Mit der Kraft der Sonne gegen Diabetes

  1. Langzeitstudie: Diabetesrisiko abhängig vom Vitamin-D-Spiegel
  2. Vitamin D verbessert Funktionsparameter bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern signifikant
  3. Häufiger Schwangerschaftsdiabetes in sonnenarmen Monaten


#1 Langzeitstudie: Diabetesrisiko abhängig vom Vitamin-D-Spiegel

Der Vermutung, dass häufiges Auftreten des Typ 2-Diabetes mit reduzierter Sonnenexposition und damit einhergehender schlechterer Vitamin-D-Ausbeute zusammenhängt, wurde in einer amerikanischen Kohortenstudie aus dem Jahr 2019 Vorschub geleistet, deren Erhebungszeitraum bereits 1977 begann. Untersucht wurden 903 Erwachsene, im Durchschnitt 74 Jahre alt, die weder an einem  Diabetes noch Prä-Diabetes litten.

Zwischen den Jahren 1997 und 2009 traten 47 Fälle von Diabetes und 337 Fälle von Prä-Diabetes auf. Dabei waren Vitamin-D-Spiegel von mehr als 30 ng/ml mit einem niedrigeren Erkrankungsrisiko verbunden. Bei den Teilnehmern mit Vitamin-D-Spiegeln zwischen 30 und 39 ng/ml wurde das Risiko  um 69%, bei Vitamin-D-Spiegeln von 40-49 ng/ml um 71% gesenkt, wenn die Ergebnisse mit jenen Probanden verglichen wurden, deren Spiegeln unter 30 ng/ml lag (Abb. 1). Diese Langzeitstudie bestätigt übrigens ganz nebenbei, wie erstrebenswert der Zielbereich für Vitamin D im Blut von 40 bis 60 ng/ml ist. Derartig schützende Vitamin-D-Spiegel sind ohne weiteres durch natürliche Sonnenexposition oder die Nutzung moderner Solarien zu erreichen, wie wir in unserem Artikel über Solarienforschung anhand von Untersuchungen bereits belegt haben.

 

Abb. 1: Das Diagramm zeigt anhand der durchgezogenen schwarzen Linie den errechneten Abfall des Risikos, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, in Abhängigkeit vom Vitamin-D-Spiegel. Das umgebende orangefarbene Feld zeigt dabei die Streuung, d.h. die statistisch möglichen Abweichungen. Das Diagramm verdeutlicht den hohen Aussagewert der Studie in einem Bereich von etwa 10 – 70 ng/ml (nach 1).


#2 Vitamin D verbessert Funktionsparameter bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern signifikant

Im Jahr 2017 erschien im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism eine Metaanalyse zur Wirkung von Vitamin D auf wichtige Funktionsparameter der Diabeteserkrankung. Insgesamt wurden 24 randomisierte kontrollierte Studien mit 1.528 Patienten in die Untersuchung eingeschlossen.

Ergebnis: Unter Vitamin-D-Zufuhr fielen der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) um 30% ebenso wie der Wert des Nüchternblutzuckers um minus 9 mg/dl eindeutig ab. Auch die sogenannte Insulinresistenz (HOMA-IR) ging unter Vitamin-D-Gabe um den Wert 0,66 zurück. Da die verabreichte Vitamin-D-Dosis in den Studien im Mittel bei 4000 I.E./Tag lag, woraus ein Vitamin-D-Spiegel im Blut von >40 ng/ml resultierte, empfehlen die Autoren Diabetes-Patienten eine minimale Dosis von 4000 I.E./Tag, um ihren Zuckerhaushalt zu verbessern (1). Diese Dosis entspricht auch der grundsätzlichen Empfehlung der internationalen Experten für die Vitamin-D-Zufuhr bei einem Menschen mit 70 kg Körpergewicht .

Eine weitere Metaanalyse aus 47 randomisierten kontrollierten Studien bestätigte 2019 die antidiabetische Wirkung des Sonnenhormons auch bei Nicht-Diabetikern. Erfasst worden waren 44.161 Personen, die nicht an einem Diabetes litten, über eine mittlere Studiendauer von vier Monaten. Alle hatten Vitamin D von 4000 I.E./Tag erhalten. Das Sonnenhormon senkte die Nüchternglukose im Blut eindeutig um 0,11 mmol/l, das Nüchterninsulin um 1,47 mIU/l und das HOMA-IR um 0,32; gleichzeitig stieg der Spiegel im Blut um 16 ng/ml. Vitamin D verbessert also den Insulinstoffwechsel, ohne das Risiko eines Typ 2-Diabetes zu erhöhen, stellen die Studienautoren fest (2).

 


#3 Häufiger Schwangerschaftsdiabetes in sonnenarmen Monaten

Dass eine auffällige Korrelation zwischen dem Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes und der Häufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes besteht, zeigt eine 2016 veröffentlichte Beobachtungsstudie aus Australien (1). Dabei nahm die Häufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes in den sonnenarmen Wintermonaten eindeutig zu (Abb. 2).

Abb. 2: Abhängigkeit der Häufigkeit eines Schwangerschaftsdiabetes in Abhängigkeit von der Jahreszeit in Australien. (Anmerkung: Juni bis August entsprechen auf der Südhalbkugel den Wintermonaten nach 1).

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2017, in die 87 Beobachtungsstudien und 25 randomisiert kontrollierte Studien mit mehr als 58.000 Frauen während eines Zeitraums von zehn Jahren eingingen berichtete, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes nahezu verdoppelt. Weiterhin attestierten die Wissenschaftler: Eine Vitamin-D-Intervention während der Schwangerschaft kann die Blutspiegel von Vitamin D, FINS (Nüchterninsulin), FPG (Nüchternplasmaglukosespiegel), HOMA-IR (Insulinresistenzindex), Glutathion, C-reaktivem Protein und Lipid positiv verändern (2).

2019 wurden auch diese Ergebnisse in einer randomisierten placebokontrollierten Studie bestätigt. Bei 51 Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes verbesserten sich die Funktionsparameter nach zweimaliger Verabreichung von 50.000 I.E Vitamin D + 1g Kalzium deutlich.

Konkret reduzierte sich der Nüchternplasmaglukosespiegel im Mittel um 0,89 mmol/l, der Seruminsulinspiegel um -13,55 pmol/l und, HOMA-IR um -0,91 während sich der QUICKI-Wert (Quantitativer Insulin Sensitivitäts-Check Index) um 0,02 im Vergleich zum Placebo verbesserte.

Zusätzlich ist eine signifikante Reduktion des “schlechten” Serum-LDL-Cholesterin um -0.23 mmol/l  und eine Erhöhung des “guten” HDL-Cholesterins um +0,15 mmol/l, sowie eine Verbesserung des Verhältnisses des Gesamt-Cholesterin zum HDL-Cholesterin um -0,49 beobachtet worden.

Die Schlussfolgerung der Forscher lautet: Die Supplementation von Kalzium plus Vitamin D bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes hatte positive Auswirkungen auf ihr Stoffwechselprofil (3).

 


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Quellen:

#1 So wirkt die Kraft der Sonne gegen Krebs

  1. Park SK, Garland CF et al (2018). Plasma 25-hydroxyvitamin D concentration and risk of type 2 diabetes and pre-diabetes: 12-year cohort study. Plos One, 13(4). DOI: 10.1371/journal.pone.0193070

#2 Vitamin D verbessert Funktionsparameter bei Diabetikern und Nicht-Diabetikern signifikant

  1. Mirhosseini N, Vatanparast H et al (2017). The Effect of Improved Serum 25-Hydroxyvitamin D Status on Glycemic Control in Diabetic Patients. A Meta-Analysis. In: The Journal of clinical endocrinology and metabolism 102 (9), S. 3097–3110. DOI: 10.1210/jc.2017-0102
  2. Tang H, Li D et al (2018). Effects of Vitamin D Supplementation on Glucose and Insulin Homeostasis and Incident Diabetes among Nondiabetic Adults: A Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. International Journal of Endocrinology, 2018, 1–9. DOI: 10.1155/2018/7908764

#3 Häufiger Schwangerschaftsdiabetes in sonnenarmen Monaten

  1. Verburg PE, Tucker G et al (2016). Seasonality of gestational diabetes mellitus. A South Australian population study. In: BMJ open diabetes research & care 4 (1), e000286. DOI: 10.1136/bmjdrc-2016-000286
  2. Zhang Y, Gong Y et al (2017). Vitamin D and gestational diabetes mellitus. A systematic review based on data free of Hawthorne effect. In: BJOG : an international journal of obstetrics and gynaecology. DOI: 10.1111/1471-0528.15060
  3. Asemi, Z., Karamali, M. & Esmaillzadeh, A. Effects of calcium–vitamin D co-supplementation on glycaemic control, inflammation and oxidative stress in gestational diabetes: a randomised placebo-controlled trial. Diabetologia 57, 1798–1806 (2014). https://doi.org/10.1007/s00125-014-3293-x

 

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  1. auntspray – Adobe Stock

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Studie: Enorme Risikoreduktion für Prädiabetiker

Studie: Enorme Risikoreduktion für Prädiabetiker

In Deutschland sind derzeit mindestens acht Millionen Menschen von Diabetes betroffen, pro Tag kommen ca. 1600 neue Fälle hinzu. Neben der Ernährung ist Vitamin D ein Schlüsselfaktor in der Prävention von Diabetes. Zwei aktuelle hochqualitative Interventions-Studien bzw. Meta-Analysen beweisen einmal mehr die förderlichen Auswirkungen von Vitamin D auf Diabetes und die nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung. Vitamin D-Spiegel von über 50 ng/ml führen zu einer drastischen Risikoreduktion für Prädiabetiker einen manifesten Diabetes zu entwickeln und verbessern Blutwerte signifikant, auch bei Fettleber.

Vitamin D schützt vor Diabetes - 71% geringeres Risiko für Prädiabetiker

In der aktuellen TD2-Studie aus dem Dezember 2020 wurde die Wirkung einer täglichen Supplementierung mit 4.000 I.E. Vitamin D im Vergleich zu Placebos + max. 1000 I.E. in Bezug auf das Auftreten eines Diabetes verglichen. Die mehr als 2000 teilnahmeberechtigten Probanden erfüllten mindestens zwei von drei glykämischen Kriterien (Nüchternplasmaglukose, Plasmaglucose, HbA1c) für Prädiabetes gemäß den Richtlinien der American Diabetes Association (ADA) von 2010.

Das fabelhafte Ergebnis im Kontext des Vitamin D-Spiegels: Vergleicht man die Vitamin D-Gruppe mit einem Vitamin D-Spiegel von über 50 ng/ml mit der Gruppe mit 20 - 30 ng/ml, so ist bei der ersten Gruppe eine Risikoreduktion um 71% festzustellen. Die Gruppe mit Vitamin D-Spiegeln von 40 - 50 ng/ml hatte gegenüber der Gruppe mit 20 - 30 ng/ml immer noch ein um 52% geringeres Risiko einen Diabetes zu entwickeln.

Die Schlussfolgerung der Studienautoren: Eine tägliche Vitamin D-Supplementierung zur Aufrechterhaltung eines Vitamin D-Spiegels von ≥ 40 ng/ml ist ein vielversprechender Ansatz zur Verringerung des Diabetes-Risikos bei Erwachsenen mit Prädiabetes.


RCT - Vitamin D verbessert Blutwerte bei nicht-alkoholischer Fettleber und Diabetes signifikant

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) betrifft viele Menschen, nicht nur Übergewichtige und Diabetes-Patienten. In einer Meta-Analyse wurden zehn randomisiert kontrollierte Studien mit insgesamt 544 NAFLD-Patienten einbezogen. Die zusammenfassenden Ergebnisse zeigten, dass zusätzliches Vitamin D die Werte von Serum/Plasma-Nüchternglukose, Insulin und HOMA-IR signifikant und die ALT- und TAG-Werte geringfügig reduzierte.

Das Resümee der Studienautoren lautet wie folgt: Die vorliegende Studie liefert wesentliche Hinweise darauf, dass zusätzliches Vitamin D günstige Auswirkungen auf die Blutzuckerkontrolle und die Insulinsensitivität bei NAFLD-Patienten hat. Vitamin D könnte eine adjuvante Pharmakotherapie der NAFLD sein.


Fazit: Eine optimale Vitamin D-Versorgung sollte bei Prädiabetikern, Diabetikern und NAFLD-Patienten unbedingt in Betracht gezogen werden!

Quellen:

  1. Dawson-Hughes B, Staten MA, Knowler WC, et al. (2020) Intratrial Exposure to Vitamin D and New-Onset Diabetes Among Adults With Prediabetes: A Secondary Analysis From the Vitamin D and Type 2 Diabetes (D2d) Study. Diabetes Care, 43:2916-2922, https://doi.org/10.2337/dc20-1765.
  2. Guo XF, Wang C, Yang T, et al. (2020) Vitamin D and non-alcoholic fatty liver disease: a meta-analysis of randomized controlled trials. Food Funct, 11:7389-7399, https://doi.org/10.1039/d0fo01095b.

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Bild von isuru prabath auf Pixabay 

Diabetes verhindern mit Vitamin D

Diabetes verhindern mit Vitamin D

Erkrankungen vom Typ 1-Diabetes und deutlicher noch vom Typ 2 Diabetes zeigen in Deutschland eine zunehmende Häufigkeit. Beide Erkrankungen profitieren offensichtlich nachhaltig von einer verbesserten Vitamin D-Versorgung des Körpers. Sowohl auf die Bildung als auch auf die Wirkung des Vitamin D konnten erfreuliche Auswirkungen nachgewiesen werden.

 

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland über 8 Millionen Menschen, die an einer Zuckererkrankung litten. Bedingt durch die Häufigkeit sowie die zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen führt der Diabetes im Verlauf nicht nur zu erheblichem Leid, sondern auch zu hohen Kosten. Im Jahre 2005 betrugen die Ausgaben für diese Zivilisationserkrankung in Deutschland bereits rund 25 Milliarden Euro. 2016 waren es schon 35 Milliarden Euro!

 

In Fachkreisen besteht Einvernehmen darüber, dass bei Diabetes genetische Faktoren eine untergeordnete Rolle spielen. Durch einen entsprechenden Lebensstil könnten daher 80 bis 90% der Zuckererkrankungen und damit auch der Kosten, vermieden werden. Der Einfluss des Sonnenhormons Vitamin D spielt dabei eine besondere Rolle.

Diabetes Typ 1

Neben Infektionen während der Schwangerschaft, einem höheren Alter der Mutter, Kaiserschnitt zur Entbindung, überhöhtem Geburtsgewicht und schneller Gewichtszunahme nach der Geburt wird als mögliche Ursache des Typ-1-Diabetes auch ein Autoimmungeschehen angenommen, dessen Auslöser unter anderem ein Mangel an Vitamin D sein könnte (Soltesz , Patterson & Dahlquist, 2007).

Als Folge der genannten Einflüsse kommt es zur Zerstörung in der kindlichen Bauchspeicheldrüse, die das Insulin herstellt, welches für den Zuckerstoffwechsel benötigt wird. Entsprechend sind die betroffenen Kinder auf künstlich hergestelltes Insulin als Ersatz angewiesen.

Im Tierversuch lässt sich beispielsweise der Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung des Diabetes Typ 1 deutlich zeigen, indem man während der Schwangerschaft und in der Zeit danach Mäuse in eine Umgebung ohne Vitamin D im Futter und ohne UV-Einstrahlung bringt. Acht Monate nach der Geburt und unter Vitamin D-Mangel zeigen etwa doppelt so viele Nachkommen einen Typ 1-Diabetes im Vergleich zum Kontrollkollektiv (Giulietti et al., 2004).

Ähnliche Ergebnisse finden sich auch in epidemiologischen Studien am Menschen wieder. Bereits 2001 wurde über eine finnische Untersuchung berichtet, in der 12.000 Schwangere untersucht wurden, die im Jahr 1966 schwanger waren. Sie wurden nach der Häufigkeit und der Dosierung von Vitamin D-Gaben bei ihren Kindern befragt und ob der Verdacht auf eine Rachitis (Kinderkrankheit aufgrund von Vitamin D-Mangel) bestanden habe (Hyppönen et al., 2005). Bei der Nachuntersuchung 30 Jahre später hatten diejenigen Kinder, die etwa 2000 I.E. Vitamin D täglich bekamen, ein deutlich reduziertes Risiko für einen Diabetes Typ 1 gegenüber den Kindern, die kein Vitamin D bekommen hatten. Bestand bei den Kleinkindern der Verdacht auf Rachitis aufgrund einer ausgeprägten Vitamin D-Unterversorgung, erhöhte sich der Faktor gar um 3.

Doch nicht nur die Entstehung eines Typ 1-Diabetes sondern auch dessen Verlauf kann laut aktuellen Erkenntnissen durch Vitamin D-Verabreichung positiv beeinflusst werden. Im Jahr 2016 veröffentlichte die Goethe-Universität in Frankfurt eine Doppelblindstudie (Bogdanou et al.), bei der 39 Diabetes-Typ-1-Patienten über 3 Monate mit Vitamin D-Gaben von 4000 I.E. behandelt wurden. Dabei wurde bei den Probanden eine signifikante Abnahme des Insulinbedarfs sowie des HbA1c-Wertes (Blutzuckerlangzeitwert) festgestellt.

 

Abbildung: Zunahme von Diabetes in Deutschland und Finnland

Die Abbildung belegt eindrucksvoll nicht nur die Zunahme von Diabetes in Finnland und Deutschland, sondern auch das doppelt so hohe Risiko für finnische Kinder im Vergleich zu deutschen Kindern, einen Diabetes Typ 1 zu entwickeln. Vergleichbar mit den neurologischen- und Tumorerkrankungen könnte auch in Bezug auf die Entwicklung von Diabetes die geographische Lage eine wesentliche Rolle spielen. Das weit im Norden gelegene Finnland hat eine wesentlich geringere Sonneneinstrahlung als Deutschland.


Diabetes Typ 2

Inzwischen sind auch Kinder von der früher „Altersdiabetes“ genannten Zuckererkrankung betroffen. Patienten, die davon betroffen sind, können zunächst ausreichend Insulin herstellen. Es wirkt jedoch infolge einer Insulinresistenz nicht mehr ausreichend bei der Verarbeitung des Zuckers und führt somit zu einer Erhöhung des Blutzuckers, was eine zusätzliche Insulinausschüttung und damit einhergehende Erkrankungen zur Folge hat (siehe Tabelle 5 oben). Die positive Wirkung des Sonnenhormons auf eine effektive Reduzierung der Insulinresistenz, konnte erst kürzlich durch eine chinesische Studie bestätigt werden (Li X., Liu Y., Zheng Y., Wang P. & Zhang Y., 2018).

Da auch im Gewebe der Bauchspeicheldrüse Vitamin D-Rezeptoren nachgewiesen wurden, ist zu erwarten, dass der Diabetes Typ 2 in seiner Entstehung und in seinem Verlauf von der Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut beeinflusst wird.

Eine im März 2008 erschienene Übersichtsarbeit (Palomer, González-Clemente, Blanco-Vaca & Mauricio, 2008) beschreibt folgende Wirkung von Vitamin D im Rahmen der Diabetes Typ 2-Erkrankung: In Laborversuchen und beim Menschen konnte gezeigt werden, dass Vitamin D die Bildung, Ausschüttung und Verwertung von Insulin beeinflusst.

In anderen Worten: Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin, einer Reduzierung der Insulinproduktion und zu Diabetes Typ 2. Eine Erhöhung des Vitamin D-Spiegels bewirkt eine Verbesserung der Blutzuckerwerte und eine gesteigerte Insulinausschüttung.

Im Rahmen einer groß angelegten amerikanischen Studie wurden etwa 15.000 Personen regelmäßig untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein um das Doppelte gesteigerte Risiko, eine Diabetes Typ 2-Erkrankung zu entwickeln, wenn der Vitamin D-Spiegel niedrig ist. Zusätzlich weisen diese Patienten eine erhöhte Häufigkeit für kardiale Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettsucht und pathologische Fettwerte im Blut auf (Martins et al., 2007).

Eine Meta-Analyse ergab darüber hinaus ein dreifaches Risiko einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, wenn die Patienten mit den niedrigsten Vitamin D-Werten im Blut, mit solchen verglichen wurden, die die höchsten Spiegel aufwiesen (Pittas, Lau, Hu & Dawson-Hughes, 2007).

Auch die Ergebnisse vom Robert-Koch-Institut zeigen entsprechende Resultate. Bei einer Untersuchung von mehr als 4000 erwachsenen deutschen Frauen fanden sich in der Gruppe mit den niedrigsten Sonnenhormonspiegeln viermal so viele Diabetikerinnen und dreimal so viele Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung wieder (Hintzpeter et al., 2007).

Fazit:

Die Forschungen an Vitamin D haben uns gezeigt, dass eine entsprechende Versorgung mit dem Sonnenhormon das Risiko für Diabetes-Erkrankungen des Typs 1 und 2 und damit auch deren Folgeerkrankungen deutlich reduzieren kann.  Hier erfahren Sie mehr dazu, wie hoch der Vitamin D-Spiegel sein sollte und wie Sie ein gutes Vitamin D-Level erreichen können.


Quellen:

Soltesz, G., Patterson, C., & Dahlquist, G. (2007). Worldwide childhood type 1 diabetes incidence ? what can we learn from epidemiology? Pediatric Diabetes, 8(S6), 6-14. doi:10.1111/j.1399-5448.2007.00280.x

Bogdanou, D., Penna-Martinez, M., Filmann, N., Chung, T., Moran-Auth, Y., Wehrle, J., . . . Badenhoop, K. (2016). T-lymphocyte and glycemic status after vitamin D treatment in type 1 diabetes: A randomized controlled trial with sequential crossover. Diabetes/Metabolism Research and Reviews, 33(3). doi:10.1002/dmrr.2865

Giulietti, A., Gysemans, C., Stoffels, K., Etten, E. V., Decallonne, B., Overbergh, L., . . . Mathieu, C. (2004). Vitamin D deficiency in early life accelerates Type 1 diabetes in non-obese diabetic mice. Diabetologia, 47(3), 451-462. doi:10.1007/s00125-004-1329-3

Hyppönen, E., Läärä, E., Reunanen, A., Järvelin, M., & Virtanen, S. M. (2001). Intake of vitamin D and risk of type 1 diabetes: A birth-cohort study. The Lancet, 358(9292), 1500-1503. doi:10.1016/s0140-6736(01)06580-1

Palomer, X., González-Clemente, J. M., Blanco-Vaca, F., & Mauricio, D. (2008). Role of vitamin D in the pathogenesis of type 2 diabetes mellitus. Diabetes, Obesity and Metabolism, 10(3), 185-197. doi:10.1111/j.1463-1326.2007.00710.x

Li X., Liu Y., Zheng Y., Wang P., Zhang Y. (2018). The Effect of Vitamin D Supplementation on Glycemic Control in Type 2 Diabetes Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis. School of Public Health, Peking University, doi: 10.3390/nu10030375

Martins, D., Wolf, M., Pan, D., Zadshir, A., Tareen, N., Thadhani, R., . . . Norris, K. (2007). Prevalence of Cardiovascular Risk Factors and the Serum Levels of 25-Hydroxyvitamin D in the United StatesArchives of Internal Medicine, 167(11), 1159. doi:10.1001/archinte.167.11.1159

Pittas, A. G., Lau, J., Hu, F. B., & Dawson-Hughes, B. (2007). The Role of Vitamin D and Calcium in Type 2 Diabetes. A Systematic Review and Meta-Analysis. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 92(6), 2017-2029. doi:10.1210/jc.2007-0298

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Hintzpeter, B., Mensink, G. B., Thierfelder, W., Müller, M. J., & Scheidt-Nave, C. (2007). Vitamin D status and health correlates among German adults. European Journal of Clinical Nutrition, 62(9), 1079-1089. doi:10.1038/sj.ejcn.1602825

Tabellen / Grafiken:

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Diabetes

Erkrankungen vom Typ 1-Diabetes und deutlicher noch vom Typ 2 Diabetes zeigen in Deutschland eine zunehmende Häufigkeit. Beide Erkrankungen profitieren offensichtlich nachhaltig von einer verbesserten Vitamin D-Versorgung des Körpers. Sowohl auf die Bildung als auch auf die Wirkung des Diabetes konnten erfreuliche Auswirkungen nachgewiesen werden.


Der Artikel in Kürze:

› Diabetes-Lage in Deutschland und Entstehung

› Die Wirkung von Vitamin D auf Diabetes Typ 1

› Die Wirkung von Vitamin D auf Diabetes Typ 2

› Aktuelle Meta-Studienanalyse

› Stellungnahme Deutsche Diabetes Gesellschaft


Diabetes-Lage in Deutschland und Vitamin D

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland über 8 Millionen Menschen, die an einer Zuckererkrankung litten. Bedingt durch die Häufigkeit sowie die zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen (siehe Tabelle 5) führt der Diabetes im Verlauf nicht nur zu erheblichem Leid, sondern auch zu hohen Kosten. Im Jahre 2005 betrugen die Ausgaben für diese Zivilisationserkrankung in Deutschland bereits rund 25 Milliarden Euro. 2016 waren es schon 35 Milliarden Euro!

In Fachkreisen besteht Einvernehmen darüber, dass bei Diabetes genetische Faktoren eine untergeordnete Rolle spielen. Durch einen entsprechenden Lebensstil könnten daher 80 bis 90% der Zuckererkrankungen, und damit auch der Kosten, vermieden werden. Der Einfluss des Sonnenhormons Vitamin D spielt dabei eine besondere Rolle.


Diabetes Typ 1

Neben Infektionen während der Schwangerschaft, einem höheren Alter der Mutter, Kaiserschnitt zur Entbindung, überhöhtem Geburtsgewicht und schneller Gewichtszunahme nach der Geburt wird als mögliche Ursache des Typ-1-Diabetes auch ein Autoimmungeschehen angenommen, dessen Auslöser unter anderem ein Mangel an Vitamin D sein könnte (Soltesz , Patterson & Dahlquist, 2007).

Als Folge der genannten Einflüsse kommt es zur Zerstörung der kindlichen Bauchspeicheldrüse, die das Insulin herstellt, welches für den Zuckerstoffwechsel benötigt wird. Entsprechend sind die betroffenen Kinder auf künstlich hergestelltes Insulin als Ersatz angewiesen.

Im Tierversuch lässt sich beispielsweise der Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung des Diabetes Typ 1 deutlich zeigen, indem man während der Schwangerschaft und in der Zeit danach Mäuse in eine Umgebung ohne Vitamin D im Futter und ohne UV-Einstrahlung bringt. Acht Monate nach der Geburt und unter Vitamin D-Mangel zeigen etwa doppelt so viele Nachkommen einen Typ 1-Diabetes im Vergleich zum Kontrollkollektiv (Giulietti et al., 2004).

Ähnliche Ergebnisse finden sich auch in epidemiologischen Studien am Menschen wieder. Bereits 2001 wurde über eine finnische Untersuchung berichtet, in der 12.000 Schwangere untersucht wurden, die im Jahr 1966 schwanger waren. Sie wurden nach der Häufigkeit und der Dosierung von Vitamin D-Gaben bei ihren Kindern befragt und ob der Verdacht auf eine Rachitis (Kinderkrankheit aufgrund von Vitamin D-Mangel) bestanden habe (Hyppönen et al., 2005). Bei der Nachuntersuchung 30 Jahre später hatten diejenigen Kinder, die etwa 2000 I.E. Vitamin D täglich bekamen, ein deutlich reduziertes Risiko für einen Diabetes Typ 1 gegenüber den Kindern, die kein Vitamin D bekommen hatten. Bestand bei den Kleinkindern der Verdacht auf Rachitis aufgrund einer ausgeprägten Vitamin D-Unterversorgung, erhöhte sich der Faktor gar um 3.

Doch nicht nur die Entstehung eines Typ 1-Diabetes sondern auch dessen Verlauf kann laut aktuellen Erkenntnissen durch Vitamin D-Verabreichung positiv beeinflusst werden. Im Jahr 2016 veröffentlichte die Goethe-Universität in Frankfurt eine Doppelblindstudie (Bogdanou et al., 2016), bei der 39 Diabetes-Typ-1-Patienten über 3 Monate mit Vitamin D-Gaben von 4000 I.E. behandelt wurden. Dabei wurde bei den Probanden eine signifikante Abnahme des Insulinbedarfs sowie des HbA1c-Wertes (Blutzuckerlangzeitwert) festgestellt.


Diabetes Typ 2

Inzwischen sind auch Kinder von der früher „Altersdiabetes“ genannten Zuckererkrankung betroffen. Diese können zunächst ausreichend Insulin herstellen. Es wirkt jedoch infolge einer Insulinresistenz nicht mehr ausreichend bei der Verarbeitung des Zuckers und führt somit zu einer Erhöhung des Blutzuckers, was eine zusätzliche Insulinausschüttung und damit einhergehende Erkrankungen zur Folge hat (siehe Tabelle 5 oben). Die positive Wirkung des Sonnenhormons auf eine effektive Reduzierung der Insulinresistenz konnte erst kürzlich durch eine chinesische Studie bestätigt werden (Li, Liu, Zheng, Wang & Zhang, 2018).

Da auch im Gewebe der Bauchspeicheldrüse Vitamin D-Rezeptoren nachgewiesen wurden, ist zu erwarten, dass der Diabetes Typ 2 in seiner Entstehung und in seinem Verlauf von der Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut beeinflusst wird.

Eine im März 2008 erschienene Übersichtsarbeit (Palomer, González-Clemente, Blanco-Vaca & Mauricio, 2008) beschreibt folgende Wirkung von Vitamin D im Rahmen der Diabetes Typ 2-Erkrankung: In Laborversuchen und beim Menschen konnte gezeigt werden, dass Vitamin D die Bildung, Ausschüttung und Verwertung von Insulin beeinflusst.

In anderen Worten: Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin, einer Reduzierung der Insulinproduktion und zu Diabetes Typ 2. Eine Erhöhung des Vitamin D-Spiegels bewirkt eine Verbesserung der Blutzuckerwerte und eine gesteigerte Insulinausschüttung.

Im Rahmen einer groß angelegten amerikanischen Studie wurden etwa 15.000 Personen regelmäßig untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein um das Doppelte gesteigerte Risiko, eine Diabetes Typ 2-Erkrankung zu entwickeln, wenn der Vitamin D-Spiegel niedrig ist. Zusätzlich weisen diese Patienten eine erhöhte Häufigkeit für kardiale Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettsucht und pathologische Fettwerte im Blut auf (Martins et al., 2007).

Eine Meta-Analyse ergab darüber hinaus ein dreifaches Risiko einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, wenn die Patienten mit den niedrigsten Vitamin D-Werten im Blut, mit solchen verglichen wurden, die die höchsten Spiegel aufwiesen (Pittas, Lau, Hu & Dawson-Hughes, 2007).

Auch die Ergebnisse vom Robert-Koch-Institut zeigen entsprechende Resultate. Bei einer Untersuchung von mehr als 4000 erwachsenen deutschen Frauen fanden sich in der Gruppe mit den niedrigsten Sonnenhormonspiegeln viermal so viele Diabetikerinnen und dreimal so viele Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung wieder (Hintzpeter et al., 2007).


Neue Meta-Analyse bestätigt: Vitamin D-Ergänzung führt zur verbesserten Kontrolle der Glykämie bei Diabetikern

Die am 1. September 2017 erschienene Ausgabe des Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlichte die Ergebnisse einer Meta-Analyse (Mirhosseini et al., 2017), die den Zusammenhang zwischen einer besseren glykämischen Kontrolle bei Diabetikern und höheren Vitamin D-Werten infolge einer Supplementierung belegt.

Die Meta-Analyse umfasste 24 kontrollierte Studien mit insgesamt 1.528 Personen mit Typ-2-Diabetes, die mindestens zwei Monate lang ein Placebo oder Vitamin D mit oder ohne Calcium erhielten. Zu Beginn und am Ende jeder Studie wurden der Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel und mindestens ein Maß für die glykämische Kontrolle, einschließlich Hämoglobin A1c (HbA1c, ein Marker für die langfristige Glukosekontrolle), Nüchternglukose im Plasma und HOMA-IR (zur Beurteilung der Insulinresistenz), gemessen.

Studienergebnisse

Alle Studien bis auf eine Studie fanden einen signifikanten Anstieg des Serum-Vitamins D bei denjenigen, die das Vitamin erhielten. Die Supplementierung mit 4.200 internationalen Einheiten (IU) Vitamin D pro Tag war mit einer durchschnittlichen Zunahme des Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegels von 17 Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) verbunden. Der Spiegel von Hämoglobin A1c sank um durchschnittlich 0,3% bei den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten. Der Zusatz von Calcium zu Vitamin D war mit einem noch stärkeren Rückgang verbunden.

Unter den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten, sank die Fasten-Plasmaglukose um durchschnittlich 4,9 Milligramm pro Deziliter (mg/dL). Die Insulinresistenz verbesserte sich auch bei Teilnehmern, die Vitamin D-supplementiert waren. Die Autoren vermuten, dass die Glukosehomöostase durch Ergänzung des Vitamins D und/oder Sonnenexposition aktiviert wird, sofern die Serum 25-Hydroxyvitamin D Konzentration von mindestens 40 ng/mL erreicht wird. (Die SonnenAllianz schlägt einen optimalen Bereich von 25-Hydroxyvitamin D von 40 – 60 ng/mL vor.)


Deutsche Diabetes Gesellschaft bezieht Stellung

Das Thema „Diabetes und Vitamin D“ stand auch auf der Tagesordnung der 7. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Jahre 2013. Auch wenn die Veranstaltung bereits einige Jahre zurück liegt sind die Ergebnisse nach wie vor gültig!

In einer Pressemitteilung schreibt die DDG: „Neue Studien geben Hinweise darauf, dass eine Therapie mit Vitamin D die Insulinsensitivität und -sekretion verbessern und die Blutzuckerstoffwechsellage stabilisieren kann. Vitamin D stabilisiert den Blutzuckerstoffwechsel bei Menschen mit Diabetes: Im Muskel, in der Leber und an den Betazellen des Pankreas, den Insulinproduzierenden Zellen, konnten Forscher die Wirkung nachweisen.“In einer Pressekonferenz stellte Professor Dr. Klaus Badenhoop von der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Sprecher der DDG Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik des Diabetes, die jüngsten Ergebnisse der Vitamin D-Forschung zu Diabetes vor:  „Im Hinblick auf die Insulinwirkung auf die peripheren Gewebe verbesserte sich die Insulinsensitivität um 60 Prozent, wenn der Vitamin-D-Spiegel von einem schweren Mangel von unter 10 ng/ml auf über 30 ng/ml anstieg“.

Der Wert von 30 ng/ml (75 nmol/L) wird von den meisten internationalen Experten als Normwert für den Vitamin D-Gehalt im Blut angesehen.

Insgesamt kann der Diabetesstoffwechsel durch Vitamin D stabilisiert werden. Ein Mangel sollte deshalb in jedem Fall vermieden werden„, so Prof. Badenhoop. Da das Sonnenvitamin D bei der Immunregulierung eine entscheidende Rolle spiele, könne bei Kindern mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ I, einer Autoimmunerkrankung, die Funktion der Betazellen durch die Zugabe des Vitamins maßgeblich verbessert werden.

Diabetes ist eine der am weitest verbreiteten und am schnellsten anwachsenden „Volkskrankheiten“. Die gleichzeitig zunehmende Unterversorgung der Bevölkerung mit Vitamin D, verursacht vor allem durch den immer weiter abnehmenden Aufenthalt an der Sonne, trägt zu dieser Entwicklung bei. Die Einnahme von Vitamin D-Supplementen und die kontrollierte Nutzung von Solarien können vor allem im „Vitamin D-Winter“ von Oktober bis März ein Vitamin D-Defizit verhindern helfen.


Fazit

Die Forschungen an Vitamin D haben uns gezeigt, dass eine entsprechende Versorgung mit dem Sonnenhormon das Risiko für Diabetes-Erkrankungen des Typs 1 und 2 und damit auch deren Folgeerkrankungen deutlich reduzieren kann.  Hier erfahren Sie mehr dazu, wie hoch der Vitamin D-Spiegel sein sollte und wie Sie ein gutes Vitamin D-Level erreichen können.


Quellen:

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Pressemeldung der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Tabellen / Grafiken:

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Deutsche Diabetes-Stiftung

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