Vitamin D: Die erstaunliche Wirkung auf das Immunsystem und bei Multipler Sklerose

Vitamin D: Die erstaunliche Wirkung auf das Immunsystem und bei Multipler Sklerose

Multiple Sklerose

Mit 223.000 Betroffenen war MS im Jahre 2015 deutschlandweit eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen im frühen Erwachsenenalter.

Die Erkrankung tritt schubweise oder in progredienter Form (sekundär oder primär progredient) auf.

MS ist primär eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems mit einer herdförmigen Entmarkung der Nervenfasern. Dabei wird die Umhüllung der Nervenfasern zerstört, was zu einer Verschlechterung der Nervenleitfähigkeit (im Ernstfall zum kompletten Ausfall) und zu vielfältigen neurologischen Symptomen führt. Die Ursache für diese Schäden liegt wahrscheinlich in einer Autoimmunreaktion. Das klinische Bild ist von verschiedenen neurologischen Störungen geprägt: Lähmungen, Sehstörungen und Gangstörungen, zu denen später auch psychische Störungen wie Depressionen und Psychosen hinzukommen können.

UV-Strahlung unterstützt den Aufbau eines gesunden Immunsystems

Forscher von der Universität Münster kommen bei Versuchen mit MS-Kranken ebenso wie in Tierversuchen zu dem Ergebnis: Moderate Sonnenstrahlung unterstützt den Aufbau eines gesunden Immunsystems und hilft diesem beim Schutz des Zentralen Nervensystems.

Prof. Karin Loser, eine der StudienautorInnen: „Aus der Behandlung der Schuppenflechte wissen wir, dass UV-Licht eine positive Wirkung auf das Immunsystem hat.“ Die Forscher gingen nun der Frage nach, ob diese Wirkung auch bei anderen Autoimmunerkrankungen nachweisbar sein könnte.

T-Zellen

Über einen Zeitraum von sechs Wochen wurden neun MS-Patienten regelmäßig in einer eigens dafür konzipierten medizinischen Sonnenkammer bestrahlt. „Die Ergebnisse sind erstaunlich“, so Loser, „im Blut und in der Haut der Patienten fanden sich schon nach dem ersten Termin mehr regulatorische T-Zellen und dendritische Zellen als zuvor.“ Beide Zelltypen schützen das Immunsystem davor, sich bei einer Überreaktion selbst anzugreifen - dieser gefährliche Vorgang ist das zentrale Kennzeichen der Multiplen Sklerose.

Das Wissenschaftlerteam (Breuer et al., 2014) konnte nachweisen, dass die UV-B-Strahlung im Immunsystem von MS-Patienten einen komplexen Prozess auslöst: In der bestrahlten Haut bilden sich tolerogene dendritische Zellen, die dann in angegliederten Lymphknoten regulatorische T-Zellen „ausbilden“.

Parallel konnten bei Mäusen die genauen molekularen Wege entschlüsselt werden, die bei der UV-B-Bestrahlung eine Rolle spielen: Die durch die UV-Strahlen gebildeten regulatorischen Zellen wandern aus der Haut zum Ort der Entzündung, also ins Blut, in die Knochen oder - wie bei der MS - in das Zentrale Nervensystem. Hier lösen sie eine schützende Reaktion des Immunsystems aus und drosseln so die selbstzerstörerische Autoimmunität. Allerdings ließ dieser Effekt schneller nach als die Sonnenbräune: Wurde die Behandlung auch nur für wenige Tage unterbrochen, verschlechterten sich Blutwerte und Immunstatus wieder – sowohl bei Mäusen als auch beim Menschen.

Die Ergebnisse zeigen klar, wie der Umweltfaktor UV-Licht die Entstehung und den Verlauf der Multiplen Sklerose beeinflusst. „Es gibt offenbar eine Achse zwischen Haut und Nervensystem. UV-B-Strahlung hat einen Einfluss auf die Immuntoleranz im Nervensystem. Der Einfluss ist kurzfristig, umkehrbar und geht weit über Effekte von Vitamin D allein hinaus“, so Prof. Heinz Wiendl, Direktor der Klinik für Allgemeine Neurologie der Universität Münster.

Mit Vitamin D gezielt gegen MS-Schübe

Inzwischen liegt nicht nur eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen vor, die den Nutzen von Vitamin D belegen, sondern es wird auch die gezielte Therapie der Erkrankung mit Vitamin D diskutiert. Basis für diese Überlegungen ist eine klinische Studie, in der 12 Patienten mit Multipler Sklerose im klinischen Schub für einen Zeitraum von 28 Wochen Vitamin D in hohen Dosen verabreicht bekamen. Die tägliche Zufuhr lag zwischen 4.000 und 40.000 I.E. Vitamin D (Kimball, Ursell, O'Connor & Vieth, 2007).

Die Behandlung wurde ohne Komplikationen und Beschwerden bei den Behandelten durchgeführt. Während sich der klinische Verlauf der Erkrankung kurzfristig nicht änderte, ging die Anzahl der im Gehirn nachweisbaren Herde unter der Therapie auf die Hälfte zurück! Mit diesem Therapieversuch konnte somit nicht nur die gute Verträglichkeit von Vitamin D bei einer Verabreichung in hohen Dosen, sondern auch der direkte Einfluss des Sonnenhormons auf die Multiple Sklerose gezeigt werden.

Es gilt inzwischen als gesichert, dass eine Supplementierung mit Vitamin D bei Betroffenen, die einen Vitamin D-Mangel aufweisen, zumindest beim schubförmigen Verlauf der MS, signifikant die Schubrate, bei gleichzeitiger Behandlung von Immunmodulatoren, um 50-70% senken kann. In einer im Jahr 2017 erschienenen Zusammenfassung zu dieser Thematik (Pierrot-Deseilligny & Souberbielle) wird von einer Schubratensenkung von 50 – 70% durch den vorteilhaften Effekt von Vitamin D berichtet, allerdings vornehmlich bei gleichzeitiger Behandlung mit Immunmodulatoren. Die Studie stellt zudem eine Plateaubildung mit Blick auf den sinnvoll zu erreichenden Vitamin D-Spiegel im Blut fest. Oberhalb von 60 ng/ml wurden keine weiteren positiven Effekte beobachtet

Das folgende Diagramm macht den positiven Effekt einer Vitamin D-Behandlung bei gleichzeitiger Einnahme von Immunmodulatoren deutlich. Die Balken stellen die rückläufige Häufigkeit der MS-Schübe in Prozent dar, wenn die Vitamin D-Spiegel der Patienten um 20 ng/ml erhöht wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber auch ohne gleichzeitige Behandlung mit IMTs gibt es signifikante Ergebnisse. Schon 2010 sind in einer Verträglichkeitsstudie deutliche immunmodulatorische Effekte und deutliche Schubratenreduktionen durch hohe Vitamin D-Gaben beobachtet worden (Burton et al.).

Fazit

UV-Strahlung und Vitamin D helfen bei der Prävention von MS sowie bei der Behandlung der Krankheit in jedem Stadium. Alle Informationen darüber, wie Sie zu Ihrem optimalen Vitamin D-Spiegel kommen und was es dabei zu berücksichtigen gilt, erfahren Sie hier bei der SonnenAllianz unter dem Menüpunkt: Vitamin D-Einnahme.

Quellen

Breuer J, Schwab N, Schneider-Hohendorf T, Marziniak M, Mohan H, Bhatia U, Groß CC, Clausen BE, Weishaupt C, Luger TA, Meuth SG, Loser K, Wiendl H., UVB light attenuates the systemic immune response in CNS autoimmunity. Annals of Neurology, 28. April 2014

Kimball, S. M., Ursell, M. R., Oconnor, P., & Vieth, R. (2007). Safety of vitamin D3 in adults with multiple sclerosis. The American Journal of Clinical Nutrition, 86(3), 645-651. doi:10.1093/ajcn/86.3.645

Pierrot-Deseilligny, C., & Souberbielle, J. (2017). Vitamin D and multiple sclerosis: An update. Multiple Sclerosis and Related Disorders, 14, 35-45. doi:10.1016/j.msard.2017.03.014

Burton, J. M.; Kimball, S.; Vieth, R.; Bar-Or, A.; Dosch, H-M; Cheung, R. et al. (2010): A phase I/II dose-escalation trial of vitamin D3 and calcium in multiple sclerosis. In: Neurology 74 (23), S. 1852–1859. DOI: 10.1212/WNL.0b013e3181e1cec2.

Abbildungen: Spitz, J. (2009). Vitamin D – Mangel die unterschätzte Gefahr. Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Fotos: www.unsplash.com

Öl, Kapseln oder Tabletten – das optimale Vitamin D-Präparat

Öl, Kapseln oder Tabletten – das optimale Vitamin D-Präparat

Gibt es Unterschiede bei der Wirkung zwischen Kapseln, Tabletten und Vitamin D-Ölen?

Eines vorweg: die natürlichste Form seinen Vitamin D-Spiegel auf Stand zu bringen, ist noch immer die durch UV-B-Strahlung ausgelöste Vitamin D-Synthese auf der Haut durch ein natürliches Sonnenbad. Doch auch die Bestrahlung moderner Sonnenbänke kann – bei Nutzung von Geräten mit entsprechendem UV-B-Anteil – gezielt zur Vitamin D-Bildung beitragen.

Doch was tun, wenn man im Vitamin D-Winter (Oktober-März) keine Zeit oder Möglichkeit hat ins Solarium zu gehen um seinen optimalen Vitamin D-Spiegel zu halten?

Supplemente auf dem Vormarsch

Aufgrund der Zeitersparnis, Sicherheit und günstigen Preisen erfreuen sich Vitamin D-Präparate immer größerer Beliebtheit. Anders als bei der Vitamin D-Produktion in der Haut werden Supplemente in der Regel oral eingenommen. Die am häufigsten verwendete und sogleich auch reinste Verabreichungsform ist dabei das Vitamin D-Öl. Dazu wird meistens Lanolin (Schafwollfett) zusammen mit mittelkettigen Triglyceriden (MCT) entweder in Form von Tropfen oder in Form von Softgel-Kapseln abgefüllt, eingenommen. Neben Lanolin wird Vitamin D-Öl für Veganer inzwischen auch auf rein pflanzlicher Basis aus Flechten gewonnen.

Soft-Gel-Kapseln

Wichtig ist: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte die Aufnahme für eine optimale Bioverfügbarkeit unbedingt gemeinsam mit Fett erfolgen.

Dabei ist es aus gesundheitlicher Sicht nicht entscheidend in welcher der oben genannten Formen Vitamin D konsumiert wird. Vitamin D-Präparate auf Öl-Basis können daher in Bezug auf die Bioverfügbarkeit, auf nüchternen Magen ohne Berücksichtigung weiterer Faktoren jederzeit konsumiert werden.

Kapseln und Tabletten

Anders sieht es hier bei Vitamin D-Kapseln und Tabletten aus, denen kein Öl oder Fett beigemengt ist. Hier empfiehlt es sich darauf zu achten die Supplementierung gemeinsam mit einer Mahlzeit zuzuführen, um eine bessere Bioverfügbarkeit zu erreichen.

Tabletten

Außerdem sind in Öl-freien Kapseln auch die notwendigen Füllstoffe zu beachten. Diese sind im besten Fall natürlichen Ursprungs und stehen nicht im Verdacht die Aufnahmefähigkeit negativ zu beeinträchtigen wie zum Beispiel Magnesiumstearat. Um sicher zu gehen, lesen Sie am besten die Herstellerangaben auf der Verpackung. Bei Tabletten könnten sich darüber hinaus Bindestoffe, die für die Formgebung notwendig sind, als nachteilig erweisen.

Fotos: www.pixabay.com, www.unsplash.com

Zum Welt-Vitamin D-Tag – Kostenfreier Vortrag über Vitamin D : “Hype or Hope?” (Prof. Spitz)

Zum Welt-Vitamin D-Tag –  Kostenfreier Vortrag über Vitamin D : “Hype or Hope?” (Prof. Spitz)

Heute – am 2. November –  ist der Welt-Vitamin D-Tag! Der jährlich wiederkehrende Aktionstag wurde mit dem gleichen Auftrag ins Leben gerufen wie auch das Projekt SonnenAllianz: Ziel ist es, unter Anbetracht des in der gesamten Weltbevölkerung herrschenden Vitamin D-Mangels (in einigen Ländern bis zu 90% der Bevölkerung!), ein allgemeines Bewusstsein für die zahlreichen nachgewiesenen gesundheitsfördernden Aspekte des Sonnenscheins und des Sonnenvitamins zu schaffen.

Einen wunderbaren Überblick über die Vitamin D-Thematik bietet der Vortrag unseres oftmals als “deutschen Vitamin D-Papst” betitelten SonnenAllianz-Experten Prof. Dr. Jörg Spitz [für das Video einfach nach unten scrollen], welches wir an dieser Stelle für Sie  zusammengefasst haben:

Prof. Dr. Jörg Spitz zum Thema Vitamin D – “Hype or Hope?” –  in Kürze:

  • Bereits das erste Statement lässt aufhorchen: es wird in den kommenden Jahren in keinem einzigen Pharmalabor der Welt eine Substanz produziert werden, die auch nur annähernd die Qualitäten hat, über die Vitamin D verfügt!
  • Leider kommt es noch immer vor, dass die Bedeutung von Vitamin D für unseren Körper in den Medien als Mythos deklariert wird, obwohl die wissenschaftlichen Datenbanken ein überdeutliches Bild der gesundheitlichen Vorteile des Sonnenhormons liefern.
  • In unseren Breitengraden kann im Winter kein Vitamin D über die Haut produziert werden, da die dafür benötigten UV-B-Strahlen in dieser Jahreszeit von der Atmosphäre absorbiert werden und unsere Haut nicht erreichen. Hierzulande ist die UV-B-Strahlung nur zwischen Ostern und Oktober stark genug um die Vitamin D-Synthese in der Haut anzustoßen – und dann auch lediglich in der Mittagssonne zwischen 10 und 15 Uhr. Die Faustregel lautet: Nur wenn mein Schatten kürzer ist als meine Körpergröße, kann Vitamin D über die Haut gebildet werden. Ein Sonnenbrand muss jedoch unbedingt vermieden werden!
  • Der Vitamin D-Spiegel im Blut sollte nach übereinstimmender Meinung internationaler Experten mindestens 30 ng/ml (bzw. 75 nmol/L) betragen. Studien belegen, dass bis zu 90% der deutschen Erwachsenen und Kinder - insbesondere im Winter diesen Wert nicht erreichen. Der Grund dafür liegt im Wandel des Lebensstils: Die Menschen verbringen zu viel Zeit drinnen und begeben sich häufig nur geschützt durch [Arbeitsschutz-]Kleidung oder Sonnenschutzmittel in die Sonne, wodurch eine Vitamin D-Produktion ausbleibt.
  • Neben regelmäßigem, gemäßigtem Sonnenbaden (auch im Solarium mit UV-B-Strahlen möglich), kann ein Vitamin D-Mangel sehr effektiv durch eine Supplementierung aufgefangen werden. Die benötigte Dosis korreliert dabei mit dem Körpergewicht. Bei einem Körpergewicht von 70 kg steigt der Vitamin D-Spiegel im Blut pro 1.000 I.E. Vitamin D am Tag um ca. 10 ng/ml. Bei der Berechnung von Initial- und Erhaltungsdosis unterstützt Sie der Vitamin-D-Bedarfsrechner der SonnenAllianz!
  • Im Vortrag stellt Professor Spitz eine Vielzahl an eindrucksvollen Studienergebnisse zum Zusammenhang zwischen Vitamin D-Status und dem Auftreten von Erkrankungen vor, wie beispielsweise Alzheimer-Demenz, Herzerkrankungen, (Schwangerschafts-) Diabetes, Asthma und Krebserkrankungen. Die Quintessenz: Im Vergleich zu Personen mit adäquatem Vitamin D-Status erkranken Menschen mit (dauerhaft) niedrigem Vitamin D-Spiegel deutlich häufiger an den genannten Erkrankungen.
  • Eine entscheidende Rolle spielt das Sonnenhormon schon zu Beginn unseres Lebens: Der Vitamin D-Status der Mutter in der Schwangerschaft hat Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems beim ungeborenen Kind. Bei einem Mangel kommt es beim Kind zu einer übersteigerten Immunreaktion. Folge ist ein höheres Risiko im Laufe des Lebens an einer Autoimmunerkrankung (z.B. Asthma, Rheuma, Mutliple Sklerose, Hashimoto Thyreoiditis) zu erkranken.

Fazit: Vitamin D ist nachweislich an vielen Prozessen in unserem Körper beteiligt. Der Vitamin D-Spiegel kann unsere Gesundheit sowohl positiv (guter Vitamin D-Spiegel) und auch negativ (Vitamin D-Mangel) beeinflussen. Beängstigend ist deshalb, dass in großen Teilen der Weltbevölkerung ein dauerhafter Vitamin D-Mangel herrscht. Neben einem regelmäßigen, ungeschützten Aufenthalt an der Sonne in der Vitamin D-Saison bzw. der Nutzung von Solarien mit UV-B-Strahlen, eignet sich die Vitamin D-Supplementierung als einfache, relativ kostengünstige und dabei sehr effektive Weise um den Körper ausreichend mit dem Sonnenvitamin zu versorgen.

Hier können Sie sich den Vortrag mit allen spannenden Details in voller Länger anschauen:

https://youtu.be/xEU7Hb8KrpM

Und jetzt bleibt nur noch eins: Tragen Sie am heutigen internationalen Aktionstag dazu bei, Ihre Mitmenschen auf die gesundheitlichen Vorteile von Vitamin D aufmerksam zu machen, indem Sie diesen Artikel teilen!

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Diabetes verhindern mit Vitamin D

Diabetes verhindern mit Vitamin D

Erkrankungen vom Typ 1-Diabetes und deutlicher noch vom Typ 2 Diabetes zeigen in Deutschland eine zunehmende Häufigkeit. Beide Erkrankungen profitieren offensichtlich nachhaltig von einer verbesserten Vitamin D-Versorgung des Körpers. Sowohl auf die Bildung als auch auf die Wirkung des Vitamin D konnten erfreuliche Auswirkungen nachgewiesen werden.

 

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland über 8 Millionen Menschen, die an einer Zuckererkrankung litten. Bedingt durch die Häufigkeit sowie die zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen führt der Diabetes im Verlauf nicht nur zu erheblichem Leid, sondern auch zu hohen Kosten. Im Jahre 2005 betrugen die Ausgaben für diese Zivilisationserkrankung in Deutschland bereits rund 25 Milliarden Euro. 2016 waren es schon 35 Milliarden Euro!

 

In Fachkreisen besteht Einvernehmen darüber, dass bei Diabetes genetische Faktoren eine untergeordnete Rolle spielen. Durch einen entsprechenden Lebensstil könnten daher 80 bis 90% der Zuckererkrankungen und damit auch der Kosten, vermieden werden. Der Einfluss des Sonnenhormons Vitamin D spielt dabei eine besondere Rolle.

Diabetes Typ 1

Neben Infektionen während der Schwangerschaft, einem höheren Alter der Mutter, Kaiserschnitt zur Entbindung, überhöhtem Geburtsgewicht und schneller Gewichtszunahme nach der Geburt wird als mögliche Ursache des Typ-1-Diabetes auch ein Autoimmungeschehen angenommen, dessen Auslöser unter anderem ein Mangel an Vitamin D sein könnte (Soltesz , Patterson & Dahlquist, 2007).

Als Folge der genannten Einflüsse kommt es zur Zerstörung in der kindlichen Bauchspeicheldrüse, die das Insulin herstellt, welches für den Zuckerstoffwechsel benötigt wird. Entsprechend sind die betroffenen Kinder auf künstlich hergestelltes Insulin als Ersatz angewiesen.

Im Tierversuch lässt sich beispielsweise der Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung des Diabetes Typ 1 deutlich zeigen, indem man während der Schwangerschaft und in der Zeit danach Mäuse in eine Umgebung ohne Vitamin D im Futter und ohne UV-Einstrahlung bringt. Acht Monate nach der Geburt und unter Vitamin D-Mangel zeigen etwa doppelt so viele Nachkommen einen Typ 1-Diabetes im Vergleich zum Kontrollkollektiv (Giulietti et al., 2004).

Ähnliche Ergebnisse finden sich auch in epidemiologischen Studien am Menschen wieder. Bereits 2001 wurde über eine finnische Untersuchung berichtet, in der 12.000 Schwangere untersucht wurden, die im Jahr 1966 schwanger waren. Sie wurden nach der Häufigkeit und der Dosierung von Vitamin D-Gaben bei ihren Kindern befragt und ob der Verdacht auf eine Rachitis (Kinderkrankheit aufgrund von Vitamin D-Mangel) bestanden habe (Hyppönen et al., 2005). Bei der Nachuntersuchung 30 Jahre später hatten diejenigen Kinder, die etwa 2000 I.E. Vitamin D täglich bekamen, ein deutlich reduziertes Risiko für einen Diabetes Typ 1 gegenüber den Kindern, die kein Vitamin D bekommen hatten. Bestand bei den Kleinkindern der Verdacht auf Rachitis aufgrund einer ausgeprägten Vitamin D-Unterversorgung, erhöhte sich der Faktor gar um 3.

Doch nicht nur die Entstehung eines Typ 1-Diabetes sondern auch dessen Verlauf kann laut aktuellen Erkenntnissen durch Vitamin D-Verabreichung positiv beeinflusst werden. Im Jahr 2016 veröffentlichte die Goethe-Universität in Frankfurt eine Doppelblindstudie (Bogdanou et al.), bei der 39 Diabetes-Typ-1-Patienten über 3 Monate mit Vitamin D-Gaben von 4000 I.E. behandelt wurden. Dabei wurde bei den Probanden eine signifikante Abnahme des Insulinbedarfs sowie des HbA1c-Wertes (Blutzuckerlangzeitwert) festgestellt.

 

Abbildung: Zunahme von Diabetes in Deutschland und Finnland

Die Abbildung belegt eindrucksvoll nicht nur die Zunahme von Diabetes in Finnland und Deutschland, sondern auch das doppelt so hohe Risiko für finnische Kinder im Vergleich zu deutschen Kindern, einen Diabetes Typ 1 zu entwickeln. Vergleichbar mit den neurologischen- und Tumorerkrankungen könnte auch in Bezug auf die Entwicklung von Diabetes die geographische Lage eine wesentliche Rolle spielen. Das weit im Norden gelegene Finnland hat eine wesentlich geringere Sonneneinstrahlung als Deutschland.


Diabetes Typ 2

Inzwischen sind auch Kinder von der früher „Altersdiabetes“ genannten Zuckererkrankung betroffen. Patienten, die davon betroffen sind, können zunächst ausreichend Insulin herstellen. Es wirkt jedoch infolge einer Insulinresistenz nicht mehr ausreichend bei der Verarbeitung des Zuckers und führt somit zu einer Erhöhung des Blutzuckers, was eine zusätzliche Insulinausschüttung und damit einhergehende Erkrankungen zur Folge hat (siehe Tabelle 5 oben). Die positive Wirkung des Sonnenhormons auf eine effektive Reduzierung der Insulinresistenz, konnte erst kürzlich durch eine chinesische Studie bestätigt werden (Li X., Liu Y., Zheng Y., Wang P. & Zhang Y., 2018).

Da auch im Gewebe der Bauchspeicheldrüse Vitamin D-Rezeptoren nachgewiesen wurden, ist zu erwarten, dass der Diabetes Typ 2 in seiner Entstehung und in seinem Verlauf von der Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut beeinflusst wird.

Eine im März 2008 erschienene Übersichtsarbeit (Palomer, González-Clemente, Blanco-Vaca & Mauricio, 2008) beschreibt folgende Wirkung von Vitamin D im Rahmen der Diabetes Typ 2-Erkrankung: In Laborversuchen und beim Menschen konnte gezeigt werden, dass Vitamin D die Bildung, Ausschüttung und Verwertung von Insulin beeinflusst.

In anderen Worten: Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin, einer Reduzierung der Insulinproduktion und zu Diabetes Typ 2. Eine Erhöhung des Vitamin D-Spiegels bewirkt eine Verbesserung der Blutzuckerwerte und eine gesteigerte Insulinausschüttung.

Im Rahmen einer groß angelegten amerikanischen Studie wurden etwa 15.000 Personen regelmäßig untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein um das Doppelte gesteigerte Risiko, eine Diabetes Typ 2-Erkrankung zu entwickeln, wenn der Vitamin D-Spiegel niedrig ist. Zusätzlich weisen diese Patienten eine erhöhte Häufigkeit für kardiale Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettsucht und pathologische Fettwerte im Blut auf (Martins et al., 2007).

Eine Meta-Analyse ergab darüber hinaus ein dreifaches Risiko einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, wenn die Patienten mit den niedrigsten Vitamin D-Werten im Blut, mit solchen verglichen wurden, die die höchsten Spiegel aufwiesen (Pittas, Lau, Hu & Dawson-Hughes, 2007).

Auch die Ergebnisse vom Robert-Koch-Institut zeigen entsprechende Resultate. Bei einer Untersuchung von mehr als 4000 erwachsenen deutschen Frauen fanden sich in der Gruppe mit den niedrigsten Sonnenhormonspiegeln viermal so viele Diabetikerinnen und dreimal so viele Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung wieder (Hintzpeter et al., 2007).

Fazit:

Die Forschungen an Vitamin D haben uns gezeigt, dass eine entsprechende Versorgung mit dem Sonnenhormon das Risiko für Diabetes-Erkrankungen des Typs 1 und 2 und damit auch deren Folgeerkrankungen deutlich reduzieren kann.  Hier erfahren Sie mehr dazu, wie hoch der Vitamin D-Spiegel sein sollte und wie Sie ein gutes Vitamin D-Level erreichen können.


Quellen:

Soltesz, G., Patterson, C., & Dahlquist, G. (2007). Worldwide childhood type 1 diabetes incidence ? what can we learn from epidemiology? Pediatric Diabetes, 8(S6), 6-14. doi:10.1111/j.1399-5448.2007.00280.x

Bogdanou, D., Penna-Martinez, M., Filmann, N., Chung, T., Moran-Auth, Y., Wehrle, J., . . . Badenhoop, K. (2016). T-lymphocyte and glycemic status after vitamin D treatment in type 1 diabetes: A randomized controlled trial with sequential crossover. Diabetes/Metabolism Research and Reviews, 33(3). doi:10.1002/dmrr.2865

Giulietti, A., Gysemans, C., Stoffels, K., Etten, E. V., Decallonne, B., Overbergh, L., . . . Mathieu, C. (2004). Vitamin D deficiency in early life accelerates Type 1 diabetes in non-obese diabetic mice. Diabetologia, 47(3), 451-462. doi:10.1007/s00125-004-1329-3

Hyppönen, E., Läärä, E., Reunanen, A., Järvelin, M., & Virtanen, S. M. (2001). Intake of vitamin D and risk of type 1 diabetes: A birth-cohort study. The Lancet, 358(9292), 1500-1503. doi:10.1016/s0140-6736(01)06580-1

Palomer, X., González-Clemente, J. M., Blanco-Vaca, F., & Mauricio, D. (2008). Role of vitamin D in the pathogenesis of type 2 diabetes mellitus. Diabetes, Obesity and Metabolism, 10(3), 185-197. doi:10.1111/j.1463-1326.2007.00710.x

Li X., Liu Y., Zheng Y., Wang P., Zhang Y. (2018). The Effect of Vitamin D Supplementation on Glycemic Control in Type 2 Diabetes Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis. School of Public Health, Peking University, doi: 10.3390/nu10030375

Martins, D., Wolf, M., Pan, D., Zadshir, A., Tareen, N., Thadhani, R., . . . Norris, K. (2007). Prevalence of Cardiovascular Risk Factors and the Serum Levels of 25-Hydroxyvitamin D in the United StatesArchives of Internal Medicine, 167(11), 1159. doi:10.1001/archinte.167.11.1159

Pittas, A. G., Lau, J., Hu, F. B., & Dawson-Hughes, B. (2007). The Role of Vitamin D and Calcium in Type 2 Diabetes. A Systematic Review and Meta-Analysis. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 92(6), 2017-2029. doi:10.1210/jc.2007-0298

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Hintzpeter, B., Mensink, G. B., Thierfelder, W., Müller, M. J., & Scheidt-Nave, C. (2007). Vitamin D status and health correlates among German adults. European Journal of Clinical Nutrition, 62(9), 1079-1089. doi:10.1038/sj.ejcn.1602825

Tabellen / Grafiken:

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Vitamin K2 – der Knochenbooster und Gefäßreiniger

Vitamin K2 – der Knochenbooster und Gefäßreiniger

Vitamin K2 – der Vitamin D-Cofaktor

Beginnt man sich intensiver mit dem Thema Vitamin D zu beschäftigen, kommt man an dem Vitamin D-Co-Faktor Vitamin K2 kaum vorbei. Oftmals stellt sich die Frage ob eine Vitamin K2-Supplementierung bei der Einnahme von Vitamin D unbedingt notwendig ist und wie viel davon konsumiert werden sollte um die optimale Wirksamkeit zu erreichen. Diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel, der sich auf das unten eingebettete Video von Dr. Edalatpour bezieht.

Grundlagen

Vitamin K2  (Menaquinon) gehört – so wie die Vitamine D, E und A – zu den fettlöslichen Vitaminen und gilt als essentieller Nährstoff. Menaquinon ist für die Aktivierung von Osteocalcin und MGP (Matrix-GLA Protein) wichtig, welche das Kalzium zu den Knochen transportieren und darin einlagert, wo es hingehört. Dabei arbeitet das Vitamin K2 synergetisch mit dem Vitamin D zusammen, das die Bildung von Osteocalcin und MGP fördert. Gleichzeitig werden Verkalkungen von Blutgefäßen und anderen Geweben verhindert bzw. aufgelöst wie im folgenden Schaubild dargestellt.

 

Menaquinon verfügt aber neben der knochenaufbauenden Funktion auch noch über eine ganze Palette von anderen Fähigkeiten.

Vitamin K2 als Knochenbooster

Es sind Studien vorhanden, die nachweisen, dass ein ausreichender Menaquinon-Spiegel zur Prävention der altersbedingten menopausalen Osteoporose beiträgt und das Risiko osteoporotischer Knochenbrüche aufgrund von Osteoporose verringert.

  • Vitamin K2 wirkt auf die Mikroarchitektur der Knochen, genauer gesagt auf die Kollagenbildung und die Kollagenorganisation.
  • Außerdem regt es die Bildung von knochenaufbauenden Osteoplasten an, während es die knochenabbauenden Osteoklasten hemmt.
  • 180 µg Menaquinon täglich führt zu signifikant höherer Knochenmineraldichte. Dies zeigte sich bei einer placebokontrollierten Doppelblindstudie im Jahre 2010, die an Patienten mit Lungen- oder Herztransplantation durchgeführt wurde.
  • Vor allem Frauen nach den Wechseljahren sind, durch fehlendes Östrogen und der damit einhergehenden schlechteren Einlagerung von Kalzium in den Knochen, von Osteoporose betroffen und profitieren daher besonders von einer Zuführung des Vitamins.

Sämtiche Studien finden Sie aufgelistet in unserem Vitamin K2-Artikel.

Vitamin K2 – das Multitalent

Weitere wichtige Aufgaben von Vitamin K2:

  • … schützt durch die Aktivierung von Osteocalcin und MGP vor Kalkablagerungen in Gefäßen (Arteriosklerose), wie 2007 in einer Studie mit Ratten nachgewiesen wurde (Schurgers et al., 2007), und somit auch vor Krampfadern.
  • … hemmt Kalkablagerungen in Weichteilgeweben.
  • … reduziert Sterblichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen, wie die Studien von Ueland (2010) und Geleijnse (2004) darlegen.
  • … verbessert die Insulinproduktion und -aufnahme.
  • … schützt das Gehirn vor freien Radikalen.
  • … hilft bei Alzheimertherapie und dessen Vorbeugung.
  • … schützt Gelenke und beugt Arthritis vor.
  • … schützt die Haut vor Elastizitätsverlust.
  • … schützt vor Karies.
  • … kann bei Kindern Wachstumsbeschwerden und Zahnfehlstellungen verhindern.
  • … wirkt bei der Krebsprävention (siehe Studie von Nimptsch, Rohrmann, Kaaks & Linseisen, 2010).

Sämtiche Studien finden Sie aufgelistet in unserem Vitamin K2-Artikel.

Dosierung

Schon kleine Dosierungen von 90 µg/Tag führen lt. Dosis-Wirkungs-Studie (Theuwissen et al., 2012) zu einer signifikanten Erhöhung der Vitamin K2-Konzentration und somit zu einer verbesserten Aktivierung der Proteine Osteokalzin und Matrix-GLA. Kleineren Dosierungen bis 45 µg/Tag konnten keine Wirkungen nachgewiesen werden.

Dr. Edalatpours Empfehlungen nach seiner eigenen Einschätzung

100 µg/Tag in Form MK7 all-trans für gesunde Erwachsene bis 90 kg Körpergewicht

200 µg/Tag in der MK7 all-trans Form empfehlenswert:

  • bei Körpergewicht über 90 kg
  • bei Verkalkungen von Gefäßen und Weichteilen
  • bei Lebensalter über 60 Jahre
  • bei chronischer Erkrankung

Bei hohen Vitamin D-Gaben sollte man die Dosierung ab 50.000 I.E. Vitamin D täglich verdoppeln bzw. ab 100.000 I.E. verdreifachen. Achtung: derartige hohe tägliche Vitamin D-Gaben können toxisch sein und werden nur bei bestimmten Behandlungsprotokollen von ärztlicher Seite eingesetzt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass eine Vitamin K2-Einnahme bei einer natürlichen Dosierung (bis 10.000 I.E.) von Vitamin D nicht unbedingt erforderlich ist. Möchte man aber das volle Wirkspektrum vom Vitamin D und in den Genuss der oben genannten und weiterer Vorteile des Vitamin K2’s kommen, so empfiehlt sich eine Supplementierung allemal.

Klicken Sie hier um unseren ganzen Artikel über Vitamin K2 kostenlos zu lesen!

 

Klicken Sie auf das Bild um die Informationsvideos von Dr. med. Edalatpour anzusehen

https://www.youtube.com/watch?v=1Hr9lpnROiY

 

https://www.youtube.com/watch?v=u5fXlGUp6a4

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Edalatpour, Frau Nicole Kreft und allen Beteiligten für die Zurverfügungsstellung derer Inhalte!

Tumore mögen keine Sonne – Krebsschutz Vitamin D

Tumore mögen keine Sonne – Krebsschutz Vitamin D

Vitamin D schützt vor Krebs

Zur Prävention gegen die meisten Krebsarten ist ein adäquater Vitamin D-Spiegel unumgänglich! Führt man sich die wissenschaftlichen Arbeiten aus dem unten angeführten Vitamin D-Buch von Prof. Dr. Jörg Spitz zu Gemüte, so zeichnet sich ein eindrucksvolles Bild über die krebspräventiven Eigenschaften des Sonnenhormons ab.

Bei einer Vielzahl bösartiger Tumore konnte ein positiver Einfluss von UVB-Strahlung festgestellt werden. Unter anderem sind davon folgende Organe bzw. Krebsarten betroffen: Brust, Darm, Lunge, Eierstock, Pankreas, Prostata (Moukayed & Grant, 2017).

Durch die prospektive Gabe von 1.100 I.E. Vitamin D über einen Zeitraum von 4 Jahren konnte zum Beispiel das Risiko, irgendeinen bösartigen Tumor zu entwickeln, um 77% gesenkt werden (Lappe et al., 2007). Ein normaler Vitamin D-Spiegel senkt in anderen Diagnosegruppen (z.B. bei koronaren Herzerkrankungen) das Risiko um die Hälfte, an einem bösartigen Tumor zu versterben (Pilz et al., 2008).

Insbesondere die häufigsten Tumore des Dickdarms, der Prostata und der weiblichen Brust reagieren besonders sensibel auf Vitamin D.  Folgende Wirkungsweisen werden demnach Vitamin D in Bezug auf die Prävention oder Beseitigung von Tumoren zugeschrieben:

  • Unterdrückung des Tumorwachstums
  • Abschwächung der Signale zur Metastasierung
  • gesteigerte Veranlassung des Zelltodes
  • Differenzierung der Zellen (in Richtung Gutartigkeit)
  • Reduzierung der Gefäßneubildung im Tumor

Brustkrebs

Der Brustkrebs ist die häufigste Tumorform bei Frauen. Doch mit fortschreitender Forschung in Sachen Vitamin D ergaben sich neue Erkenntnisse, die eine deutlich verbesserte Perspektive zur Folge haben.

Zunächst sei die Studie von Robin und Mitarbeitern aus dem Jahr 2007 genannt. Er berichtete im Rahmen der großen „Iowa Women Study“, in der 34.000 Frauen in Amerika zwischen 1986 und 2004 betreut wurden. Die Aufnahme von 800 I.E. Vitamin D mit der Nahrung im Vergleich zur Aufnahme von 400 I.E. führte zu einer Absenkung des Risikos, ein Mammakarzinom zu entwickeln, um 34 %.

Auch in einem ähnlich großen Kollektiv der „Women Health Study“ mit 10.000 Frauen vor den Wechseljahren, konnte eine 35%-ige Absenkung, für diejenigen Frauen nachgewiesen werden, die eine höhere Vitamin D-Aufnahme über die Nahrung hatten (Lin, 2007).

Die Arbeitsgruppe von Garland, kam bereits 2007 bei der Zusammenfassung von 2 Studien mit insgesamt 1760 Patienten ebenfalls zu deutlichen Ergebnissen. Dabei zeigt die Gruppe mit den höchsten Vitamin D-Spiegeln (> 120 nmol/l) gegenüber Frauen mit Vitamin D-Spiegeln < 32 nmol/l eine 50%-ige Risikoreduktion (siehe Diagramm), an einem Brusttumor zu erkranken.

Auch Patientinnen bei denen bereits Brustkrebs diagnostiziert wurde, profitieren von einem höheren Vitamin D Spiegel. Eine Meta-Analyse von 5 Studien zeigt eine höhere Überlebensrate für an Brustkrebs erkrankte Frauen, wenn diese eine höhere Serumkonzentration von Vitamin D im Blut aufwiesen (Mohr, Gorham, Kim, Hofflich, Garland, 2014).

 

Vitamin D schützt auch vor Metastasen und frühzeitigem Tod

2008 berichteten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der amerikanischen Krebsgesellschaft, dass das Sonnenhormon auch vor Metastasen und frühzeitigem Tod durch den Krebs schützt. 512 Frauen wurden 10 Jahre lang nach Operationen bösartiger Brusttumoren nachuntersucht. Nur 24% wiesen initial einen ausreichenden Vitamin D-Spiegel auf. Im Verlauf führte ein niedriger Vitamin D-Spiegel (Mangel) zu einer Steigerung des Risikos für Metastasenbildung um 94% und für einen vorzeitigen Tod um 73%.

 

Prostatakrebs

Auch das Prostatakarzinom, der häufigste Tumor beim Mann, zeigt in mehreren Studien einen Zusammenhang mit dem Vitamin D-Spiegel. Eine Arbeitsgruppe veröffentlichte 2008 in einem Bericht den Zusammenhang zwischen UVB-Strahlung und dem Auftreten sowie der Sterblichkeit des Prostatakarzinoms in den USA (Grant). Die Risikominderung betrug etwa 60% für die Häufigkeit und 50% für die Sterblichkeit. 

Auch eine weitere Veröffentlichung (Physicians Health Study) von Li und Mitarbeitern, bei der 14.900 Männer teilnahmen, kam zu ähnlichen Ergebnissen. Männer mit einem Vitamin D-Spiegel unter 62 nmol/l hatten ein etwa zweifach höheres Risiko, einen aggressiven Tumor zu entwickeln. Berücksichtigt man individuelle Genveränderungen der Prostata, profitierten die Männer sogar mit einer 60- bis 70-%igen Risikoreduktion von hohen Vitamin D-Spiegeln.

Es scheint so zu sein, dass Vitamin D bei betroffenen Prostatatumorpatienten mit „low graded“ Krebs sogar verhindern kann, dass dieser aggressiv wird und darüber hinaus in die Lage versetzt wird sich zurückzubilden. Die Forschungen dazu wurden 2015 von der amerikanischen Chemical Society (acs) veröffentlicht.

 

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Die in diesem Beitrag besprochenen Inhalte und Abbildungen sind nur ein kleiner Einblick in das Buch “Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention” von Prof. Spitz, Erscheinungsjahr 2009.

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Quellen:

Moukayed, M., & Grant, W. B. (2017). The roles of UVB and vitamin D in reducing risk of cancer incidence and mortality: A review of the epidemiology, clinical trials, and mechanisms. Reviews in Endocrine and Metabolic Disorders, 18(2), 167-182. doi:10.1007/s11154-017-9415-2

Giovannucci, E., Liu, Y., Rimm, E. B., Hollis, B. W., Fuchs, C. S., Stampfer, M. J., & Willett, W. C. (2006). Prospective Study of Predictors of Vitamin D Status and Cancer Incidence and Mortality in Men. JNCI: Journal of the National Cancer Institute, 98(7), 451-459. doi:10.1093/jnci/djj101

Lappe, J. M., Travers-Gustafson, D., Davies, K. M., Recker, R. R., & Heaney, R. P. (2007). Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: Results of a randomized trial. The American Journal of Clinical Nutrition, 85(6), 1586-1591. doi:10.1093/ajcn/85.6.1586

Pilz, S., Dobnig, H., Winklhofer-Roob, B., Riedmuller, G., Fischer, J. E., Seelhorst, U., . . . Marz, W. (2008). Low Serum Levels of 25-Hydroxyvitamin D Predict Fatal Cancer in Patients Referred to Coronary Angiography. Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention, 17(5), 1228-1233. doi:10.1158/1055-9965.epi-08-0002

Robien, K., Cutler, G. J., & Lazovich, D. (2007). Vitamin D intake and breast cancer risk in postmenopausal women: The Iowa Women’s Health StudyCancer Causes & Control, 18(7), 775-782. doi:10.1007/s10552-007-9020-x

Mohr SB, Gorham ED, Kim J, Hofflich H, Garland CF. (2014). Meta-analysis of vitamin D sufficiency for improving survival of patients with breast cancer. Scientific Programs Office, Code 01A, Naval Health Research Center, San Diego, CA 92106, U.S.A.

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Lin, J. (2007). Intakes of Calcium and Vitamin D and Breast Cancer Risk in Women. Archives of Internal Medicine, 167(10), 1050. doi:10.1001/archinte.167.10.1050

Garland, C. F., Gorham, E. D., Mohr, S. B., Grant, W. B., Giovannucci, E. L., Lipkin, M., . . . Garland, F. C. (2007). Vitamin D and prevention of breast cancer: Pooled analysis. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 103(3-5), 708-711. doi:10.1016/j.jsbmb.2006.12.007

Goodwin, P. J., Ennis, M., Pritchard, K. I., Koo, J., & Hood, N. (2009). Prognostic Effects of 25-Hydroxyvitamin D Levels in Early Breast Cancer. Journal of Clinical Oncology, 27(23), 3757-3763. doi:10.1200/jco.2008.20.0725

Trump, D., & Aragon-Ching, J. (2018). Vitamin D in prostate cancer. Asian Journal of Andrology, 20(3), 244. doi:10.4103/aja.aja_14_18

Colli, J. L., & Grant, W. B. (2008). Solar Ultraviolet B Radiation Compared with Prostate Cancer Incidence and Mortality Rates in United States. Urology, 71(3), 531-535. doi:10.1016/j.urology.2007.10.050

Li, H., Stampfer, M. J., Hollis, J. B., Mucci, L. A., Gaziano, J. M., Hunter, D., . . . Ma, J. (2007). A Prospective Study of Plasma Vitamin D Metabolites, Vitamin D Receptor Polymorphisms, and Prostate CancerPLoS Medicine, 4(3). doi:10.1371/journal.pmed.0040103

American Chemical Society (2015). Vitamin D may keep low-grade prostate cancer from becoming aggressive

Abbildungen:

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

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Magnesium – der Vitamin D-Aktivator

Magnesium – der Vitamin D-Aktivator

Warum Sie während einer Vitamin D-Einnahme auch Magnesium zu sich nehmen sollten!

Magnesium ist zweifelsohne eines der wichtigsten Mineralien und für über 800 enzymatische Reaktionen im Körper zuständig. So braucht insbesondere Vitamin D den Mineralstoff um aktiviert zu werden. Mit einer erhöhten Vitamin D-Versorgung sollte daher unbedingt eine ausreichende Aufnahme von Magnesium einhergehen, um dessen Wirkung vollständig zu entfalten.

Darüber hinaus sind aber auch viele andere biochemische Prozesse von einer ausreichenden Magnesiumversorgung abhängig. Darüber berichten wir im aktuellen Newsfeed, der sich der beiden weiter unten eingebetteten Informationsvideos von Dr. med. Edalatpour als Grundlage bedient.


Das Zusammenspiel von Magnesium mit Vitamin D

  • Vitamin D-Umwandlungsprozesse und Aktivierung abhängig von Magnesium 

Damit Vitamin D3 in die aktive Form 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D3 umgewandelt werden kann, ist Magnesium notwendig. Dabei wird der essentielle Mineralstoff verbraucht und steht dadurch für andere Prozesse im Körper nicht mehr zur Verfügung (siehe Schaubild 1 unten).

Schaubild 1: Umwandlungsprozesse von Vitamin D abhängig von Magnesium

 

  • Vitamin D-Mangel = Magnesiummangel

Durch einen Vitamin D-Mangel kann der Körper auch nicht mehr ausreichend Kalzium aus dem Darm aufnehmen, es kommt daher zu einem Kalziumabfall im Blut. Darauf reagieren die Nebenschilddrüsen mit einer erhöhten Ausschüttung Parathormon (PTH), was neben einer Freisetzung von Kalzium aus den Knochen wiederum eine Verminderung der Kalziumausscheidung über die Nieren bewirkt. Im Gegenzug wird die Phosphatausscheidung über die Nieren erhöht, was aber auch gleichzeitig eine erhöhte Ausscheidung von Magnesium zu Folge hat (siehe Schaubild 2 unten).

 

  • Vitamin D fördert die Aufnahme von Magnesium

Auf der anderen Seite ist ca. 10% der Magnesiumaufnahme von einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel abhängig. Ein Vitamin D-Mangel erschwert damit eine adäquate Grundversorgung mit Magnesium (siehe Schaubild 2 unten).

Schaubild 2: Zusammenhang Magnsium und Vitamin D

 


Magnesiumversorgung – wieviel brauchen wir?

In seinem Informationsvideo bezieht sich Dr. med Edalatpour auf die Aussagen von Dr. Norman Shealy, der für einen gesunden nicht besonders beanspruchten Körper, mindestens 700mg Magnesium Tagesdosis empfiehlt. Dies kann entweder durch bioverfügbare Supplementierung und teilweise auch über die Nahrung erreicht werden. Es sei allerdings gesagt, dass ein Großteil der Bevölkerung diesen Wert ohne bioverfügbare Nahrungsergänzung kaum erreichen kann.

Offizielle Zahlen gehen von einem Magnesiummangel bei ca. 33% der Bevölkerung in Deutschland und 48%  in den USA aus (Schimatschek & Rempis, 2001; Rosanoff, Weaver & Rude, 2012), wobei hier anzumerken ist, dass dabei lediglich der Anteil im Blut ermittelt wird. Die tatsächlichen Zahlen dürften weit höher liegen. Warum das so ist, lesen Sie im folgenden Absatz:

Magnesium befindet sich nur zu 1% im Blut und wird zu 99% in den Zellen gespeichert. Weil sich der Körper bei Mangel das Magnesium aus den Organen, Knochen und Geweben zieht um den Blutspiegel aufrecht zu erhalten, kann mit dieser Methode also nur eine ausgeprägte Unterversorgung festgestellt werden. Ein niedriger Mg-Spiegel stimuliert nämlich die Ausschüttung von PTH (Parathormon), das Kalzium aus Knochen, Niere und Darm freisetzt und somit den Kalziumspiegel im Blutserum auf dem Sollstand hält, während die Zellen aber längst einer Magnesiumunterversorgung ausgesetzt sind (Medalle, Waterhouse & Hahn, 1976) . Liegt der Blutserumspiegel unter 0,85 mmol/l, kann auf jeden Fall von einem zellulären Mg-Mangel ausgegangen werden.


Die breite Palette an Anwendungsmöglichkeiten von Magnesium sind enorm!

Abgesehen von der Aktivierung des Vitamin D, deckt Magnsium eine breite Palette an medizinischen Einsatzmöglichkeiten ab und findet u.a. Anwendung bei folgenden Krankheitsbildern bzw. biologischen Vorgängen:

  • bei Herzrhythmusstörungen
  • bei Muskelkrämpfen
  • wirkt antidepressiv
  • bei Migräne
  • Insulinwirkung: ohne Mg kann das Insulin keinen Zucker in die Zelle befördern, Mg ist außerdem an der Umsetzung von Zucker in Energie beteiligt
  • Fettverbrennung
  • Störungen der Mitochondrien
  • hilft in der Leber bei Entgiftung
  • Schmerzreduktion: z.B. bei postoperativen Eingriffen
  • Förderung der Darmtätigkeit: kann Verstopfungen vorbeugen oder auflösen
  • positiver Einfluss auf die Wundheilung
  • positiver Einfluss auf die Entzündungshemmung

 

Magnesiummangelsymptome

  • Schlafstörung, Nervosität, Angst und depressive Störungen
  • Müdigkeit / Erschöpfung
  • Reizdarmsymptome
  • Kopfschmerzen / Regelschmerzen
  • Krämpfe
  • gestörte Nervenfunktion
  • fehlende Vitamin D-Hormonwirkung
  • zu wenig ATP (Adenosintriphosphat) = Leistungsschwäche

 

erhöhter Magnesiumbedarf besteht bei:

  • sportlicher Aktivität
  • Stress
  • geringer Schlafdauer
  • falscher Ernährung: besonders viel grünes Gemüse dient zur Aufrechterhaltung eines adäquaten Magensiuumspiegels
  • Medikamenteneinnahme (insbesondere bei harntreibenden Medikamenten)
  • chronischen Infekte und Entzündungen
  • nach Operationen

Klicken Sie hier um unseren ganzen Artikel über Magnesium zu lesen!

 

Und hier die Informationsvideos von Dr. med. Edalatpour:

https://www.youtube.com/watch?v=vzmB7WDZFx8

 

https://www.youtube.com/watch?v=cQNp6pl4na8

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Edalatpour, Frau Nicole Kreft, Michael Siebentritt, Gerhard Moser Dr. Bruno Kugel und allen Beteiligten für das Zurverfügungstellen der Inhalte!


Quellen:

Schimatschek, H. F. & Rempis, R. (2001). Prevalence of hypomagnesemia in an unselected German population of 16,000 individuals. Magnesium research: official organ of the International Society for the Development of Research on Magnesium, 14. Jg., Nr. 4, S. 283-290.

Medalle R., Waterhouse, C., & Hahn, T. J. (1976). Vitamin D resistance in magnesium deficiency. The American Journal of Clinical Nutrition, 29(8), 854-858. doi:10.1093/ajcn/29.8.854

Lass’ die Sonne in dein Herz: Vitamin D als Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Lass’ die Sonne in dein Herz: Vitamin D als Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Vitamin D und Herz-Kreislauferkrankungen

In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Die wohl bekanntesten Äußerungen eines erkrankten Herz-Kreislauf-Systems sind Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder die im Volksmund bekannte “Schaufensterkrankheit “, einem schmerzhaften Verschluss der Beingefäße.

Auch wenn sicherlich verschiedene Faktoren bei der Entstehung dieser Erkrankungen eine Rolle spielen, belegen inzwischen zahlreiche Studien eine positive (direkte und indirekte) Wirkung von Vitamin D auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Dass das Sonnenhormon einen solchen Einfluss auf Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße hat, ist im Grunde wenig verwunderlich, denn: In verschiedensten Körpergeweben, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen, konnten Vitamin D-Rezeptoren nachgewiesen werden.

Die Forschungsliteratur zeigt, dass Vitamin D den Blutdruck senkt, die Funktion von Herz- und Skelettmuskulatur verbessert, und das Risiko für Diabetes (wiederum ein Risikofaktor für Gefäßveränderungen) sowie für Arteriosklerose und Herzinfarkt verringert.

Die Wirkung von Vitamin D am Beispiel des Blutdrucks

In der Framingham-Studie mit 1739 Teilnehmern wurde  in einer Verlaufsbeobachtung von mehr als 5 Jahren  ein verdoppeltes Risiko für einen Herzinfarkt festgestellt, wenn ein erhöhter Blutdruck und ein Vitamin D-Mangel vorlagen (siehe Abbildung; Wang et al., 2008).

Dabei ist die Entwicklung eines hohen Blutdrucks selbst abhängig von der Versorgung mit Vitamin D: Die Messung des Vitamin D-Spiegels bei 12.644 Teilnehmern in der NHANES III Studie zeigte einen um 20% gesenkten altersbedingten Anstieg des Blutdrucks unter den Teilnehmern mit den höchsten Vitamin D-Werten (Judd, Nanes, Ziegler, Wilson & Tangpricha, 2008).

In der Health Professional und der Nurses Health Study wurde bei Studienteilnehmern, die einen Vitamin D Mangel aufwiesen, unter den Männern ein 6,1-fach und bei den Frauen ein 2,7-fach gesteigertes Risiko ermittelt einen Bluthochdruck zu entwickeln (siehe Abbildung; Forman et al., 2007).

Fazit:

Zahlreiche Studien belegen, wie wichtig Vitamin D für die Erhaltung unserer Herz-Kreislauf-Gesundheit ist. Angesichts der Tatsache, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen der „Killer Nr. 1“ unter den Todesursachen sind, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ein einfacher und dabei effektiver Weg um die Chancen auf ein gesundes und langes Leben zu erhöhen. Hier erfahren Sie mehr dazu, wie hoch der Vitamin D-Spiegel sein sollte und wie Sie ein gutes Vitamin D-Level erreichen können.

Mehr spannende Fakten über Vitamin D schenken wir Ihnen in Buchform im Rahmen unserer Sommer-Spendenaktion!

Die in diesem Beitrag besprochenen Inhalte und Abbildungen sind nur ein kleiner Einblick in das Buch “Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention” von Prof. Spitz, Erscheinungsjahr 2009.

Sie erhalten das Buch (und noch mehr!) als Dankeschön für einen beliebigen Spendenbetrag im Rahmen unserer aktuellen Sommer-Spendenaktion (bis zum 30.09.2018)!

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Quellen:

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Judd, S. E., Nanes, M. S., Ziegler, T. R., Wilson, P. W., & Tangpricha, V. (2008). Optimal vitamin D status attenuates the age-associated increase in systolic blood pressure in white Americans: Results from the third National Health and Nutrition Examination Survey. The American Journal of Clinical Nutrition, 87(1), 136-141.

Wang, T. J., Pencina, M. J., Booth, S. L., Jacques, P. F., Ingelsson, E., Lanier, K., . . . Vasan, R. S. (2008). Vitamin D Deficiency and Risk of Cardiovascular Disease. Circulation, 117(4), 503-511.

Forman, J. P., Giovannucci, E., Holmes, M. D., Bischoff-Ferrari, H. A., Tworoger, S. S., Willett, W. C., & Curhan, G. C. (2007). Plasma 25-Hydroxyvitamin D Levels and Risk of Incident HypertensionHypertension, 49(5), 1063-1069.

Abbildungen:

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

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Die Sommer-Spendenaktion der SonnenAllianz: Sie spenden, wir verschenken 200 Bücher!

Die Sommer-Spendenaktion der SonnenAllianz: Sie spenden, wir verschenken 200 Bücher!

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

als Projekt der gemeinnützigen Deutschen Stiftung für Gesundheitsinformation und Prävention (DSGIP) lebt die SonnenAllianz ausschließlich von privaten Spenden. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht uns, die Inhalte der SonnenAllianz-Website stets um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Sonne, Licht und Vitamin D zu erweitern und mit nützlichen Tools und Medien auszustatten.

Um die Spendenziele für die Spendenperiode 2018 zu erreichen, starten wir hiermit die Sommer-Spendenaktion, bei der wir unsere Spender reichlich beschenken:

Die ersten 200 Spender, die zwischen dem 25. Juli 2018 und dem 30. September 2018 einen beliebigen Geldbetrag spenden, erhalten auf dem Postweg…

  1. …das Buch: “Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention” von Prof. Spitz, Erscheinungsjahr 2009,
  2. …den SonnenAllianz-Info-Flyer (10 Exemplare) zum Verteilen an Freunde, Verwandte und Bekannte,
  3. …und den SonnenAllianz-Aufkleber, der Sie als Förderer ausweist.

       

Und so einfach geht’s:

  1. Zwischen dem 25. Juli 2018 und dem 30. September 2018 einen beliebigen Geldbetrag zugunsten des SonnenAllianz-Projektes über Betterplace spenden: https://www.betterplace.org/de/projects/49980-die-sonnenallianz und kurze Zeit später macht sich das Paket auf den Weg zu Ihnen!
  2. Bitte beachten Sie: Das Buch kostet im Handel 19,50 €. Die DSGIP hat im Sinne ihrer Aufgaben 200 Exemplare für Präventions- und Informationsaufgaben bereitgestellt. Es wäre schön, wenn Sie in Ihrem Spendenbetrag den Wert des Buches berücksichtigen würden.
  3. Sie erhalten eine Dankesmail mit Infos zum Versand von Buch, Flyern und Aufkleber und bekommen diese auf dem Postweg zugesandt, sobald uns Ihre Adresse vorliegt.

Erfahren Sie anhand des Vitamin-D-Buches noch mehr über die vielfältigen, positiven Wirkungen des Vitamin D sowie Prävention im Allgemeinen – am besten an einem sonnigen Plätzchen.

Merke: Nicht nur die Sonne tut gut, sondern auch das Spenden erzeugt Glücksgefühle.

Wir bedanken uns vorab für Ihre Unterstützung!

Ihr SonnenAllianz Team

Vitamin D in der Schwangerschaft

Vitamin D in der Schwangerschaft

Viele Frauen gehen – fast immer unbewusst – mit einem Vitamin D-Mangel in und durch die Schwangerschaft. Die dadurch entstehenden gesundheitlichen Nachteile wirken sich nicht nur auf die Mütter, sondern auch auf das Ungeborene aus und können zu langfristigen Schäden und Beeinträchtigungen, auch im späteren Lebensabschnitten, führen. Diese und weitere Zusammenhänge erläutert  Dr. med. Edalatpour in seinem am Ende des Artikels eingebetteten Video-Vortrag, auf dem wir uns in diesem Newsfeed beziehen.

Neben der bekannten Kinderkrankheit Rachitis, kann eine deutliche Vitamin D-Unterversorgung auch schwere Gesundheitsprobleme wie Untergewicht oder eine zu große Öffnung der Fontanelle beim Fötus hervorrufen. Hier finden Sie eine Auflistung der häufigsten Vitamin D-Mangelerscheinungen während der Schwangerschaft:

  • Präeklampsie bei der Mutter: Das ist eine Vorstufe von Eklampsie, deren Symptome u.a. Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Ödeme sind
  • Erhöhte Gefahr von Schwangerschaftsdiabetes: diese wird durch ein Vitamin D-Defizit begünstigt
  • Das Risiko für eine notwendige Kaiserschnittentbindung steigt erheblich
  • Instabilität des Immunsystems von Mutter und Kind
  • Erhöhte Gefahr für Frühgeburten

Kinder, deren Mütter besser mit Vitamin D versorgt sind, haben ein geringeres Risiko von Autoimmunerkrankungen wie Asthma, Diabetes Typ 1 oder Multipler Sklerose betroffen zu sein. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Vitamin D-Versorgung um die Zeit der Geburt herum und dem Auftreten chronischer Erkrankungen im späteren Lebensalter.


Wie viel Vitamin D sollte eingenommen werden?

Dr. Bruce Hollis zeigte in einer Studie an Neugeborenen auf, dass bei einer Vitamin D-Gabe von 400 I.E./Tag über 4 Monate der durchschnittliche Vitamin D-Spiegel der Säuglinge sichtbar anstieg, nämlich

  • bei Neugeborenen mit mittlerem Geburtsgewicht von 3,4 kg — von 11 auf 26 ng/ml und
  • bei Frühgeborenen mit mittlerem Geburtsgewicht von 1,3 kg — von 11 auf 51  ng/ml.

Wenn man aber berücksichtigt, dass der Vitamin D-Spiegel mindestens 30 ng/ml sein sollte, erweist sich eine Dosis von 400 I.E./Tag für Neugeborene mittleren Gewichts als zu niedrig. Ein optimaler Vitamin D Spiegel befindet sich zwischen 40-60 ng/ml.

Im darauffolgenden Abschnitt erklärt Dr. med. Edalatpour, wie anhand verschiedener Studien an weiblichen Teenagern, jungen Frauen und Erwachsenen generell nachgewiesen werden konnte, dass eine Vitamin D-Supplementierung mit nur 400 I.E. lediglich eine Zunahme von 4 ng/ml Vitamin D im Blut bewirkt. Schwangere Frauen, sind aber besonders von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Das gleiche gilt auch für übergewichtige Menschen. Säuglingsdosierungen von 400 I.E./Tag bei Schwangeren anzuwenden, sei daher besonders unsinnig, was auch in diversen Interventionsstudien bewiesen werden konnte. Diese zeigen sogar bei einer Dosierung von 2000 I.E., dass ein adäquater Vitamin D-Spiegel bei weitem nicht erreicht werden kann. Alleine um die Rachitisgefahr zu bannen, ist eine Dosierung von mindestens 4000 I.E./Tag notwendig.

Laut Dr. med. Edalatpour ist es also grundsätzlich allen schwangeren Frauen zu raten, vor und während der Schwangerschaft gute Vitamin D-Spiegel zu erreichen und zu halten – sich selbst, und dem Kind zuliebe.

Optimal ist ein dauerhafter Vitamin D-Spiegel zwischen 40-60 ng/ml – auch bei Schwangeren. Diesen Wert sollte man im besten Fall schon vor der Schwangerschaft aufgebaut haben. Dazu kann man bis 80 kg Körpergewicht, für wenige Wochen durchaus auf Dosen von bis zu 20.000 I.E./Tag zurückgreifen. Das ist in etwa soviel wie bei einem ausgiebigen Sonnenbad. Bei einem Körpergewicht über 80 kg müsste die Dosis entsprechend dem Melzrechner oder dem Rechner der SonnenAllianz erhöht werden. Erhaltungsdosen um die 5000 I.E./Tag sind je nach Körpergewicht durchaus opportun.

Alle positiven Wirkungen von Vitamin D, die nicht mit der verstärkten Kalziumaufnahme in Verbindung stehen, können ihre Wirkung übrigens nur bei täglicher Verabreichung vollends entfalten.

Hier können Sie sich den Vortrag von Dr. Edalatpour anschauen: 

https://www.youtube.com/watch?v=bItYvG_6CN0