Vitamin D ist effektiv bei CoViD-19: Die Echtzeit-Meta-Analyse

Dieser brisante Artikel unseres Gast-Autors Stefan Schütz analysiert die derzeit umfassendste Echtzeit-Meta-Analyse zu Vitamin D bei Covid-19. Die Ergebnisse sind sensationell und belegen die außergewöhnlich hohe Wirksamkeit von Vitamin D, sowohl als präventive wie auch als therapeutische Maßnahme im Umgang mit Covid-19. 

Vorab aber noch ein Hinweis:

Normalerweise verwendet man nur regulär veröffentlichte Studien. In der aktuellen Krisensituation ist es jedoch üblich, zusätzlich auch Vorab-Publikationen zu verwenden. Dies macht auch z.B. das Robert-Koch-Institut so. Es schreibt im „Epidemiologischen Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19“ (Stand 11.12.2020) folgenden Absatz(1):

„Einige der referenzierten Veröffentlichungen sind bisher nur als Vorab-Publikation („preprint“) verfügbar. Das heißt, sie wurden zwar schon der (Fach-) Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, wurden aber noch nicht in einem Peer Review-Verfahren begutachtet. Da sich die Datenlage sehr rasch erweitert, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Publikationen in der aktuellen Version […] noch nicht berücksichtigt wurden. Auch ist es möglich, dass einzelne Quellen von anderen Personen anders bewertet werden.“

Vorab-Publikationen werden manchmal aufgrund von Fehlern darin von den Autoren überarbeitet oder zurückgezogen.

Echtzeit-Meta-Analyse: Vitamin D ist effektiv bei CoViD-19

Am 17.12.2020 wurde eine Echtzeit-Meta-Analyse zu Vitamin D bei CoViD-19 veröffentlicht[1]. Echtzeit heißt: Wenn es neue Studien gibt, werden diese ergänzt. Im Gegensatz zu Studien in Zeitschriften ist diese Studie also nicht statisch, sondern dynamisch.

Version 9 (Stand 11.01.2021) enthält insgesamt 37 Studien. Darunter sind 12 Interventionsstudien von 126 Autoren, auf die ich mich beschränke. Das sind Studien, in denen eine Gruppe von Teilnehmern Vitamin D einnahm und eine Kontrollgruppe nicht. Auf diese Weise kann man herausfinden, ob das Vitamin D eine Wirkung hat, während man allein durch Beobachtungsstudien nicht sieht, ob niedrige Blutspiegel tatsächlich für erhöhte Risiken verantwortlich sind. Insgesamt untersuchten die Interventionsstudien 1.235 Patienten.

Die Interventionsstudien wurden in drei Gruppen unterteilt (siehe Abbildung 2):

  1. Early: Therapie frühzeitig nach ersten Symptomen
  2. Late: Späte Therapie, z.B. nach Einlieferung in eine Klinik
  3. PrEP: Präventive Einnahme

1. Analyse aller Interventionsstudien

Untersuchte Aspekte

  1. Die Studien der Meta-Analyse: Die meisten untersuchten den Aspekt (outcome), wie viele Teilnehmer starben – manche aber auch, wie viele Teilnehmer z.B. eine Intensivbehandlung oder eine Sauerstofftherapie benötigten. Und es gab auch Studien, die mehrere solcher Aspekte betrachteten.
  2. Das Vorgehen der Meta-Analyse: Sie untersuchte bei jeder Studie nur den Aspekt mit der gravierendsten Auswirkung (first outcome), ignorierte aber alle anderen. Der Tod (death) galt hierbei als gravierender als jede andere Auswirkung. D.h. wenn die Studie untersucht hat, ob Teilnehmer starben, wurde nur dieser Aspekt von der Meta-Analyse berücksichtigt. Dies galt selbst dann, wenn die Wirkung von Vitamin D auf andere Aspekte teilweise deutlich höher und signifikanter war.
  • ⇒ Die Folge dieses Vorgehens: Die Meta-Analyse betrachtete bei zwei Drittel der Studien (8 von 12) nur den Aspekt, wie viele Teilnehmer starben (siehe Abbildung 1).

 

Abbildung 1: Betrachtete Aspekte, gesenkte Risiken und statistische Signifikanzen als P-Werte

 

Ergebnisse aller Studien

Tabelle 1: Anteil Studien mit signifikant positiver Wirkung

Ergebnis: 11 von 12 der Interventionsstudien mit insgesamt 1235 Teilnehmern zeigten eine positive Wirkung von Vitamin D bei CoViD-19 (siehe Abbildung 2 und Abbildung 1). Zwei Drittel aller Studien zeigte eine signifikant positive Wirkung (siehe Tabelle 1 und Abbildung 1). Im Durchschnitt konnten die verschiedenen untersuchten Risiken um 75% gesenkt werden.

Fazit der Meta-Analyse: Vitamin D ist eine effektive Behandlung für CoViD-19.

 

 

Ergebnis je Gruppe: Alle Studien wurden in drei Gruppen (Early, Late, PrEP) eingeteilt. In jeder Gruppe zeigte mindestens die Hälfte der Studien eine signifikant positive Wirkung (siehe Tabelle 1 und Abbildung 1). Die Therapie mit Vitamin D zeigte mit 90% in einem frühen Stadium der Erkrankung (Early) eine deutlich größere Wirkung als mit 63 % in einem späten (Late). Prävention (PrEP) hatte eine Wirkung von 69% (Grund für die geringe Wirkung siehe „Konzentration auf wichtige Aspekte“).

 

Abbildung 2: Ergebnisse aller Studien der Meta-Analyse zu Vitamin D bei CoViD-19


Andere Aspekte zeigen teilweise eine signifikantere positive Wirkung

  1. Bei der Studie von Castillo betrachtete die Meta-Analyse nur die Todesfälle. Dort starb zwar niemand, der Vitamin D bekam. Aber das Ergebnis war nicht signifikant, weil in der Kontrollgruppe nur zwei Menschen starben. (Aus statistischen Gründen ist eine bestimmte Anzahl Todesfälle nötig, um ein signifikantes Ergebnis zu erhalten. Sonst ist es immer möglich, dass ein Ergebnis auch rein zufällig entstanden ist. Deshalb sollte man zur Untersuchung von Einflussfaktoren auf die Todesrate bei CoViD-19 eine große Anzahl an Teilnehmern zur Verfügung haben.)
  2. Betrachtet man bei der Studie von Castillo jedoch das häufiger auftretende Ereignis, ob jemand eine Intensivbehandlung benötigt, zeigt sich eine signifikant positive Wirkung von Vitamin D. Damit kommt die Studie insgesamt zu dem Ergebnis, dass Vitamin D eine signifikante Wirkung bei CoViD-19 hat.
  • ⇒ Also auch wenn die Meta-Analyse Studien als nicht signifikant auflistet, heißt das nicht, dass die jeweilige Studie insgesamt kein signifikantes Ergebnis zeigt. Die Meta-Analyse beschränkt sich lediglich auf den gravierendsten der untersuchten Aspekte und sieht daher nicht, dass Vitamin D vermutlich noch besser wirkt, als sie es darstellt.

2. Ausschluss untauglicher Studien

Eine einzige der Interventionsstudien zeigte keine positive, sondern sogar eine negative Wirkung. Dies war die Studie von Murai. Das Ergebnis der Studie war aber (mit p = 0,59) statistisch nicht signifikant (siehe Abbildung 1). Die Autoren der Meta-Analyse beschreiben Besonderheiten der Studie (3 und 2):

  1. In dieser Studie gab man den Patienten erst sehr spät Vitamin D: 10 Tage nach Symptombeginn, als sie im Durchschnitt eine Sauerstoffsättigung (oxygen) von nur noch 90% hatten.
  2. Zusätzlich war der Unterschied zwischen Experimental- und Kontrollgruppe sehr groß. Die Kontrollgruppe hatte bessere Voraussetzungen:
    1. Die Gruppen unterschieden sich ethnisch stark voneinander. Die Autoren erklärten nicht näher, was sie damit meinten. [Anmerkung des Autors: Dies kann einen Einfluss auf medizinische Studien haben. Und für Vitamin D gilt z.B.: Wenn Menschen in der gleichen Region leben, haben die mit dunkler Haut oft niedrigere Vitamin-D-Spiegel als andere, da dunkle Haut mehr Zeit für die Bildung von Vitamin D benötigt.]
    2. Es gab mit 41 % mehr Diabetiker in der Vitamin-D-Gruppe als mit 29% in der Kontrollgruppe. [Anmerkung des Autors: Diabetes ist ein Risikofaktor bei CoViD-19.]
    3. Bei Beginn der Studie wurden in der Behandlungsgruppe mit 15% mehr Patienten beatmet (ventilation) als in der Kontrollgruppe mit 12%. Das allein könnte bereits die höhere Sterblichkeit bei der Behandlungsgruppe erklären.
  3. Die Studie verwendete Vitamin D in der Form Cholecalciferol. Möglicherweise ist diese Form in einem so späten Stadium besonders unpassend. Die Form Calcifediol wirkt schneller.

Anliegen der Autoren ist es, einerseits in der Haupt-Analyse alle Studien zu nennen und andererseits in einer zweiten Analyse die Studien auszusieben, bei denen ganz klar größere Probleme vorliegen, die die Ergebnisse signifikant verzerren könnten. Nach Ansicht der Autoren trifft dies auf die Studie von Murai zu, weswegen sie entfernt wurde. Dadurch zeigt die Meta-Analyse einheitlich eine noch stärkere Wirkung als die bereits genannte (siehe „Ergebnisse aller Studien“).


Bereinigte Ergebnisse nach Ausschluss untauglicher Studien

Nach begründetem Ausschluss nur einer einzigen Studie (siehe „Ausschluss untauglicher Studien“) gilt:

Tabelle 2: Anteil Studien mit signifikant positiver Wirkung ohne Murai

Ergebnis: Alle 11 Studien mit insgesamt über 1.000 Teilnehmern zeigten eine positive Wirkung von Vitamin D bei CoViD-19 (siehe Abbildung 3 und Abbildung 1). Mehr als zwei Drittel der Studien zeigten eine signifikant positive Wirkung (siehe Tabelle 2 und Abbildung 1). Im Durchschnitt konnten die Risiken um 80% gesenkt werden (siehe Abbildung 3).

Fazit der Meta-Analyse: Vitamin D ist eine effektive Behandlung für CoViD-19.

 

 

Ergebnis je Gruppe: Alle Studien wurden in drei Gruppen (Early, Late, PrEP) eingeteilt. In jeder Gruppe zeigte mehr als die Hälfte der Studien eine signifikant positive Wirkung (siehe Tabelle 2 und Abbildung 1). Die Einnahme von Vitamin D zeigte mit 90 % in einem frühen Stadium der Erkrankung (Early) eine deutlich größere Wirkung als mit 69 % in einem späten (Late). Prävention hatte eine Wirkung von ebenfalls 69%.

 

Abbildung 3: Ergebnisse der Meta-Analyse zu Vitamin D bei CoViD-19 nach Ausschluss untauglicher Studien


3. Konzentration auf wichtige Aspekte

In der Meta-Analyse konnte das Risiko nur geringfügig gesenkt werden, bei einem PCR-Test (PCR = Polymerase Chain Reaction = Polymerase-Kettenreaktion) auf CoViD-19 ein Positiv-Ergebnis zu erhalten. Sonst hätte sich im Durchschnitt aller Präventiv-Studien eine größere Wirkung gezeigt (siehe „Ergebnisse bei Konzentration auf die Sterblichkeit“).

Infektionen und leichte Krankheitsverläufe müssen nicht verhindert werden, wenn man schwere Krankheitsverläufe im Griff hat. Mit welcher Intervention man verhindern kann, überhaupt ein CoViD-19-Fall zu werden, ist daher nebensächlich. Es verstellt den Blick darauf, worauf es wirklich ankommt.

Denn welches sind die geeigneten Kennzahlen, die zeigen, ob es sich tatsächlich um eine Krise handelt? Die Infektionszahlen sind dafür ungeeignet, egal wie oft die Medien diesen Eindruck vermitteln. Ob sich die Infektionsrate deutlich senken lässt, ist unsicher. Aber die Studienlage zeigt, dass der Anteil an Todesfällen und kritischen Krankheitsverläufen durch Vitamin D enorm gesenkt werden kann und wenn man das jetzt nutzen würde, dann hätte man die Pandemie im Griff.

Die Studie von Louca untersuchte aber nur, ob das Risiko gesenkt werden kann, bei einem PCR-Test auf CoViD-19 ein Positiv-Ergebnis zu erhalten. Deshalb könnte man die Studie aus der Meta-Studie ausschließen. Dann wäre eine deutlich stärkere, präventive Wirkung erkennbar. Auch sähe man als Ergebnis der Meta-Analyse insgesamt eine noch stärkere Wirkung von Vitamin D bei CoViD-19.


Wirkung der Prävention wurde unterschätzt

Ergebnisse der Studien zur präventiven Senkung der Sterblichkeit: Die Sterblichkeit sank deutlich und statistisch signifikant: bei der einen Studie um 93% (mit p = 0,02) und bei der anderen um 70% (mit p = 0,04).

Tatsächlich wurde hier jedoch gar keine hochwertige Prävention durchgeführt. Wie wir bereits wissen, ist es entscheidend für das Immunsystem, Vitamin D an jedem Tag einzunehmen. Annweiler verwendete Vitamin D jedoch monatlich oder seltener und Cangiano zweimal pro Monat. Erstaunlich, dass sich selbst bei diesem völlig unzureichenden Einnahmeintervall schon so eine enorme Wirkung zeigte! Welche hätte Vitamin D dann erst bei einer täglichen Einnahme gehabt?


Ergebnisse bei Konzentration auf die Sterblichkeit

Hinweis: Wenn man alle Studien ignoriert, bei denen die Dosierung nicht angegeben wurde, bleiben die Ergebnisse in diesem Kapitel identisch.

Update 18.01.2021: Die Ergebnisse ändern sich dann auch nicht durch die Ergänzung der Studie von Vasheghani, da bei dieser nicht die Dosierung angegeben wurde.

Die Meta-Studie enthält inzwischen eine zusätzliche Übersicht, worum ich die Autoren zuvor gebeten habe. Diese neue Übersicht betrachtet nur die Wirkung auf die Sterblichkeit. Man sieht: Die Wirkung der Prävention (PrEP) ist jetzt deutlich höher als zuvor: Das Risiko sinkt um 84% statt um 69% (siehe Abbildung 4). Leider fehlt bislang noch eine Übersicht, bei der auch gleichzeitig die Studie von Murai entfernt wurde.

Für die Therapie zeigt sich bei der Konzentration auf die Sterblichkeit jedoch eine schwächere Wirkung – egal ob sie in einem frühen oder späten Stadium stattfindet. Die Wirkung auf die Sterblichkeit im Durchschnitt aller Studien ist deshalb nur minimal höher (76%) als vorher (75%). Allerdings wirkt jetzt Prävention am stärksten (84%) – eine frühzeitige Behandlung jedoch nahezu genau so stark (83%). Dies stützt die These: Vitamin D wirkt nur, wenn es rechtzeitig da ist.

Update 18.01.2021: Die These gilt auch unter Hinzunahme der Studie von Vasheghani. Dann zeigt Prävention nur noch eine Wirkung von 72%. Es lässt sich also vermuten, dass eine therapeutische Gabe von Vitamin D die stärkste Wirkung hat. Vermutlich ist eine präventive Einnahme sinnvoll und zusätzlich eine höhere Dosis bei Symptomen.

Tabelle 3: Anteil Studien mit signifikant positiver Wirkung für Sterblichkeit

Ergebnis: Ergebnis: In 11 von 12 der Interventionsstudien mit insgesamt 1117 Teilnehmern sank durch Vitamin D die Sterblichkeit bei CoViD-19 enorm (siehe Abbildung 4) – im Durchschnitt a l l e r Studien um 76%. Die Hälfte der Studien zeigte eine signifikant positive Wirkung (siehe Tabelle 3 und Abbildung 1).

Fazit der Meta-Analyse: Vitamin D ist eine effektive Behandlung für CoViD-19.

 

 

Ergebnis je Gruppe: Alle Studien wurden in drei Gruppen (Early, Late, PrEP) eingeteilt. In den beiden für frühe Therapie und Prävention zeigte mindestens die Hälfte der Studien eine signifikant positive Wirkung (siehe Tabelle 3 und Abbildung 1). Eine späte Therapie schnitt deutlich schlechter ab (63%) als Prävention (84%) oder eine frühe Therapie (83%).

Bei präventiver oder rechtzeitiger Einnahme sank die Sterblichkeit sogar um mindestens 83%! Und dabei wurde die präventive Wirkung von Vitamin D in der Meta-Analyse sogar noch unterschätzt (siehe Wirkung der Prävention wurde unterschätzt“).

 

Abbildung 4: Wirkung von Vitamin D auf die Sterblichkeit bei CoViD-19.


Fazit

  1. Ziel ist es, die Anzahl der Toten und kritischen Krankheitsverläufe deutlich zu senken. Die Meta-Analyse zeigt, dass dies durch Vitamin D in Bezug auf die Anzahl der Toten sogar in enormem Ausmaß gelingt (siehe „Ergebnisse bei Konzentration auf die Sterblichkeit“):
    1. Es zeigte sich eine enorme präventive Wirkung. Diese wurde aus methodischen Gründen vermutlich sogar noch unterschätzt (siehe „Wirkung der Prävention wurde unterschätzt“).
    2. Eine frühzeitige Therapie bei ersten Symptomen und nicht erst bei Einlieferung in eine Klinik senkte die Sterblichkeit um enorme 83%!
    3. Eine späte Therapie schnitt deutlich schlechter ab.
    • ⇒ Vitamin D sollte also nicht erst nach Einlieferung in eine Klinik verabreicht werden: Jeder sollte es immer zu Hause vorrätig haben.
  1. Die Córdoba-Studie von Castillo ist eine der Studien aus der Meta-Analyse. Ich habe mich mit dieser Studie genauer gefasst, dies würde hier jedoch den Rahmen des Artikels sprengen. Das Ergebnis: Auch das Risiko für eine Intensivbehandlung (kritischer Verlauf) kann durch Vitamin D enorm gesenkt werden.
  • ⇒ Damit zeigt die Studienlage: Das Ziel, die Anzahl der Toten und kritischen Verläufe deutlich zu senken, kann mit Vitamin D erreicht werden. Man müsste es nur anwenden: Mit Vitamin D hätte man die Krise im Griff!

„Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.“

Johann Wolfgang von Goethe


Update 18.01.2021: Vermutlich ist eine präventive Einnahme sinnvoll und zusätzlich eine höhere Dosis bei Symptomen.

Bei der Córdoba-Studie von Castillo handelt es sich um die am frühesten veröffentlichte „Late“-Studie. Hier bekamen die Patienten Vitamin D erst nach Einlieferung in eine Klinik. Durch die frühe Veröffentlichung wurde diese Studie bereits in den Medien diskutiert und kritisiert. Deshalb konnte ich mich mit der Diskussion schon befassen und habe Argumente gefunden, die die Kritik entkräften. Da es in diesem Artikel aber nicht um die Córdoba-Studie geht, an dieser Stelle nur kurz die Schlussfolgerungen aus den Argumenten:

Das Ergebnis muss zwar nach unten korrigiert werden. Aber nach Berücksichtigung der Kritikpunkte und einer Bereinigung der Ergebnisse zeigt die Studie immer noch eine enorm starke, statistisch hochsignifikante Wirkung von Vitamin D bei CoViD-19.


Dieser Gast-Artikel wurde von Stefan Schütz auf Basis seines demnächst erscheinenden Buches verfasst, das es gedruckt und als E-Book geben wird. Nähere Informationen dazu werden in seinem Newsletter bekannt gegeben, in den Sie sich unter www.VitaminD.Vision eintragen können.


Quellenangaben:

  1. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html;jsessionid=5D24CBA23849DEA3734509E9EF4CC512.internet051?nn=2386228
  2. https://vdmeta.com/
  3. https://c19vitamind.com/murai.html

Bild: www.pixabay.com

Covid-19: Vitamin D rettet Leben

Covid-19: Vitamin D rettet Leben

Endlich werden im Rahmen der Covid-19 Krise von hochrangigen Politikern Vitamin D und Vitamin C als Immun-Booster empfohlen. Jedenfalls in den USA, wo der Berater der Trump-Administration Dr. Anthony Fauci in einem Interview Vitamin D als als Schutz vor Infektionen empfiehlt (1). In diesem Newsfeed haben wir brandaktuelle, beeindruckende Studien aufbereitet, welche die Empfehlungen von Dr. Fauci untermauern und einmal mehr beweisen, wie wichtig Vitamin D für die Prävention von Infektionskrankheiten wie z.B. dem Covid-19 ist.

Doppeltes Covid-Risiko durch Vitamin D-Mangel

Eine Publikation des führenden amerikanischen Vitamin D-Forschers Michael Holick fasst im September 2020 die zahlreichen Einzelstudien mit geringeren Fallzahlen eindrucksvoll in einer eigenen Auswertung mit nahezu 200 000 Teilnehmern zusammen (Abb. 4).  

Die SARS-CoV-2-Positivenrate aller Probanden betrug 9,3% und der mittlere saisonbereinigte Vitamin D-Spiegel dieser Personen lag bei 31,7 ng/ml. Die Positivenrate war bei 39.190 Patienten mit mangelhaften Vitamin D-Werten (<20 ng/ml) mit 12,5% um das Doppelte höher als bei den 12.321 Patienten mit Werten ≥ 55 ng/ml. In der Gruppe der Personen mit Vitamin D-Spiegeln von mehr als 55 ng/ml wurden nur 5,9% positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

Die Studienautoren ziehen folgenden Schluss aus ihren Untersuchungen: “Die SARS-CoV-2-Positivität ist stark und umgekehrt mit den zirkulierenden Vitamin D-Spiegeln verbunden, eine Beziehung, die über Breiten, Ethnien, beide Geschlechter und Altersgruppen hinweg besteht” (2).

Abb. 4: Das Risiko, positiv auf SARS-CoV-2 getestet zu werden, sinkt mit steigendem Vitamin D-Spiegel. Dargestellt ist die Beziehung der Gesamtgruppe. Einzelheiten siehe Text (nach 1).


Eine deutsche Studie aus dem September 2020 belegt zudem, dass die oben genannten Zusammenhänge auch hierzulande zutreffen. Um den Zusammenhang des Vitamin D-Status mit der Intensität einer Covid-19-Erkrankung und dem damit einhergehenden Sterberisiko abzubilden, wurden 185 symptomatische Patienten untersucht. Der mittlere Vitamin D-Spiegel der gesamten Kohorte lag bei 16,6 ng/ml. 22% wiesen Vitamin D-Spiegel von <12 mg/ml auf und 64% hatten Werte unter 20 ng/ml. Der mittlere Vitamin D-Spiegel war in der Gruppe, die stationär behandelt werden musste, eindeutig  niedriger.

Ergebnis: Lagen die Vitamin D-Spiegel der Probanden unter 12 ng/ml, so war das Sterberisiko um den Faktor 14,7 höher als bei den Patienten, die 12 ng/ml oder mehr Vitamin D aufwiesen. Das Risiko, künstlich beatmet werden zu müssen, war um den Faktor 6,12 höher (3).

Intervention mit Vitamin D rettet Leben

Aber auch damit nicht genug! Zunehmend werden auch prospektive Studien geplant und durchgeführt, um die Ergebnisse der geschilderten Beobachtungsstudien zu erhärten. Die internationale Vitamin D-Plattform Vitamin D-Wiki (4) listet im September 2020 mehr als 30 solcher angemeldeten Studien auf.

Diese offiziell als evidenz-basiert bezeichneten Untersuchungen setzen voraus, dass nicht im Nachhinein ausgewertet wird, wer mit welchen Vitamin D-Spiegeln wie krank war, sondern dass die Patienten prospektiv, d. h. bei der Aufnahme ins Krankenhaus oder auch zu Hause beim Auftreten der ersten Symptome eine bestimmte Dosis Vitamin D zuführen und für einen bestimmten Zeitraum beibehalten.

Eine dieser prospektiven Studien wurde kurz vor Veröffentlichung kürzlich beendet und veröffentlicht. Sie bestätigt die in unserer Corona-Berichterstattung (Corona-Spezial) genährten Hoffnungen und Thesen voll und ganz. Von 76 Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 mittels PCR-Test getestet wurden, bekamen 50 am Tag der Aufnahme 20.000 I.E. Vitamin D (in Form von Calcidiol) und ca. die Hälfte der Dosis an Tag 3 und 7. Im Anschluss wurden ihnen einmal wöchentlich ca. 10.000 I.E. Vitamin D bis zur Entlassung verabreicht.

Ergebnis: Nur einer der Patienten, die mit Vitamin D versorgt wurden, musste auf die Intensivstation verlegt werden, also nur 2 Prozent. Von den 26 Patienten, die nicht mit Vitamin D versorgt wurden, waren es 13, also genau 50%!

Von den mit Vitamin D behandelten Patienten starb keiner, alle wurden ohne Komplikationen entlassen. In der halb so großen Vergleichsgruppe ohne Vitamin D starben dagegen zwei Menschen (5).

Angesichts dieser eindeutigen Ergebnisse stellt sich die Frage, wie lange es ethisch noch vertretbar ist, Patienten mit Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen Vitamin D als Therapeutikum weiterhin vorzuenthalten.

Quellen:

  1. https://www.cnbc.com/2020/09/14/supplements-white-house-advisor-fauci-takes-every-day-to-help-keep-his-immune-system-healthy.html
  2. Kaufman HW, Holick MF et al (2020). SARS-CoV-2-Positivitätsraten in Verbindung mit zirkulierenden 25-Hydroxyvitamin D-Spiegeln. PLoS ONE 15 (9): e0239252. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0239252
  3. Radujkovic A, Hippchen T et al (2020). Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients. Nutrients, 12(9), 2757. doi:10.3390/nu12092757
  4. https://vitamindwiki.com/COVID-19+Coronavirus+can+most+likely+be+fought+by+Vitamin+D#Intervention
  5. Castillo M et al. (2020). Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19: A Pilot Randomized Clinical study. Retrieved from https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764?via%3Dihub

Titelbild:

Foto von Polina Tankilevitch von Pexels

 

Vitamin-D-Mangel bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Verbindung

Vitamin-D-Mangel bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Verbindung

Immer wieder konnte die Vitamin D-Forschung mit beeindruckenden Ergebnisse darlegen, wie wichtig ein regelrechter Vitamin D-Spiegel im Kampf gegen Atemwegsinfektionen ist. So haben wir auch schon in unserem Corona-Spezial über den Schutzmechanismus und die damit einhergehende Risikoreduktion durch Vitamin D bei Covid-19-Patienten berichtet. Eine brandaktuelle Studie stellt nun erneut einen deutlichen Zusammenhang zwischen Covid-19 und Vitamin D-Mangel her.

Im Folgenden haben wir die Kernaussagen der Studie (1) aufbereitet:

  • Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln assoziiert sind.
  • Diese Komorbiditäten, zusammen mit dem oft begleitenden Vitamin-D-Mangel, erhöhen das Risiko schwerer COVID-19-Erkrankungen.
  • Viel mehr Aufmerksamkeit sollte der Bedeutung des Vitamin-D-Status für die Entwicklung und den Verlauf dieser Krankheit gegeben werden.
  • Insbesondere bei den gängigen Methoden zur Bekämpfung der Pandemie (Lockdown) ist die natürliche Vitamin-D-Synthese in der Haut vermindert, wenn die Menschen wenig Gelegenheit haben, sich der Sonne auszusetzen.
  • Die kurzen Halbwertszeiten des Vitamins machen daher einen zunehmenden Vitamin-D-Mangel wahrscheinlicher. Gezielte Ernährungsberatung, maßvolle Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel können helfen, diesem Mangel vorzubeugen.
  • Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes sollte der Vitamin D-Status dringend überprüft und, wenn möglich, verbessert werden.

Eine weitere Untersuchung (2) bezieht sich auf die Beeinflussung der Gene, die in der Zelle wirksame Proteine des SARS-CoV-2 Virus beeinflussen. Von den 332 aktiven Genen werden 84, also 30% durch Vitamin D beeinflusst, was einen weiteren Erklärungsansatz dafür liefert, warum Vitamin D so wirksam gegen Covid-19 ist.

Die Akademie für menschliche Medizin hat beide Studien genauer unter die Lupe genommen und berichtet auf ihrer Homepage ausführlich darüber. Klicken Sie hier um den ganzen Artikel aufzurufen!

Wir halten Sie hier weiterhin über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf Covid-19 und die präventiven sowie therapeutischen Wirkungen des Vitamin D auf dem Laufenden.

Quellen:

  1. Biesalski, H. K. (2020) ‘Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship?’, NFS Journal. Elsevier GmbH, 20, pp. 10–21. doi: 10.1016/j.nfs.2020.06.001.
  2. Glinsky, G. V. (2020). Tripartite Combination of Candidate Pandemic Mitigation Agents: Vitamin D, Quercetin, and Estradiol Manifest Properties of Medicinal Agents for Targeted Mitigation of the COVID-19 Pandemic Defined by Genomics-Guided Tracing of SARS-CoV-2 Targets in Human Cells. Biomedicines, 8(5), 129. doi:10.3390/biomedicines8050129

Titelbild: von thedarknut auf Pixabay

Vitamin D – ein vielversprechender Lösungsansatz gegen Covid-19 und mehr

Vitamin D – ein vielversprechender Lösungsansatz gegen Covid-19 und mehr

Noch immer greifen die Maßnahmen der von der WHO ausgerufenen Covid-19-Pandemie tief in den Alltag und in die Gesundheit unzähliger Menschen ein. Während aber einflussreiche Großsponsoren der WHO im öffentlich-rechtlichen TV zur Sendebestzeit verlautbaren lassen die ganze Menschheit durchimpfen zu wollen, werden nachweislich wirksame, bestens erforschte, sichere bzw. nebenwirkungsfreie, extrem günstige, universell gegen Infektionskrankheiten wirksame und jederzeit verfügbare Mittel wie Vitamin D außen vorgelassen.

Ein brandaktueller Artikel aus der Cambridge University Press wurde kürzlich von hochrangigen Wissenschaftlern, darunter William B. Grant, publiziert. Darin werden die Wirkmechanismen von Vitamin D bei Covid-19 und Influenza untersucht, die in Bezug auf die erwähnten Punkte jede Covid 19-Impfung in den Schatten stellt. Wir haben die Analyse für Sie in zusammengefasster Form aufbereitet.

Vitamin D gegen Covid-19

Vitamin D kann durch verschiedene Mechanismen das Infektionsrisiko mit Covid-19 sowie Influenza verringern. Diese Mechanismen umfassen:

  1. die Induktion von Cathelicidinen und Defensinen, die die Virusreplikationsraten senken können.
  2. eine Verringerung entzündungsfördernder Zytokine, welche Entzündungen hervorrufen, die die Lungenschleimhaut verletzen und zu Lungenentzündungen führen.
  3. das Erhöhen der Konzentrationen entzündungshemmender Zytokine.

Mehrere Beobachtungsstudien und klinische Studien zeigten, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Influenza- sowie das Covid-19-Risiko reduziert. Dafür spricht auch, dass der Ausbruch analog zur üblichen Grippesaison im Winter, also dann vonstatten ging, als die Vitamin D-Spiegel in der Bevölkerung am niedrigsten waren (1).

In einer weiteren Analyse wurde eine quadratische Beziehung zwischen der Prävalenz des Vitamin-D-Mangels und den Breitengraden in den am häufigsten durch COVID-19 betroffenen Ländern gefunden (2). Der Vitamin-D-Mangel ist in den subtropischen Ländern und Ländern der mittleren Breiten häufiger als in den tropischen Ländern und Ländern der hohen Breiten. Die am häufigsten betroffenen Länder mit schwerem Vitamin-D-Mangel stammen aus den Subtropen (Saudi-Arabien; 46%, Katar; 46%, Iran; 33,4%, Chile; 26,4%) und den Ländern der mittleren Breiten (Frankreich; 27,3%, Portugal; 21,2% und Österreich; 19,3%). In einigen Ländern der hohen Breitengrade (z.B. Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark und Niederlande) wurde ein schwerer Vitamin-D-Mangel von annähernd 0% festgestellt. Offensichtlich ist heutzutage die Sonneneinstrahlung alleine nicht mehr das Kriterium für das Erreichen eines zumindest ausreichenden Vitamin D-Spiegels, sondern die Mischung aus Sonne, Vitamin D-Supplementierung und Ernährung.

Dass ein Vitamin-D-Mangel generell mit Atemwegserkrankungen assoziiert ist, haben wir schon an anderer Stelle anhand von zahlreichen Studien dargelegt.

Für Covid-19 gilt, sowie für alle anderen Grippe- und Infektionserkrankungen, dass die Sterblichkeitsrate mit dem Alter und mit der Komorbidität chronischer Krankheiten zunimmt.

Warum nicht Vitamin D präventiv und therapeutisch anwenden?

Um das Infektionsrisiko zu verringern, wird in dem Artikel empfohlen, dass Personen mit Influenza- und/oder COVID-19-Risiko die Einnahme von 10.000 I.E./Tag Vitamin D in Betracht nehmen sollten, bis ein optimaler Vitamin D-Spiegel von 40-60 ng/ml erreicht ist. Danach solle Vitamin D in einer Größenordnung von ca. 5000 I.E./Tag beibehalten werden um den Spiegel in diesem Bereich zu stabilisieren. Bei akuten klinischen Symptomen können auch höhere Dosierungen zielführend sein (1).

Fazit: Vitamin D hilft therapeutisch und präventiv gegen alle Arten von Infektionskrankheiten, Coronaviren, Influenzaviren usw., indem es auf natürliche Weise das Immunsystem und die Abwehrkräfte unterstützt. Das Sonnenhormon verursacht dabei keine ungewollten Nebenwirkungen, ist günstig in hoher Qualität frei käuflich verfügbar und somit ein wahrlich effektiver Schutz gegen genannte Erscheinungen. 

Quellen

  1. Grant, W. B., Lahore, H., Mcdonnell, S. L., Baggerly, C. A., French, C. B., Aliano, J. L., & Bhattoa, H. P. (2020). Evidence That Vitamin D Supplementation Could Reduce Risk of Influenza and COVID-19 Infections and Deaths. doi: 10.20944/preprints202003.0235.v2
  2. Kara, M., Ekiz, T., Ricci, V., Kara, Ö., Chang, K.-V., & Özçakar, L. (2020). ‘Scientific Strabismus’ or Two Related Pandemics: COVID-19 & Vitamin D Deficiency. British Journal of Nutrition, 1–20. doi: 10.1017/s0007114520001749

 

 

Bilder: www.pixabay.com