Vitamin D – auch bei Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen und beeinträchtigt vermutlich weit mehr, als die 11 Millionen diagnostizierten Patienten in Deutschland. Symptomatisch für RDS sind: Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Verstopfungen oder Bauchkrämpfe. Nach offiziellen Zahlen leiden auch ca. 5% der Kinder an dieser Erkrankung. Es zeichnet sich zunehmend ab, dass Vitamin D auch beim Darmgeschehen eine Schlüsselrolle einnimmt und bei der Behandlung von Darmerkrankungen wie RDS unbedingt berücksichtig werden sollte.

Der Umstand, dass Vitamin D bei RDS-Patienten in vergangenen Studien besonders niedrig war, nährte die Hoffnung, mit dem Sonnenhormon einen wichtigen Baustein in der Therapie gegen das Reizdarmsyndrom gefunden zu haben. Eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie aus dem Jahr 2018 (1) unterstützt diese These nachhaltig.

Dabei wurden 112 Jugendliche mit Reizdarmsyndrom und Vitamin D-Mangel nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen gleichen Alters und Geschlechts eingeteilt. Die erste Gruppe erhielt 6 Monate lang orales Vitamin D in einer Dosis von 2000 I.E. pro Tag, die andere Gruppe erhielt ein Placebo über den gleichen Zeitraum.

Gemessen wurde die Intensität der Symptomatik und die damit einhergehenden Einschränkungen der Lebensqualität mittels den sogenannten RDS-SSS- und RDS-QoL-Tests.

Der RDS-SSS: wird verwendet um die Krankheitsintensität zu ermitteln. Dabei werden von den Ärzten und Patienten die oben genannten Symptome bewertet. Je niedriger dieser Wert ist, umso besser.

Der RDS-QoL: wird verwendet um die Lebensqualität bzw. die Einschränkung dieser durch RDS zu ermitteln. Dabei beantworten die Patienten vorgegebene Fragen. Je höher das Testergebnis ausfällt, desto weniger Beeinträchtigung findet durch die Darm-Erkrankung statt.

Die Gesamtpunktzahl: errechnet sich aus dem RDS-SSS Wert und RDS-QoL-Wert. Auch hier ist eine höhere Gesamtpunktzahl ein gutes Zeichen.

Ergebnisse:

  • Der Vitamin D-Spiegel erhöhte sich in der Vitamin D-Gruppe von 17,2 ng/ml auf 39 ng/ml.
  • IBS-Patienten, die 6 Monate lang eine Vitamin-D-Supplementierung erhielten, zeigten eine signifikante Verbesserung der IBS-SSS-Wertes (Krankheitsintensität) von 239,3 auf 167,6.
  • Als Ausdruck einer deutlich besseren Lebensqualität, verbesserte sich der IBS-QoL-Wert von 59,2 auf 75,2.
  • Der Wert für die Gesamtbetrachtung aus Lebensqualität und Krankheitsintensität verbesserte sich von 23,8 auf 29.

Die Studienautoren vermuten die therapeutischen Effekte von Vitamin D unter anderem in seiner entzündungshemmenden, immunmodulierenden und antimikrobiellen Wirkung.

Das Fazit der Studienautoren lautet:

"Eine Vitamin-D-Supplementierung kann bei der Behandlung von Jugendlichen mit RDS und Vitamin D-Mangel wirksam sein."

Quellen:

  1. El Amrousy, D., Hassan, S., El Ashry, H., Yousef, M. & Hodeib, H. (2018). Vitamin D supplementation in adolescents with irritable bowel syndrome: Is it useful? A randomized controlled trial. Saudi Journal of Gastroenterology, 24(2), 109. https://doi.org/10.4103/sjg.sjg_438_17

Titelbildquelle:

Bild von Alicia Harper auf Pixabay