Fehlinformationen über Vitamin D

Fehlinformationen über Vitamin D

Fehlinformationen über Vitamin D im Umlauf

Immer wieder fällt es auf, dass Menschen mittels Fehlinformationen von der Einnahme oder Eigenproduktion von Vitamin D über die Sonne abgehalten werden. Dabei werden die Konsumenten über Negativberichterstattung und Angstmacherei, bewusste Erschütterung des Selbstbewusstseins und gezielte Förderung von Unwissenheit in die Irre geführt.

Dr. med. Edalatpour zeigt in seinem Video (siehe unten) auf, dass es gleichgültig ist ob Sie Akademiker sind, einen Doktoren- oder Professorentitel haben oder einfach ein klar denkender Interessent sind, denn Wissen ist für alle da und kann von jedem selbst angeeignet werden. Im Video und der hier aufgeführten Zusammenfassung erfahren Sie, welchen bewussten Irreführungen Sie nicht auf den Leim gehen sollten, wenn Sie sich über Vitamin D informieren.


So erkennen Sie Fehlinformationen über Vitamin D:

Unseriöser Umgang mit Studien:
  • diese werden oftmals ohne Quellenangaben oder Verlinkung zur Studie zitiert 
  • müssten vom Leser für Geld gekauft werden und sind daher nicht einzusehen
  • fehlerhafte Interpretation teilweise schlechter Studien, die nicht das aussagen was im Artikel behauptet wird
Schlechte Studien sind solche, bei denen:
  • den Probanden Vitamin D über eine monatliche Dosierung verabreicht wird
  • minimale Dosierungen supplementiert werden, die sogar für Säuglinge kaum messbare Auswirkungen mit sich bringen
  • der Vitamin D Spiegel vor und nach der Dosierung nicht gemessen wurde, sodass ein aussagekräftiger Vergleichswert nicht zur Verfügung steht

Obwohl bekannt ist, dass monatliche Dosierungen nicht oder kaum positive Effekte zeigen – sofern man nicht nur die Knochengesundheit betrachtet – , werden darauf basierende Studien in Artikeln immer wieder für die Wirkungslosigkeit für Vitamin D herangezogen. Eine, wenn möglich tägliche, aber zumindest regelmäßige Gabe von Vitamin D ist für die vollumfängliche Wirkung des Sonnenvitamins von großer Bedeutung. Hierbei sollte man sich die Arbeiten von Dr. Bruce Hollis zu Gemüte führen.


Ein Beispiel wie man bei Studien nicht vorgehen sollte:

In einer im Video erwähnten Studie, war der Vitamin D3 Spiegel der Teilnehmer mit durchschnittlich 33 ng/ml schon von Anfang an überdurchschnittlich hoch. Nun wurde eine Hälfte der Teilnehmer mit einer sehr geringen Dosierung von nur 2000 I.E. supplementiert, was bei diesem Ausgangsspiegel relativ wenig Auswirkungen mit sich brachte. Der anderen Gruppe wurden keine Vitamin D Präparate sondern Placebos verabreicht. Trotzdem spricht sich das Resultat eigentlich eindeutig für das Vitamin D aus, da in der Placebogruppe 64 Krebsfälle und in der Vitamin D3 Gruppe 45 Krebsfälle auftraten. 

Da dieses Ergebnis aber aufgrund von falscher Ausführung eine statistische Signifikanz knapp verpasste, wurde daraus eine Nutzlosigkeit von Vitamin D als Krebsprävention abgeleitet. Entscheiden Sie selbst, in welcher Gruppe Sie lieber gewesen wären und wie das Ergebnis gewesen wäre, wenn angemessene Dosierungen angewendet worden wären.

Dem gegenüber stehen im Übrigen hunderte Studien, die sehr klar aufzeigen, dass die Sonne und Vitamin D einen positiven Einfluss auf die Krebsprävention und vieler anderer Erkrankungen haben. 


Falschbehauptungen über Vitamin D
Häufige falsche Behauptungen:

“Im Winter bekomme man Vitamin D3 durch die Sonne, da man braun wird.”

Richtig ist: für die Vitamin D-Produktion durch Besonnung benötigt man UVB-Strahlung, die Bräune entsteht aber durch die UVA-Strahlung.

“Vitamin D3 wird synthetisch hergestellt und ist somit giftig.”

Tatsache ist: Vitamin D-Präparate werden aus Schafwollwachs (Lanolin) oder vegan aus Flechten, also natürlich, gewonnen.

“Vitamin D verursacht angeblich Nierenschäden.”

Hierzu gib es weder Studien noch Indizien, Vitamin D scheint sich sogar positiv auf die Nieren auszuwirken. Lediglich bei Dosen weit oberhalb von 10.000 I.E./Tag besteht theoretisch die Gefahr einer Hyperkalzämie.

Zuletzt gibt Dr. med. Edalatpour noch den Hinweis, dass Berichte, die sich zwar mit Vitamin D3 auseinandersetzen, nicht aber mit dessen Cofaktoren, generell kritisch zu betrachten sind.

Sehe Sie sich das ganze Video von Dr. med. Edalatpour hier an:

https://www.youtube.com/watch?v=DNwR1YDP37Q

 

Foto: www.pixabay.com

Wie wichtig ist die Vitamin D-Versorgung bei Kindern?

Wie wichtig ist die Vitamin D-Versorgung bei Kindern?

Dass die seit Jahrzehnten als Folge von Vitamin D-Mangelerscheinung anerkannte Kinderkrankheit Rachitis, nur die Spitze einer sich endlos hinziehenden Liste von durch Vitamin D-Mangel bedingten Krankheitsbildern bei Kindern darstellt, ist durch breite Forschung hinreichend bewiesen.  Denn Untersuchungen bestätigen: durch Vitamin D-Mangel in der Schwangerschaft und Kindheit, werden auch Asthma, Allergien, Neurodermitis, Autismus, Diabetes Typ 1 und 2 und auch Zahnerkrankungen wie Karies begünstigt.

Diesem Thema widmet sich Dr. med. Arman Edalatpour in seinem YouTube-Vortrag (siehe unten). Dabei verweist er auf eine ausführliche Untersuchung aus Finnland, bei der man die Vitamin D-Dosis für Kinder seit 1960 in 4 Stufen verringert hat. Von 4.500 I.E. auf letztendlich 400 I.E. täglich, wurde die Vitamin D-Gabe an den Kindern sukzessive herabgesetzt – sehr zum Leid der jungen Probanden:

Besonders um das Jahr 1991, als die verabreichte Vitamin D-Dosis am niedrigsten war, explodierte die Häufigkeit von Diabetes und allgemeiner Autoimmunkrankheiten. Erst als ab dem Jahr 2003 verschiedene Kindernahrungsmittel (z.B. Milchprodukte) mit Vitamin D angereichert wurden, konnte man 3 Jahre später eine weitere Zunahme dieser Erscheinungen stoppen.


Kinder leiden in Deutschland häufig an Vitamin D-Mangel

Vitamin D-Unterversorgung bei Kindern sehr verbreitet

Mit Durchschnittswerten von unter 20 ng/ml anstatt mindestens 30 ng/ml Vitamin D im Blut, ist auch der Großteil der deutschen Kinder von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Dies zeigen übereinstimmende Erhebungen von Prof. Dr. Spitz und dem Robert Koch Institut.

Dem könnte man mittels Vitamin D-Gaben entgegenwirken, wie es bislang leider nur bei Säuglingen üblich ist. Bei Säuglingen wird die verabreichte Vitamin D-Menge von 500 I.E./Tag, allerdings nur über die Verhinderung der Kinderkrankheit Rachitis argumentiert.

Zum Vergleich: in der BRD bekamen Säuglinge zwischen 1950 und 1970 Stoßtherapien von 200.000-400.000 I.E. Vitamin D verabreicht, in der DDR sogar 6 x 600.000 I.E.. Toxische Auswirkungen sind weder aus der BRD noch aus der DDR bekannt. Auffällig ist, dass es zur Zeit der hohen Vitamin D-Supplementierung in der DDR – trotz höherer Schadstoffbelastung in der Luft und Umwelt – kaum Allergien gab.

Dr. med. Edalatpour empfiehlt bei Kindern zwischen dem 1. und dem 12. Lebensjahr eine regelmäßige Verabreichung von 140 I.E. Vitamin D pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Aufbauphase sei in diesem Alter noch nicht empfehlenswert. Ein vorhandener Mangel solle aber in jedem Fall mit höheren Gaben bis max. 10.000 I.E. / Tag ausgeglichen werden. Bei Kindern ab 12 Jahren können Sie, wie bei Erwachsenen, unseren gratis Vitamin D-Rechner für die Abschätzung der täglichen Dosierempfehlung heranziehen. 

Gerade in der Wachstumsphase sind die Co-Faktoren von Vitamin D sehr wichtig, wie Dr. Edalatpour am Ende seines Videos erklärt. Bedingt durch Knochen- und Zahnwachstum ist eine optimale Versorgung mit hochwertigem Vitamin K2, Calcium und Magnesium von hoher Bedeutung.


Bitte vergessen Sie aber nicht: ein regelmäßiger, aber mäßiger Aufenthalt an der Sonne mit unbedeckter Haut (bei gleichzeitiger Vermeidung von Sonnenbränden) und eine gesunde Ernährung mit insbesondere pflanzlichen Nahrungsmitteln, die reich an Mikronährstoffen sind, macht eine Supplementierung im Idealfall überflüssig.

Hier können Sie sich den Vortrag von Dr. Edalatpour anschauen: 

https://youtu.be/BWtEne-fK10

Verursacht Solariennutzung Hautkrebs?

Verursacht Solariennutzung Hautkrebs?

Keine seriösen Beweise für Zusammenhang zwischen Melanomen und Solariennutzung

Obwohl von verschiedenen Stellen immer wieder gewarnt wird, dass künstliche UV-Strahlung per se eine negative Auswirkung auf schwarzen Hautkrebs habe, konnte hierfür bislang noch kein seriöser Beleg erbracht werden. Zu diesem Schluss kam Professor Dr. Jörg Reichrath, leitender Oberarzt der dermatologischen Klinik am Universitätsklinikum Homburg. Dieser hat nämlich sämtliche Studien in Bezug auf die Solariennutzung der „Medlin“ und „ISI Web of Science“ Datenbanken durchforstet.

Gegenteilige Veröffentlichungen beziehen sich auf Untersuchungen, deren mangelhafte Datenlage keine kausalen Zusammenhänge beweisen. Zwar zeigen die Studien eine leicht erhöhte Melanom-Rate bei Solariennutzung, allerdings wurden dabei entscheidende Einflüsse vernachlässigt: Beispielsweise kann die Solariennutzung ein Indikator für auch sonstigen übermäßigen Sonnenkonsum und infolgedessen häufigere Sonnenbrände sein. Das könnte wiederum das Risiko für Melanome erhöhen.

Auch seitens der EU und WHO publizierte Berichte, die eine sichere Obergrenze von UV-Strahlung ausschließen, kann von Professor Reichrath und seinen Kollegen nicht bestätigt werden. Laut aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, geht das Team um Reichrath davon aus, dass eine maßvolle Nutzung von Solarien keine negativen Auswirkungen auf die Bildung von schwarzem Hautkrebs hat.

Sonnenbank

Die Forschungsergebnisse von Prof. Reichrath und seinem Team können durch weitere Studien untermauert werden, die zeigen, dass eine regelmäßige Besonnung und die damit verbundene Vitamin D-Produktion sogar vor der Bildung von Melanomen schützt. So stellte man zum Beispiel in einer Studie (Godar et al.) aus dem Jahr 2009 eine erhöhte Melanom-Gefahr für Berufstätige, die in geschlossenen Räumen arbeiten, fest. Im Gegensatz dazu werden Menschen, die großteils der Sonne ausgesetzt sind, deutlich häufiger vor schwarzem Hautkrebs verschont.

Entscheidend für eine gesundheitsfördernde Besonnung ist also ein angemessener UVB-Anteil, weil dieser die körpereigene Vitamin D-Produktion ankurbelt. Dabei ist es egal, ob die Besonnung aus einer künstlichen Quelle wie Solarien, oder direkt von der Sonne konsumiert wird.


Quelle:

Jörg Reichrath, P. D. (2018). Kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Schwarzem Hautkrebs [Abstract]. Info Campus International. doi:Anticancer Research 38: 1111-1120 und 1187-1199 (2018)

Godar, D. E., Landry, R. J., & Lucas, A. D. (2009). Increased UVA exposures and decreased cutaneous Vitamin D3 levels may be responsible for the increasing incidence of melanoma. Medical Hypotheses, 72(4), 434-443. doi:10.1016/j.mehy.2008.09.056

Vitamin D & Weißer Hautkrebs

Vitamin D & Weißer Hautkrebs

Vitamin D-Produktion beugt weißem Hautkrebs vor

Vitamin D wirkt im Körper unter anderem über Vitamin D Rezeptoren. Jüngsten Studien zufolge haben diese Rezeptoren auch die Funktion von Tumorsuppressoren. Tumorsuppressoren sind Proteine, die den Zellzyklus kontrollieren und dafür sorgen, dass eine unkontrollierte Zellteilung (d.h. die Entstehung von Tumoren bzw. Krebs) verhindert wird.

Die Wissenschaftler Reichrath, Saternus und Vogt (2017) fanden nun heraus, dass niedrige Vitamin D-Serumkonzentrationen einen Risikofaktor für das Auftreten und Fortschreiten von weißem Hautkrebs durch UV-induzierte DNA-Schäden darstellen.

Das Sonnenbaden ohne gleichzeitige Vitamin D-Produktion fördert somit das Entstehen von weißem Hautkrebs. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer sich sonnt, sollte dafür sorgen, dass seine Haut währenddessen Vitamin D als Schutzfaktor produziert. Evolutionsbiologisch betrachtet ist die Schutzfunktion vor UV-induziertem Hautkrebs eine der wichtigsten Eigenschaften des Vitamin D – dem Menschen hat die Sonne nämlich schon immer auf den „Pelz“ gebrannt.

Fazit und Erinnerung:

In den Breitengraden Deutschlands ist eine Vitamin D Produktion durch den Aufenthalt in der Sonne von Ende März bis Mitte Oktober zwischen 10 und 15 Uhr bei wolkenfreiem Himmel und ohne Sonnenschutzmittel (für 10-20 Minuten) möglich. Nutzen Sie diese Zeit regelmäßig und danach sorgen Sie für Sonnenschutz, da die Vitamin-D Produktion dann erst wieder nach einer längeren Erholungspause möglich ist. Auch eine Vitamin-D-Supplementierung zur Prävention und u.U. auch begleitend zur Behandlung von Hautkrebs ist sinnvoll.

Ganz wichtig ist die regelmäßige moderate Besonnung. Sprunghaftes, unmäßiges Sonnenanbeten in großen Abständen fördert definitiv die Bildung von Hautkrebs.

Also merke: Der beste Weg, um eine bestimmte Dosis Sonnenlicht und damit Vitamin D mit gleichzeitig minimalem Hautkrebsrisiko zu erhalten, ist eine Exposition in der Mitte des Tages ohne Sonnenbrand und nicht am Nachmittag oder Morgen. Denn zu diesen Zeiten ist der Anteil der UVB-Strahlung zu gering, um relevant Vitamin D in der Haut zu produzieren.


Quelle:

Reichrath, J., Saternus, R., & Vogt, T. (2017). Endocrine actions of vitamin D in skin: Relevance for photocarcinogenesis of non-melanoma skin cancer, and beyond. Molecular and Cellular Endocrinology, 453, 96-102. [ABSTRACT]

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Wie sicher ist Vitamin D?

Wie sicher ist Vitamin D?

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei.“ [Paracelsus]

Viele fragen sich, wie sicher Vitamin D eigentlich ist. Was passiert, wenn Vitamin D-Kapseln in die Hände eines Kleinkinds geraten und es diese einnimmt? 

Im Allgemeinen wird dabei nichts passieren, doch es kommt natürlich auf die Dosis an. Handelt es sich um Vitamin D-Kapseln mit 50.000 I.E. D3, könnte ein Kleinkind bei einer Einnahme von 20 Kapseln an einer Hyperkalzämie sterben, wenn es nicht so schnell wie möglich ärztliche Hilfe erhält. Bei solchen Vorfällen würden sich Vitamin D-Gegner natürlich in ihrer Meinung bestätigt fühlen, Vitamin D sei eine gefährliche Droge. Natürlich sollten alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, einen solchen Vorfall zu verhindern. Jedoch ist Vitamin D schon seit Jahrzehnten „problemlos“ auf dem Markt. Und das Problem ist nicht das Produkt selbst, sondern allenfalls die Dosis, wie schon Paracelsus sagte.

Hat man versehentlich zwei Vitamin D-Kapseln anstelle von einer Kapsel eingenommen, so braucht man keinesfalls in Panik verfallen: Dies wird keinen Schaden verursachen. Man müsste als Erwachsener zwei der 50.000 I.E.-Kapseln pro Tag für mindestens 2 Monate einnehmen, um einen toxischen Wert zu erreichen. Die Einnahme von Vitamin D ist vergleichbar mit dem Trinken von Wasser: Trinkt man die zehnfache Menge der empfohlenen Menge von 1,5 bis 2 Liter täglich an Wasser, so kann man an einer Wasservergiftung sterben. Ebenso kann natürlich die zehnfache Menge der empfohlenen Tagesmenge an Vitamin D auf Dauer tödlich sein. Sowohl Wasser als auch Vitamin D sind lebensnotwendig, und beides kann im Übermaß schädlich sein.

Ein bisschen Statistik aus Amerika: Zwischen 2001 und 2014 haben 15.000 Amerikaner Vitamin D überdosiert. Davon starb kein einziger. Nur 5 der 15.000 Personen entwickelten Anzeichen oder Symptome einer Vergiftung. Zwei davon waren Säuglinge, denen die Vitamin D-Tropfen über die Nase statt über den Mund verabreicht wurden. Im gleichen Zeitabschnitt starben tausende Menschen an einer Überdosis Paracetamol, darunter einige Kleinkinder.

In den USA ist Paracetamol die häufigste Ursache für Anrufe in den Gift-Kontrollzentren (ca.100.000 Fälle jährlich) sowie für jährlich 56.000 Besuche von Notaufnahmen, 2.600 Krankenhausaufenthalte und 458 Todesfälle (darunter viele Kleinkinder) aufgrund von akutem Leberversagen. In den 14 Jahren zwischen 2001 und 2014 gerechnet sind dies über 5000 Todesfälle durch Paracetamol im Vergleich zu 0 Todesfällen durch Vitamin D.

Fazit:

Vitamin D ist bei Beachtung der Dosierungsempfehlungen bedenkenlos einzunehmen (*). Natürlich sollte es dennoch stets für Kinder unzugänglich aufgehoben werden. Und es gilt, wie bei allem, auch beim Vitamin D: Die Dosis macht die Medizin!

Mithilfe unseres Vitamin D-Rechners können Sie übrigens schnell und einfach die richtige Vitamin D-Dosis berechnen, mit der Sie Ihren Vitamin D-Zielwert erreichen können. Hier geht’s direkt zum Rechner.

(*) Die Studienlage stellt 10.000 I.E./Tag (bei 70 kg Körpergewicht) als unschädlich dar. Wir empfehlen bei Dosen oberhalb von 5000 I.E./Tag unbedingt Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

Vitamin D bei Typ-2-Diabetes

Vitamin D bei Typ-2-Diabetes

Vitamin D-Ergänzung führt zur verbesserten Kontrolle der Glykämie bei Diabetikern

Die am 1. September 2017 erschienene Ausgabe des Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlichte die Ergebnisse einer Meta-Analyse (Mirhosseini et al., 2017), die den Zusammenhang zwischen einer besseren glykämischen Kontrolle bei Diabetikern und höheren Vitamin D-Werten infolge einer Supplementierung belegt.

Die Meta-Analyse umfasste 24 kontrollierte Studien mit insgesamt 1.528 Personen mit Typ-2-Diabetes, die mindestens zwei Monate lang ein Placebo oder Vitamin D mit oder ohne Calcium erhielten. Zu Beginn und am Ende jeder Studie wurden der Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel und mindestens ein Maß für die glykämische Kontrolle, einschließlich Hämoglobin A1c (HbA1c, ein Marker für die langfristige Glukosekontrolle), Nüchternglukose im Plasma und HOMA-IR (zur Beurteilung der Insulinresistenz), gemessen.


Studienergebnisse

Alle Studien bis auf eine Studie fanden einen signifikanten Anstieg des Serum-Vitamins D bei denjenigen, die das Vitamin erhielten. Die Supplementierung mit 4.200 internationalen Einheiten (IU) Vitamin D pro Tag war mit einer durchschnittlichen Zunahme des Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegels von 17 Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) verbunden. Der Spiegel von Hämoglobin A1c sank um durchschnittlich 0,3% bei den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten. Der Zusatz von Calcium zu Vitamin D war mit einem noch stärkeren Rückgang verbunden.

Unter den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten, sank die Fasten-Plasmaglukose um durchschnittlich 4,9 Milligramm pro Deziliter (mg/dL). Die Insulinresistenz verbesserte sich auch bei Teilnehmern, die Vitamin D-supplementiert waren. Die Autoren vermuten, dass die Glukosehomöostase durch Ergänzung des Vitamins D und/oder Sonnenexposition aktiviert wird, sofern die Serum 25-Hydroxyvitamin D Konzentration von mindestens 40 ng/mL erreicht wird. (Die SonnenAllianz schlägt einen optimalen Bereich von 25-Hydroxyvitamin D von 40 – 60 ng/mL vor.)


Fazit

“Unsere Meta-Analyse ergab, dass die Supplementierung mit Vitamin D und die darauffolgende erhöhte Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D im Serum die Glukosekontrolle und Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetikern verbesserte”, folgern die Autoren. Insgesamt scheint die Vitamin-D-Supplementierung als adjuvante Behandlung von Störungen des Glukosestoffwechsels im Zusammenhang mit Diabetes wirksam zu sein. Die Ergebnisse der aktuellen Meta-Analyse deuten darauf hin, dass eine Mindestdosis von 4000 IE/Tag, die der tolerablen oberen Einnahmemenge von Vitamin D für Erwachsene entspricht, erforderlich ist, um eine schützende Wirkung auf die Glukosehomöostase bei Typ-2-Diabetikern zu haben.


Hier geht’s zum Abstract der Studie:

Mirhosseini, N., Vatanparast, H., Mazidi, M., & Kimball, S. M. (2017). The Effect of Improved Serum 25-Hydroxyvitamin D Status on Glycemic Control in Diabetic Patients: A Meta-Analysis. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 102(9), 3097-3110.

Sonnenlicht schützt vor Krebs

Sonnenlicht schützt vor Krebs

Wie die Sonne dafür sorgt, dass wir keinen Krebs bekommen…

Die Sonne hat bedeutenden Einfluss auf unsere Gesundheit. Bei Sonneneinstrahlung produziert unsere Haut das Hormon Vitamin D. In unserem Körper erfüllt das „Sonnenhormon“ an vielen Stellen wichtige Aufgaben: So ist Vitamin D nicht nur altbekannt bei der Knochen- und Muskelbildung beteiligt, sondern spielt eine wichtige Rolle im Herz-Kreislauf-System, Immun-  sowie  Atemsystem, und wird für verschiedene Gehirnfunktionen benötigt.

Doch Vitamin D und dessen positive Auswirkungen sind nicht alles, was unsere Sonne zu bieten hat: Das Sonnenlicht ist maßgeblich für unseren Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich. Aus der Chronobiologie wissen wir, wie wichtig der Schlaf für unsere Gesundheit ist.

So ist bereits längere Zeit bekannt, dass Schichtarbeiter häufiger an bösartigen Tumoren erkranken. Die Wissenschaftler Bhatti et al. (2016, 2017) suchten nach der Ursache für dieses Phänomen. In ihrer 2016 veröffentlichten Studie stellte sich heraus, dass Nachtschichtarbeiter deutlich geringere Mengen eines Stoffwechselproduktes (8-OH-dG) über ihren Urin ausscheiden, wenn sie tagsüber schlafen (23% weniger im Vergleich zu ihrem eigenen Nachtschlaf und 17% weniger im Vergleich zum Nachtschlaf von Personen, die nicht in Nachtschicht arbeiten).

8-OH-dG ist ein durch freie Radikale veränderter Baustein der DNA, der von Reparaturenzymen durch intaktes DNA-Material ersetzt wird. Wird 8-OH-dG im Urin nachgewiesen, so weist dies auf eine erfolgreiche DNA-Reparatur hin. Die geringere 8-OH-dg-Ausscheidung der Nachtschichtarbeiter deutet also darauf hin, dass der DNA-Reparaturmechanismus während des Tagschlafs eingeschränkt ist und somit zu vermehrten oxidativen DNA-Schäden führen kann.

Bhatti et al. vermuten, dass die Ursache für die verringerte DNA-Reparatur beim Melatonin liegt:

Melatonin ist ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert und außerdem antioxidativ wirkt, d.h. es deaktiviert freie Radikale. Jedoch wird die Produktion des Hormons durch Licht gehemmt (insbesondere durch den hohen Blauanteil im Sonnenlicht). Durch eine verminderte Melatoninkonzentration beim Tagschlaf können Nachtschichtarbeiter somit weniger von Melatonin als Radikalfänger profitieren.

In ihrer kürzlich publizierten zweiten Studie (2017) verglichen Bhatti et al. die nächtliche 8-OH-dG-Ausscheidung beim Nachtschlaf mit der Ausscheidung bei Nachtarbeit. Auch hier zeigte sich eine enorme Differenz: Bei der Nachtarbeit wurde nur 20% der OH-dG-Ausscheidungsmenge erreicht, die beim Nachtschlaf gemessen wurde.

Zusätzlich zu der Wirkung von Vitamin D schützt also offensichtlich das Sonnenlicht und die damit verbundene lichtabhängige Melatoninproduktion die Erbsubstanz in unseren Zellen. Unser zirkadianer Rhythmus, der eine Vielzahl biologischer Funktionen steuert, orientiert sich maßgeblich am Stand der Sonne. So sorgt der natürliche Wechsel von Licht und Dunkelheit in unserem Körper für die optimale Produktion und den Einsatz von Botenstoffen, die unseren Körper gesund halten. Verschiedene Studien an Mäusen zeigten, dass eine Störung der zirkadianen Rhythmik (so beispielsweise durch einen “unnatürlichen” Schlaf-Wach-Rhythmus) Fehlfunktionen von Genen hervorrufen kann, die wiederum Krebs verursachen können (siehe hierzu https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/69902/Warum-Nachtarbeit-das-Krebsrisiko-erhoeht).

Die Wissenschaftler Bhatti et al. streben die Durchführung weiterer Studien an, um den möglicherweise vor Krebserkrankungen schützenden Effekt einer Melatonin-Supplementierung bei Nachtschichtarbeitern zu erforschen.

Empfehlungen:

Sorgen Sie, wenn irgend möglich, für einen Tagesablauf der sich am natürlichen Wechsel von Tag- und Nachtphasen orientiert. Vermeiden Sie insbesondere in den Abendstunden Lichteinflüsse mit hohem Blauanteil. Für Smartphones, PCs und Tablets gibt es inzwischen spezielle Blaulichtfilter, die dabei helfen können. Zudem gibt es Softwarelösungen die den Blaulichtanteil von Laptops und PCs so herunterfahren, dass Nachteulen nicht um den Schlaf gebracht werden. Auch Brillen mit Blaulichtfilter sind auf dem Markt erhältlich. Und nicht vergessen: rechtzeitig in die Koje gehen!


Quellen:

Bhatti, P., Mirick, D. K., Randolph, T. W., Gong, J., Buchanan, D. T., Zhang, J. & Davis, S. (2017). Oxidative DNA damage during night shift work [Abstract]. Occupational and Environmental Medicine, 74(9), 680-683.

Bhatti, P., Mirick, D. K., Randolph, T. W., Gong, J., Buchanan, D. T., Zhang, J. & Davis, S. (2016). Oxidative DNA damage during sleep periods among nightshift workers [ABSTRACT]. Occupational and Environmental Medicine, 73(8), 537-544.

Fotos: www.pixabay.de

Wir brauchen IHRE Stimme!

Als Träger der Initiative SonnenAllianz nimmt die Deutsche Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (dsgip.de) aktuell an der Aktion “Du und dein Verein” der ING-DiBa teil.

Dabei hat die Stiftung die Chance, 1000 € für wichtige gemeinnützige Projekte zu erhalten. Diese Summe würde sehr helfen diese Projekte erhalten und ausbauen zu können.

Alles, was die Stiftung dazu braucht, ist Ihre Stimme!

Das Voting läuft noch bis Dienstag, 07.11.2017, um 12 Uhr.

Hier Sie können Sie für die DSGIP Ihre Stimme abgeben:

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Vitamin D beugt Atemwegsinfektionen vor

Vitamin D beugt Atemwegsinfektionen vor

Vitamin D beugt Atemwegsinfektionen vor

Eine der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen, die zu einem Besuch beim Hausarzt führen, ist die akute Atemwegsinfektion. Unter diesen Sammelbegriff fallen verschiedene Krankheitsbilder: von der einfachen Erkältung, über die akute Bronchitis, bis hin zur Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Mandelentzündung.

In den vergangenen Jahren wurden viele Studien über die möglicherweise vorbeugende Wirkung von Vitamin D auf Atemwegsinfektionen durchgeführt. Allerdings waren die Studienergebnisse widersprüchlich: Während einige Studien eine präventive Wirkung bestätigten, fiel das Ergebnis in anderen Studien negativ aus.

Das wissenschaftliche Team um Prof. Adrian Martineau hat nun eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse veröffentlicht, um die bisher publizierten Studienergebnisse zu diesem Thema zusammenzufassen und Faktoren ausfindig zu machen, die eine präventive Wirkung hemmen bzw. fördern.


Was ist eine systematische Übersichtsarbeit?

Eine systematische Übersichtsarbeit fasst die Ergebnisse jeglicher verfügbarer Studien zu einem Forschungsthema zusammen. Dabei werden Ein- und Ausschlusskriterien für die Studien festgelegt, um die Vergleichbarkeit der Studien zu gewährleisten.

Was ist eine Metaanalyse?

Die Metaanalyse ist der (optionale) statistische Bestandteil einer systematischen Übersichtsarbeit. Hierbei werden die Studienergebnisse der verschiedenen Studien statistisch zusammengefasst und bewertet.


In die Auswertung wurden alle verfügbaren Studien eingeschlossen, bei denen Studienteilnehmer einen Supplementierung mit Vitamin D3 oder Vitamin D2 über verschiedene Zeiträume erhielten. Weitere Einschlusskriterien waren, dass die Studien randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert durchgeführt wurden. Aufgrund der Kriterien wurden 25 Studien ausfindig gemacht, die insgesamt 11.321 Studienteilnehmer zwischen 0 und 95 Jahren umfassten.

Studienergebnisse

Die Gesamtauswertung der 25 Studien zeigte, dass eine Vitamin D-Supplementierung das Risiko für akute Atemwegsinfektionen um 12% senkt (mit statistischer Signifikanz).

Weiterhin konnten die Wissenschaftler aus den Daten folgende Erkenntnisse ableiten:

  • Eine tägliche oder wöchentliche Vitamin D-Supplementierung ohne zusätzliche Bolusdosis (d.h. einmalige, sehr hohe Dosis) war ein statistisch signifikanter Schutzfaktor für akute Atemwegsinfektionen. Die Gabe einer oder mehrerer Bolus-Dosen hingegen war kein Schutzfaktor.

Oder einfacher ausgedrückt: Man sollte Vitamin D möglichst täglich (zumindest in der Herbst und Winterzeit) einnehmen.

  • Unter den Studienteilnehmern, die eine tägliche oder wöchentliche Vitamin D-Dosis einnahmen, waren die Schutzeffekte am stärker bei denjenigen erkennbar, die zu Studienbeginn einen Vitamin-D-Status unter 25 nmol/l aufwiesen.

Fazit

Die Einnahme von Vitamin D ist eine wirksame und einfache Methode um das Risiko auf akute Atemwegsinfektionen zu senken, insbesondere bei täglicher oder wöchentlicher Einnahme des Vitamins. Die Wirkung macht sich vor allem bei Personen bemerkbar, die einen Vitamin D-Mangel aufweisen.

Sollten Sie Ihren Vitamin D Spiegel nicht kennen, lassen Sie jetzt messen!

Dass einmalige, sehr hohe Dosen Vitamin D in der Studie keine schützende Wirkung zeigen, erklären die Wissenschaftler durch die stärkeren Konzentrationsschwankungen des Vitamin D im Körper, die bei Bolus-Dosen auftreten. Bei täglicher bzw. wöchentlicher Supplementierung in geringerer Einzeldosis kann eine relativ konstante Konzentration erreicht werden. Hierdurch wird laut Martineau et al. die Aktivität der Enzyme verbessert, die für die Synthese und den Abbau des aktiven Vitamin D-Metaboliten 1,25-Dihydroxyvitamin D verantwortlich sind.


Hier können Sie die originale Studie sogar im Volltext nachlesen:

Martineau, A. R., Jolliffe, D. A., Hooper, R. L., Greenberg, L., Aloia, J. F., Bergman, P., . . . Camargo, C. A. (2017). Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data. British Medical Journal, 356(I6583).

Foto: www.pixabay.de

Wie sieht ein gesunder Umgang mit der Sonne aus?

Wie sieht ein gesunder Umgang mit der Sonne aus?

Sicheres Sonnen statt Sonnen Abstinenz

Lange Zeit warnten uns Ärzte und Gesundheitsexperten mittels wohlgemeinter Aufklärungskampagnen über die gesundheitlichen Schäden des Sonnenlichts und propagierten die ständige Nutzung von Sonnenschutzmaßnahmen oder besser noch vollständige Sonnen Abstinenz. Heute wissen wir, dass die Panikmache vor dem Sonnenlicht nicht vollständig unbegründet, aber zumindest unverhältnismäßig war.

Langjähriges, exzessives Sonnenbaden kann das Risiko auf verschiedene Arten von Hautkrebs erhöhen. Jedoch gibt es reichlich wissenschaftliche Belege, dass die gesundheitlichen Vorteile des Sonnenlichts überwiegen, wenn es sich um ein vernünftiges Maß an Besonnung ohne das Auftreten von Sonnenbrand handelt.

Natürliches Sonnenlicht – die beste Vitamin D-Quelle

Vitamin D durch natürliches Sonnenlicht

Solange man sich vor dem „zuviel“ an Sonne schützt, ist das natürliche Sonnenlicht die beste Art und Weise, das Sonnenhormon Vitamin D zu produzieren. Der Körper stellt mit Hilfe des UV-B-Anteils im Strahlungsspektrum des Sonnenlichtes  eine Vorform des Vitamin D her, nämlich Calciferol (Vitamin D3). Calciferol ist exakt die Form des Vitamin D, die unser Körper für seine Vorratshaltung einsetzt. Der Körper produziert so viel Calciferol, wie er braucht, und stellt die Produktion dann ein. Es besteht also kein Risiko der Überdosierung bzw. Produktion toxischer Dosen des Vitamins durch die Sonne. Theoretisch besteht dieses Risiko jedoch bei oraler Einnahme zu hoher Dosen von Vitamin D als Supplement. Allerdings liegen die dazu erforderlichen Mengen um den Faktor zehn höher als die für eine normalgewichtige Person empfohlenen tägliche Dosis (kritisch wird es erst ab 40.000 I.E. anstelle von empfohlenen 4000 I.E.). Entgegen den weit verbreiteten Warnungen vor der Toxizität von Vitamin D findet sich in Wirklichkeit eine außerordentliche therapeutische Breite, die viele Medikamente vermissen lassen.

UV-Strahlen

Die Strahlen der Sonne bestehen aus Lichtwellen verschiedener Frequenz. Um Sonnenschutzmaßnahmen sinnvoll einzusetzen – d.h. um sich vor den Risikofaktoren zu schützen und trotzdem genügend Vitamin D aufzunehmen – ist es wichtig, die Funktionen und Risikofaktoren der verschiedenen UV-Strahlen zu verstehen.

Hier sehen Sie die Eigenschaften der UV-A und UV-B Strahlen im Überblick:

 

UV-A-Strahlen

UV-B-Strahlen

Vitamin D Bildung …regen keine Vitamin D-Bildung an …veranlassen die Vitamin D-Bildung in der Haut, die wiederum zahlreiche Gesundheitswirkungen hat; die Vitamin D-Synthese ist in Deutschland nur um die Mittagszeit von etwa 10 – 15 Uhr zwischen April und Oktober möglich (erfahren Sie hier mehr zu den Faktoren, die die UV-B-Strahlung bzw. die Vitamin D-Synthese beeinflussen).
Bräunung …dunkeln das in den Melanozyten durch die UV-B-Strahlen gebildete Melanin und sind so für die Sofortbräunung der Haut zuständig. …veranlassen die Melanin-Bildung in der Haut (dunkler Hautfarbstoff, verantwortlich für die Bräunung) und sorgen für eine dauerhafte Hautbräunung.
Barrieren …sind zu jeder Tages- und Jahreszeit präsent und erreichen auch im Schatten, bei wolkigem Himmel und durch Glas hindurch die Haut. Schutz kann durch Kleidung oder Verwendung von Sonnencreme geboten werden. …erreichen bei wolkigem Himmel, im Schatten, hinter Glas und bei schützender Kleidung oder Sonnencreme nicht die Haut; es kann dann also kein Vitamin D gebildet werden.
Sonnenbrand …verursachen bei Überdosierung Sonnenbrand: Die UV-A-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein als die UV-B-Strahlen. Das UV-A-Spektrum des Sonnenlichts wird bei übermäßiger Bestrahlung für die vorzeitige Hautalterung und – etwa durch die Bildung der freien Radikale in den tieferen Hautschichten – auch für den Hautkrebs verantwortlich gemacht. …verursachen bei Überdosierung Sonnenbrand: Eine zu lange, ungeschützte Bestrahlung durch UV-B kann Sonnenbrand verursachen. Um Vitamin D zu bilden, reicht es jedoch aus, täglich ca. 10-20 Minuten (helle Hauttypen benötigen die kürzere Zeit) in der Sonne zu verbringen (mindestens mit unbedeckten Armen und Beinen); längeres Sonnen bringt nichts für die Vitamin D-Produktion.

Um Vitamin D zu produzieren, sollte man sich in Deutschland also zwischen 10 und 15 Uhr (von Ostern bis Oktober) circa 10-20 Minuten (je nach Hauttyp) zumindest mit ungeschützten Armen und Beinen bei wolkenfreiem Himmel in die Sonne begeben (je größer die exponierte Hautfläche ist, umso mehr Vitamin D wird produziert).

Wer sich längere Zeit in der Sonne aufhält sollte sich durch Sonnenschutzmaßnahmen vor Sonnenbrand schützen.

Schutzmaßnahmen

Wolken und Schatten als Sonnen Blockade?

Viel verbreitet ist die Annahme, dass man bei wolkigem Himmel oder im Schatten keinen Sonnenbrand bekommen kann und somit auf Sonnenschutzmittel verzichten könne. UV-A-Strahlen gelangen jedoch durchaus auch durch Wolken und treffen auch im Schatten auf unsere Haut. Dabei können sie Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs auslösen.

Kleidung schützt

Um Sonnenbrand zu vermeiden, bietet uns vor allem unsere Kleidung Schutz. Ein besonders wichtiges Kleidungsstück ist die Kopfbedeckung. Ein Sommerhut oder eine Kappe schützen nicht nur unsere Augen und  die empfindliche, dünne Haut, die unsere Augen umgibt, sondern auch die sogenannten Sonnen-Etagen des Kopfes (Stirn, Ohren, Jochbögen, Nase und Lippen), die die bevorzugten Orte der Entstehung des weißen Hautkrebses sind.

Um die Augen selbst zu schützen, empfiehlt sich bei grellem Licht das Tragen einer Sonnenbrille mit UV-Filter. Letzterer ist wichtiger als die Dunkelfärbung der Gläser. Wer allerdings den ganzen Tag mit einer dunklen Brille auf der Nase das Sonnenlicht von seinen Augen aussperrt, muss sich nicht wundern, wenn er nachts nicht schlafen kann: helles Licht am Tag ist dafür verantwortlich, dass im Gehirn das Schlafhormon Melatonin gebildet wird.

Natürliche, nicht chemische Sonnencreme

Vorsicht bei der Wahl der Sonnencreme!

Falls ein Schutz durch Kleidung nicht ausreichend möglich ist, nutzen Sie Sonnencreme, wenn Sie der Sonne längere Zeit ausgesetzt sind.

Beim Kauf von Sonnencremes ist es wichtig auf die Inhaltsstoffe zu achten. Die meisten handelsüblichen Sonnencremes beinhalten schädliche Chemikalien: Eine in 90% der Sonnencremes eingesetzte Chemikalie, die UV-B-Strahlen absondert, ist Octinoxat. Octinoxat tötet Studien zufolge schon in geringen Dosen Zellen von Mäusen ab und hat unter Sonneneinstrahlung eine besonders toxische Wirkung.

Auch der häufig eingesetzte UV-A-Filter Avobenzon hat toxische Eigenschaften.

Weiterhin zeigten verschiedene Studien, dass die häufig verwendeten Chemikalien von der Haut absorbiert werden und in unseren Blutkreislauf übergehen. Dies trifft auch für chemische Verbindungen zu, die erst durch den Einfluss der energiereichen Sonnenstrahlen aus den zum Sonnenschutz verwendeten Chemikalien entstehen und deren Zusammensetzung niemand kennt.

Bei den folgenden chemischen Inhaltsstoffen sind gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen:

  • Octinoxat (Octylmethoxycinnamat)
  • Avobenzon (Butylmethoxydibenzoylmethan)
  • Paraaminobenzoesäure
  • Octylsalicylat
  • Oxybenzon (Benzophenone-3)
  • Cinoxat
  • Padimate-O
  • Ensulizol (Phenylbenzimidazolsulfonsäure)
  • Homosalate
  • Sulisobenzon (Benzophenon-4)
  • Menthylanthranilat
  • Trolamine Salicylat
  • Octocrilen

Weiterhin sollte bei der Auswahl der Sonnencreme darauf geachtet werden, dass der Schutz vor sowohl UV-A-Strahlung als auch UV-B-Strahlung gewährleistet wird. Einige Sonnencremes schützen nämlich lediglich vor UV-B-Strahlen.

Aufmerksam sein

Trotz aller Sonnenschutzmaßnahmen erreicht immer eine gewisse Dosis UV-Strahlen die Haut. Wer sich längere Zeit in der Sonne aufhält, sollte stets aufmerksam seine Haut beobachten und aus der Sonne gehen, bevor die Haut sich rötet.