Die wichtige Rolle von Vitamin D bei Covid-19

Die wichtige Rolle von Vitamin D bei Covid-19

Mit zunehmender Durchimpfungsrate verdeutlicht sich, dass die Covid-19-Impfstoffe nicht die erhoffte Sicherheit vor der Erkrankung bieten. Vitamin D ist alleine aber auch für bereits Geimpfte eine sichere Option ohne Nebenwirkungen. Zudem unterscheidet  das Sonnenhormon Vitamin D bei seiner Wirksamkeit auch nicht zwischen heutigen oder zukünftigen Virus-Mutanten.

Ein Review (1), der im Januar 2021 bei MDPI veröffentlicht wurde, setzt sich mit der Frage auseinander, ob eine optimale Sonneneinstrahlung oder Vitamin D-Zufuhr COVID-Symptome reduzieren können. Wir haben den Review auf deutsch zusammengefasst, aufbereitet und die wichtigsten Punkte herausgearbeitet. Einleitend stellen die australischen und südafrikanischen Autoren dabei folgende Punkte heraus:

Vitamin D hat mehrere biologische Funktionen im Körper, unter anderem folgende (2-4):

  • Kalziumhomöostase
  • Regulierung von über tausend Genen
  • Hemmung von unnatürlichem Zellwachstum (Zellproliferation)
  • Produktion von Angiotensin und Renin, welche maßgeblich Blutdruck und Wasserhaushalt steuern
  • Induktion von Insulin
  • Produktion von Makrophagen, antimikrobielle Peptiden (Cathelicidine und Defensine), die entscheidende Einflussfaktoren des Immunsystems sind.

So wirkt Vitamin D bei Atemwegserkrankungen wie COVID-19

Es ist bereits bekannt, dass Vitamin D eine Rolle bei der Hemmung von Infektionserkrankungen und Entzündungen spielt, darunter akute Atemwegsinfektionen und akutes Atemnotsyndrom.

Die Haupttodesursache bei COVID-19 und anderen Atemwegserkrankungen ist ein durch Lungenentzündungen ausgelöstes akutes Atemnotsyndrom. Dabei ist, wie schon oben erwähnt, das Renin-Angiotensin-System von großer Bedeutung. Vitamin D reguliert das Renin-Angiotensin-System, worüber wir schon an anderer Stelle berichteten, was zu einer Verringerung von Entzündungsreaktionen und einer Reduktion von akuten Atemnotsyndromen führt (5-7).

Vitamin D beeinflusst darüber hinaus viele Immunzellen direkt über deren Vitamin D-Rezeptoren (8, 9). Antigen-präsentierende Zellen wie beispielsweise Makrophagen und dendritische Zellen scheinen durch Vitamin D aktiviert zu werden (10). Bei Vitamin D-Mangel wird der erste Abwehrmechanismus des Immunsystems gegen Viren und andere respiratorischen Erkrankungen dadurch gestört.

Abgesehen von den Auswirkungen von COVID-19 verursachen allgemeine Infektionen der Atemwege jährlich ca. 2,8 Millionen Todesfälle (Zahl aus 2010) (11). Zahlreiche Untersuchungen belegen den Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und dem möglichen Auftreten von Atemwegsinfektionen und akuten Atemnotsyndromen (12-17).

Eine Meta-Analyse aus 8 Beobachtungsstudien mit 21.000 Probanden ergab, dass Personen mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln von unter <20 ng/ml ein erhöhtes Risiko aufweisen, an Lungenentzündungen zu erkranken. Das generelle Risiko von Lungenschädigungen sowie der Reduktion der Lungenfunktion ist laut einer randomisierten Placebo-kontrollierten Studie deutlich höher bei Vitamin D-Mangel (18).

Auch bei der Influenza wurde die förderliche Wirkung eines angemessenen Vitamin D-Spiegels in vielen Studien bestätigt (19-22).


COVID-19 - Je höher der Vitamin D-Spiegel, desto geringer die Prävalenz

Zahlreiche Beobachtungsstudien verdeutlichen die offensichtliche Korrelation zwischen dem Vitamin D-Spiegel und der Häufigkeit von COVID-19-Erkrankungen bzw. positiven Testungen.

Carpagnano et al. (Poliklinik Bari, Italien) zeigten anhand von 42 Probanden, dass COVID-19-Patienten zu 81% an Vitamin D-Mangel leiden. Patienten mit akutem Vitamin D-Mangel von unter 10 ng/ml hatten nach 10 Tagen Krankenhausaufenthalt ein Sterberisiko von 50%. Lag der Vitamin D-Spiegel über 10 ng/ml, war das Sterberisiko auf 5%, also um den Faktor 10 reduziert (23).

Lau et al. führten eine ähnliche Studie in den USA durch. Auch in dieser wurde bei 84,6% der COVID-19-Patienten eine Vitamin D-Insuffizienz festgestellt (24).

Meltzer et al. fanden bei ihren Untersuchungen von 489 COVID-19-Patienten heraus, dass eine 1,7 mal höhere Ansteckungsgefahr besteht sich mit COVID-19 anzustecken, wenn ein Vitamin D-Mangel vorliegt (25).

D'Avolioet et al. unterteilten in einem Schweizer Krankenhaus Probanden mit positiven und negativen PCR-Test und ließen den mittleren Vitamin D-Wert bestimmen. Positiv Getestete hatten auch hierbei signifikant niedrigere mediane Vitamin D-Spiegel von 11,2 ng/ml, während negativ Getestete einen Spiegel von 24,6 ng/ml aufwiesen (26).

Forscher aus dem Vereinigtem Königreich kamen zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Dort betrugen die Vitamin D-Spiegel der Gesunden 20,8 ng/ml, jene der COVID-Erkrankten nur 10,8 ng/ml (27).

Auch in Israel zeigt eine Studie mit 7807 Teilnehmern eine signifikante Korrelation zwischen niedrigen Vitamin D-Spiegeln im Serum und der Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken (28).

In Deutschland zeigte sich ebenfalls, dass deutliche Zusammenhänge zwischen der Vitamin D-Versorgung, dem Schweregrad und der Sterblichkeit beim Coronavirus bestehen (29).


Vitamin D als COVID-19-Therapeutikum

Vitamin D hilft nicht nur bei der Prävention von Infektionserkrankungen wie COVID-19, sondern kann auch therapeutisch in höheren Dosen erfolgreich eingesetzt werden.

Die Kombination von Vitamin D + Magnesium + Vitamin B12 führte in eine Kohortenstudie mit 47 COVID-19-Patienten im Alter von > 50, zu einer signifikant besseren Krankheitsverlauf. Patienten die 1000. I.E. Vitamin D + 150 mg Magnesium + 500 mcg Vitamin B12 erhielten, benötigten nur zu 17% eine Sauerstoffgabe, während bei der Kontrollgruppe 61,5% diese Therapie aufgrund eines schlechten Verlaufes brauchten (30).

Auch die spanische Cordoba-Studie von Castello et al., die wir an anderer Stelle bereits aufbereitet haben, wird in dem Review zitiert. Dabei wurde gezeigt, dass nur 2% der COVID-19-Patienten die therapeutisches Vitamin D verabreicht bekamen, auf die Intensivstation mussten. Bei der Vergleichsgruppe, die kein Vitamin D bekam, waren es 50%, von denen 2 verstarben. Aus der Vitamin D-Gruppe hatten alle überlebt (31).

Die Forschergruppe um Annweiler et al. bestätigte diese Ergebnisse und führte eine prospektive Kohortenstudie mit 66 französischen Pflegeheimbewohnern durch. Dabei stellten sie fest, dass die Sterblichkeit mit Vitamin D von 55,5% auf 17,5% reduziert wurde (32).


Wichtig ist die tägliche Einnahme, Bolusdosen weniger wirksam!

Eine große Metaanalyse von 25 randomisierten kontrollierten Studien (11.321 Teilnehmer im Alter von 0 bis 95 Jahren) zeigte, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Risiko für akute Atemwegsinfektionen bei allen Teilnehmern um etwa 11 % senkte. Dabei wurde jedoch festgestellt, dass die Schutzwirkung mit 19% bei Patienten deutlich stärker war, wenn sie täglich Vitamin D einnahmen, als bei denjenigen die einmalige hohe Bolusdosen verabreicht bekamen.

Das Fazit aus dieser Studie: Vitamin D ist ein Schutzmittel gegen akute Atemwegsinfektionen und eine tägliche oder wöchentliche Supplementierung ist effektiver als einzelne Bolusdosen in großen Abständen (33).

Warum dem so ist und Vitamin D täglich eingenommen werden sollte, erfahren Sie in unserem dafür erstellten Artikel!


Gekürzte Schlussfolgerung der Autoren des Reviews:

Vitamin D ist unbestreitbar ein bedeutender Faktor für die allgemeine körperliche Gesundheit und von besonderem Interesse im Zusammenhang mit COVID-19. Es korreliert mit einer positiven Wirkung bei der Verringerung von Infektionen und Symptomen. Eine Hypovitaminose (ein Mangel) von Vitamin D kann zu vielen Erkrankungen wie Rachitis, Osteoporose, Osteomalazie, bestimmten Krebsarten, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und kann als wesentlicher Faktor bei der Entwicklung von Zytokinstürmen angesehen werden, die bei COVID-19-Patienten zu akuten Atemnotsyndromen führen. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass Vitamin D Entzündungen bei COVID-Patienten reduzieren kann. Deshalb wird eine angemessene Sonnenexposition oder die Versorgung mit Vitamin D-Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen.

Literaturzitate:

  1. Abraham, J., Dowling, K. & Florentine, S. (2021). Can Optimum Solar Radiation Exposure or Supplemented Vitamin D Intake Reduce the Severity of COVID-19 Symptoms? International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(2), 740. https://doi.org/10.3390/ijerph18020740
  2. Bilezikian, J.P.; Bikle, D.; Hewison, M.; Lazaretti-Castro, M.; Formenti, A.M.; Gupta, A.; Madhavan, M.V.; Nair, N.; Babalyan, B.; Hutchings, N.; et al. Mechanisms IN endocrinology:vitamin D and COVID-19. Eur. J. Endocrinol. 2020183, R133–R147.
  3. Bergman, P. The link between vitamin D and Covid-19: Distinguishing facts from fiction. J. Intern. Med. 2020289, 131–133.
  4. Quesada-Gomez, J.M.; Castillo, M.E.; Bouillon, R. Vitamin D Receptor stimulation to reduce Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) in patients with Coronavirus SARS-CoV-2 infections: Revised Ms SBMB 2020_166. J. Steroid Biochem. Mol. Biol. 2020105719, 1–8.
  5. Kong, J.; Zhu, X.; Shi, Y.; Liu, T.; Chen, Y.; Bhan, I.; Zhao, Q.; Thadhani, R.; Li, Y.C. VDR attenuates acute lung injury by blocking the Ang 2-Tie-2 pathway and the renin-angiotensin system. Mol. Endocrinol. 201327, 2116–2125.
  6. Zhang, Y.; Leung, D.Y.; Richers, B.N.; Liu, Y.; Remigio, L.K.; Riches, D.W.; Goleva, E. Vitamin D inhibits monocyte/macrophage pro-inflammatory cytokine production by targeting MAPK phosphatase-1. J. Immunol. 20121, 2127–2135.
  7. Xu, J.; Yang, J.; Chen, J.; Luo, Q.; Zhang, Q.; Zhang, H. Vitamin D alleviates lipopolysaccharide-induced acute lung injury via regulation of the renin-angiotensin system. Mol. Med. Rep. 201716, 7432–7438.
  8. Aranow, C. Vitamin D and the immune system. J. Investig. Med. 201159, 881–886.
  9. Prietl, B.; Treiber, G.; Pieber, T.R.; Amrein, K. Vitamin D and immune function. Nutrients 20135, 2502–2521
  10. Hewison, M. Vitamin D and Innate and Adaptive Immunity. In Vitamins & Hormones; Academic Press: New York, NY, USA, 2011; pp. 23–62.
  11. Bergman, P.; Lindh, A.U.; Björkhem-Bergman, L.; Lindh, J.D. Vitamin D and respiratory tract infections: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. PLoS ONE. 20138, e65835.
  12. Dancer, R.C.; Parekh, D.; Lax, S.; D’Souza, V.; Zheng, S.; Bassford, C.R.; Park, D.; Bartis, D.G.; Mahida, R.; Turner, A.M.; et al. Vitamin D deficiency contributes directly to the acute respiratory distress syndrome (ARDS). Thorax 201570, 617–624.
  13. Thickett, D.R.; Moromizato, T.; Litonjua, A.A.; Amrein, K.; Quraishi, S.A.; Lee-Sarwar, K.A.; Mogensen, K.M.; Purtle, S.W.; Gibbons, F.K.; Camargo, C.A., Jr. Association between prehospital vitamin D status and incident acute respiratory failure in critically ill patients: A retrospective cohort study. BMJ Open Respir. Res. 20152, e000074.
  14. Leow, L.; Simpson, T.; Cursons, R.; Karalus, N.; Hancox, R.J. Vitamin D, innate immunity, and outcomes in community-acquired pneumonia. Respirology 201116, 611–616.
  15. Dancer, R.C.A.; Parekh, D.; Scott, A.; Perkins, G.D.; Thickett, D.R. T2 Vitamin D supplementation reduces perioperative systemic and alveolar inflammation in patients undergoing oesophagectomy: Results of the Vindaloo Trial. Thorax 201570, A1.
  16. Parekh, D.; Thickett, R.D.; Turner, A.M. Vitamin D deficiency and acute lung injury. Inflamm. Allergy Drug Targets 201312, 253–261.
  17. Parekh, D.; Dancer, R.C.; Lax, S.; Cooper, M.S.; Martineau, A.R.; Fraser, W.D.; Tucker, O.; Alderson, D.; Perkins, G.D.; Gao-Smith, F.; et al. Vitamin D to prevent acute lung injury following oesophagectomy (VINDALOO): Study protocol for a randomised placebo controlled trial. Trials 201314, 100.
  18. Zhou, Y.F.; Luo, B.A.; Qin, L.L. The association between vitamin D deficiency and community-acquired pneumonia: A meta-analysis of observational studies. Medicine 201898, e17252.
  19. Zhou, J.; Du, J.; Huang, L.; Wang, Y.; Shi, Y.; Lin, H. Preventive effects of vitamin D on seasonal influenza A in infants: A multicenter, randomized, open, controlled clinical trial. Pediatric Infect. Dis. J. 201837, 749–754.
  20. Sabetta, J.R.; DePetrillo, P.; Cipriani, R.J.; Smardin, J.; Burns, L.A.; Landry, M.L. Serum 25-hydroxyvitamin d and the incidence of acute viral respiratory tract infections in healthy adultsPLoS ONE 20105, e11088.
  21. Urashima, M.; Segawa, T.; Okazaki, M.; Kurihara, M.; Wada, Y.; Ida, H. Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren. Am. J. Clin. Nutr. 201091, 1255–1260.
  22. Arihiro, S.; Nakashima, A.; Matsuoka, M.; Suto, S.; Uchiyama, K.; Kato, T.; Mitobe, J.; Komoike, N.; Itagaki, M.; Miyakawa, Y. Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza and upper respiratory infection in patients with inflammatory bowel disease. Inflamm. Bowel Dis. 201925, 1088–1095.
  23. Carpagnano, G.E.; Di Lecce, V.; Quaranta, V.N.; Zito, A.; Buonamico, E.; Palumbo, A.; Di Gioia, G.; Valerio, V.N.; Resta, O. Vitamin D deficiency as a predictor of poor prognosis in patients with acute respiratory failure due to COVID-19. J. Endocrinol. Investig. 2020.
  24. Lau, F.H.; Majumder, R.; Torabi, R.; Saeg, F.; Hoffman, F.; Cirillo, J.D.; Greiffenstein, P. Vitamin D insufficiency is prevalent in severe COVID-19MedRxiv 2020.
  25. Meltzer, D.O.; Best, T.J.; Zhang, H. Association of vitamin D status and other clinical characteristics with COVID-19 test resultsJAMA 20203, e2019722.
  26. D’Avolio, A.; Avataneo, V.; Manca, A.; Cusato, J.; Nicolo, A.D.; Lucchini, R.; Keller, F.; Cantu, M. 25-Hydroxyvitamin D concentrations are lower in patients with positive PCR for SARS-CoV-2. Nutrients 202012, 1359.
  27. Baktash, V.; Hosack, T.; Patel, N.; Shah, S.; Kandiah, P.; Abbeele, K.V.D.; Mandal, A.K.; Missouris, C.G. Vitamin D status and outcomes for hospitalized older patients with Covid-19BMJ 2020, 138712.
  28. Merzon, E.; Tworowski, D.; Gorohovski, A.; Vinker, S.; Golan Cohen, A.; Green, I.; Frenkel, M. Morgenstern; Low plasma 25 (OH) vitamin D level is associated with increased risk of COVID-19 infection: An Israeli population-based study. FEBS J. 2020287, 3693–3702.
  29. Radujkovic, A.; Hippchen, T.; Tiwari-Heckler, S.; Dreher, S.; Boxberger, M.; Merle, U. Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 PatientsNutrients 202012, 2757.
  30. Tan, C.W.; Ho, L.P.; Kalimuddin, S.; Cherng, B.P.Z.; Teh, Y.E.; Thien, S.Y.; Wong, H.M.; Tern, P.J.W.; Chandran, M.; Chay, J.W.M.; et al. A cohort study to evaluate the effect of combination Vitamin D, Magnesium, and Vitamin B12 on progression to severe outcome in older COVID-19 patients. Nutrition 2020, 111017.
  31. Entrenas Castillo, M.; Entrenas Costa, L.M.; Vaquero Barrios, J.M.; Alcala Diaz, J.F.; Miranda, J.L.; Bouillon, R.; Quesada Gomez, J.M. Effect of calcifediol treatment and best available therapy versus best available therapy on intensive care unit admission and mortality among patients hospitalized for COVID 19: A pilot randomized clinical study. J. Steroid Biochem. Mol. Biol. 2020203, 1–6.
  32. Annweiler, C.; Hanotte, B.; de l’Eprevier, C.G.; Sebatier, J.-M.; Lafaie, L.; Celarier, T. Vitamin D and survival in Covid-19 patients: A quasi experimental study. J. Steroid Biochem. Mol. Biol. 2020204, 105771.
  33. Martineau, A.R.; Jolliffe, D.A.; Hooper, R.L.; Greenberg, L.; Aloia, J.F.; Bergman, P.; Dubnov-Raz, G.; Esposito, S.; Ganmaa, D.; Ginde, A.A.; et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: Systematic review and meta-analysis of individual participant data. BMJ 2017356, i6583.

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Vitamin D beschleunigt Genesung nach Covid-19-Erkrankung

Vitamin D beschleunigt Genesung nach Covid-19-Erkrankung

In unserem Corona-Spezial haben wir schon mehrfach qualitativ hochwertige Arbeiten zitiert, die nachweisen, wie förderlich sich Vitamin D als Präventivmaßnahme gegen Infektionserkrankungen wie Covid-19 auswirkt. Auch die Mortalitätsrate beeinflusst Vitamin D im positiven Sinne wie kaum eine andere Substanz. Eine brandaktuelle Studie unterstreicht nun die Wirksamkeit des Sonnenhormons in Sachen Genesung.

Studie - Vitamin D beschleunigt Genesung bei leichten bis mittelschweren Covid-19-Erkraknungen signifikant

Insgesamt 69 SARS-CoV-2-positive Erwachsene, die wegen einer leichten bis mittelschweren Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, wurden dabei in 2 Gruppen eingeteilt und mit unterschiedlichen Vitamin-D-Dosierungen versorgt.

Die erste Gruppe bekam 5000 I.E. täglich oral verabreicht, die zweite Gruppe bekam nur 1000 I.E. Vitamin D.

Ergebnis: Laut Kaplan-Meier-Überlebensanalyse reduzierte sich die Genesungszeit für jene Gruppe, die höhere Vitamin-D-Dosen verabreicht bekam in Bezug auf Husten von 9,1 auf 6,2 Tage, also um ca. 32%. Der für Erkältungskrankheiten übliche Geschmacksverlust kam durch die höhere Vitamin-D-Gabe nach 11,4 anstatt nach 16,9 Tagen wieder zurück.

Das Resümee der Studienautoren liest sich wie folgt:

Eine orale Vitamin-D3-Supplementierung mit 5000 I.E. täglich über 2 Wochen verkürzt die Zeit bis zur Erholung von Husten und gustatorischem Verlust der Sinneswahrnehmung bei Patienten mit suboptimalem Vitamin-D-Status (< 30 ng/ml im Serum) und leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen. Die Anwendung von 5000 IE Vitamin D3 als adjuvante Therapie bei Covid-19-Patienten mit suboptimalem Vitamin-D-Status, auch für kurze Zeit, wird empfohlen.

Quellen:

  1. Sabico, S. (2021, 24. Juni). Effects of a 2-Week 5000 IU versus 1000 IU Vitamin D3 Supplementation on Recovery of Symptoms in Patients with Mild to Moderate Covid-19: A Randomized Clinical Trial. MDPI. https://www.mdpi.com/2072-6643/13/7/2170

Titelbildquelle:

Mit der Kraft der Sonne gegen COVID-19

Zunehmende Evidenz für die Bedeutung der Sonne und des Vitamin D-Spiegels für Inzidenz, Schweregrad, Verlauf und Mortalität der Erkrankung!

  1. Ländervergleich – Je mehr Sonneneinstrahlung, desto niedriger die COVID-19 Sterblichkeit
  2. Metastudie – höhere Anfälligkeit für COVID-19 bei niedrigen Vitamin D-Spiegeln
  3. Vitamin D bringt das Immunsystem gegen COVID-19 in Stellung
  4. Deutlich weniger Todesfälle und Intensivbehandlungen durch Vitamin D-Gaben
  5. Komorbiditäten und Vitamin D-Mangel – ein gefährlicher Cocktail auch für COVID-19


#1 Studie belegt: Länder mit höhere Sonneneinstrahlung weisen niedrigere COVID-19 Sterblichkeit auf

Im Oktober 2020 veröffentlichten deutsche Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt eine Studie, in der die Schutzfunktion der UV-Strahlung gegen tödliche Krankheitsfälle in Zusammenhang mit Covid-19 untersucht wurde. Die Wissenschaftler konnten anhand eines steigenden UV-Index je Einheit, einen Rückgang der täglichen Wachstumsraten der kumulativen COVID-19-Todesfälle um 1,2 Prozent feststellen. Diese Ergebnisse führen zu einer signifikanten prozentualen Verringerung der täglichen Wachstumsraten der kumulierten COVID-19-Todesfälle um – 12% und der Sterblichkeitsrate um 38%.


#2 Zahlreiche Studien belegen eine höhere Anfälligkeit für virale Infektionen wie COVID-19 bei niedrigen Vitamin D-Spiegeln

Eine Publikation des führenden amerikanischen Vitamin D-Forschers Michael Holick von der medizinischen Fakultät der Bostoner Universität, fasst im September 2020 die zahlreichen Einzelstudien mit geringeren Fallzahlen eindrucksvoll in einer eigenen Auswertung mit nahezu 200 000 Teilnehmern zusammen (Abb. 1).

Die SARS-CoV-2-Positivitätsrate aller Probanden betrug 9,3% und der mittlere saisonbereinigte Vitamin-D-Spiegel dieser Personen lag bei 31,7 ng/ml. Die Positivitätsrate war bei 39.190 Patienten mit mangelhaften Vitamin D-Werten (<20 ng/ml) mit 12,5% um das Doppelte höher als bei den 12.321 Patienten mit Werten ≥ 55 ng/ml. In der Gruppe der Personen mit Vitamin-D-Spiegeln von mehr als 55 ng/ml wurden nur 5,9% positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

Die Studienautoren ziehen folgenden Schluss aus ihren Untersuchungen:

“Die SARS-CoV-2-Positivität ist stark und umgekehrt mit zirkulierenden Vitamin-D-Spiegeln verbunden, eine Beziehung, die über Breiten, Ethnien, beide Geschlechter und Altersgruppen hinweg besteht”.

 

Abb. 1: Das Risiko, positiv auf SARS-CoV-2 getestet zu werden, sinkt mit steigendem Vitamin-D-Spiegel. Dargestellt ist die Beziehung der Gesamtgruppe.

 


#3 Vitamin D aktiviert körpereigene Antibiotika und verhindert Zytokinstürme

Dr. William B. Grant, ebenfalls einer der führenden US-amerikanischen Vitamin D-Experten, hat im April 2020 mit seiner Arbeitsgruppe eine Übersichtsarbeit in der international renommierten Zeitschrift “Nutrients” veröffentlicht. Darin werden die Wirkmechanismen von Vitamin D bei Covid-19 und Influenza untersucht, die – ohne Übertreibung –  jede Covid-19-Impfung in den Schatten stellen.

Vitamin D kann durch verschiedene Mechanismen, das Infektionsrisiko mit Covid-19 verringern:

  1. Induktion von Cathelicidinen und Defensinen, die die Vermehrungsrate des Virus senken können
  2. Verringerung entzündungsfördernder Zytokine, welche Entzündungen hervorrufen, die die Lungenschleimhaut verletzen und zu Lungenentzündungen führen
  3. Erhöhen der Konzentrationen entzündungshemmender Zytokine

Cathelicidine sind wichtige Komponenten der angeborenen Immunität mit antimikrobiellen und immunmodulatorischen Fähigkeiten. Sie wirken beispielsweise gegen Herpes, Grippe, HIV und SARS-Viren, zu denen auch die Coronaviren zählen. In den vergangenen Jahren wurde beobachtet, dass diese als natürliche Breitband-Virostatika sowohl gegen umhüllte Viren, wie Coronaviren es sind, als auch gegen nicht umhüllte Viren wirken.

Darüber hinaus zitiert William Grant mehrere Beobachtungs-  und klinische Studien, die berichten, dass eine Vitamin D-Supplementierung das Risiko, an Influenza- oder Covid-19 zu erkranken, reduziert. Dafür spricht auch, dass der Ausbruch der Covid-19-Pandemie analog zur üblichen Grippesaison im Winter, also dann vonstatten ging, als die Vitamin-D-Spiegel in der Bevölkerung am niedrigsten waren.


#4 Deutlich weniger Todesfälle und Intensivaufenthalte wenn Vitamin D verabreicht wurde

Die offiziell als evidenz-basiert bezeichneten Untersuchungen setzen voraus, dass nicht im Nachhinein ausgewertet wird, wer mit welchen Vitamin-D-Spiegeln wie krank war, sondern dass die Patienten prospektiv, d. h. bei der Aufnahme ins Krankenhaus oder auch zu Hause beim Auftreten der ersten Symptome eine bestimmte Dosis Vitamin D zuführen und für einen bestimmten Zeitraum beibehalten.

Eine dieser prospektiven Studien wurde im Oktober am Universitätsklinikum im spanischen Cordoba publiziert und untermauert die oben genannten Aspekte voll und ganz. Von 76 Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 mittels PCR-Test getestet wurden, bekamen 50 am Tag der Aufnahme 20.000 I.E. Vitamin D und ca. die Hälfte der Dosis an Tag 3 und 7. Im Anschluss wurden ihnen einmal wöchentlich ca. 10.000 I.E. Vitamin D bis zur Entlassung verabreicht.

Ergebnis: Nur einer der Patienten, die mit Vitamin D versorgt wurden, musste auf die Intensivstation verlegt werden, also nur 2 Prozent. Von den 26 Patienten, die nicht mit Vitamin D versorgt wurden, waren es 13, also genau 50%!

Von den mit Vitamin D behandelten Patienten starb keiner, alle wurden ohne Komplikationen entlassen. In der halb so großen Vergleichsgruppe ohne Vitamin D starben dagegen zwei Menschen.

Abb. 2: Vergleich der Patienten, bei denen ein Aufenthalt auf einer Intensivstation notwendig war. Bei den Patienten die mit Vitamin D versorgt wurden, mussten nur 2% auf die Intensivstation, in der Kontrollgruppe waren es 50%.


#5 Regelmäßige Vitamin D-Versorgung und Kontrollen vor allem für Vorerkrankte COVID-19-Patienten wichtig

Immer wieder konnte die Vitamin D-Forschung mit beeindruckenden Ergebnisse darlegen, wie wichtig ein regelrechter Vitamin D-Spiegel im Kampf gegen Atemwegsinfektionen ist. In einer 2020 publizierte Studie des renommierten deutschen Ernährungsmediziners und Professor für Biologische Chemie, Hans Konrad Biesalski, wird einmal mehr ein deutlicher Zusammenhang zwischen Covid-19 und Vitamin D-Mangel hergestellt.

Im Folgenden haben wir die Kernaussagen der Studie aufbereitet:

  • Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln assoziiert sind.
  • Diese Komorbiditäten, zusammen mit dem oft begleitenden Vitamin-D-Mangel, erhöhen das Risiko schwerer COVID-19-Erkrankungen.
  • Viel mehr Aufmerksamkeit sollte der Bedeutung des Vitamin-D-Status für die Entwicklung und den Verlauf dieser Krankheit gegeben werden.
  • Insbesondere bei den gängigen Methoden zur Bekämpfung der Pandemie (Lockdown) ist die natürliche Vitamin-D-Synthese in der Haut vermindert, wenn die Menschen wenig Gelegenheit haben, sich der Sonne auszusetzen.
  • Die kurzen Halbwertszeiten des Vitamins machen daher einen zunehmenden Vitamin-D-Mangel wahrscheinlicher. Gezielte Ernährungsberatung, maßvolle Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel können helfen, diesem Mangel vorzubeugen.
  • Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes sollte der Vitamin D-Status dringend überprüft und, wenn möglich, verbessert werden.

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Quellen:

#1 Moozhipurath, RK, Kraft, L. & Skiera, B. Hinweise auf die Schutzfunktion von UV-B-Strahlung (UVB) bei der Reduzierung von COVID-19-Todesfällen. Sci Rep 10, 17705 (2020). https://doi.org/10.1038/s41598-020-74825-z

#2 Kaufman HW, Holick MF et al (2020). SARS-CoV-2-Positivitätsraten in Verbindung mit zirkulierenden 25-HydroxyVitamin-D-Spiegeln. PLoS ONE 15 (9): e0239252. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0239252

#3 Grant WB, Baggerly CA et al (2020). Evidence that Vitamin D Supplementation Could Reduce Risk of Influenza and COVID-19 Infections and Deaths. Nutrients, 12(4), 988. DOI:10.3390/nu12040988

#4 Castillo M et al. (2020). Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19: A Pilot Randomized Clinical study. Retrieved from https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764?via%3Dihub

#5 Biesalski, H. K. (2020) ‘Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship?’, NFS Journal. Elsevier GmbH, 20, pp. 10–21. doi: 10.1016/j.nfs.2020.06.001.

 

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Vitamin D – starke Wirkung gegen tödliche Krebsverläufe

Vitamin D – starke Wirkung gegen tödliche Krebsverläufe

VITAL-Studie enttäuscht: Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren zeigen keine signifikante Wirkung in der Primärprävention bei Krebs.

So oder so ähnlich lauteten 2018 Meldungen zu den vermeintlich ernüchternden Ergebnissen der amerikanischen VITAL-Studien.

Eine aktuelle Sekundäranalyse der randomisierten klinischen VITAL-Studie aus dem November 2020 lässt die Wirkung von Vitamin D nun in neuem Licht erscheinen.

Die VITAL-Studie ist, zumindest in Bezug auf die Supplementation von Vitamin D und Omega 3, als Paradebeispiel für ein unzureichendes Studien-Design bekannt. Denn bei dieser Langzeituntersuchung wurden Vergleichsgruppen zwar mit unterschiedlich hohen Vitamin D- und Omega 3-Dosierungen supplementiert, aber die Differenz der Vitamin D-Zuführung der beiden Gruppen lag bei lediglich 1200 I.E./Tag.

Ferner hatten zu Beginn der Studie beide Gruppen Vitamin D-Werte von über 30 ng/ml im Mittel, was deutlich über dem Wert des Bevölkerungsquerschnittes liegt und daher nicht repräsentativ ist.

Unter diesen Umständen konnte eigentlich mit keiner großen Wirkung von Vitamin D gerechnet werden und doch bringen die Ergebnisse der Subgruppen-Analyse von 25.871 Untersuchten Erstaunliches zutage:

Bezogen auf tödliche und metastasierende Krebsverläufe wurde in der Subgruppenanalyse Folgendes festgestellt:

  • 17% geringeres Risiko für Probanden der Vitamin D-Gruppe allgemein inkl. Übergewichtigen
  • 38% geringeres Risiko für Probanden der Vitamin D-Gruppe mit normalem BMI von unter 25
  • Kaum Auswirkungen auf das Risiko von übergewichtigen Menschen

Trotz der geringen Dosierung und der überdurchschnittlich hohen Vitamin D-Werte zu Beginn der Behandlung, sprechen die Ergebnisse deutlich für eine Vitamin D- und Omega 3-Supplementation zur Krebs-Prävention, zum anderen zeigen die fehlenden Auswirkungen bei Übergewichtigen, dass diese eine höhere Dosis benötigen.

Fazit:

Auch bei Probanden, die den Vitamin D-Mangelgrenzwert von 30 ng/ml übertreffen, hilft eine um 1200 I.E. höhere Vitamin D-Dosierung, das Risiko für einen tödlichen und metastasierenden Krebsverlauf bei Normalgewichtigen (BMI < 25) um 35% zu reduzieren.

Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass eine Supplementation in höheren Mengen noch bessere Ergebnisse erzielt hätte. Die SonnenAllianz empfiehlt daher zur Prävention Vitamin D-Spiegel von 40-60 ng/ml, im Krankheitsfall auch mehr. Hier geht's zu unserem Vitamin D-Bedarfsrechner.


Der aktuelle Buchtipp:

Im neuen von der Akademie für menschliche Medizin veröffentlichten Vitamin D-Buch von Prof. Dr. Jörg Spitz und Sebastian Weiß finden Sie umfangreiche Recherchen zum Thema Krebs und Vitamin D. Darüber hinaus werden im Buch viele andere Krankheitsbilder und Covid-19 intensiv beleuchtet:

In Bezug auf die aktuelle Covid-19-Pandemie hat außer Vitamin D keine andere Einzelsubstanz eine dreifache Wirkung auf die Erkrankung:

1. Vitamin D hemmt die Vermehrung und Ausbreitung des Virus im Körper durch ein eigenes Antibiotikum (Cathelicidin), gegen das Erreger keine Resistenz entwickeln können.

2. Vitamin D verhindert den fatalen Sturm entzündungsfördernder Zytokine in der Lunge, indem entzündungshemmende Botenstoffe gebildet werden.

3. Vitamin D reduziert zusätzlich die riskanten Co-Morbiditäten wie Übergewicht, Diabetes und Asthma, die für einen fatalen Ausgang der Covid-19-Erkrankungen verantwortlich sind.

 

Es gibt zunehmend gute Argumente dafür, dass die verbesserte Vitamin D-Versorgung der Bevölkerung durch Sommersonne und Supplementation den Verlauf der Pandemie in Deutschland positiv beeinflusst hat. Vor allem hat der mittlere Vitamin-D-Spiegel in der älteren deutschen Bevölkerung um 40% innerhalb von zehn Jahren zugenommen! Alle Aussagen in diesem Buch sind durch mehr als 450 Quellenangaben belegt.

Das aktuelle Vitamin D-Buch finden Sie u.a hier...!

Quellen:

Chandler PD; Chen WY; Ajala ON; Hazra A; Cook N; Bubes V; Lee IM; Giovannucci EL; Willett W; Buring JE; Manson JE; (n.d.). Effect of Vitamin D3 Supplements on Development of Advanced Cancer: A Secondary Analysis of the VITAL Randomized Clinical Trial. Retrieved December 23, 2020, from https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33206192/

Titelbildquelle:

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Covid-19: Vitamin D rettet Leben

Covid-19: Vitamin D rettet Leben

Endlich werden im Rahmen der Covid-19 Krise von hochrangigen Politikern Vitamin D und Vitamin C als Immun-Booster empfohlen. Jedenfalls in den USA, wo der Berater der Trump-Administration Dr. Anthony Fauci in einem Interview Vitamin D als als Schutz vor Infektionen empfiehlt (1). In diesem Newsfeed haben wir brandaktuelle, beeindruckende Studien aufbereitet, welche die Empfehlungen von Dr. Fauci untermauern und einmal mehr beweisen, wie wichtig Vitamin D für die Prävention von Infektionskrankheiten wie z.B. dem Covid-19 ist.

Doppeltes Covid-Risiko durch Vitamin D-Mangel

Eine Publikation des führenden amerikanischen Vitamin D-Forschers Michael Holick fasst im September 2020 die zahlreichen Einzelstudien mit geringeren Fallzahlen eindrucksvoll in einer eigenen Auswertung mit nahezu 200 000 Teilnehmern zusammen (Abb. 4).  

Die SARS-CoV-2-Positivenrate aller Probanden betrug 9,3% und der mittlere saisonbereinigte Vitamin D-Spiegel dieser Personen lag bei 31,7 ng/ml. Die Positivenrate war bei 39.190 Patienten mit mangelhaften Vitamin D-Werten (<20 ng/ml) mit 12,5% um das Doppelte höher als bei den 12.321 Patienten mit Werten ≥ 55 ng/ml. In der Gruppe der Personen mit Vitamin D-Spiegeln von mehr als 55 ng/ml wurden nur 5,9% positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

Die Studienautoren ziehen folgenden Schluss aus ihren Untersuchungen: “Die SARS-CoV-2-Positivität ist stark und umgekehrt mit den zirkulierenden Vitamin D-Spiegeln verbunden, eine Beziehung, die über Breiten, Ethnien, beide Geschlechter und Altersgruppen hinweg besteht” (2).

Abb. 4: Das Risiko, positiv auf SARS-CoV-2 getestet zu werden, sinkt mit steigendem Vitamin D-Spiegel. Dargestellt ist die Beziehung der Gesamtgruppe. Einzelheiten siehe Text (nach 1).


Eine deutsche Studie aus dem September 2020 belegt zudem, dass die oben genannten Zusammenhänge auch hierzulande zutreffen. Um den Zusammenhang des Vitamin D-Status mit der Intensität einer Covid-19-Erkrankung und dem damit einhergehenden Sterberisiko abzubilden, wurden 185 symptomatische Patienten untersucht. Der mittlere Vitamin D-Spiegel der gesamten Kohorte lag bei 16,6 ng/ml. 22% wiesen Vitamin D-Spiegel von <12 mg/ml auf und 64% hatten Werte unter 20 ng/ml. Der mittlere Vitamin D-Spiegel war in der Gruppe, die stationär behandelt werden musste, eindeutig  niedriger.

Ergebnis: Lagen die Vitamin D-Spiegel der Probanden unter 12 ng/ml, so war das Sterberisiko um den Faktor 14,7 höher als bei den Patienten, die 12 ng/ml oder mehr Vitamin D aufwiesen. Das Risiko, künstlich beatmet werden zu müssen, war um den Faktor 6,12 höher (3).

Intervention mit Vitamin D rettet Leben

Aber auch damit nicht genug! Zunehmend werden auch prospektive Studien geplant und durchgeführt, um die Ergebnisse der geschilderten Beobachtungsstudien zu erhärten. Die internationale Vitamin D-Plattform Vitamin D-Wiki (4) listet im September 2020 mehr als 30 solcher angemeldeten Studien auf.

Diese offiziell als evidenz-basiert bezeichneten Untersuchungen setzen voraus, dass nicht im Nachhinein ausgewertet wird, wer mit welchen Vitamin D-Spiegeln wie krank war, sondern dass die Patienten prospektiv, d. h. bei der Aufnahme ins Krankenhaus oder auch zu Hause beim Auftreten der ersten Symptome eine bestimmte Dosis Vitamin D zuführen und für einen bestimmten Zeitraum beibehalten.

Eine dieser prospektiven Studien wurde kurz vor Veröffentlichung kürzlich beendet und veröffentlicht. Sie bestätigt die in unserer Corona-Berichterstattung (Corona-Spezial) genährten Hoffnungen und Thesen voll und ganz. Von 76 Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 mittels PCR-Test getestet wurden, bekamen 50 am Tag der Aufnahme 20.000 I.E. Vitamin D (in Form von Calcidiol) und ca. die Hälfte der Dosis an Tag 3 und 7. Im Anschluss wurden ihnen einmal wöchentlich ca. 10.000 I.E. Vitamin D bis zur Entlassung verabreicht.

Ergebnis: Nur einer der Patienten, die mit Vitamin D versorgt wurden, musste auf die Intensivstation verlegt werden, also nur 2 Prozent. Von den 26 Patienten, die nicht mit Vitamin D versorgt wurden, waren es 13, also genau 50%!

Von den mit Vitamin D behandelten Patienten starb keiner, alle wurden ohne Komplikationen entlassen. In der halb so großen Vergleichsgruppe ohne Vitamin D starben dagegen zwei Menschen (5).

Angesichts dieser eindeutigen Ergebnisse stellt sich die Frage, wie lange es ethisch noch vertretbar ist, Patienten mit Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen Vitamin D als Therapeutikum weiterhin vorzuenthalten.

Quellen:

  1. https://www.cnbc.com/2020/09/14/supplements-white-house-advisor-fauci-takes-every-day-to-help-keep-his-immune-system-healthy.html
  2. Kaufman HW, Holick MF et al (2020). SARS-CoV-2-Positivitätsraten in Verbindung mit zirkulierenden 25-Hydroxyvitamin D-Spiegeln. PLoS ONE 15 (9): e0239252. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0239252
  3. Radujkovic A, Hippchen T et al (2020). Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients. Nutrients, 12(9), 2757. doi:10.3390/nu12092757
  4. https://vitamindwiki.com/COVID-19+Coronavirus+can+most+likely+be+fought+by+Vitamin+D#Intervention
  5. Castillo M et al. (2020). Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19: A Pilot Randomized Clinical study. Retrieved from https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764?via%3Dihub

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Vitamin-D-Mangel bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Verbindung

Vitamin-D-Mangel bei COVID-19-Patienten – Eine tödliche Verbindung

Immer wieder konnte die Vitamin D-Forschung mit beeindruckenden Ergebnisse darlegen, wie wichtig ein regelrechter Vitamin D-Spiegel im Kampf gegen Atemwegsinfektionen ist. So haben wir auch schon in unserem Corona-Spezial über den Schutzmechanismus und die damit einhergehende Risikoreduktion durch Vitamin D bei Covid-19-Patienten berichtet. Eine brandaktuelle Studie stellt nun erneut einen deutlichen Zusammenhang zwischen Covid-19 und Vitamin D-Mangel her.

Im Folgenden haben wir die Kernaussagen der Studie (1) aufbereitet:

  • Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass verschiedene nicht übertragbare Krankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, metabolisches Syndrom) mit niedrigen Vitamin-D-Plasmaspiegeln assoziiert sind.
  • Diese Komorbiditäten, zusammen mit dem oft begleitenden Vitamin-D-Mangel, erhöhen das Risiko schwerer COVID-19-Erkrankungen.
  • Viel mehr Aufmerksamkeit sollte der Bedeutung des Vitamin-D-Status für die Entwicklung und den Verlauf dieser Krankheit gegeben werden.
  • Insbesondere bei den gängigen Methoden zur Bekämpfung der Pandemie (Lockdown) ist die natürliche Vitamin-D-Synthese in der Haut vermindert, wenn die Menschen wenig Gelegenheit haben, sich der Sonne auszusetzen.
  • Die kurzen Halbwertszeiten des Vitamins machen daher einen zunehmenden Vitamin-D-Mangel wahrscheinlicher. Gezielte Ernährungsberatung, maßvolle Nahrungsergänzung oder angereicherte Lebensmittel können helfen, diesem Mangel vorzubeugen.
  • Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes sollte der Vitamin D-Status dringend überprüft und, wenn möglich, verbessert werden.

Eine weitere Untersuchung (2) bezieht sich auf die Beeinflussung der Gene, die in der Zelle wirksame Proteine des SARS-CoV-2 Virus beeinflussen. Von den 332 aktiven Genen werden 84, also 30% durch Vitamin D beeinflusst, was einen weiteren Erklärungsansatz dafür liefert, warum Vitamin D so wirksam gegen Covid-19 ist.

Die Akademie für menschliche Medizin hat beide Studien genauer unter die Lupe genommen und berichtet auf ihrer Homepage ausführlich darüber. Klicken Sie hier um den ganzen Artikel aufzurufen!

Wir halten Sie hier weiterhin über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf Covid-19 und die präventiven sowie therapeutischen Wirkungen des Vitamin D auf dem Laufenden.

Quellen:

  1. Biesalski, H. K. (2020) ‘Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship?’, NFS Journal. Elsevier GmbH, 20, pp. 10–21. doi: 10.1016/j.nfs.2020.06.001.
  2. Glinsky, G. V. (2020). Tripartite Combination of Candidate Pandemic Mitigation Agents: Vitamin D, Quercetin, and Estradiol Manifest Properties of Medicinal Agents for Targeted Mitigation of the COVID-19 Pandemic Defined by Genomics-Guided Tracing of SARS-CoV-2 Targets in Human Cells. Biomedicines, 8(5), 129. doi:10.3390/biomedicines8050129

Titelbild: von thedarknut auf Pixabay

Vitamin D – ein vielversprechender Lösungsansatz gegen Covid-19 und mehr

Vitamin D – ein vielversprechender Lösungsansatz gegen Covid-19 und mehr

Noch immer greifen die Maßnahmen der von der WHO ausgerufenen Covid-19-Pandemie tief in den Alltag und in die Gesundheit unzähliger Menschen ein. Während aber einflussreiche Großsponsoren der WHO im öffentlich-rechtlichen TV zur Sendebestzeit verlautbaren lassen die ganze Menschheit durchimpfen zu wollen, werden nachweislich wirksame, bestens erforschte, sichere bzw. nebenwirkungsfreie, extrem günstige, universell gegen Infektionskrankheiten wirksame und jederzeit verfügbare Mittel wie Vitamin D außen vorgelassen.

Ein brandaktueller Artikel aus der Cambridge University Press wurde kürzlich von hochrangigen Wissenschaftlern, darunter William B. Grant, publiziert. Darin werden die Wirkmechanismen von Vitamin D bei Covid-19 und Influenza untersucht, die in Bezug auf die erwähnten Punkte jede Covid 19-Impfung in den Schatten stellt. Wir haben die Analyse für Sie in zusammengefasster Form aufbereitet.

Vitamin D gegen Covid-19

Vitamin D kann durch verschiedene Mechanismen das Infektionsrisiko mit Covid-19 sowie Influenza verringern. Diese Mechanismen umfassen:

  1. die Induktion von Cathelicidinen und Defensinen, die die Virusreplikationsraten senken können.
  2. eine Verringerung entzündungsfördernder Zytokine, welche Entzündungen hervorrufen, die die Lungenschleimhaut verletzen und zu Lungenentzündungen führen.
  3. das Erhöhen der Konzentrationen entzündungshemmender Zytokine.

Mehrere Beobachtungsstudien und klinische Studien zeigten, dass eine Vitamin-D-Supplementierung das Influenza- sowie das Covid-19-Risiko reduziert. Dafür spricht auch, dass der Ausbruch analog zur üblichen Grippesaison im Winter, also dann vonstatten ging, als die Vitamin D-Spiegel in der Bevölkerung am niedrigsten waren (1).

In einer weiteren Analyse wurde eine quadratische Beziehung zwischen der Prävalenz des Vitamin-D-Mangels und den Breitengraden in den am häufigsten durch COVID-19 betroffenen Ländern gefunden (2). Der Vitamin-D-Mangel ist in den subtropischen Ländern und Ländern der mittleren Breiten häufiger als in den tropischen Ländern und Ländern der hohen Breiten. Die am häufigsten betroffenen Länder mit schwerem Vitamin-D-Mangel stammen aus den Subtropen (Saudi-Arabien; 46%, Katar; 46%, Iran; 33,4%, Chile; 26,4%) und den Ländern der mittleren Breiten (Frankreich; 27,3%, Portugal; 21,2% und Österreich; 19,3%). In einigen Ländern der hohen Breitengrade (z.B. Norwegen, Finnland, Schweden, Dänemark und Niederlande) wurde ein schwerer Vitamin-D-Mangel von annähernd 0% festgestellt. Offensichtlich ist heutzutage die Sonneneinstrahlung alleine nicht mehr das Kriterium für das Erreichen eines zumindest ausreichenden Vitamin D-Spiegels, sondern die Mischung aus Sonne, Vitamin D-Supplementierung und Ernährung.

Dass ein Vitamin-D-Mangel generell mit Atemwegserkrankungen assoziiert ist, haben wir schon an anderer Stelle anhand von zahlreichen Studien dargelegt.

Für Covid-19 gilt, sowie für alle anderen Grippe- und Infektionserkrankungen, dass die Sterblichkeitsrate mit dem Alter und mit der Komorbidität chronischer Krankheiten zunimmt.

Warum nicht Vitamin D präventiv und therapeutisch anwenden?

Um das Infektionsrisiko zu verringern, wird in dem Artikel empfohlen, dass Personen mit Influenza- und/oder COVID-19-Risiko die Einnahme von 10.000 I.E./Tag Vitamin D in Betracht nehmen sollten, bis ein optimaler Vitamin D-Spiegel von 40-60 ng/ml erreicht ist. Danach solle Vitamin D in einer Größenordnung von ca. 5000 I.E./Tag beibehalten werden um den Spiegel in diesem Bereich zu stabilisieren. Bei akuten klinischen Symptomen können auch höhere Dosierungen zielführend sein (1).

Fazit: Vitamin D hilft therapeutisch und präventiv gegen alle Arten von Infektionskrankheiten, Coronaviren, Influenzaviren usw., indem es auf natürliche Weise das Immunsystem und die Abwehrkräfte unterstützt. Das Sonnenhormon verursacht dabei keine ungewollten Nebenwirkungen, ist günstig in hoher Qualität frei käuflich verfügbar und somit ein wahrlich effektiver Schutz gegen genannte Erscheinungen. 

Quellen

  1. Grant, W. B., Lahore, H., Mcdonnell, S. L., Baggerly, C. A., French, C. B., Aliano, J. L., & Bhattoa, H. P. (2020). Evidence That Vitamin D Supplementation Could Reduce Risk of Influenza and COVID-19 Infections and Deaths. doi: 10.20944/preprints202003.0235.v2
  2. Kara, M., Ekiz, T., Ricci, V., Kara, Ö., Chang, K.-V., & Özçakar, L. (2020). ‘Scientific Strabismus’ or Two Related Pandemics: COVID-19 & Vitamin D Deficiency. British Journal of Nutrition, 1–20. doi: 10.1017/s0007114520001749

 

 

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So stärken Sie jetzt die Abwehrkräfte

So stärken Sie jetzt die Abwehrkräfte

Das Immunsystem spielt nicht nur in Zeiten der Corona-Krise eine zentrale Rolle, wenn es darum geht sich vor einer ganzen Reihe von viralen und anderen Infektionen zu schützen. Dass Vitamin D bei der Immunabwehr, insbesondere bezogen auf den Coronavirus eine ganz besondere Stellung einnimmt, haben wir in einem unserer letzten Newsfeeds ausführlich dargestellt. Doch es gibt weitere wichtige Mikronährstoffe, die neben Vitamin D für die optimale Funktionstüchtigkeit unseres Immunsystems unabdingbar sind.

Der renommierte Apotheker Uwe Gröber zählt zu den führenden Mikronährstoffexperten im deutschsprachigen Raum und gibt in einem kürzlich veröffentlichten Interview (siehe unten) mit Prof. Dr. Jörg Spitz Tipps und Empfehlungen, wie Sie Ihr Immunsystem auf Vordermann bringen. Wir haben das Gespräch für Sie in Textform aufbereitet.


Vitamin C präventiv

Vitamin C hat eine zentrale Stellung im Immunsystem und schärft die Immunzellen in ihrer Funktion. Es verbessert außerdem die Regenerationsprozesse und wird daher auch im Sport eingesetzt. 32% der Männer und 29% der Frauen erreichen nicht die empfohlene tägliche Zufuhrmenge für Erwachsene, die sich auf 95-110 mg/Tag beläuft.

Laut einer Untersuchung die 1996 im renommierten PNAS Journal publiziert wurde, braucht ein gesunder Erwachsener für eine optimale Funktion der Immunzellen aber mindestens 200 mg Vitamin C täglich, also deutlich mehr als die offiziellen Empfehlungen. Die Studie ergab außerdem, dass 100% des zugeführten Vitamin C in dieser Größenordnung resorbiert wurde, was auf den Bedarf des wasserlöslichen Vitamins hinweist (2). Wer bei seiner Vitamin C-Versorgung auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte also auf eine tägliche Zuführungsmenge von 200 mg achten.

Eine Vitamin C-haltige Ernährungsweise, und falls notwendig eine gezielte Supplementierung, sind geeignet diesen Bedarf abzudecken und somit die Grundlage für ein voll funktionstüchtiges Immunsystem zu legen. Allerdings ist es vor allem bei auf Süße gezüchtete Obstarten ungewiss, wieviel Vitamin C tatsächlich in den jeweiligen Sorten enthalten ist.

Vitamin C-haltige Nahrungsmittel: Paprika, Brokkoli, div. Kohlarten, Erdbeeren, Sanddornsaft, Orangensaft

Wichtig: die Stoffwechselwege von Vitamin C und Vitamin D überschneiden sich und unterstützen sich gegenseitig. Die Aufnahme von Vitamin C funktioniert nur mit Vitamin D und dieses fungiert daher als Kofaktor. Umgekehrt benötigt Vitamin D um in seine aktive Form (Calcitriol) umgewandelt zu werden wiederum Vitamin C (3).


Vitamin C therapeutisch

In einer aktuellen Metastudie aus dem Februar 2020 wurde festgestellt, dass 1-6 g oral verabreichtes Vitamin C pro Tag die Beatmungszeit bei 471 kritisch erkrankten Patienten im Durchschnitt um 25% verkürzte. Die Schlussfolgerung der Studienautoren liest sich wie folgt:

„Wir fanden starke Hinweise darauf, dass Vitamin C die Dauer der mechanischen Beatmung verkürzt, aber das Ausmaß des Effekts scheint von der Dauer der Beatmung in der unbehandelten Kontrollgruppe abzuhängen.“ (3)

Noch effektiver als eine orale Einnahme wirkt jedoch eine intravenöse Zuführung von Vitamin C, denn eine orale Einnahme führt maximal zu Spiegeln von 220 µmol/l, während mit Infusionen weit höhere Spiegeln erreicht werden.

Der für ärztliche Behandlungsprotokolle relevante Thieme-Verlag veröffentlichte bereits 2004 ein an Ärzte gerichtetes Buch, mit einem Sonderkapitel über Vitamin C. Darin wird eine intravenöse Vitamin C-Verabreichung für kritisch erkrankte Patienten mit Lungenerkrankungen von mind. 3 g täglich empfohlen (4).

Noch besser wirken bei schwer erkrankten Lungenpatienten Dosen von 7,5 - 15 g täglich, die zu einem Blutspiegel von 2000-5000 µmol/l führen, der in diesen Fällen auch notwendig ist.

Im chinesischen Wuhan, dem Epizentrum der Corona-Pandemie, läuft derzeit eine randomisierte Studie mit Hochrisiko-Patienten, welche die Wirksamkeit von Vitamin C beim Corona-Virus validieren soll. Dabei werden den Patienten über Infusionen täglich 12 g Vitamin C verabreicht (5). Diese Studien basieren auf den positiven Erfahrungen, die mit hochdosiertem Vitamin C bei akuten Atemwegserkrankungen in den Jahren zuvor gemacht wurden (6).


Vitamin A (Retinol) und Zink

Vitamin D und A sollten wenn irgend möglich zusammen eingenommen werden. Die Rezeptoren im Zellkern, an die diese beiden Hormone binden, verschmelzen quasi miteinander und arbeiten oft gemeinsam, z.B. bei der Bildung und Beeinflussung der Proteinsynthese.

Vitamin A ist laut Apotheker Gröber das wichtigste Schleimhaut-Vitamin, da es die Immunität auf der Schleimhaut stabilisiert. Das betrifft die Atemwege und den Verdauungstrakt, wo Vitamin A durch immunmodulatorische Wirkungsweisen auch beispielsweise eine löchrige Darmwand (leaky-gut) stabilisiert. Auch Vitamin A wird dabei von Vitamin D unterstützt.

Tipp für die Praxis: Vitamin A ist vor allem in Innereien von Tieren enthalten. Pflanzliches Beta-Carotin wird nur zu einem sehr geringen Teil in Vitamin A umgewandelt. Aus 36 mg Beta-Carotin entsteht laut Gröbers Rechnung nur 1 g Vitamin A, was bedeutet, dass man für eine wirksame Zufuhr mind. 0,5 kg Karotten oder 1,4 kg Brokkoli verzehren müsste.

Sinnvolle Alternative: Retinol-Öl zu einer fettigen Hauptmahlzeit einnehmen, Vitamin A Tagesbedarf: 3000 – 4000 I.E.

Zink: als der wichtigste Kofaktor von Vitamin A beeinflusst Zink 3000 Stoffwechselprozesse, hat große Relevanz auf das Immunsystem und wirkt antiviral. Es gibt Hinweise, dass Zink die Bindung von Viren an den Schleimhäuten reduziert und damit die Immunität steigert. Des Weiteren ist Zink wichtig für die Gesundheit und Vitalität bei älteren Menschen.

Empfehlung zur Zinkeinnahme: als Lutschtablette, niedrig dosiert.


Selen

Selenmangel ist ein wichtiger Faktor in Bezug auf virale Atemwegserkrankungen und das Immunsystem. In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt der durchschnittliche  Selenspiegel im Blut bei ca. 80 µg/l, er sollte aber für die Aktivität der selenabhängigen Enzyme und der vollen Funktionsfähigkeit des Immunsystems bei etwa 130-140 µg/l bei Gesunden liegen. Die Menschen in der chinesische Provinz Hubei, dessen Hauptstadt das Corona-Epizentrum Wuhan ist, sind besonders von einem Selenmangel betroffen.

Durch die Ernährung kann eine regelrechte Selenzufuhr in den deutschsprachigen Gebieten nicht gewährleistet werden (auch nicht durch massiven Verzehr von Paranüssen), Herr Gröber empfiehlt daher eine Zufuhr mittels Ergänzungspräparaten.

Empfehlung zur Seleneinnahme: Empfehlung 2-3 µg/1kg Körpergewicht auf nüchternen Magen, nicht zusammen mit Zink einnehmen.


Hier können Sie sich das Video in voller Länge anschauen:

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Unter dem Video finden Sie auch einen Link zu einem von Apotheker Gröber erstellten Merkblatt zu den oben geschilderten Themen.

Quelle:

  1. Nationale Verzehrsstudie II. (2008). Ernährung – Wissenschaft Und Praxis, 2(2), 77–81. doi: 10.1007/s12082-008-0148-1
  2. Wang, Y., Welch, Washko, W., Lazarev, Cantilena, & Levine,C Conry-Cantilena. (1996, April 16). Vitamin C pharmacokinetics in healthy volunteers: evidence for a recommended dietary allowance. Retrieved from https://www.pnas.org/content/93/8/3704
  3. Cantatore, F. P., Loperfido, M. C., Magli, D. M., Mancini, L., & Carrozzo, M. (1991). The importance of vitamin C for hydroxylation of vitamin D3 to 1,25(OH)2D3 in man. Clinical Rheumatology, 10(2), 162–167. doi: 10.1007/bf02207657
  4. Hemilä, H., & Chalker, E. (2020). Vitamin C may reduce the duration of mechanical ventilation in critically ill patients: a meta-regression analysis. Journal of Intensive Care, 8(1). doi: 10.1186/s40560-020-0432-y
  5. Ernährungs- und Infusionstherapie – Standards für Klinik, Intensivstation und Ambulanz Print ISBN 9783131307385 · Online ISBN 9783131866288
  6. Vitamin C Infusion for the Treatment of Severe 2019-nCoV Infected Pneumonia – Full Text View. (n.d.). Retrieved from https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04264533
  7. https://drlauda.at/images/pdf/omns/HDIVC_Hochdosis_iv_Vitamin-C-Behandlung_von_Coronavirus-Patienten_in_China.pdf

Titelbild: www.pixabay.com

Coronavirus: Abwehr durch Vitamin D

Coronavirus: Abwehr durch Vitamin D

Hamsterkäufe, Quarantäne, Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Panikmache in den Medien. Das Coronavirus ist nun, wie vorherzusehen war, endgültig in Deutschland angekommen und breitet sich unaufhaltsam aus. Während die deutsche Bundesregierung noch im Februar 14 Tonnen an Schutzausrüstung (z.B. Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Schutzkleidung, Handschuhe) ohne Not leichtfertig nach China verfrachtete (1), fehlen diese Utensilien nun an allen Ecken und Enden im eigenen Land. Zumindest sind das Güter, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und auch in Rehakliniken und anderen Einrichtungen benötigt werden.

Ihre persönliche Virus-Vorsorge sollten Sie daher besser selbst in die Hand nehmen, wir zeigen Ihnen wie.

Mit Vitamin D schützten Sie sich und Ihre Familie vor den neuen Viren, vor denen momentan gewarnt und Angst verbreitet wird. Natürlich muss der Kontakt mit den Viren nicht zu Erkrankungssymptomen oder gar zum Tode führen. Dies betrifft immer diejenigen, die ein schwaches oder geschwächtes Immunsystem haben. Häufig ältere Menschen, jedoch können auch seltener jüngere Menschen mit Risikofaktoren betroffen sein. Risikofaktoren können zum Beispiel ein hohes Stress-Level, Giftkonsum (darunter zählen nicht nur das konv. Rauchen, Alkohol oder Lifestyle-Drogen sondern auch E-Smog, falsche Zahnersatzmaterialien oder auch konv. Nahrung aus der Massentierhaltung oder der konv. Landwirtschaft) sein.

Wie der Ablauf einer Erkrankung aussehen kann, hat unser Vitamin D Experte Dr. von Helden erklärt, dessen Kernaussagen wir für euch zusammengefasst haben (Video unten).


Was verursacht der Coronavirus bei Befall?

Das Angiotensin-konvertierende Enzym (kurz ACE) ist ein Enzym, das bei der Aufrechterhaltung des Blutdruckes und der Regelung des Wasser-Elektrolythaushaltes eine entscheidende Rolle spielt. Wird das ACE-Enzym blockiert, wird dadurch der Blutdruck gesenkt. Deshalb werden ACE-Hemmer in Medikamenten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Der Gegenspieler vom ACE ist das ACE2 (das Angiotensin-konvertierende Enzym 2), das für den Abbau des ACE notwendig ist.

Bei kritischen Patienten mit geschwächtem Immunsystem passiert nun Folgendes: Die Coronaviren docken bei Befall an den ACE2-Rezeptoren an und blockieren diese, sodass sie ihre blutdruckregelnde Wirkung verlieren. Eine Blockade des ACE2 führt dadurch zu einer Erhöhung des Blutdruckes und verursacht Lungendruck mit Überwässerung. Ein tödlicher Teufelskreis wird nun eingeleitet. Durch die Überwässerung der Lunge steigt der Blutdruck immer weiter und verschärft damit das Problem in der Lunge. Neben dem vom Virus verursachten grippeähnlichen Infekt, wird also auch ein für uns lebensnotwendiges Enzym blockiert, was diesen Virus im Vergleich zum bekannten Grippevirus zumindest laut offizieller Theorie für einige gefährlicher macht.


Was hat Vitamin D mit Corona zu tun?

Wie wichtig Vitamin D für das erworbene und angeborene Immunsystem ist, und wie es gegen eine Vielzahl an Infektionskrankheiten wirkt, haben wir in einem anderen Artikel bereits aufgeführt, klicken Sie hier um den Artikel zu lesen. Doch Dr. von Helden geht bei seinem unten verlinkten Video ins Detail und erklärt die folgenden Schutzmechanismen des Vitamin D sehr anschaulich.

Vitamin D fördert die Expression des Virusblockers Cathelicidine

Cathelicidine sind wichtige Komponenten der angeborenen Immunität mit antimikrobiellen und immunmodulatorischen Fähigkeiten. Sie wirken beispielsweise gegen Herpes, Grippe, HIV und SARS-Viren zu denen auch die Coronaviren zählen. In den letzten Jahren wurde beobachtet, dass diese als natürliche Breitband-Virostatika auch gegen umhüllte Viren (wie die Coronaviren), als auch gegen nicht umhüllte Viren wirken. Die Expression beider Virusblocker wird durch Vitamin D angestoßen, wie anhand einer amerikanischen Untersuchung an der Harvard-Universität nachgewiesen wurde (2).

Vitamin D reguliert den Blutdruck

Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer Überaktivierung des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) und damit zu Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck (3). Dass Vitamin D den Blutdruck senkt, haben wir auch schon an anderer Stelle aufbereitet! Damit greift Vitamin D direkt in die Symptomatik der vom Coronavirus ausgelösten Erhöhung des Blutdrucks ein.

Vitamin D schützt die Lunge

Aktiviertes Vitamin D lindert Bakteriengift-Schäden in der Lunge durch die Regulation des gestörten Blutdrucksystems (RAS), was zumindest eine teilweise schützende Wirkung gegen Lungenschäden durch Bakterien haben kann (4).


Fazit: Vitamin D schützt vor dem Coronavirus:

  1. indem es das Immunsystem und Virusblocker aktiviert und dadurch einem Befall vorbeugt
  2. indem es die Symptome mindestens lindert und somit den Krankheitsverlauf begünstigt

Vergessen sollte man dabei nicht, dass Vitamin D zwar eine sehr wichtige Komponente ist, aber bei weitem nicht die einzige Waffe gegen Viren für unseren Organismus darstellt. In der folgenden Grafik sehen Sie, welche weiteren Maßnahmen bedeutend auf unser Immunsystem einwirken und dazu beitragen können, ob jemand erkrankt oder nicht bzw. ob jemand durch pathogene Krankheitserreger verstirbt oder eben nicht. Vergessen wir nicht, dass eine überwältigende Mehrheit der Erkrankten nicht an diesem Virus verstirbt, obwohl das Immunsystem der meisten nicht perfekt vorbereitet ist.

An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich bei dem Sonnenexperten Dr. Arman Edalatpour bedanken, der uns bei diesem Newsfeed tatkräftig unterstützt und uns die Grafik mit den Schutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt hat!


Corona-Spezial: klicken Sie hier um aktuelle Aspekte rund um das Coronovirus zu erfahren!


Und hier das ganze Video von unserem Sonnenexperten Dr. Raimund von Helden!

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Quelle

  1. https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-hilfsgueter-coronavirus/2307756
  2. Quraishi, S. A., Pascale, G. D., Needleman, J. S., Nakazawa, H., Kaneki, M., Bajwa, E. K., … Bhan, I. (2015). Effect of Cholecalciferol Supplementation on Vitamin D Status and Cathelicidin Levels in Sepsis. Critical Care Medicine, 43(9), 1928–1937. doi: 10.1097/ccm.0000000000001148
  3. Li, Y. C. (2011). Vitamin D and the Renin-Angiotensin System. Vitamin D, 707–723. doi: 10.1016/b978-0-12-381978-9.10040-x
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