sehr früher Vitamin-D-Mangel, entweder bereits in der Schwangerschaft oder aber in der frühen Kindheit, Autismus verursachen kann. Vitamin D spielt als Metabolit (biochemisches Zwischenprodukt) beim (Neuro-)Steroidstoffwechsel eine entscheidende Rolle und hat als solches eine außerordentlich wichtige Bedeutung für die Gehirnentwicklung, die Zellerneuerung, die Differenzierung und die Calcium-Signalgebung sowie für neurotrophische und neuroprotektive Vorgänge. Es ist an der Regulierung von etwa 3% aller 26.000 Gene im menschlichen Genom beteiligt, um nur einen Teil der Aufgaben dieses lange unterschätzten Vitamins zu nennen.


Studienlage

Der amerikanische Arzt Dr. JJ Cannell publizierte in einer aktuellen Übersichtsarbeit, dass Kinder, die bereits autistisch sind oder als dafür gefährdet eingestuft werden, einen eklatant niedrigeren Vitamin-D-Spiegel haben im Vergleich zu unauffälligen anderen Kindern, und zwar schon während der Schwangerschaft, bei der Geburt und/oder im Alter von acht Jahren (Cannell 2017).

In einer randomisierten Kontrollstudie (RCT) erhielten Kinder mit ASD Vitamin D als Supplementation (Saad et al. 2016). RCTs gelten als verlässliche Grundlage zum empirischen Beweis für die Wirksamkeit von medizinischen Therapien. Untersucht wurden 85 Jungen und 24 Mädchen mit ASD im Alter von 3-10 Jahren. Ziel der Studie war herauszufinden, welche Wirkung die Vitamin-D-Gabe in Bezug auf die Kernsymptome von Autismus bei Kindern hat. Die Probanden erhielten über den Zeitraum von vier Monaten Vitamin D3 (300 IE/kg/Tag, max. 5000 IE/Tag) oder ein Placebo. Der Vitamin-D-Spiegel wurde jeweils vor Beginn und bei Ende der Studie gemessen. Grundlage zur Einschätzung der autistischen Kernsymptome war  u. a. die „Childhood Autism Rating Scale“ (CARS).

Die Autismussymptome besserten sich unter der Vitamin D-Gabe innerhalb der Studiendauer signifikant, jedoch nicht in der Placebo Gruppe. Bei etwa der Hälfte der Kinder verschwanden die Symptome ganz (CARS unter 30). Bei 25% der Kinder stellte sich eine deutliche Besserung ein und lediglich bei 25% zeigte sich keine nennenswerte Wirkung.

Um Vitamin-D-Mangel und damit Autismus bei Kindern präventiv und kurativ zu begegnen, ergeben die Studien also eine sinnvolle Supplementierung von 300 IE/kg Körpergewicht/Tag. Mehrere andere Publikationen zeigen, dass bei schwangeren und stillenden Frauen 4000 bzw. 6000 IE Vitamin D/Tag nicht nur sicher sind, um Mutter und Kind ausreichend mit Vitamin D zu versorgen, sondern weitere positive Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die spätere Gesundheit der Kinder haben (Hollis und Wagner 2013).


Fazit

Diese Studien zeigen erneut, dass eine ausreichend dosierte Vitamin-D-Supplementierung präventiv und kurativ bei allen, insbesondere aber bei neurodegenerativen Erkrankungen, unbedingt in Betracht gezogen werden sollte.


Quellen:

Cannell, John Jacob (2017): Vitamin D and autism, what’s new? In: Reviews in endocrine & metabolic disorders. DOI: 10.1007/s11154-017-9409-0.

Hollis, Bruce W.; Wagner, Carol L. (2013): Vitamin D and pregnancy: skeletal effects, nonskeletal effects, and birth outcomes. In: Calcified tissue international 92 (2), S. 128–139. DOI: 10.1007/s00223-012-9607-4.

Saad, Khaled; Abdel-Rahman, Ahmed A.; Elserogy, Yasser M.; Al-Atram, Abdulrahman A.; El-Houfey, Amira A.; Othman, Hisham A. K. et al. (2016): Randomized controlled trial of vitamin D supplementation in children with autism spectrum disorder. In: Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines. DOI: 10.1111/jcpp.12652.

Foto: www.pixabay.de

Mit Vitamin D und Omega 3 gegen Autismus

Mit Vitamin D und Omega 3 gegen Autismus

Unter Autismus (Engl. Autism spectrum disorder oder kurz ASD) werden definitionsgemäß sich entwickelnde Dysfunktionen zusammengefasst, die durch fortdauernde Defizite im Bereich sozialer Interaktion, Beeinträchtigungen in der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie in stereotypen Verhaltensmustern in Bezug auf Interessen und Aktivitäten gekennzeichnet sind.

Die Anzahl der Autismusfälle steigt in den USA seit Jahrzehnten dramatisch an und betraf  im Jahr 2018 laut der American Academy of Pediatrics 2,5% der Kinder im Alter von 3-17 Jahren, oder anders ausgedrückt, 1 von 40 Kinder in diesem Alter (1). Auch in Europa steigt die Anzahl der Autismusfälle seit 30 Jahren kontinuierlich an.

Zunehmend finden sich Beweise dafür, dass ein sehr früher Vitamin-D-Mangel, entweder bereits in der Schwangerschaft oder aber in der frühen Kindheit, Autismus mitverursachen kann. Vitamin D spielt als Metabolit (biochemisches Zwischenprodukt) beim (Neuro-)Steroidstoffwechsel eine entscheidende Rolle und hat als solches eine außerordentlich wichtige Bedeutung für die Gehirnentwicklung, die Zellerneuerung, die Differenzierung und die Calcium-Signalgebung sowie für neurotrophische und neuroprotektive Vorgänge (2).

Der amerikanische Arzt Dr. JJ Cannell publizierte in einer 2017 veröffentlichten Übersichtsarbeit, dass Kinder, die bereits autistisch sind oder als dafür gefährdet eingestuft werden, einen eklatant niedrigeren Vitamin-D-Spiegel haben im Vergleich zu unauffälligen anderen Kindern, und zwar schon während der Schwangerschaft, bei der Geburt und/oder im Alter von acht Jahren (3). Mehrere andere Publikationen zeigen, dass bei schwangeren und stillenden Frauen 4000 bzw. 6000 I.E. Vitamin D/Tag nicht nur sicher sind um Mutter und Kind ausreichend mit Vitamin D zu versorgen, sondern weitere positive Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die spätere Gesundheit der Kinder haben. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel über eine gesunde Schwangerschaft mit Vitamin D.


Vitamin D und Omega 3 gegen Reizbarkeit und Hyperaktivität bei Kindern

Reizbarkeit und Hyperaktivität sind bei Kindern mit Autismus häufig auftretende Symptome, deren Intensität sowohl durch Vitamin D als auch durch Verabreichung von Omega 3-Fettsäuren maßgeblich vermindert werden kann. Genau dies wurde in der VIDOMA-Studie (2019) an 111 autistischen neuseeländischen Kindern untersucht, von denen 73 Teilnehmer bis zum Schluss in der Studie involviert waren. Es stellte sich nach 12 Monaten heraus, dass die mit Vitamin D oder Omega 3-Fettsäuren versorgten Kinder, eine deutlich reduzierte Reizbarkeit und Hyperaktivität aufwiesen. Gemessen wurden beide Verhaltensauffälligkeiten mifhilfe der dafür entwickelten Aberrant Behavior Checklist (ABC-Skala), die mit ihren Werten Auskunft über die jeweiligen Veränderungen abbildet. Durch die Vitamin D-Gaben von 2000 I.E. täglich, konnte die Reizbarkeit um 4 Punkte, durch die Gabe von 722 mh DHA (Docosahexaensäure = eine von mehreren Omega 3-Fettsäuren) sogar um 5 Punkte gesenkt werden, während in der Placebogruppe der Wert um 0,8 Punkte anstieg (Abb. 1). Verglichen mit der Placebogruppe (-0,8 Punkte), konnte die Vitamin D-Gruppe auch bei der Hyperaktivität signifikante Veränderungen von -5,2 Punkte auf der ABC-Skala verbuchen (Abb. 2).

Die Autoren interpretieren die Resultate folgendermaßen: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren die Reizbarkeits- und Hyperaktivitätssymptome bei Kindern mit ASS verringerten (4).

Bzgl. der Studienergebnisse ist anzumerken, dass in der Gruppe, in der die Kinder mit Vitamin D + Omega 3-Fettsäuren versorgt wurden, von 25 Kindern 10 Teilnehmer die Studie nicht beenden konnten. Da die ASD-Symptome laut Studienautoren bei den Abbrechern am ausgeprägtesten waren, könnten die Ergebnisse in dieser Gruppe durch diesen Umstand geschmälert worden sein, was die geringere Reduktion der Symptome in dieser Gruppe erklären würde.

Abb. 1: Auswirkung auf die Reizbarkeit autistischer Kinder. Je tiefer der Balken desto signifikanter konnte die Reizbarkeit reduziert werden (nach 4).

Abb. 2: Auswirkung auf die Hyperaktivität autistischer Kinder. Je tiefer der Balken desto signifikanter konnte die Hyperaktivität reduziert werden (nach 4).


Fazit: Vitamin D und Omega 3-Fettsäuren verhindern die Entstehung von Autismus bereits im Mutterleib und später im Kindesalter. Beide Mikronährstoffe helfen aber auch als Therapeutikum bei bereits bestehenden ASD-Erkrankungen den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Symptome zu reduzieren.

Quellenangaben:

  1. Kogan, M. D., Vladutiu, C. J., Schieve, L. A., Ghandour, R. M., Blumberg, S. J., Zablotsky, B., … Lu, M. C. (2018). The Prevalence of Parent-Reported Autism Spectrum Disorder Among US Children. Pediatrics, 142(6). doi: 10.1542/peds.2017-4161
  2. Cannell, J. J. (2017, June). Vitamin D and autism, what’s new? Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28217829
  3. Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2012). Vitamin D and Pregnancy: Skeletal Effects, Nonskeletal Effects, and Birth Outcomes. Calcified Tissue International, 92(2), 128–139. doi: 10.1007/s00223-012-9607-4
  4. Mazahery, H., Conlon, C. A., Beck, K. L., Mugridge, O., Kruger, M. C., Stonehouse, W., … Hurst, P. R. V. (2019). A randomised controlled trial of vitamin D and omega-3 long chain polyunsaturated fatty acids in the treatment of irritability and hyperactivity among children with autism spectrum disorder. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 187, 9–16. doi: 10.1016/j.jsbmb.2018.10.017

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Positive Wirkung von Vitamin D bei Autismus

Positive Wirkung von Vitamin D bei Autismus

Kinder mit Autismus profitieren von Vitamin D Zufuhr

Schon länger vermuteten Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Vitamin D Mangel und Autismus. Jedoch fehlte es bisher an handfesten wissenschaftlichen Belegen.

Im Jahre 2016 führte ein Forschungsteam um Dr. Saad schließlich die erste placebokontrollierte Doppelblindstudie durch, um die Auswirkung einer Vitamin D Zufuhr bei autistischen Kindern zu untersuchen. Dabei wurde 109 Kindern mit diagnostizierter Autismus-Spektrum-Störung über einen Zeitraum von vier Monaten entweder eine tägliche Vitamin D Dosis von 300 IE pro Kilogramm Körpergewicht (Maximum 5000 IE pro Tag) oder ein Placebo verabreicht.


Was ist Autismus?

Autismus bezeichnet eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich auf die Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung im Gehirn auswirkt. Es kommen verschiedene Formen und Schweregrade des Autismus vor, die zusammenfassend „Autismus-Spektrum-Störung“ genannt werden.

Autisten sind im sozialen Umgang und der Kommunikation mit ihren Mitmenschen beeinträchtigt. Außerdem zeigen sie typischerweise stereotype, sich wiederholende Verhaltensweisen auf.

Bislang kann Autismus nicht geheilt werden. Mithilfe von Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung kann Betroffenen jedoch das Leben im sozialen Umfeld erleichtert werden.

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Ergebnisse der Studie

Der Schweregrad des Autismus wurde für jedes Kind zu Studienbeginn und -ende anhand verschiedener Skalen beurteilt, die üblicherweise der Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen dienen (darunter beispielsweise die Childhood Autism Rating Scale [CARS]).

Nach Ablauf der vier Monate stellten die Wissenschaftler in der Vitamin D Gruppe eine signifikante Abschwächung der Autismus-Kernsymptome fest.

So waren die autistischen Kinder unter Vitamin D Zufuhr weniger reizbar und hyperaktiv, zeigten weniger sozialen Rückzug und stereotypes Verhalten, und hatten weniger Sprachprobleme als zu Beginn der Studie. Weiterhin verbesserte sich ihre kognitive und soziale Wahrnehmung und soziale Informationsverarbeitung. Symptome wie wiederholende Handbewegungen, willkürliche Laute, springen und stark eingeschränkte Interessen traten signifikant weniger auf.

In der Placebo-Gruppe hingegen wurden anhand der Bewertungsskalen keine Verbesserungen festgestellt.


Fazit

Obwohl die Anzahl der Studienteilnehmer nach Meinung der Wissenschaftler noch relativ gering war, und weitere Studien zur Bestätigung nötig sind, waren die festgestellten Veränderungen der Autismus-Symptome allesamt positiv. Die Zufuhr von Vitamin D kann also die Lebensqualität von Autisten erheblich steigern.

Dieses beachtenswerte Ergebnis erlangt noch weitere Bedeutung vor dem Hintergrund, dass selbst im Sommer die Mehrzahl unserer Kinder einen Vitamin D Mangel aufweisen. Lediglich die Säuglinge, die in Deutschland routinemäßig Vitamin D zur Prophylaxe der Rachitis erhalten, zeigten in einer repräsentativen, deutschlandweiten Studie des Robert Koch Institutes regelrechte Werte. Nach Absetzen der Supplementation im zweiten Lebensjahr sanken die Werte bei allen Kindern dauerhaft bis zum Erwachsenenalter ab.


Hier geht’s zum Abstract der Autismus-Studie:

Saad, K., Abdel-Rahman, A. A., Elserogy, Y. M., Al-Atram, A. A., El-Houfey, A. A., Othman, H. A., . . . Abdel-Salam, A. M. (2016). Randomized controlled trial of vitamin D supplementation in children with autism spectrum disorder. Journal of Child Psychology and Psychiatry. doi:10.1111/jcpp.12652

Und hier zur zum Volltext der Studie des RKI:

Hintzpeter B et al: Higher prevalence of vitamin D deficiency is associated with immigrant background among children and adolescents in Germany. Journal of Nutrition. 2008

 

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Sonne macht klug

Sonne ist gut für`s Gehirn - Foto: iStockphoto
Sonne ist gut für`s Gehirn – Foto: iStockphoto

Sonne hält das Gehirn auf Trab. Menschen die regelmäßig sonnen, ob im Freien oder in einem Qualitäts-Solarium, denken schneller und präziser, steigern die Ausschüttung von „Glückshormonen“ und ihr Gehirn altert langsamer.

Fördert der regelmäßige Aufenthalt an der Sonne und der damit verbundene hohe Vitamin D-Serumspiegel im Blut die geistige Leistungsfähigkeit? Und führt umgekehrt zu wenig Sonne und ein Vitamin D-Defizit zu krankhaften Veränderungen der Gehirn- und Nervenfunktionen?

Seit Jahren beschäftigen sich Forscher mit diesem Thema. Zunächst in Laborversuchen mit Versuchstieren, zunehmend auch in Studien mit vor allem älteren Menschen erhärtet sich die Vermutung, dass das Sonnenschein-Vitamin eine Schlüsselfunktion beim Stoffwechsel im Gehirn und bei der Entwicklung des Gehirns spielt.

Einen erheblichen Schub bedeutete die Entdeckung, dass die Gehirnzellen in den zentralen Gehirnregionen, zuständig für Lernen und Erinnern, über Vitamin D-Rezeptoren, sozusagen die Türsteher der Zellen, verfügen. Den Aufwand hätte sich die Natur erspart, wenn das Sonnenschein-Hormon nicht eine wichtige Rolle bei Entwicklung und Funktion des Gehirns spielen würde.

Andere Erkenntnisse zur Wirkung des Sonnenschein-Vitamins machen diese Vermutung plausibel. Vitamin D spielt eine Rolle bei der Teilung der Nervenzellen oder bei der Bildung von Dopamin, einem Neurotransmitter, der regelnd in viele Prozesse des Gehirns eingreift, eine wesentliche Rolle bei Entstehung bzw. Vorbeugung von Alzheimer und Parkinson spielt und auch als eines der „Glückshormone“ bezeichnet wird.

In einer umfassenden Übersichtsstudie fassen Prof. Darryl W. Eyles und Kollegen (s.u.) die Ergebnisse zahlreicher Studien in einem Schaubild zusammen zur Frage nach den Wirkungen des Sonnen-Hormons auf die Alterung und Funktionsstörungen des Gehirns – Autismus, Schizophrenie, Depression, Alzheimer und andere kognitive Fehlfunktionen.

Ergebnisse von Übersichtsstudien sind überzeugend

studien-vitd-hirnstoerungen-alterBereits 2007 fassten zwei Wissenschaftler am Children’s Hospital Oakland Research Institute in Kalifornien die bisher vorliegenden Studienergebnisse mit dem Satz zusammen:
Wir kommen zu dem Schluss, dass es reichlich biologische Belege gibt für die wichtige Rolle des Vitamin D für die Entwicklung des Gehirns und seiner Funktionen.

Eine weitere Übersichtsstudie kommt zum gleichen Ergebnis: Die bekannten Schutzfunktionen des Vitamin D sowohl für die Nerven als auch bei der Abwehr der „freien Radikalen“ und von Entzündungen seien vermutlich die Ursache dieser positiven Wirkungen auf die kognitiven Entwicklungen und Fähigkeiten und deren Abbau im Alter.

Die jüngste Meta-Analyse mit Daten von 12 Studien und einer Übersicht über 285 Studien bestätigte den Zusammenhang von Vitamin D-Mangel mit Störungen von Gedächtnis, von kognitiven und emotionalen Steuerungsprozessen (cognitive dysfunction), Konzentrationsfähigkeit und Informationsverarbeitung. In klinischen Studien, vor allem mit älteren Menschen, zeigte sich eine Verbesserung von 50 Prozent bei diesen Störungen.


Meta-Analyse = Zusammenfassung von Forschungsergebnissen


Sonnen-Hormon und Gehirnentwicklung bei den Jungen

Sonnen in der Schwangerschaft - Foto: iStockphoto
Sonnen in der Schwangerschaft – Foto: iStockphoto

Die steuernde Wirkung des Vitamin D3 auf die Entwicklung des Gehirns beginnt bereits im Mutterleib, wie Versuche im Labor gezeigt haben (z.B. Cui et al., s.u.)

Immer wieder stoßen Wissenschaftler bei der Suche nach Ursachen von geistigen Störungen bis hin zur Psychose auf einen Zusammenhang mit einem Vitamin D-Mangel. Eine US-Studie vom Nationwide Children’s Hospital in Columbus, Ohio, fand gar, dass Psychosen bei Jugendlichen mit einem Vitamin D-Mangel fast vier Mal häufiger vorkommen als bei Jugendlichen mit einem normalen Vitamin D-Spiegel im Blut.

In zahlreichen Studien wurde in den vergangenen Jahren der Zusammenhang von Sonne, Vitamin D und Autismus untersucht. Die Ergebnisse scheinen bis heute nicht eindeutig.

Das Problem mit dem „Sonnen-Missbrauch“

Kinder und vor allem Jugendliche haben – mehr als andere Altersgruppen – mit der Sonne und dem Sonnenschein-Vitamin D gleich zwei Probleme:

  1. Sie bekommen zu wenig Sonne und sind daher – zusammen mit den Alten – eine Vitamin D-Problemgruppe (s. die Daten des RKI hier)
  2. Sie bekommen zu viel Sonne auf einmal – regelmäßig „leisten“ sich Jugendliche im Sommer, vor allem in den Sommerferien, oft mehrfach, einen Sonnenbrand (s. unten „Für die Jungen„). Nach monatelangem „Stubenhocken“ auch in der Freizeit sonnen sie sich unvorbereitet und viel zu lange am Strand, im Schwimmbad oder am Badesee.

Jugendliche bekommen also die richte Balance zwischen der „guten“ und der „bösen“ Sonne nicht geregelt und verspielen dadurch einen Großteil der Chancen, die die Sonne ihnen für ihre Gesundheit und eben auch für ihre geistige Fitness bietet.

Sonnen-Hormon und Abbau der Gehirnleistung bei den Alten – Demenz

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Sonne im Alter – Foto: fotolia.com

Vor allem aber hat sich die Forschung auf die Rolle der Sonne und des Sonnen-Hormons für das alternde Gehirn konzentriert, auf die Verlangsamung im Abbau der Gehirnzellen und auf Funktionsstörungen wie Alzheimer oder Parkinson.

Ein Grund ist der zunehmende Vitamin D-Mangel im Alter. Die „alte Haut“ tut sich sehr viel schwerer mit der Vitamin D-Synthese und ältere Menschen halten sich weniger häufig im Freien an der Sonne auf.

Mehr Sonne führt zu geringerem Verlust an geistiger Leistungsfähigkeit

Dass die Sonne tatsächlich der geistigen Fitness im Alter aufhilft, belegt eine Studie, die über 15 Jahre die Intensität der Sonnenstrahlen in 48 US-Bundesstaaten und deren Auswirkungen auf den Vitamin D-Spiegel von 20.000 US-Bürgern über 45 Jahren verfolgt hat.

Es stellte sich heraus, dass die Menschen mit überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung in den wärmsten Regionen ein um 88 Prozent geringes Risiko geistiger Beeinträchtigung aufwiesen, als Menschen mit unterdurchschnittlicher Besonnung.

Die schlechtesten Testergebnisse bei Menschen mit dem niedrigsten Sonnen-Hormon-Pegel

Eine repräsentative Studie der US-Bevölkerung über 65 Jahren (Daten der Third National Health and Nutrition Examination Survey) konnte den Zusammenhang zwischen einem ausgeprägten Vitamin D-Mangel und „geistiger Behinderung“ belegen:
Die 10 Prozent der Teilnehmer, die bei den Erinnerungs-, Orientierungs- und Aufmerksamkeits-Tests am schlechtesten abgeschnitten hatten wiesen einen fast viermal geringeren Vitamin D-Spiegel (<25 nmol/l) auf im Vergleich zu optimal versorgten Teilnehmern (>75 nmol/l). In den Gruppen mit mittleren Werten (>25 nmol/l bis <75 nmol/l) dagegen stiegen die Daten für geistige Behinderung (cognitive impairment) nur um 40 Prozent an bei abnehmenden Vitamin D-Werten.

Mit der Sonne altert das Gehirn langsamer

Ähnlich eine Studie auf der Basis eine anderen breit angelegten Untersuchung. Wissenschaftler an der Universität von Exeter, UK, unter Leitung von Prof.  David J. Llewellyn nutzten die Daten von 858 Teilnehmern über 65 Jahren der italienischen INCHIANTI Studie und verfolgten deren Entwicklung der Vitamin D-Serumwerte und der geistigen Leistungsfähigkeit, gemessen an international üblichen Testverfahren (Mini-Mental State Examination, MMSE), über insgesamt sechs Jahre.

Es zeigte sich, dass die Teilnehmer mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel (<25 nmol/L) Jahr für Jahr um etwa 30 Prozent schneller alterten als die Probanden mit normalen Werten (>75 nmol/L).
Unsere Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für Vorbeugung und Behandlung von Altersdemenz“, so die Autoren.

Eine weitere Übersichtsarbeit zitiert Ergebnisse von prospektiven Studien: Die Wahrscheinlichkeit eines Gehirn-Abbaus lag danach bei Probanden mit niedrigem Vitamin D-Spiegeln um 60 bzw. 40 Prozent höher als bei optimal mit dem Sonnen-Hormon Versorgten.

Obwohl inzwischen einige hundert Studien den Zusammenhang von Sonnen-Hormon und Gehirn-Funktion und Gehirnleistung zeigen, bleiben noch etliche Fragen vor allem nach Ursache und Wirkung offen.


Prospektive Studie = Überprüfung einer Annahme (Hypothese) mit Hilfe einer Studie


Studien (Beispiele):

Darryl W. Eyles et al., Vitamin D, effects on brain development, adult brain function and the links between low levels of vitamin D and neuropsychiatric disease, Frontiers in Neuroendocrinology, 34 (1), Jan. 2013, 47–64

Darryl W. Eyles et al., Distribution of the vitamin D receptor and 1 alpha-hydroxylase in human brain. Journal of Chemical Neuroanatomy, 2005, 29 (1), 21–30

X. Cui et al., Maternal vitamin D deficiency alters the expression of genes involved in dopamine specification in the developing rat mesencephalon, Neuroscience Letters, 486 (3),  Dez. 2010, 220-223

Joyce C. McCann, Bruce N. Ames, Is there convincing biological or behavioral evidence linking vitamin D deficiency to brain dysfunction?, FASEB Journal, 2007, 22/4, 982-1001

J.S. Buell, B. Dawson-Hughes, Vitamin D and neurocognitive dysfunction: Preventing “D”ecline? Molecular aspects of medicine, 2008, 29/6,415-22

C. Anweiler et al., Meta-Analysis of Memory and Executive Dysfunctions in Relation to Vitamin D, Journal of Alzheimer’s Disease, Jan 2013, 37/1, 147-171

B.L.Gracious et al., Vitamin D deficiency and psychotic features in mentally ill adolescents: a cross-sectional study, BMC Psychiatry. Mai 2012, 9;12:38

S.T. Kent et al., The relationship between long-term sunlight radiation and cognitive decline in the REGARDS cohort study, International Journal of Biometeorology, 24. Januar 2013

David J. Llewellyn et al., Vitamin D and Cognitive Impairment in the Elderly U.S. Population, Journal of Gerontology, Jan. 2011 ; 66(1):59-65

P. Knekt et al., Serum vitamin D and the risk of Parkinson disease, Archives of Neurology, Juli 2010, 67( 7), 808-811

A.P. Dickens et al., Vitamin D, cognitive dysfunction and dementia in older adults, CNS Drugs, 2011, 25(8), 629-39

Vitamin D unterbindet Schaufensterkrankheit

Vitamin D unterbindet Schaufensterkrankheit

Die Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind vielfältig und reichen vom einfachen Bluthochdruck über den Herzinfarkt und Schlaganfall bis hin zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Doch insbesondere letztere steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vitamin D-Versorgung, wie uns neueste Forschungsergebnisse aufzeigen, und kann somit großteils vermieden werden.

Die Schaufensterkrankheit, ein schmerzvoller Verschluss der Beingefäße, lässt das Gehen bei den meist älteren Betroffenen oftmals zur Qual werden. Es handelt sich dabei um eine Durchblutungsstörung, dessen Ursache meist auf Arteriosklerose zurückzuführen ist. Durch die eingeschränkte Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen durch die Arterien, kommt es häufig zu schmerzhaften Zuständen im Gewebe.

Bereits 2017 bestätigte eine evidenzbasierte Untersuchung (1) die Empfehlung, Patienten mit einer Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit, paVk) mit der gezielten Gabe von Vitamin D zu behandeln. Die übergewichtigen Patienten hatten zu Beginn der Studie einen Vitamin D Spiegel < 20 ng/ml und erhielten unterschiedliche Dosierungen (600, 2000, 4000 IE Vitamin D) oder Placebo. Zu Beginn der Untersuchung und nach 16 Wochen wurde die arterielle Pulswellengeschwindigkeit gemessen. Dies ist ein etabliertes Verfahren zum Nachweis von Gefäßveränderungen, wie sie bei der Schaufensterkrankheit auftreten. Die Ergebnisse zeigten eine eindeutige Abhängigkeit von der verabreichten Vitamin D-Dosis: erst die Gabe von 4000 Einheiten pro Tag führte zu einer signifikanten Absenkung der Pulswellengeschwindigkeit um 10 % (Abb.1).

Abb.1: Veränderung der Pulswellengeschwindigkeit durch die Verabreichung von Vitamin D (nach 1)

4-faches Risiko für Vitamin D-Unterversorgte

Eine brandaktuelle Studie (2) aus China (Juni 2019), zeigt nun den erstaunlichen Einfluss des Sonnen-Hormons  auf das Risiko eine periphere arterielle Gefäßerkrankung zu entwickeln, wenn die Vitamin D-Serumwerte der Patienten untereinander verglichen werden. Wie der Abb. 2 zu entnehmen ist, konnten die Patienten mit den höchsten Werten (> 20 ng/ml) im Vergleich zu den Patienten mit den niedrigsten Werten (< 10 ng/ml), das Risiko einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit um beinahe das 4-fache verringern.

Abb. 2: Veränderung des Risikos an paVk zu erkranken in Abhängigkeit des Vitamin D-Spiegels

Noch deutlicher würde der Unterschied vermutlich ausfallen, wenn zusätzlich eine Gruppe einbezogen würde, welche die von uns empfohlenen Vitamin D-Spiegel zwischen 40-60 ng/ml aufweisen würde. Trauriger Nebenaspekt der Untersuchung ist allerdings die Tatsache, dass lediglich 20% der teilnehmenden Patienten Vitamin D-Spiegel oberhalb von 20 ng/ml aufwiesen.

Fazit: Das Sonnenhormon schützt in ausgiebigem Maße vor Gefäßkrankheiten, insbesondere der Schaufensterkrankheit, die eine Folge der Arteriosklerose ist.

Quellen:

  1. Raed, Anas; Bhagatwala, Jigar; Zhu, Haidong; Pollock, Norman K.; Parikh, Samip J.; Huang, Ying et al. (2017): Dose responses of vitamin D3 supplementation on arterial stiffness in overweight African Americans with vitamin D deficiency. A placebo controlled randomized trial. In: PloS one 12 (12), e0188424. DOI: 10.1371/journal.pone.0188424
  2. Yuan, J., Jia, P., Hua, L., Xin, Z., & Yang, J. (2019). Vitamin D deficiency is associated with risk of developing peripheral arterial disease in type 2 diabetic patients. BMC Cardiovascular Disorders, 19(1). doi:10.1186/s12872-019-1125-0

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Vitamin D auf der Intensivstation

Vitamin D auf der Intensivstation

Wie dramatisch die Folgen eines Vitamin D-Mangels in Bezug auf die Sterblichkeit, Einweisungen in Krankenhäuser und den damit verbundenen Kosten aussehen, wollen wir in diesem Newsfeed näher betrachten. Auch zu diesem eher unbekannten Aspekt der Wirkung des Sonnenhormons wurden in den letzten Jahren aussagekräftige Studien veröffentlicht, die sich einmal mehr klar für eine Supplementation von Vitamin D, auch auf Intensivstationen, aussprechen.

Vitamin D-Mangel maximiert Kostenfaktor und Aufenthaltsdauer auf Intensivstationen

Ein Mangel des Sonnenhormons beeinflusst die Aufenthaltsdauer und die damit verbundenen Kosten von kritisch erkrankten Patienten. Ermittelt wurde dieser Umstand anhand einer prospektiven Beobachtungsstudie mit 258 Patienten auf der chirurgischen Intensivstation der Grady Memorial Klinik, Atlanta, USA. Bemerkenswert an dieser einzigartigen Untersuchung (1) ist die Tatsache, dass dabei die Grenzwerte vorbildlich kategorisiert wurden. Vitamin D Spiegel über 40 ng/ml wurden als normal bewertet, Spiegel zwischen 27-39 ng/ml als leichtes Defizit, Spiegel zwischen 14 - 26 ng/ml als moderates Defizit und Werte unter 13 ng/ml wurden schwerer Mangel eingestuft.

Mit 13,3 Tagen verzeichnete die Gruppe mit schwerem Vitamin D-Mangel (< 13 ng/ml) die längste Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation, während die Gruppe mit annähernd ausreichender Vitamin D-Versorgung (27 ng/ml - 39 ng/ml) nach nur 5,2 Tagen das Krankenhaus verlassen durfte.

Abb. 1: Vergleich der Aufenthaltsdauer von Patienten auf der Intensivstation in Abhängigkeit vom Vitamin D-Spiegel. Niedrige Vitamin D-Spiegel waren bei dieser Studie mit der 2,5fachen Aufenthaltsdauer assoziert (nach 1, Matthews, L. R et al.).

Das enorme Einsparungspotential des Sonnenvitamins zeigte sich auch bei den ermittelten Behandlungskosten. Für die Mangelgruppe beliefen diese sich auf 51.413 USD, während für die annähernd ausreichend Versorgten nur etwa 20.414 USD aufgewendet werden mussten. In anderen Worten ausgedrückt kostet ein Vitamin D-Mangel auf der Intensivstation das 2,5 fache - sowohl in finanzieller Hinsicht als auch die Verweilzeiten betreffend. Eine Tatsache, die sämtliche Wirtschaftsprüfer in den staatlichen, monopolistisch organisierten Krankenkassenstrukturen aufhorchen lassen müsste.

Abb. 2: Vergleich der Behandlungskosten von Patienten auf der Intensivstation in Abhängigkeit vom Vitamin D-Spiegel. Niedrige Vitamin D-Spiegel waren bei dieser Studie mit 2,5fach höheren Behandlungkosten assoziert (nach 1, Matthews, L. R et al.).

Auch die Sterblichkeit von Vitamin D-Versorgung abhängig

Auch in Anbetracht auf die Mortalität lieferte die Studie beeindruckende Ergebnisse. Bei den optimal Versorgten ( > 40 ng/ml) sowie den annähernd ausreichend Versorgten (27 - 29 ng/ml) traten im Beobachtungszeitraum keine Todesfälle auf! Anders bei den beiden weniger gut versorgten Gruppen, die jeweils rund 12 % Todesfälle verzeichnen mussten.

Abb. 3: Vergleich der Sterblichkeitsquote von Patienten auf der Intensivstation in Abhängigkeit vom Vitamin D-Spiegel. Während es bei Vitamin D-Spiegeln oberhalb von 27 ng/ml keine Todesfälle zu verzeichnen gab, lag die Sterberate bei den Vitamin D-defizitären Patienten bei ca. 12% (nach 1, Matthews, L. R et al.).

Zu analogen Resultaten kam eine Forschergruppe Ende 2015, als bei einer weiteren Studie (2) eine erhöhte stationäre Aufenthaltsdauer von kritisch erkrankten Patienten bei Vitamin D-Mangel attestiert wurde. Statt 4 Tagen Verweildauer auf der Intensivstation von Patienten, deren Vitamin Spiegel die 30 ng/ml überschritten, wurde bei Vitamin D-Mangelpatienten (< 30 ng/ml) ein 7,8 tägiger Aufenthalt, also beinahe das Doppelte, verzeichnet.

Dass niedrige Vitamin D-Serumwerte mit dem vorzeitigen Tod in Verbindung stehen, konnte im Jahr 2018 abermals bestätigt werden. Bei einer Analyse (3) von 135 Patienten einer spanischen Intensivstation, zeigten sich bei den Verstorbenen signifikant niedrigere Vitamin D-Spiegel (< 8,14 ng/ml) als bei den Überlebenden (12 ng/ml). Jedoch korrelierte nicht nur das 2,86-fache Risiko der Mortalität an sich mit schlechten Vitamin D-Werten, sondern auch das Risiko einer akuten Nierenschädigung verdoppelte sich bei Vitamin D-Werten von unter 10,9 ng/ml.

Fazit: Ein regelrechter Vitamin D-Spiegel erhöht die Überlebenschancen auf Intensivstationen drastisch, während die Aufenthaltsdauer und die damit verbundenen Behandlungskosten maßgeblich reduziert werden.

  1. Matthews, L. R., Ahmed, Y., Wilson, K. L., Griggs, D. D., & Danner, O. K. (2012, July). Worsening severity of vitamin D deficiency is associated with increased length of stay, surgical intensive care unit cost, and mortality rate in surgical intensive care unit patients. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22325335.
  2. Alizadeh, N., Khalili, H., Mohammadi, M., & Abdollahi, A. (2015). Serum Vitamin D levels at admission predict the length of intensive care unit stay but not in-hospital mortality of critically ill surgical patients. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26645025.
  3. Zapatero, A., Dot, I., Diaz, Y., Gracia, M. P., Pérez-Terán, P., Climent, C., … Nolla, J. (2018, May). Severe vitamin D deficiency upon admission in critically ill patients is related to acute kidney injury and a poor prognosis. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28847615.