Gesund und sicher Sonnen: Das müssen Sie beachten!

Gesund und sicher Sonnen: Das müssen Sie beachten!

Die Sonne ist die wichtigste Quelle für das lebensnotwendige Vitamin D, das unser Körper nicht nur für die Knochengesundheit sondern auch zur Unterstützung des Immunsystems und vieler weitere physiologische Vorgänge in unserem Körper benötigt. Doch wie können wir die Sonne genießen, ohne dabei unsere Gesundheit zu gefährden? In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Tipps und Hinweise für den richtigen Umgang mit der Sonne für Sie passend zur aktuellen Jahreszeit zusammengefasst.

Sonnenlicht ist die Hauptquelle für Vitamin D, das für viele Körperfunktionen essenziell ist. Eine von der WHO 2008 durchgeführte Studie zeigt, dass die UVR-Exposition nur geringfügig zur weltweiten Krankheitslast beiträgt und einen geschätzten jährlichen Verlust von 1,6 Millionen DALYs verursacht, d. h. 0,1 % der gesamten globalen Krankheitslast. Eine deutlich größere jährliche Krankheitslast, nämlich 3,3 Milliarden DALYs, könnte sich aus einer Verringerung der weltweiten UV-Exposition auf sehr niedrige Werte ergeben. Also eine um einen Faktor 2000 höhere Krankheitslast. Über die positiven Auswirkugnen eines regelrechten Vitamin D-Spiegel zw. 40 - 60 ng/ml können Sie sich auf unserer Homepage (www.sonnenallianz.de) umfassend informieren.

DAYL: Behinderungsbereinigte Lebensjahre (DALYs) sind ein Maß für die Gesamtbelastung durch Krankheiten, das Mortalität und Morbidität in einer einzigen Kennzahl zusammenfasst. Ein DALY steht für ein durch Krankheit, Behinderung oder frühen Tod verlorenes gesundes Lebensjahr.


Tipps zum sicheren und gesunden „Sonnen in der Sonne“!

1. Optimale Zeiten für die Vitamin D-Bildung

In Deutschland können Sie von Anfang April bis Ende September zwischen 11 und 15 Uhr am meisten Vitamin D produzieren. Je weiter Sie sich vom Sonnenhöchststand (21. Juni) entfernen, desto kürzer wird diese Zeitspanne und die Intensität der UV-B-Strahlung nimmt ab.

2. Dauer der Sonnenexposition

Je nach Hauttyp sind etwa 10 bis 30 Minuten in der Sonne ausreichend. Helle Hauttypen benötigen kürzere Zeit. Längeres Verweilen in der Sonne erhöht nicht die Vitamin D-Produktion, sondern nur das Risiko eines Sonnenbrands.

3. Ungeschützte Hautpartien

Lassen Sie mindestens Arme und Beine ungeschützt, um die Vitamin D-Synthese zu maximieren. Achten Sie darauf, dass der Himmel wolkenfrei ist, um die bestmögliche UV-B-Strahlung zu erhalten.

4. Sonnenbrand vermeiden

Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen, da dies eindeutige Signale der Überdosierung sind. Wenn Sie Sonnenschutzmittel verwenden, achten Sie auf einen kombinierten UV-A- und UV-B-Schutz.

5. Regelmäßige, mäßige Sonnenexposition

Sonnen Sie sich regelmäßig, aber mäßig. Nutzen Sie hilfreiche Tools wie den UV-Index auf Wetteronline und die kostenlose „dminder-App“ von OntoMetrics, um Ihre optimale Sonnenexpositionszeit zu ermitteln und Überdosierung zu vermeiden.

6. Vorsicht bei Medikamenteneinnahme

Eine Medikamenteneinnahme kann mit Nebenwirkungen verbunden sein, die durch UV-Exposition ausgelöst werden kann! Beachten Sie daher unbedingt mögliche phototoxische Nebenwirkungen (Beipackzettel).


Tipps für den Urlaub in der Sonne

  • Passen Sie Ihre Sonnen-Dauer an den Breitengrad Ihres Urlaubsortes an. Die UV-Strahlung ist intensiver, je näher Sie am Äquator sind.
  • Informieren Sie sich über den aktuellen UV-Index an Ihrem Urlaubsort.

Mit diesen Tipps können Sie die Sonne sicher und effektiv genießen. Denken Sie daran, dass maßvolle und gut informierte Sonnenexposition der Schlüssel zu einer gesunden Vitamin D-Bildung ist. Bleiben Sie informiert und genießen Sie die Sonne verantwortungsbewusst!

Quellenangabe:

  1. Lucas, R. M., Mcmichael, A. J., Armstrong, B. K., & Smith, W. T. (2008). Estimating the global disease burden due to ultraviolet radiation exposure. International Journal of Epidemiology, 37(3), 654-667. doi:10.1093/ije/dyn017

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Skurrile Irrtümer über Vitamin D auf dem Prüfstand

Skurrile Irrtümer über Vitamin D auf dem Prüfstand

Schlimme Nebenwirkungen, keine gesundheitsfördernde Wirkungen, keine Studien und alles nur "Lug und Betrug". Mit haarsträubenden Schlagzeilen und abstrusen Behauptungen soll dem Sonnenhormon wieder einmal der Garaus gemacht werden. Wir prüfen anhand der verfügbaren Fachliteratur, was an der neuen Anti-Vitamin-D-Kampagne dran ist und ob wir nun unsere Ansicht über Vitamin D grundlegend ändern müssen.

In seinen sogenannten „Fachinfos (1)“ fabuliert der Heilpraktiker Manfred Tuppek von einer skrupellosen Pharmaindustrie, die sich seit neuestem auf die Seite von Vitamin D geschlagen hätte und deswegen das Sonnenhormon bewerbe. Synthetisches Vitamin D wirke ganz anders als natürliches Vitamin D und schwäche das Immunsystem, es gäbe weder Langzeit- noch Interventionsstudien zum Thema Vitamin D und überhaupt sei es eine Lüge, dass Vitamin D-Supplemente positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hätten.
Wie so oft werden die Aussagen der immer kleiner werdenden Anti-Vitamin D-Fraktion zwar nicht mit wissenschaftlicher Literatur begründet, dafür aber mit umso mehr Meinung. Dabei widersprechen selbst die wenigen Quellenverweise dem Gesagten.


Folgende Irrtümer werden wir in diesem Artikel auf den Prüfstand stellen:

Keine Interventions-/RCT-Studien für Vitamin D vorhanden

Es gibt Unterschiede zw. „synthetischem“ und „natürlichem“ Vitamin D

Vitamin D verursacht Nebenwirkungen

Künstliches Vitamin D lagert sich in Mitochondrien ab und blockiert das körpereigene D-Hormon

Die Vitamin D-Zufuhr im Winter sei nicht notwendig

Eine Supplementierung mit Vitamin D ist unphysiologisch, verglichen mit der Ernährung

Vitamin D-Messungen kann man sich sparen, denn der Wert sagt nichts über die intrazelluläre Speicherung

Vitamin D in Nahrungsergänzungsmittel reduziert den körpereigenen Krebsschutz

Vitamin D blockiere die natürlichen Abwehrkräfte und schwächt das Immunsystem

Die Pharmaindustrie hat sich auf die Seite von Vitamin D geschlagen und macht nun Werbung für das Sonnenhormon


Irrtum: Keine Interventions-/RCT-Studien für Vitamin D vorhanden

Tatsächlich bestätigen Ergebnisse zahlreicher Interventionsstudien und RCT-Studien zum Thema Vitamin D die Erkenntnisse aus tausenden Assoziationsstudien, die auf eine gesundheitsfördernde Wirkung von Vitamin D hinweisen.

Unter den folgenden URLs sind zahlreiche Interventionsstudien, darunter viele doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studien, verständlich aufbereitet und mit entsprechenden Quellenangaben versehen:

https://sonnenallianz.spitzen-praevention.com/aussagekraeftige-studien/

https://sonnenallianz.spitzen-praevention.com/news/

Aufgrund unserer begrenzten Ressourcen stellen diese Sammlungen jedoch nur einen Bruchteil der verfügbaren RCT-Studien dar, deren Ergebnisse eindeutig zugunsten von Vitamin D ausfallen. Bis zum heutigen Tag ist uns keine regelrecht durchgeführte interventionsbasierte Vitamin D-Studie bekannt, deren Ergebnisse sich nicht klar für eine ausreichende und gute Vitamin D-Versorgung aussprachen.

Wie oben erwähnt, sind alleine auf unserer Homepage unter der Rubrik „Tatsachen und Behauptungen“ über 40 aussagekräftige Interventionsstudien mit eindeutigen Ergebnissen pro Vitamin D gelistet. Darunter befindet sich auch eine Subgruppenanalyse der, vom Autor zitierten VITAL-Studie (2). Bemerkenswert an der VITAL-Studie ist, dass sie unabhängig vom Körpergewicht der Probanden mit sehr niedrigen Dosierungen von nur 2000 I.E. durchgeführt wurde. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch die Kontrollgruppe bis zu 800 I.E. Vitamin D supplementieren durfte. Außerdem hatten die Probanden bereits zu Beginn der Studie Vitamin D-Spiegel von über 30 n/ml. Unter diesen Umständen war eigentlich kein großer Effekt von Vitamin D zu erwarten, und doch zeigen die Ergebnisse der Subgruppenanalyse von 25.871 Probanden Erstaunliches:

Bezogen auf tödliche und metastasierende Krebsverläufe wurde in der Subgruppenanalyse Folgendes festgestellt:

  • 17 % geringeres Risiko für Probanden der Vitamin D-Gruppe allgemein inkl. Übergewichtigen
  • 38 % geringeres Risiko für Probanden der Vitamin D-Gruppe mit normalem BMI von unter 25
  • Kaum Auswirkungen auf das Risiko von übergewichtigen Menschen

Die VITAL-Studie hat damit eindrucksvoll gezeigt, dass Vitamin D auch bei Menschen, die ausreichend mit dem Sonnenhormon versorgt sind, bereits in niedrigen Dosierungen einen Teil seines umfassenden Wirkprofils entfalten kann.

Die Untersuchung wurde, wie alle anderen Studien, in denen Vitamin D positive Wirkungen zeigt mit Nahrungsergänzungsmittel bzw. wie es der Autor nennt „synthetischem Vitamin D“ durchgeführt.


Irrtum: Es gibt Unterschiede zw. „synthetischem“ und „natürlichem“ Vitamin D

Der Autor bezeichnet Vitamin D, das aus UV-B-bestrahltem Lanolin bzw. dem darin enthaltenen Cholesterin gebildet wird, als „synthetisch“. Diese Interpretation ist jedoch sehr verwirrend, da auch das von ihm als „natürlich“ bezeichnete Vitamin in der Haut durch UV-Strahlung aus Cholesterol synthetisiert wird und demnach ebenfalls synthetischen Charakter aufweisen müsste.

Alle uns bekannten Interventionsstudien in sämtlichen Fachjournalen, wurden mit Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel durchgeführt und zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen auf diesen Weg bewiesen. Insbesondere in der Krebstherapie und -prophylaxe konnten - entgegen mancher Behauptungen - bahnbrechende Ergebnisse durch die Verabreichung von Vitamin D-Supplementen erzielt werden. Die Behauptung, "synthetisches" Vitamin D würde "natürliches" Vitamin D aus dem Körper verdrängen, ist daher gegenstandslos, da es praktisch keine Unterschiede und damit auch keine unterschiedlichen Messergebnisse geben kann.

Der einzige uns bekannte Unterschied besteht darin, dass UV-induziertes Vitamin D nicht überdosiert werden kann. Grund dafür ist ein biochemisches Gleichgewicht, das dafür sorgt, dass Prävitamin D bei zu hoher UV-Belastung durch die Sonne in die inaktiven Produkte Lumisterol und Tachysterol umgewandelt wird. Aber auch bei Nahrungsergänzungsmitteln müsste man extrem hohe Dosen Vitamin D über lange Zeiträume zu sich nehmen, um möglicherweise toxische Wirkungen zu erzielen.

Auch dazu haben wir einen eigenen Artikel verfasst, den Sie hier durch Klicken abrufen können!


Irrtum: Vitamin D verursacht Nebenwirkungen

Fakt ist: Bei Millionen von Probanden, die in Tausenden von Vitamin-D-Studien beobachtet wurden, hat Vitamin D in der Regel keine nennenswerten Nebenwirkungen verursacht. Solange Dosierungen von 5000 I.E. und Vitamin D-Spiegel von 90 ng/ml nicht langfristig über mehrere Monate überschritten werden, sind Nebenwirkungen bei gesunden Menschen, die keine der sehr seltenen Stoffwechselerkrankungen haben, praktisch kein Thema. Andernfalls wären sie auch bei längerem Sonnenbaden zu erwarten, bei dem in der Regel deutlich mehr Vitamin D gebildet als durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wird.


Irrtum: Künstliches Vitamin D lagert sich in Mitochondrien ab und blockiert das körpereigene D-Hormon

Vitamin D (Cholecalciferol) wird nicht in Zellen oder Mitochondrien, sondern in geringen Mengen im Gewebe abgelagert und in den Zellen zu Calcidiol und Calcitriol (Vitamin D-Hormon) verstoffwechselt. Die Arbeit „The Role of the Parent Compound Vitamin D with Respect to Metabolism and Function: Why Clinical Dose Intervals Can Affect Clinical Outcomes“ von Dr. med. Bruce W. Hollis, PhD, Professor für Pädiatrie und Molekularbiologie an der medizinischen Universität Charleston, South Carolina erklärt die biochemischen Vorgänge in allen Einzelheiten.

Die Ergebnisse dieser Studie, welche im „The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism„ veröffentlicht wurden, haben wir ebenfalls bei der SonnenAllianz in einem Artikel verarbeitet, der unter folgendem Link abrufbar ist: www.sonnenallianz.de/vitamin-d-stoffwechsel

Nach unserem Kenntnisstand gibt es keine wissenschaftliche Studie, die darauf hinweist, dass sich Vitamin D aus Nahrungsergänzungsmitteln anders verhält als UV-induziertes Vitamin D.


Irrtum: Die Vitamin D-Zufuhr im Winter sei nicht notwendig / Die Halbwertzeit der zellulären Speicherung von Vitamin D beträgt über 200 Tage

Obwohl der Autor besagter Aussagen einräumt, dass eine zelluläre Speicherung von Vitamin D labortechnisch nicht messbar ist, vertritt er die exklusive Meinung, dass dort für 200 Tage lang Vitamin D gespeichert wird.
Wie bereits erwähnt, wird Vitamin D in der Zelle weder gespeichert noch angereichert, sondern verbraucht. Im Fettgewebe werden zwar geringe Mengen über längere Zeiträume gespeichert, diese reichen aber für einen physiologischen Stoffwechsel bei weitem nicht aus.

Die Halbwertszeit von zirkulierendem Vitamin D, das an ein Bindungsprotein gebunden ist (Speicherform), beträgt ca. 3 Wochen. Für ungebundenes bzw. freies Vitamin D beträgt die Halbwertszeit ca. 24 h. Letzteres ist für die volle Entfaltung des Wirkprofils wichtig, weshalb wir eine tägliche Zufuhr von Vitamin D empfehlen.

Ein niedriger Vitamin D-Spiegel im Blut geht mit einer Vielzahl von Erkrankungen einher. Eine Übersicht über die verschiedenen Krankheitsbilder und deren Zusammenhang mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln finden Sie unter folgender URL:  www.sonnenallianz.de/sonne-und-gesundheit/vitamin-d-und/

Für weiterführende Informationen zum Thema Stoffwechsel verweisen wir auf die bereits zitierte Arbeit (01) von Dr. Hollis.


Irrtum: Eine Supplementierung mit Vitamin D ist unphysiologisch, da große Mengen an Nahrungsmitteln aufgenommen werden müssen

Die Hauptquelle für Vitamin D ist die Sonne und nicht die Ernährung. In der Haut können bei optimalen Bedingungen täglich bis zu 20.000 – 25.000 I.E. Vitamin D in der Haut produziert werden, was vollkommen natürlich ist. Mit Lebensmittel können diese Dosierungen bei weitem nicht erreicht werden, was jedoch nicht bedeutet, dass die genannten Dosierungen unphysiologisch sind. Das Problem des modernen Lebensstils besteht darin, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D durch die Sonne unter anderem wegen folgender Faktoren unterbunden wird:

  • vermehrten Aufenthalt in geschlossenen Räumen (keine UV-Strahlung)
  • Sonnenschutzcremen (blockiert UV-B-Strahlung)
  • Zeitmangel (kein Sonnenbaden)
  • Medikamete (Vitamin D-Räuber)
  • der Angst vor der Sonne

Irrtum: Vitamin D-Messungen kann man sich sparen, da sie nicht über den intrazellulären Speicher berücksichtigt

Bei den meisten Studien, die nach den gängigen wissenschaftlichen Standards durchgeführt wurden, konnte ein inverser Zusammenhang zwischen steigenden Vitamin D-Spiegeln und sinkenden Inzidenzen, Risiken, Symptomen usw. festgestellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Vitamin D durch UV-Strahlung oder durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wurde.

Tausende Studien befassen sich mit Vitamin D auf Grundlage des 25(OH)D-Spiegels im Blut. Uns ist keine seriöse Studie bekannt, in der sich auf den „intrazellulären Speicherwert“ bezogen wird.

Die Messung des Vitamin D-Spiegels (25(OH)D = Calcidiol) im Blut ist die entscheidende Maßnahme, um eine Aussage über die Versorgung treffen zu können.

Weiterhin wird behauptet, dass die Messung des aktiven Vitamin D-Hormons (1,25(OH)D) für eine bessere notwendig sei. Auch dies ist falsch, da das Vitamin D-Hormon sehr starken Schwankungen unterliegt und daher für die Bestimmung der Vitamin D-Versorgung eher ungeeignet ist.


Irrtum: Vitamin D in Nahrungsergänzungsmittel reduziert den körpereigenen Krebsschutz

Beispielgebend werden im Folgenden drei RCT-Studien widergegeben, die das Gegenteil des genannten Irrtums belegen. Die folgenden Untersuchungen wurden ausschließlich mit „synthetischem Vitamin D“ durchgeführt.

Im Rahmen einer im Jahr 2018 an irischen Frauen im Alter von 50 bis 80 Jahren durchgeführten Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine Supplementation von Vitamin D bei Patientinnen mit der Diagnose „invasiver Brustkrebs” zu einer deutlichen Verbesserung des Krankheitsverlaufs führt. Von den insgesamt 5417 Patientinnen erhielten 2581 (49 %) nach der Diagnose erstmals Vitamin D. Bei den Patientinnen, die das Sonnenhormon innerhalb von sechs Monaten verabreicht bekamen, konnte eine Reduzierung der Mortalität um 49 % festgestellt werden (3).

Zwar war das Hauptziel einer weiteren Untersuchung nicht die Karzinomentstehung, sondern die Entwicklung einer Osteoporose, als sekundäres Ziel wurde jedoch die Häufigkeit der Entstehung bösartiger Tumore in den untersuchten Gruppen miteinander verglichen.

Die Auswertung der Daten ergab, dass das allgemeine Tumorrisiko in der Gruppe, die mit 1.100 I.E. Vitamin D täglich über vier Jahre lang behandelt worden war, eindeutig niedriger lag als in der Kontrollgruppe. Das relative Risiko, unter dieser Vitamin D-Zufuhr einen bösartigen Tumor zu entwickeln, betrug nur noch 40 %. Bereits diese Aussage ist beachtlich! Wurden jedoch diejenigen Karzinome ausgeschlossen, die bereits im ersten Jahre auftraten und damit wahrscheinlich bereits zu Beginn der Behandlung vorhanden waren, ergab sich eine echte Sensation: Das relative Risiko sank um 77 % (4)!

Weiters beziehen wir uns auf eine Arbeit des deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Es handelt sich um eine Metaanalyse in Bezug auf die Bedeutung von Vitamin D bei der Entstehung von bösartigen Tumoren bei Menschen in Deutschland, die älter als 50 Jahre sind. Zusätzlich wurden die Kosten berechnet, die durch eine konsequente Supplementation mit Vitamin D für unser Gesundheitssystem eingespart werden könnten.

Die Berechnung ergab die beachtliche Zahl von nahezu 30.000 vermeidbaren Krebstoten pro Jahr und Einsparungen durch eine Vitamin D-Gabe in Höhe von rund 250 Millionen € pro Jahr! Diese Daten wurden in der internationalen Zeitschrift „Molecular Oncology” publiziert und erarbeitet von Wissenschaftlern des DKFZ, Deutschlands führendem staatlichen Krebsforschungsinstitut (5).

Daher ist diesen Zahlen wohl nichts mehr hinzuzufügen - außer vielleicht den letzten Satz der Zusammenfassung der Autoren selbst: „Unsere Ergebnisse unterstützen die Forderung nach einer allgemeinen Supplementation der älteren Bevölkerung mit Vitamin D, um sowohl die Krebssterblichkeit als auch die damit verbundenen Kosten wesentlich zu senken”.


Irrtum: Vitamin D blockiere die natürlichen Abwehrkräfte und schwächt das Immunsystem

Mehrere prospektiven Studien bestätigen die Wirkung von Vitamin D im Kampf gegen COVID-19 voll und ganz.

Von 76 Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 mittels PCR-Test getestet wurden, erhielten 50 am Tag der Aufnahme 20.000 I.E. Vitamin D (in Form von Calcidiol) und ca. die Hälfte der Dosis an Tag 3 und 7. Im Anschluss wurden ihnen einmal wöchentlich ca. 10.000 I.E. Vitamin D bis zur Entlassung verabreicht.

Ergebnis: Nur einer der Patienten, die mit Vitamin D versorgt wurden, musste auf die Intensivstation verlegt werden, also nur 2 Prozent. Von den 26 Patienten, die nicht mit Vitamin D versorgt wurden, waren es 13, also genau 50% (6)!

Von den mit Vitamin D behandelten Patienten starb keiner, alle wurden ohne Komplikationen entlassen. In der halb so großen Vergleichsgruppe ohne Vitamin D starben dagegen zwei Menschen.

Eine im Juni 2021 publizierte Kohortenstudie in der COVID-19-Station des Hospital del Mar in Barcelona mit 838 Covid-19-Patienten, belegt die bereits erwähnten Ergebnisse in größerem Umfang. Es handelt sich um 447 Patienten, die mit hohen Dosen (ca. 20.000 I.E. am Tag der Aufnahme und zusätzlichen, etwas geringer dosierten Gaben in den Tagen danach) behandelt wurden. Lediglich 20 Patienten, also nur 4,5%, landeten auf der Intensivstation. Von den 391 Patienten, die nicht mit Vitamin D behandelt wurden landeten 82 (21%) auf der Intensivstation. Mit anderen Worten:

Das Risiko, von der Covid-Station auf die Intensivstation verlegt zu werden, reduzierte sich durch die Verabreichung von Vitamin D um 84%! Auch das Risiko zu versterben wurde bei diesen Patienten, die frühzeitig mit Vitamin D behandelt wurden, um 79% reduziert (7).

Das Fazit der Autoren liest sich daher eindeutig:

“Bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, reduzierte die Behandlung mit dem Sonnenhormon signifikant sowohl  die Aufnahme auf die Intensivstation als auch die Sterblichkeit”.

Eine Systematische Übersichtsarbeit von 7 randomisierten, placebokontrollierte Doppelblindstudien zum Thema Vitamin D und Asthma kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Nach 4-12 Monaten Beobachtungsdauer unter Vitamin D-Gabe, konnte eine Risiko-Reduktion um 37 % für eine kortisonbedürftige Exazerbation (Verschlechterung) nachgewiesen werden. Die asthmabedingten Anfälle und die damit einhergehende Anzahl der Krankenhausaufenthalte konnte durch die Verabreichung von Vitamin D halbiert werden (8).

Randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie zum Thema Vitamin D-Supplementierung zur Vorbeugung von saisonaler Influenza A bei Schulkindern: Hierbei wurden 167 Schulkinder beobachtet, von denen die Hälfte mit 1200 I.E./Tag Vitamin D versorgt wurden. Als Resultat wurde eine Risikoreduktion um 64% für Influenza A und um 83% für Asthmaanfälle bei den Kindern festgestellt, die bis zu dieser Untersuchung noch keine anderen Vitamin D-Präparate eingenommen hatten (9).

Die zitierten Arbeiten geben nur einen kleinen Bruchteil der vorhandenen RCT-Studien zu den einzelnen Themen wider. Alle zitierten Studien basieren auf der Verabreichung von „synthetischem Vitamin D“ in Form von Cholecalciferol oder Calcifediol.


Irrtum: Die Pharmaindustrie hat sich auf die Seite von Vitamin D geschlagen und macht nun Werbung für das Sonnenhormon

Die Pharmaindustrie ist der größte Profiteur einer kranken Gesellschaft. Naturgemäß zeigt sie daher kein Interesse, die Menschen in Sachen Vitamin D aufzuklären. Vielmehr ist das Gegenteil offenkundig der Fall.
Vitamin D ist auf dem Markt zu einem sehr geringen Preis erhältlich. Eine Jahresration Vitamin D ist im Internet bereits um 25 € und teilweise noch günstiger zu haben und steht in keiner Relation zu patentierbaren Medikamenten, denn bspw. Krebsmedikamente kosten das hundert- und tausendfache.

Daher ist davon auszugehen, dass sich die Pharmaindustrie auch zukünftig nicht auf die Seite von Vitamin D und der Gesundheit schlagen wird. Dort, wo sie am Markt partizipieren kann, wird sie dies auch tun, weshalb sie auch Vitamin D verkauft. Um die Verhältnisse zw. dem Vitamin D-Markt und der Pharmaindustrie einordnen zu können, haben wir folgendes Diagramm erstellt.

Abb. 1: In der Abbildung werden die Umsätze der deutschen Pharma- und Nahrungsergänzungsmittelbranche im Jahr 2023 gegenübergestellt (10, 11). Der verschwindend kleine Balken für Vitamin D + A basiert auf den hochgerechneten Marktanteilen des gesamten Nahrungsergänzungsmittelsegments im Jahr 2018 (12).

Es ist auch eine Falschmeldung des Autors, dass Vitamin D nur von zwei Pharmafirmen in Deutschland hergestellt wird. Zum einen gibt es deutlich mehr Firmen, die Vitamin D gewissenhaft herstellen, zum anderen gehören die meisten Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln eben nicht zur Pharmaindustrie.


Fazit: Lassen Sie sich nicht von Falschmeldungen über Vitamin D verunsichern. Sie erkennen Falschmeldungen daran, dass sie zumeist nicht mit Primärquellen bzw. seriöse Studienergebnisse belegt werden können. Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen die gesundheitlichen Vorteile von Vitamin D, unabhängig davon, ob es als Nahrungsergänzung eingenommen oder durch UV-Strahlung produziert wurde. Vitamin D verursacht in angemessenen Dosen keine Nebenwirkungen, stärkt das Immunsystem und reduziert das Krebsrisiko. Die Pharmaindustrie zeigt kein Interesse an der Förderung von Vitamin D, da es ein kostengünstiges und weitverbreitetes Supplement ist.

Quellenangabe:

  1. https://www.heilpraktiker-tuppek.de/infos/2016/04/03/synthetisches-vitamin-d3-ist-gesundheitssch%C3%A4dlich!/
  2. Chandler PD; Chen WY; Ajala ON; Hazra A; Cook N; Bubes V; Lee IM; Giovannucci EL; Willett W; Buring JE; Manson JE; (n.d.). Effect of Vitamin D3 Supplements on Development of Advanced Cancer: A Secondary Analysis of the VITAL Randomized Clinical Trial. Retrieved December 23, 2020, from https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33206192/
  3. Madden JM, Murphy L et al (2018). De novo vitamin D supplement use post-diagnosis is associated with breast cancer survival. Breast Cancer Research and Treatment, 172(1), 179-190. DOI:10.1007/s10549-018-4896-6
  4. Lappe JM, Travers-Gustafson D et al (2007). Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: results of a randomized trial. In: The American journal of clinical nutrition 85 (6), S. 1586–1591
  5. Niedermaier, T., Gredner, T., Kuznia, S., Schöttker, B., Mons, U., & Brenner, H. (2021). Vitamin D supplementation to the older adult population in Germany has the cost‐saving potential of preventin almost 30,000 cancer deaths per year. Molecular Oncology. doi:10.1002/1878-0261.12924
  6. Castillo M et al. (2020). Effect of Calcifediol Treatment and best Available Therapy versus best Available Therapy on Intensive Care Unit Admission and Mortality Among Patients Hospitalized for COVID-19: A Pilot Randomized Clinical study. Retrieved from https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960076020302764?via%3Dihub
  7. Xavier Nogues, Diana Ovejero, Marta Pineda-Moncusí, Roger Bouillon, Dolors Arenas, Julio Pascual, Anna Ribes, Robert Guerri-Fernandez, Judit Villar-Garcia, Abora Rial, Carme Gimenez-Argente, Maria Lourdes Cos, Jaime Rodriguez-Morera, Isabel Campodarve, José Manuel Quesada-Gomez, Natalia Garcia-Giralt, Calcifediol Treatment and COVID-19–Related Outcomes, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , Band 106, Ausgabe 10, Oktober 2021, Seiten e4017–e4027, https:// doi.org/10.1210/clinem/dgab405
  8. Martineau, A., Takeda, A., Nurmatov, U., Sheikh, A., & Griffiths, C. J. (2015); Vitamin D for the management of asthma. Cochrane Database of Systematic Reviews. doi:10.1002/14651858.cd011511.pub2
  9. Urashima, M., Segawa, T., Okazaki, M., Kurihara, M., Wada, Y., & Ida, H. (2010). Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren. The American Journal of Clinical Nutrition, 91(5), 1255-1260. doi:10.3945/ajcn.2009.29094
  10. Umsatz auf dem Pharmamarkt in Deutschland | Statista. (2024, 3. April). Statista. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158096/umfrage/pharma-gesamtmarkt-umsatzentwicklung-seit-2006/
  11. Mintel. (2024, 7. Februar). Nahrungsergänzungsmittel – Deutschland – 2023 : Consumer market research report : Mintel.com. Mintel Store Deutschland. https://store.mintel.com/de/reports/deutschland-vitamine-und-nahrungsergaenzungsmittel-markt-report
  12. IQVIA Commercial GmbH & Co. OHG. (2019). Jede fünfte Packung Nahrungsergänzungsmittel bestellen. In Trends Bei Nahrungsergänzungsmitteln Aus der Apotheke [Infografik]. https://www.iqvia.com/-/media/iqvia/pdfs/cese/germany/publikationen/infografik/trends-bei-nahrungserganzungs-mitteln-aus-der-apotheke.pdf?la=de-de&hash=A61DD0D65D6E275B756EA4ACBF7C76E1C2572E35&utm_medium=Email&utm_source=Presse&utm_campaign=Infografik-NEM-Apr2019

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Neue Lancet-Studie – Vitamin D stärkt Muskelkraft und verhindert Sarkopenie

Neue Lancet-Studie – Vitamin D stärkt Muskelkraft und verhindert Sarkopenie

Die positiven Auswirkungen von Vitamin D auf die Knochendichte sind hinlänglich bekannt und beugen Osteomalazie und Osteoporose vor. Doch Vitamin D hilft außerdem bei der Erhöhung der Muskelkraft und der Verbesserung des Gleichgewichts und beugt so Sarkopenie (dem generalisierten Verlust von Muskelkraft, -masse und -funktion) und Stürzen vor. Eine brandaktuelle RCT-Studie, die im renommierten Fachmagazin The Lancet publiziert wurde, bestätigt diese fundierte These nun endgültig mit imposanten Ergebnissen.

Sarkopenie ist eine Erkrankung, die mit dem Verlust von Skelettmuskelmasse, Muskelkraft und körperlicher Funktion einhergeht. Dies kann zu Gebrechlichkeit und einer erhöhten Neigung zu Stürzen und Brüchen führen. Bei älteren Erwachsenen erhöht Sarkopenie das Risiko einer Langzeitpflege und des Todes und beeinflusst die Prognose verschiedener Krankheiten.

Um die Auswirkungen von Vitamin D auf Sarkopenie genauer zu untersuchen, wurde eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Studie an 32 Kliniken und Krankenhausstandorten in Japan durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal The Lancet publiziert und belegen einmal mehr, die bedeutende Wirkung von Vitamin D im Alter.
Die Teilnehmer wurden also in zwei Gruppen eingeteilt. Die Vitamin D-Gruppe erhielt für drei Jahre lang einmal täglich eine Hartgeltablette mit 0,75 μg Eldecalcitol, einer synthetisch hergestellten Form des aktiven Vitamin D-Metaboliten Calcitriol. Die Placebogruppe erhielt identisch aussehende Hartgeltabletten, sodass die Probanden nicht wussten, ob es sich um ein Placebo oder um eine Vitamin D-Tabletten handelte.

Insgesamt wurden 1094 prädiabetische Teilnehmer im Durchschnittsalter von 60,8 Jahren für einen Median von 2,9 Jahren nachuntersucht.

Sarkopenie wurde definiert durch:

  • schwache Handgriffstärke <28 kg für Männer und <18 kg für Frauen
  • niedriger appendikulärer Skelettmuskelindex <7,0 kg/m2 für Männer und <5,7 kg/m2 für Frauen
    • [Dem appendikulären Skelett (Appendikularskelett) werden die Gliedmaßen, der Schultergürtel sowie der Beckengürtel zugeordnet.]

Ergebnis:

Die Behandlung mit Eldecalcitol zeigte im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante präventive Wirkung auf die Inzidenz von Sarkopenie. In der Vitamin D-Gruppe waren nur 4,6 % der Probanden von Sarkopenie betroffen, während es in der Placebogruppe mit 8,8 % fast doppelt so viele waren. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht.

Interpretation der Forscher:

„Wir fanden heraus, dass die Behandlung mit Eldecalcitol (aktivem Vitamin D) das Potenzial hat, das Auftreten von Sarkopenie bei Menschen mit Prädiabetes zu verhindern, indem das Volumen und die Kraft der Skelettmuskulatur erhöht werden, was zu einer erheblichen Verringerung des Sturzrisikos führen könnte.“


Fazit: Vitamin D hilft die Muskelkraft und die Koordinationsfähigkeit im Alter zu erhalten und Stürze zu vermeiden. Wie bereits in vielen anderen Studien belegt wurde, ist Vitamin D neben ausreichender Bewegung und anderen Lebensstilfaktoren einer der Schlüsselfaktoren für ein gesundes Altern. In unserem Artikel über Vitamin D im Alter finden Sie weitere Gründe, warum Vitamin D insbesondere für ältere Menschen so wichtig ist.

Quellenangabe:

Kawahara, T., Suzuki, G., Mizuno, S., Tominaga, N., Toda, M., Toyama, N., Inazu, T., Kawahara, C., Okada, Y. & Tanaka, Y. (2024). Active vitamin D treatment in the prevention of sarcopenia in adults with prediabetes (DPVD ancillary study): a randomised controlled trial. ˜The œLancet. Healthy Longevity. https://doi.org/10.1016/s2666-7568(24)00009-6

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Faktencheck – verursacht Vitamin D Nierensteine?

Faktencheck – verursacht Vitamin D Nierensteine?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Vitamin D könne in üblichen Dosierungen Nierensteine verursachen. Um dieses Gerücht zu untermauern, werden meist aus dem Zusammenhang gerissene Einzelfälle herangezogen. Eine aktuelle Studie, die im Journal of the Public Health Association veröffentlicht wurde und auf Daten der GrassrootsHealth-Bewegung basiert, hat den Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Status und der Häufigkeit von Nierensteinen nun genauer untersucht und kommt zu interessanten Ergebnissen.

Ziele der Studie: Das Hauptziel der Untersuchung war es, festzustellen, ob eine Erhöhung des Vitamin D-Spiegels das Risiko von Nierensteinen beeinflusst. Es ist bekannt, dass ein angemessener Vitamin-D-Spiegel eine Vielzahl von Krankheiten vorbeugen kann. Jedoch gab es Bedenken, dass eine Supplementierung mit Vitamin D das Risiko von Nierensteinen erhöhen könnte.

Methoden: Die Studie umfasste 2012 Teilnehmer, die im Durchschnitt 19 Monate lang prospektiv beobachtet wurden. Während des Beobachtungszeitraums gaben dreizehn Personen an, Nierensteine gehabt zu haben. Um den Zusammenhang zwischen Vitamin D-Status und Nierensteinen zu bewerten, wurde eine multivariate logistische Regression durchgeführt.

Eine multivariate logistische Regression ist eine statistische Analysemethode, die verwendet wird, um die Beziehung zwischen mehreren unabhängigen Variablen und einer binären abhängigen Variable zu untersuchen, indem sie die Wahrscheinlichkeit des Eintretens des Ereignisses schätzt.

Ergebnisse: Die Analyse zeigte, dass es keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel im Serum und der Häufigkeit von Nierensteinen gibt. Interessanterweise war jedoch der Body-Mass-Index signifikant mit einem um den Faktor 3,5 erhöhten Risiko für Nierensteine assoziiert.

Schlussfolgerungen der Autoren: Basierend auf den Ergebnissen schlussfolgern die Forscher, dass ein Vitamin D-Spiegel von 20 bis 100 Nanogramm pro Milliliter (20 - 100 ng/ml = 50 - 250 nmol/l) keinen signifikanten Zusammenhang mit der Häufigkeit von Nierensteinen aufweist. Dies deutet darauf hin, dass die Sorge vor einem erhöhten Risiko von Nierensteinen durch Vitamin D-Supplementierung unbegründet zu sein scheint.


Fazit der SonnenAllianz: Vitamin D in normaler Dosierung und Vitamin D-Spiegel bis 100 ng/ml (250 nmol/l) sind kein Risikofaktor für Nierensteine. Wir schließen uns der Schlussfolgerung der Forscher an und hoffen, dass die vorliegenden Fakten dazu beitragen, die weit verbreitete Fehleinschätzung über das Risiko von Vitamin D und Nierensteinen zu korrigieren. 

Quellenangabe:

Nguyen, S., Baggerly, L. L., French, C., Heaney, R. P., Gorham, E. D. & Garland, C. F. (2014b). 25-Hydroxyvitamin D in the Range of 20 to 100 ng/mL and Incidence of Kidney Stones. American Journal Of Public Health, 104(9), 1783–1787. https://doi.org/10.2105/ajph.2013.301368

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Vitamin D obligatorisch bei Störungen der Schilddrüse

Vitamin D obligatorisch bei Störungen der Schilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigsten endokrinen Störungen in Deutschland und können eine Vielzahl von Symptomen verursachen, von denen viele unspezifisch sind. Diagnose und Behandlung erfolgen in der Regel durch Endokrinologen und Hausärzte, wobei Laboruntersuchungen wie TSH-Tests und Ultraschalluntersuchungen häufig eingesetzt werden. Die Prävalenz von Schilddrüsenerkrankungen steigt mit dem Alter und hängt u.a. mit verschiedenen Mikronährstoffen, ganz besonders aber mit dem Vitamin D-Stoffwechsel zusammen.

Einleitend werden die beiden häufigsten Schilddrüsenfehlfunktionen kurz erläutert, um die anschließend dargestellten Ergebnisse besser einordnen zu können.

Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) ist eine Erkrankung, die durch eine übermäßige Aktivität der Schilddrüse gekennzeichnet ist. Dabei produziert die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone, insbesondere Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), was zu einem beschleunigten Stoffwechsel und einer Vielzahl von Symptomen führt. Typische Anzeichen einer Hyperthyreose können Gewichtsverlust, schneller Herzschlag, Zittern, erhöhte Nervosität, vermehrtes Schwitzen, Wärmeintoleranz, Müdigkeit, Muskelschwäche und Schlafstörungen sein.

Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse nicht genug Schilddrüsenhormone produziert, um den Körper richtig zu versorgen. Dies führt zu einem langsameren Stoffwechsel und einer Vielzahl von Symptomen, darunter Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockener Haut, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, Gedächtnisproblemen, Muskelschwäche und depressiver Stimmung. Die häufigste Ursache für Hypothyreose ist Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und zerstört, was zu einer Unterfunktion führt.


Kanadische Studie mit erstaunlichen Ergebnissen:

Das kanadische Forscherteam um Mirhosseini et al. stellte in einer Interventionsstudie mit 11.017 Teilnehmern fest, dass eine einjährige Vitamin D-Gabe von 6.000 I.E./Tag und damit einhergehende Vitamin D-Spiegel von mehr als 40 bzw. 50 ng/ml einen positiven Effekt auf die beiden oben beschriebenen Schilddrüsenerkrankungen haben.

Probanden, die keine Schilddrüsenmedikamente einnahmen waren bei Studienbeginn zu 1,3 % von einer Hypothyreose betroffen. Nach einjähriger Einnahme von Vitamin D verringerte sich dieser Wert auf 0,3 %, was einer relativen Reduktion von 77 % entspricht.

Eine subklinische (klinisch nur schwer erkennbare, latente) Hypothyreose wurde bei 22,1 % der Teilnehmer zu Studienbeginn und bei 5,8 % bei der Nachuntersuchung festgestellt, was einer relativen Reduktion um 74 % entspricht.

Vitamin D-Spiegel von über 50 ng/ml waren zudem mit einem um 30% reduzierten Risiko für Hypothyreose und einer signifikanten Senkung des TSH assoziiert.

Vitamin D-Spiegel unter 50 ng/ml standen im Zusammenhang mit:

  • einem erhöhten Risiko für Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenerkrankungen
  • einem um 107 % erhöhtes Risiko für erhöhtes TSH
  • einem um 118 % erhöhten Risiko für Anti-TPO
  • einem um 115 % erhöhten Risiko für erhöhte Anti-TG

TSH: ist das Hormon, das die Schilddrüse stimuliert. Es wird von der Hypophyse im Gehirn produziert und reguliert die Schilddrüsenfunktion.

TPO: Thyreperoxidase, ein Enzym in der Schilddrüse, das für die Produktion von Schilddrüsenhormonen notwendig ist.

Anti-TPO: sind Antikörper, die das Enzym Thyreperoxidase angreifen. Ein hoher Anti-TPO-Spiegel weist auf eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung hin, insbesondere Hashimoto-Thyreoiditis.

Anti-TG: Diagnostische Parameter für chronisch entzündliche Schilddrüsenerkrankungen (Autoimmunthyreoiditis) wie Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis.


Fazit: Vitamin D reguliert den Schilddrüsenstoffwechsel in vielerlei Hinsicht und sollte bei Betroffenen stets berücksichtigt werden. Vitamin D-Spiegel oberhalb von 50 ng/ml wirken sich positiv auf Schilddrüsenüber- und Unterfunktion und verschiedene damit verbundene Labor-Parameter aus!

Quellenangabe:

Mirhosseini, N., Brunel, L., Muscogiuri, G. & Kimball, S. (2017). Physiological serum 25-hydroxyvitamin D concentrations are associated with improved thyroid function—observations from a community-based program. Endocrine, 58(3), 563–573. https://doi.org/10.1007/s12020-017-1450-y

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Hätte man die Corona-Pandemie womöglich verhindern können?

Hätte man die Corona-Pandemie womöglich verhindern können?

Hätte die Corona-Pandemie und damit einhergehende schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle ganz einfach verhindert werden können? Der renommierte Molekulargenetiker Dr. med. Nehls zeigt in seiner ausführlichen Analyse, wie Sie sich vor schweren Verläufen schützen und die Infektionswahrscheinlichkeit auf ein Minimum reduzieren. Wir haben in diesem Newsfeed die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

 

Privatdozent Dr. med. Michael Nehls ist Arzt und habilitierter Molekulargenetiker mit Schwerpunkt Immunologie. Als Grundlagenforscher hat er an deutschen und internationalen Forschungseinrichtungen die genetischen Ursachen verschiedener Erbkrankheiten entschlüsselt.

Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus seiner aktuellen Analyse zum Thema der kausalen Prävention von (Corona-)Infektionswellen und schweren (COVID-19-)Verläufen. Den vollständigen Artikel verlinken wir weiter unten.

Der offensichtlichste Hinweis auf die primäre Ursache pandemischer Atemwegsinfekte ist ihr saisonales Auftreten. Im Dezember 2006 stellte ein US-amerikanisches Team unter Führung der renommierten Harvard Universität fest, dass „die epidemische Ausbreitung und die schweren Verläufe bei viralen Atemwegsinfektionen ihre Ursache in einem saisonalen Vitamin D-Mangel haben (1) “.

Schließlich konnte bereits im Jahr 2010 gezeigt werden, dass eine ausreichende Vitamin D-Versorgung entscheidend dafür ist, dass unser Immunsystem eine effiziente Immunantwort gegen Viren entwickeln kann (2).
Insbesondere vulnerable Gruppen liegen meist deutlich unter dem schon viel zu niedrigem durchschnittlichen Vitamin D-Spiegel der deutschen Gesamtbevölkerung. Dieser Vitamin D-Mangel ist der gemeinsame Nenner, der sie besonders anfällig für Infektionserkrankungen macht, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen. Ab dem Herbst sinkt der Vitamin D-Spiegel, der im Sommer für ein gut funktionierendes Immunsystem meist schon nicht mehr ausreicht.


Zusammenhang von Corona-Inzidenz und Vitamin D ist offensichtlich

Personen, die auch im Winter über einen „sommerlichen“ Vitamin D-Spiegel verfügen, haben ein bis zu dreimal geringeres Risiko, an Corona zu erkranken, als Personen mit Vitamin D-Blutwerten, wie sie leider für die Wintermonate typisch sind, da sie das Virus schneller eliminieren können (3).

Diese Beobachtung aus dem Jahr 2020 wurde auch in einer Interventionsstudie bestätigt. Der kausale Zusammenhang ist somit bewiesen: Eine ausreichende Vitamin D-Supplementierung von 50 ng/ml führt zu einer etwa dreimal schnelleren Elimination des Coronavirus und würde die winterliche Virus-Verbreitung optimal hemmen (4).

Vitamin D ist der häufigste Nährstoffmangel und die häufigste Krankheitsursache

Der Vitamin D-Spiegel von 50 ng/ml liegt wohl nicht ganz zufällig nahe an unserem evolutionsbiologischen Optimum. Der schon zuvor angesprochene mittlere Vitamin D-Spiegel der deutschen Bevölkerung liegt in den Wintermonaten jedoch nur bei etwa 12 ng/ml, also um mehr als Faktor 4 (!) unter dem Wert eines optimal arbeitenden Immunsystems (5).

„Vitamin D-Mangel ist der häufigste Nährstoffmangel und wahrscheinlich die häufigste Krankheitsursache der Welt“,

schrieb schon im Jahr 2012 Vitamin D-Experte Michael F. Holick von der US-amerikanischen Boston University School of Medicine (6). Laut Holick ist „die Hauptursache die mangelnde Erkenntnis, dass der Körper eine 5 bis 10-mal höhere Zufuhr benötigt, als von Gesundheitsbehörden empfohlen wird“.

Ein gesunder Vitamin D-Spiegel bietet also den besten Fremdschutz, da ein gut funktionierendes Immunsystem Infektionsketten effizient durchbrechen kann. Um diesen zu erreichen, ist beim Erwachsenen im Mittel eine Zufuhr von etwa 4.000 I.E. Vitamin D3 nötig, im Einzelfall möglicherweise auch etwas mehr. Die Menge von 4.000 I.E. pro Tag ist für einen Erwachsenen, und dazu zählen laut einer Beurteilung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 2012 auch schon Jugendliche ab 11 Jahren, völlig ungefährlich (7).

Die Angstszenarien vor einer Überdosierung, die auch Teil des medizinischen Lehrplans sind haben somit keine wissenschaftliche Basis. Diese haltlosen Behauptungen fördern einen gesundheitlich schwerwiegenden Vitamin D in der Gesellschaft.


Schutzwirkung von Vitamin D gegen COVID-19 überragend und sicher!

Fällt der Vitamin D-Spiegel unter 20 ng/ml (50 nmol/l), erhöht sich das Risiko, an COVID-19 zu sterben, um etwa das Vierfache, wie belgische Wissenschaftler schon im November 2020 publizierten (8). Diese Risikoerhöhung war unabhängig vom Alter der Patienten oder ihren Vorerkrankungen, und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit kausal durch den Vitamin D-Mangel bedingt.

Bei Werten unter 20 ng/ml (50 nmol/l) ist das Risiko eines schweren Verlaufs um das Vierzehnfache gegenüber Werten über 40 ng/ml (100 nmol/l) erhöht, wie eine israelische Studie bei den ersten beiden Infektionswellen zeigen konnte (9). Dieses Ergebnis zeigt, dass Vitamin D-Spiegel über 40 ng/ml einen guten Schutz bieten.

Bei Werten unter 12 ng/ml (30 nmol/l), so das Ergebnis, erhöhte sich das Risiko eines tödlichen Krankheitsverlaufs sogar um das etwa Achtzehnfache, wie eine schon im September 2020 veröffentlichte Studie des Universitätsklinikums Heidelberg nachweist (10).

Im November 2020 publizierten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) eine tiefergehende Analyse dieser Daten mit dem Titel: „Vitamin D-Insuffizienz kann für fast neun von zehn COVID-19-Todesfällen verantwortlich sein: Zeit zum Handeln (11).“

Doch gehandelt wurde nicht, im Gegenteil, es fand und findet immer noch eine Kampagne statt, die dafür sorgt, dass Menschen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt werden. Der eindeutige Aufruf des DKFZ, endlich zu handeln, hätte unzählige Menschenleben retten können, wäre er umgesetzt worden, zumal der Aufruf nicht überraschend kam: Schon im August 2020, also schon wenige Monate zuvor, war der kausale Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel bzw. einem mangelhaften Vitamin D-Prohormon-Spiegel (Calcidiol) und dem Risiko, an COVID-19 zu sterben in einer Interventionsstudie aus dem spanischen Cordoba kausal belegt worden.
Bei coronapositiven Patienten, die wegen einer Lungensymptomatik stationär aufgenommen werden mussten, reduzierte die rechtzeitige Gabe von Vitamin D-Prohormon das Risiko eines schweren Verlaufs um den Faktor 25. Alle COVID-19-Patienten der Interventionsgruppe überlebten. In der Kontrollgruppe, die kein Vitamin D-Prohormon erhielt, starben hingegen 8 Prozent der Patienten an COVID-19 bzw. vielmehr an einem mangelhaften Vitamin D-Spiegel, der eigentlich leicht zu beheben gewesen wäre (12).

Es ist dabei wichtig zu wissen, dass das Vitamin D-Prohormon (Calcidiol) in einem mehrere Tage dauernden Prozess in der Leber aus Vitamin D (Cholecalciferol) gebildet und dann als der eigentliche Vitamin D-Spiegel gemessen wird. Beim Vitamin D-Spiegel handelt es sich deshalb korrekterweise stets um den Vitamin D-Prohormon-Spiegel (Calcidiol), also der Speicherform von Vitamin D, lesen Sie dazu auch unsern Vitamin-D-Stoffwechselartikel.
Hätte man nur einmalig Vitamin D und nicht das in dieser fortgeschrittenen Situation entscheidende Prohormon verabreicht, wäre der lebensrettende Erfolg wegen der verzögerten Wirkung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeblieben oder deutlich abgeschwächt worden.

MIT-Forscher bestätigen Cordoba-Studie und lebenrettende Wirkung von Vitamin D

Der Nachweis der Cordoba-Studie, dass die Korrektur eines unzureichenden Vitamin D-Prohormonspiegels schwere und tödliche Krankheitsverläufe verhindert, stellte das gesamte mRNA-Injektionsprogramm, das kurz darauf weltweit gestartet wurde, in Frage. In Prinzip machten die Ergebnisse dieses Programm völlig obsolet; wohl schon aus rein wirtschaftlichem Interesse wurde die Glaubwürdigkeit der Studie sofort in Frage gestellt (13). Aus diesem Grund untersuchten unabhängige Wissenschaftler des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) der Bostoner Harvard Universität die Cordoba-Datensätze. Doch ihre Überprüfung ließ keinen Zweifel daran, dass tatsächlich das therapeutische Eingreifen mit Vitamin D-Prohormon das Leben der Patienten rettete (14).

In ihrer Mathematischen Analyse der Córdoba-Calcifediol [Vitamin D-Prohormon]-Studie vom November 2020 bestätigten die MIT-Forscher, dass „Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Zahl der Krankenhauseinweisungen von COVID-19-Patienten auf der Intensivstation spielt“. Sie wiesen eindeutig nach, dass das positive Ergebnis (leichterer Krankheitsverlauf und das Überleben aller Teilnehmer der Interventionsgruppe) tatsächlich auf die Vitamin D-Prohormon-Gabe zurückzuführen war. Die Wahrscheinlichkeit, ausgedrückt durch den p-Wert von 0,00000077, ist weit höher als die in allen bisherigen klinischen Studien zu den angeblichen positiven Wirkungen des COVID-19-mRNA-Cocktails, welcher das gesundheitsschädliche Spike-Protein kodiert.

Nichtsdestotrotz wurden weitere Studien mit ähnlichem Design durchgeführt und bestätigten den Erfolg der Cordoba-Studie und damit die Kausalität des Vitamin D-Mangels für schwere und tödliche Verläufe. Dies waren eine große im Mai 2021 veröffentlichte südspanische Studie (15) und eine weitere große Studie aus Spanien (16), die im Juni 2021 erschien.

Eine US-amerikanische Studie, die im September 2021 veröffentlicht wurde, zeigte zudem, dass das verabreichte Vitamin D-Hormon (Calcitriol) bei Patienten, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ebenfalls das Leben rettete: Kein Patient der Interventionsgruppe starb, aber 12 Prozent der Patienten der Kontrollgruppe bezahlten den Vitamin D-Mangel mit ihrem Leben (17).


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Fazit der SonnenAllianz: Ja, eine Pandemie hätte laut vorliegenden Studien durchaus verhindert werden können, denn ein regelrechter Vitamin D-Spiegel von 40-60 ng/ml ist der beste Schutz gegen Infektionserkrankungen wie COVID-19.
Da herkömmliches Vitamin D mehrere Tage benötigt, um seine volle Wirkung zu entfalten, ist bei schweren Krankheitsverläufen und in akuten Einsatzsituationen das Vitamin D-Prohormon (Calcidiol bzw. Calcifediol) das Mittel der Wahl, da es den Umwandlungsschritt in der Leber überspringt und somit sofort wirkt.
Zahlreiche Studien belegen, dass Vitamin D die durch COVID-19 verursachte Mortalität, Hospitalisierung und schwere Verläufe drastisch reduziert.

Quellenangabe:

  1. Cannell, J., Vieth, R., Umhau, J. C., Holick, M. F., Grant, W. B., Madronich, S., Garland, C. F. & Giovannucci, E. (2006). Epidemic influenza and vitamin D. Epidemiology and Infection, 134(6), 1129–1140. https://doi.org/10.1017/s0950268806007175
  2. Von Essen, M. R., Kongsbak, M., Schjerling, P., Ølgaard, K., Ødum, N. & Geisler, C. (2010b). Vitamin D controls T cell antigen receptor signaling and activation of human T cells. Nature Immunology, 11(4), 344–349. https://doi.org/10.1038/ni.1851
  3. Kaufman, H. W., Niles, J. K., Kroll, M. H., Bi, C. & Holick, M. F. (2020). SARS-COV-2 positivity rates associated with circulating 25-hydroxyvitamin D levels. PLOS ONE, 15(9), e0239252. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0239252
  4. Rastogi, A., Bhansali, A., Khare, N., Suri, V., Yaddanapudi, L. N., Sachdeva, N., Puri, G. D. & Rastogi, A. (2020). Short term, high-dose vitamin D supplementation for COVID-19 disease: a randomised, placebo-controlled, study (SHADE study). Postgraduate Medical Journal, 98(1156), 87–90. https://doi.org/10.1136/postgradmedj-2020-139065
  5. Rabenberg, M., Scheidt‐Nave, C., Busch, M., Rieckmann, N., Hintzpeter, B. & Mensink, G. (2015). Vitamin D status among adults in Germany – Results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). BMC Public Health, 15(1). https://doi.org/10.1186/s12889-015-2016-7
  6. Holick, M. F. (2012). Vitamin D: extraskeletal health. Rheumatic Diseases Clinics of North America, 38(1), 141–160. https://doi.org/10.1016/j.rdc.2012.03.013
  7. European Food Safety Authority. (2012, 27. Juli). Scientific opinion on the tolerable upper intake level of vitamin D. https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/2813
  8. Helming, L., Böse, J., Ehrchen, J., Stefanie, S., Frahm, T., Geffers, R., Probst-Kepper, M., Balling, R. & Lengeling, A. (2005). 1 ,25-dihydroxyvitamin D3 is a potent suppressor of interferon -mediated macrophage activation. Blood, 106(13), 4351–4358. https://doi.org/10.1182/blood-2005-03-1029
  9. De Smet, D., De Smet, K., Herroelen, P., Gryspeerdt, S. & Martens, G. (2020). Serum 25(OH)D level on hospital admission associated with COVID-19 stage and mortality. American Journal of Clinical Pathology, 155(3), 381–388. https://doi.org/10.1093/ajcp/aqaa252
  10. Radujkovic, A., Hippchen, T., Tiwari‐Heckler, S., Dreher, S., Boxberger, M. & Merle, U. (2020). Vitamin D deficiency and outcome of COVID-19 patients. Nutrients, 12(9), 2757. https://doi.org/10.3390/nu12092757
  11. Brenner, H. & Schöttker, B. (2020). Vitamin D insufficiency may account for almost nine of ten COVID-19 deaths: Time to Act. Comment on: “Vitamin D deficiency and outcome of COVID-19 patients”. Nutrients 2020, 12, 2757. Nutrients, 12(12), 3642. https://doi.org/10.3390/nu12123642
  12. Castillo, M. E., Costa, L. M. E., Barrios, J. M. V., Díaz, J., López‐Miranda, J., Bouillon, R. & Gómez, J. M. (2020). “Effect of calcifediol treatment and best available therapy versus best available therapy on intensive care unit admission and mortality among patients hospitalized for COVID-19: A pilot randomized clinical study”. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 203, 105751. https://doi.org/10.1016/j.jsbmb.2020.105751
  13. Welle, D. (2020, 19. November). Was hilft bei einer COVID-19-Infektion? dw.com. https://www.dw.com/de/corona-und-vitamine-was-hilft-wirklich-bei-einer-covid-19-infektion/a-55584821
  14. Jungreis, I. & Kellis, M. (2020). Mathematical analysis of Córdoba calcifediol trial suggests strong role for vitamin D in reducing ICU admissions of hospitalized COVID-19 patients. medRxiv (Cold Spring Harbor Laboratory). https://doi.org/10.1101/2020.11.08.20222638
  15. Alcalá‐Díaz, J. F., Pérez, L. L., Huelgas, R. G., Martín-Escalante, M., Cortés-Rodríguez, B., Zambrana-García, J. L., Castillo, M. E., Perez-Caballero, A. I., López-Carmona, M. D., García‐Alegría, J., Rodríguez-Mancheño, A. L., Del Sol Arenas-De Larriva, M., Pérez‐Belmonte, L. M., Jungreis, I., Bouillon, R., Quesada‐Gómez, J. M. & López‐Miranda, J. (2021). Calcifediol treatment and hospital mortality due to COVID-19: A cohort study. Nutrients, 13(6), 1760. https://doi.org/10.3390/nu13061760
  16. Alcalá‐Díaz, J. F., Pérez, L. L., Huelgas, R. G., Martín-Escalante, M., Cortés-Rodríguez, B., Zambrana-García, J. L., Castillo, M. E., Perez-Caballero, A. I., López-Carmona, M. D., García‐Alegría, J., Rodríguez-Mancheño, A. L., Del Sol Arenas-De Larriva, M., Pérez‐Belmonte, L. M., Jungreis, I., Bouillon, R., Quesada‐Gómez, J. M. & López‐Miranda, J. (2021). Calcifediol treatment and hospital mortality due to COVID-19: A cohort study. Nutrients, 13(6), 1760. https://doi.org/10.3390/nu13061760
  17. Elamir, Y., Amir, H., Lim, S., Rana, Y., Lopez, C. G., Feliciano, N. V., Omar, A., Grist, W. & Via, M. A. (2022). A randomized pilot study using calcitriol in hospitalized COVID-19 patients. Bone, 154, 116175. https://doi.org/10.1016/j.bone.2021.116175

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Faktencheck – erhöht Vitamin D die Krebssterblichkeit?

Faktencheck – erhöht Vitamin D die Krebssterblichkeit?

Hunderte von Studien sowie anerkannte Fachorganisationen, darunter das Deutsche Krebsforschungszentrum, haben in den letzten Jahren zweifelsfrei nachgewiesen, dass Vitamin D einen günstigen Einfluss auf die Krebssterblichkeit hat.
Doch eine australische Studie (D-Health-Studie) aus dem Jahr 2022 kommt angeblich zu einem gegenteiligen Ergebnis und wird von Vitamin-D-Kritikern unkritisch zitiert. Der renommierte Molekulargenetiker Dr. med. Nehls deckt in diesem Newsletter diesen fatalen Irrtum auf und erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Privatdozent Dr. med. Michael Nehls ist Arzt und habilitierter Molekulargenetiker mit Schwerpunkt Immunologie. Als Grundlagenforscher hat er an deutschen und internationalen Forschungseinrichtungen die genetischen Ursachen verschiedener Erbkrankheiten entschlüsselt.
Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus seiner aktuellen Analyse zum Thema Krebssterblichkeit. Den vollständigen Artikel verlinken wir weiter unten.


Ein gut funktionierendes Immunsystem schützt uns nicht nur vor eindringenden Viren oder Bakterien, sondern auch vor Krebszellen. Da in unserem Körper jede Sekunde Millionen neuer Zellen entstehen, kommt es aufgrund von Kopierfehlern bei der Verdoppelung des Erbguts immer wieder zu Mutationen, von denen einige der Ausgangspunkt für die Entstehung von Krebs sein können. Ein Vitamin-D-Mangel stört die Immunüberwachung auch dabei, Krebszellen zu erkennen und zu eliminieren, bevor sie Schaden anrichten können. Daraus ergibt sich, dass ein Mangel an diesem Vitamin ein gravierendes Problem darstellt. Diese biologische Logik wurde in zahlreichen Studien bestätigt: Behebt man den Vitamin-D-Mangel, sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, und es steigen die Chancen, einen bereits entstandenen Krebs doch noch zu besiegen.


Ein lebensgefährlicher Irrtum

Der am 31. Oktober 2023 vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichte Artikel „Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D – sinnvoll oder überflüssig? weist auf einen Widerspruch hin. Darin wird festgestellt, dass es von der Art der Intervention abhängt, wie hoch das Risiko ausfällt, an einer bereits vorliegenden Krebserkrankung zu sterben: „Im Rahmen einer Studie, in der Teilnehmende langfristig eine tägliche Gabe von Vitamin D (2.000 I.E. bzw. 50 μg pro Tag) erhielten, wurde eine geringere Sterberate an Krebs beobachtet [minus 17 Prozent in der sogenannten VITAL-Studie][1], während in der hier diskutierten D-Health-Studie][2] im Zuge langfristiger monatlicher hochdosierter Bolus-Gaben (60.000 I.E. bzw. 1.500 μg Vitamin D pro Monat) das Risiko leicht erhöht war.

So fanden Wissenschaftler des DKFZ in einer weiteren Metaanalyse heraus, dass das „Sonnenvitamin“ die Krebsmortalität zwar signifikant senke, „allerdings nicht, wenn hoch dosierte Bolusgaben in größeren Zeitabständen verabreicht wurden“, wie die DAK darüber in ihrem Artikel „Vitamin D – nur die tägliche Einnahme reduziert die Krebsmortalität“ berichtet [3].

Vitamin D reduziert die Sterblichkeitsrate bei Krebs, sofern die Verabreichung des Sonnenhormons täglich und nicht monatlich stattfindet.


D-Health-Studie orientiert sich nicht an Realität, kann diese nicht abbilden

Die hohe Dosierung von 60.000 I.E. in großen monatlichen Abständen führt zu starken Schwankungen des Vitamin-D-Spiegels, was einer kontinuierlichen Immunüberwachung sicherlich nicht zuträglich ist. Diese Schwankungen sind völlig unnatürlich, schließlich haben wir entweder in Äquatornähe ganzjährig eine weitgehend regelmäßige tägliche Vitamin-D-Produktion über die Haut oder im hohen Norden (Inuit) eine ebenso regelmäßige Vitamin-D-Zufuhr über Fisch. In den geografischen Gebieten dazwischen, wie bspw. hier in Deutschland, leben die Gesundheitsbewussten meist eine Kombination aus beidem: Sonne im Sommer plus Nahrungsergänzung, da von der Menge an Fisch, die man zur Deckung des Bedarfs zu sich nehmen müsste, in allen anderen Jahreszeiten abzuraten ist. Sicher ist aber, dass wir in keinem natürlichen Szenario einmal im Monat eine riesige Dosis zu uns nehmen würden und dazwischen völlig pausieren – stellen Sie sich nur vor, jemand würde die Auswirkungen von Wasser auf den Organismus testen, indem er eine Monatsration davon an einem Tag verabreicht, um dann die Effekte zu protokollieren. Diese offensichtliche Störung der Homöostase, also eines ausgewogenen Gleichgewichts geregelter hormoneller Wechselwirkungen bildet keine natürliche Zufuhr ab. Dies könnte sogar erklären, warum eine solche Verabreichungshäufigkeit von extrem hoch dosiertem Vitamin D in großen Abständen eher schadet als nützt (es könnte zu vielfältigen Anpassungen bis hin zur Resistenz gegen Vitamin D führen, wie man es auch vom Hormon Insulin oder vom Typ 2 Diabetiker kennt).

Zweifellos handelt es sich jedoch um eine schlecht konzipierte Studie, aus der keine verwertbaren Schlüsse für die Alltagsrealität gezogen werden können.


Weitere grobe Mängel am Studiendesign

Es lohnt sich dennoch, einen genaueren Blick auf die Hintergründe zu werfen, finden sich doch noch mehr Auffälligkeiten. Für die D-Health-Studie wurden mehr als zwanzigtausend Australier im Alter von 60 Jahren und älter nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen mit jeweils etwas mehr als zehntausend Teilnehmern eingeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt über einen Zeitraum von fünf Jahren einmal monatlich eine orale Gelkapsel mit 60.000 I.E. Vitamin D3, die Kontrollgruppe ein Placebo. Das Ergebnis war irritierend, denn während die Sterblichkeit an anderen Ursachen in der Vitamin-D-Gruppe um durchschnittlich 17 Prozent reduziert war (allerdings mit einer großen Streubreite von minus 35 Prozent bis plus 7 Prozent), zeigten die Zahlen eine erhöhte durchschnittliche Krebssterblichkeit von 15 Prozent, allerdings ebenfalls mit einer großen Streubreite.

Absolute Zahlen sprechen Bände

Um diese Zahlen ins rechte Licht zu rücken, stellte ein australisches Team von Krebsexperten Folgendes fest:

„In den ersten fünf Jahren der Studie (2014-18) wurden in der Vitamin-D-Gruppe mit 180 Krebstodesfällen sechs mehr registriert als in der Placebo-Gruppe (174) [2].“ Es handelt sich also um marginale Unterschiede, auf denen dieses Ergebnis beruht.

Zudem fehlte von den insgesamt 1.100 Todesfällen, die während des Studienzeitraums auftraten, bei 211 Todesfällen die zugrunde liegende Todesursache. Laut den Krebsexperten sei jedoch aufgrund der großen Zahl unklarer Todesursachen nicht völlig auszuschließen, dass bestimmte Krebsarten in der Placebogruppe öfter aufgetreten sein könnten, die naturgemäß seltener als Todesursache auffallen bzw. schwieriger festzustellen sind, was „zu einer Verzerrung der Ergebnisse zur Krebsmortalität geführt haben“ könnte, und somit ebenfalls dieses unerwartete Resultat erklären könnte. Schlussfolgerungen zur Krebsmortalität hätten daher ihrer Meinung nach bis zur vollständigen Klärung aller Todesursachen zurückgestellt werden sollen.

Vitamin-D-Spiegel modelliert anstatt gemessen

Die britische Vitamin-D-Spezialistin Inez Schoenmakers gab in einem weiteren kritischen Artikel zur D-Health-Studie darüber hinaus zu bedenken, dass die Untersuchung des Vitamin-D-Status nicht bei allen Probanden stattfand, „sondern nur eine Modellrechnung aus den Werten von Blutproben, die bei einer Untergruppe der Placebogruppe gesammelt wurden, mit einer mittleren 25(OH)D-Konzentration von 77±25 nmol/L (= 30,8 ng/ml) [4].“
Gehen wir davon aus, dass die Stichproben bzw. die Hochrechnung die tatsächlichen Verhältnisse wiedergibt, dann lag von vornherein kein signifikanter Vitamin-D-Mangel vor; im Gegenteil, die Werte könnten bei der Bolusgabe von einmal 60.000 I.E. pro Monat nicht nur heftig geschwankt haben, sondern auch für extrem hohe Werte gesorgt haben, was einer gesunden Immunregulation sicherlich nicht zuträglich ist. „Dies könnte die Ergebnisse der Studie beeinflusst haben“, bestätigt auch Schoenmakers in ihrer Kritik.


Selbst Studienautoren hegen Zweifel

Selbst die Autoren der D-Healths-Studie äußern angesichts der Tatsache, dass andere Studien mit einem natürlicheren Dosierungsschema zu einem gegenteiligen (und erwartbaren) Ergebnis kommen, die vorsichtige Vermutung, dass das unerwartete Ergebnis vielleicht nur auf die ungewöhnliche Strategie zurückzuführen sein könnte, nur einmal monatlich eine sehr hoch dosierte Supplementierung durchzuführen: „Bis weitere Erkenntnisse vorliegen, ist dieses Dosierungsschema nach dem Vorsorgeprinzip für Menschen mit Vitamin-D-Mangel möglicherweise nicht geeignet.“


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Fazit (SonnenAllianz): Das Studiendesign der D-Health-Studie beinhaltet praktisch alle groben Fehler, die wir bei derartigen Ergebnissen immer wieder finden. Deshalb haben wir bereits vor Jahren einen Artikel erstellt, in dem wir auf derartige Fehlkonstruktionen im Studiendesign hinweisen. Klicken Sie hier um den Artikel aufzurufen.
Die D-Health-Studie ist daher in keinster Weise geeignet, um Rückschlüsse über Vitamin D und die Auswirkung auf die Krebssterblichkeit zu ziehen.

 

Quellenangabe:

  1. Manson JE et al: VITAL Research Group. Vitamin D Supplements and Prevention of Cancer and Cardiovascular Disease. N Engl J Med 2019, 380:33-44. doi: 10.1056/NEJMoa1809944.
  2. Neale, R. E., Baxter, C., Romero, B. D., McLeod, D. S. A., English, D. R., Armstrong, B. K., Ebeling, P. R., Härtel, G., Kimlin, M. G., O’Connell, R., Van Der Pols, J. C., Venn, A., Webb, P. M., Whiteman, D. C. & Waterhouse, M. (2022). The D-Health Trial: a randomised controlled trial of the effect of vitamin D on mortality. The Lancet Diabetes & Endocrinology, 10(2), 120–128. https://doi.org/10.1016/s2213-8587(21)00345-4
  3. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2023/06/02/vitamin-d-nur-die-taegliche-einnahme-reduziert-die-krebsmortalitaet
  4. Schoenmakers I: Vitamin D supplementation and mortality. Lancet Diabetes Endocrinol 2022, 10:88-90, doi: 10.1016/S2213-8587(22)00002-X.

Quellenangaben Bildmaterial:

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Ist Vitamin D schuld an Nierensteinen?

Ist Vitamin D schuld an Nierensteinen?

Vitamin D ist ein entscheidender Faktor des Kalziumstoffwechsels und essentiell für die Resorption des Knochenminerals. Extrem hohe Dosen des Sonnenhormons und Vitamin D-Spiegel weit jenseits von 100 ng/ml aufwärts stehen im Verdacht, Hyperkalzämie zu verursachen und damit die Manifestation von Nierensteinen zu begünstigen. Doch ist die Angst vor Vitamin D in diesem Zusammenhang berechtigt oder wird hier wieder einmal unnötig Angst verbreitet?

Die Entstehung von Nierensteinen geht tendenziell mit einer verstärkten Kalziumabsorption im Darm, einer erhöhten Kalziumausscheidung im Urin und einem übermäßigen Knochenmineralverlust einher. Obwohl an all diesen Prozessen direkte Wirkungen von aktivem Vitamin D beteiligt sind, ist die Auswirkung der Einnahme von Vitamin D auf den Kalziumhaushalt bei Steinbildnern (Menschen, die eine Tendenz zur Bildung von Nierensteinen haben) immer noch ungeklärt. Klar ist jedoch, dass ein Vitamin D-Mangel bei Steinbildnern weit verbreitet ist (1).

Dass Vitamin D den Kalziumhaushalt reguliert und in extrem hohen Dosen zu einer Hyperkalzämie führen kann, wird von Vitamin D-Kritikern häufig als Argument gegen die Sicherheit des Sonnenhormons in Bezug auf Nierensteine angeführt. Denn Hyperkalzämie wird als Risikofaktor für Nierensteine gesehen. Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen konnte jedoch keine Korrelation zw. normalen Vitamin D-Dosen (bis 10.000 I.E. täglich) und Hyperkalzämie nachweisen.

Zum Thema Hyperkalzämie in Zusammenhang mit Vitamin D haben wir einen eigenen Artikel verfasst, klicken Sie hier um ihn zu lesen!


Laut Studienlage kein Einfluss von Vitamin D auf Nierensteine

Auch der wichtigste Indikator für Nierensteine, nämlich Kalzium im Urin, konnte in verschiedenen Studien nicht mit einer erhöhten Vitamin D-Zufuhr oder Einnahme in Verbindung gebracht werden. Es gibt kaum Hinweise darauf, dass die Einnahme von Vitamin D in normalen Dosierungen bei gesunden Menschen das Risiko für Nierensteine erhöht.

Bei der groß angelegte NHANES-Studie III mit dem Titel „Zusammenhang zwischen Vitamin D und Nierensteinen“, handelt es sich um eine große bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie in den USA mit mehr als 16.000 Probanden. Bei der Datenerhebung konnten weder höhere Vitamin D-Spiegel bei Patienten mit Nierensteinen festgestellt werden, noch war die Gruppe mit den höchsten Vitamin D-Spiegeln vermehrt von Nierensteinen betroffen.
Die Schlussfolgerung der Autoren lautet daher: Hohe Vitamin D-Spiegel sind bei NHANES III-Teilnehmern nicht mit einer vorherrschenden Nierensteinerkrankung verbunden (2).

Des Weiteren zitieren wir eine aussagekräftige Studie des amerikanischen GrassroothHealth-Kollektivs aus dem Jahr 2014. Die Untersuchung umfasste 2012 Teilnehmer, die im Durchschnitt 19 Monate lang prospektiv beobachtet wurden. Dreizehn Personen gaben während des Studienzeitraums selbst an, Nierensteine ​​zu haben.
Ergebnisse: Es wurde kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Vitamin D im Serum und Nierensteinen gefunden. Stattdessen war der Body-Mass-Index signifikant mit dem Nierensteinrisiko (Faktor 3,5) verbunden.
Schlussfolgerung der Forscher: Vitamin D-Spiegel von 20 bis 100 ng/ml haben keinen signifikanten Zusammenhang mit der Häufigkeit von Nierensteinen (3).

Forscher untersuchten im Rahmen einer englisch-italienischen Studie aus dem Jahr 2017, ob die Verabreichung von 20.000 I.E. Vitamin D wöchentlich über einen Zeitraum von 4 Monaten Auswirkungen auf die Kalziumausscheidung mit sich bringt. Obwohl die Vitamin D-Spiegel bei den 37 Probanden im Schnitt von 19,4 ng/ml auf 52,7 ng/ml anstiegen, konnte keine signifikante Erhöhung des Kalziums im Urin nachgewiesen werden (4).

Eine iranische Interventionsstudie aus dem Jahr 2019 mit 30 Probanden, die an Vitamin D-Mangel litten und bei denen außerdem Nierensteine in der Vorgeschichte festgestellt wurden, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Teilnehmer bekamen zwei Monate lang 50.000 I.E. Vitamin D pro Woche verabreicht, was einer Tagesdosis von ca. 7000 I.E. entspricht. Danach wurde die gleiche Dosis alle 2 Wochen verabreicht. Der durchschnittliche Vitamin D-Spiegel stieg dabei von mangelhaften 10,4 ng/ml auf 44 ng/ml.
Ergebnis: Trotz der stark angestiegenen Vitamin D-Werte, gab es keine signifikanten Auswirkungen auf die Menge des Kalziums im Urin (5).


Fazit zu Vitamin D und Nierensteine

Obwohl Vitamin D lt. aktueller Studienlage keine oder kaum negative Auswirkungen auf Nierensteine hat, empfehlen wir prädisponierten Steinbildnern besonders auf die Cofaktoren Vitamin K2 und Magnesium zu achten. Unnötig hohe Dosen von mehr als 4000-5000 I.E. sollten nur dann langfristig und unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, wenn der begründete Verdacht auf eine Vitamin D-Resistenz besteht.

Magnesium sollte in diesem Fall als Citrat in einer Dosierung von mind. 300 – 400 mg täglich zugeführt werden.
Als Sicherheitsvorkehrung kann zu Beginn einer Vitamin D-Einnahme der Kalzium-Spiegel im Blut, sowie der Kalziumanteil im Urin engmaschig kontrolliert werden, um Unregelmäßigkeiten im Kalziumstoffwechsel frühzeitig zu erkennen.

Warum die Vitamin D-Cofaktoren Magnesium und Vitamin K2 bei Nierensteinen eine ganz besondere Rolle spielen und wie sie helfen können, Nierensteine aufzulösen, erfahren Sie in unserem aktuellen Artikel!

 

 

Quellenangabe:

  1. Tang, J. & Chonchol, M. (2013). Vitamin D and kidney stone disease. Current Opinion in Nephrology and Hypertension, 22(4), 383–389. https://doi.org/10.1097/mnh.0b013e328360bbcd
  2. Tang, J., McFann, K. & Chonchol, M. (2012). Association between serum 25-hydroxyvitamin D and nephrolithiasis: The National Health and Nutrition Examination Survey III, 1988-94. Nephrology Dialysis Transplantation, 27(12), 4385–4389. https://doi.org/10.1093/ndt/gfs29

  3. Nguyen, S., Baggerly, L. L., French, C., Heaney, R. P., Gorham, E. D. & Garland, C. F. (2014). 25-Hydroxyvitamin D in the range of 20 to 100 nG/mL and incidence of kidney stones. American Journal of Public Health, 104(9), 1783–1787. https://doi.org/10.2105/ajph.2013.301368

  4. Johri, N., Jaeger, P., Ferraro, P. M., Shavit, L., Nair, D., Robertson, W., Gambaro, G. & Unwin, R. J. (2016). Vitamin D deficiency is prevalent among idiopathic stone formers, but does correction pose any risk? Urolithiasis, 45(6), 535–543. https://doi.org/10.1007/s00240-016-0954-x
  5. Ganji, M. R., Shafii, Z. & Hakemi, M. S. (2019). Vitamin D supplementation and risk of hypercalciuria in stone formers. PubMed, 13(1), 27–31. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30851716

Bild: Peakstock / shutterstock

Vitamin D-Supplemente: Öl Kapseln oder Tabletten?

Vitamin D-Supplemente: Öl Kapseln oder Tabletten?

Der Vitamin D-Winter hat längst begonnen und sorgt dafür, dass wir in den nächsten Monaten aufgrund der schwachen Sonneneinstrahlung auch bei schönem Wetter kein Vitamin D auf unserer Haut bilden können. Um den Vitamin D-Spiegel unter diesen Umständen im optimalen Bereich zu halten, führt kein Weg an Vitamin D-Supplementen vorbei. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vitamin D-Nahrungsergänzungsmittel haben wir in diesem Newsletter für Sie aufbereitet.

Öl-haltige Supplemente

Aufgrund der Zeitersparnis, der Sicherheit und des günstigen Preises erfreuen sich Vitamin D-Präparate zunehmender Beliebtheit. Anders als bei der Vitamin D-Produktion auf der Haut werden Supplemente in der Regel oral eingenommen.

Die am häufigsten verwendete und sogleich auch reinste Verabreichungsform ist dabei das Vitamin D-Öl, das zusätzlich den Vorteil der exakten Dosierbarkeit aufweist. Dazu wird meistens Lanolin (Schafwollfett) zusammen mit mittelkettigen Triglyceriden (MCT) entweder in Form von Tropfen oder in Form von Softgel-Kapseln abgefüllt, eingenommen. Neben Lanolin wird Vitamin D-Öl für Veganer inzwischen auch auf rein pflanzlicher Basis aus Flechten gewonnen.

Einen weiteren positiven Aspekt bietet Vitamin D in Ölform dadurch, dass es sich besser in die tägliche Mahlzeit integrieren lässt. Zum Beispiel lässt sich Vitamin D-Öl gut mit einem Salat kombinieren und wird so Bestandteil der täglichen natürlichen Nahrungsaufnahme. Die Vitamin D-Tropfen sollten dabei aber nicht erhitzt werden.


Vor- und  Nachteile von Ölen im Überblick

Vorteile:

  •  Anpassbare Dosierbarkeit
  • Abgesehen vom Trägeröl (meist gesundes MCT-Öl) keine Zusatzstoffe notwendig
  • Preis-Leistungsverhälntnis am besten
  • Kann problemlos in Mahlzeit/Alltag integriert werden
  • Bessere und schnellere Resorption

Nachteile:

  • Sollte wenn möglich im Kühlschrank gelagert werden
  • Nicht so gut geeignet für unterwegs, Flasche könnte theoretisch auslaufen

Kapseln und Tabletten

Bei Kapseln und Tabletten, die kein Öl enthalten, ist die Einnahme zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit noch wesentlich wichtiger, um eine möglichst optimale Bioverfügbarkeit zu erreichen. Außerdem wurde in einer Studie, die wir im zugehörigem Artikel zusammengefasst haben, bei den verwendeten Supplementen deutliche Abweichungen von den Herstellerangaben in Bezug auf den Vitamin D-Gehalt der Präparate nachgewiesen. Inwieweit sich das allerdings verallgemeinern lässt, bleibt offen, da in der Studie nur einzelne Produkte untersucht wurden.

Außerdem sind in ölfreien Kapseln auch die notwendigen Füllstoffe zu beachten. Diese sind bestenfalls natürlichen Ursprungs und stehen nicht im Verdacht, die Aufnahmefähigkeit negativ zu beeinflussen oder andere nachteilige Wirkungen auszulösen – je weniger Zusatzstoffe, desto besser! Um sicher zu gehen, lesen Sie am besten die Herstellerangaben auf der Verpackung. Bei Tabletten könnten sich darüber hinaus Bindestoffe, die für die Formgebung notwendig sind, als nachteilig erweisen.


Vor- und  Nachteile von Kapseln/Tabletten im Überblick

Vorteile:

  • Einfache Handhabung
  • Sehr gut geeignet für unterwegs
  • Geschmacksneutral
  • Können bei Raumtemperatur gelagert werden

Nachteile:

  • Insbesondere in Tabletten sind oft unnötige Zusatzstoffe enthalten
  • Preis-Leistungs-Verhältnis meist schlechter als bei Tropfen

Wichtig: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte die Aufnahme für eine optimale Bioverfügbarkeit gemeinsam mit Fett erfolgen, vornehmlich zu einer fettigen Mahlzeit.


Multipräparate mit Vitamin D

Multipräparate oder All-In-One-Produkte: Kombinationen zahlreicher Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe etc.), sind für eine gezielte Vitamin D-Supplementierung eher ungeeignet. Meist entsprechen die viel zu niedrigen Dosierungen solcher Präparate veralteten Empfehlungen, die sich nicht an den modernen Erkenntnissen der Vitamin-D-Forschung orientieren. Um mit solchen Präparaten eine adäquate Tagesdosis Vitamin D zu erzielen, würden die anderen in diesem Supplement enthaltenen Mikronährstoffe dadurch überproportional zugeführt werden.

Vitamin D und K2: Die Kombination von Vitamin D und Vitamin K2 bietet hingegen durchaus Vorteile und lassen sich hervorragend kombinieren. Ein bewährtes Verhältnis von Vitamin D zu K2 ist 1000 I.E. zu 20 µg.

Vitamin A+E+D+K: Während Vitamin D eine hohe therapeutische Anwendungsbreite aufweist, sollte bei Kombinationspräparaten mit Vitamin A auf eine mögliche Überdosierung geachtet werden. Die sichere obere Einnahmegrenze für Vitamin A bei Erwachsenen liegt bei 10.ooo I.E. (entspricht 3 mg) und sollte auf keinen Fall überschritten werden. In der Schwangerschaft und bei stillenden Müttern ist besondere Vorsicht geboten.
Solche Kombinationen eignen sich daher in Bezug auf Vitamin D eher zur Aufrechterhaltung des Vitamin D-Spiegels und weniger zur raschen Erhöhung des Vitamin D-Spiegels durch Initialdosen.

Vorsicht: Bei der gleichzeitiger Einnahme von verschiedenen Multipräparaten die Vitamin D beinhalten, sollte nicht vergessen werden die verschiedenen täglich zugeführten Vitamin D-Anteile zu addieren, um eine Überdosis zu verhindern.


Qualität und Herkunft

Neben der Darreichungsform von Vitamin D-Präparaten spielt auch die Qualität der Ware eine wichtige Rolle. Seriöse einheimische Hersteller garantieren in der Regel eine gute Qualität, die den etwas höheren Preis gegenüber Billigprodukten aus Fernost rechtfertigt. Letztere sind in der Regel nicht greifbar und damit auch nicht haftbar für eventuelle Schäden, die durch Verunreinigungen oder andere Qualitätsmängel entstehen können. Im DACH-Raum empfiehlt es sich daher, auf dort ansässige Unternehmen zurückzugreifen.


Fazit: Ölhaltige Tropfen haben aufgrund ihrer eventuell besseren Bioverfügbarkeit, der individuelleren Dosierungsmöglichkeiten sowie ihrer Reinheit  (meist keine Füll- und Zusatzstoffe) und der besseren Integrierbarkeit die Nase in der Gesamtbewertung vorne. Die Kombination mit Vitamin K2 hat sich seit Jahren bewährt und bringt einige Vorteile mit sich.
Ob Tropfen, Kapseln oder Tabletten, alle Darreichungsformen sollten immer zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden.
Bei der Beschaffung von Nahrungsergänzungsmitteln raten wir zu Qualitätsware aus EU-Herstellung.


Bild: FotoHelin / Adobe Stock

Vitamin-D-Studie gibt Hoffnung für Depressive

Vitamin-D-Studie gibt Hoffnung für Depressive

Rund 5,3 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Depressionen, Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Laut der "Stiftung für Deutsche Depressions Hilfe" starben im Jahr 2015 dramatische 10.080 Menschen durch Suizid. Das waren mehr Todesfälle als durch Drogen, Verkehrsunfälle und HIV zusammen. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigt, dass Vitamin D gegen die Symptome helfen kann und beweist eindrucksvoll, dass auch bei dieser Erkrankung kein Weg am Sonnen-Vitamin vorbeiführt.

In der Studie wurden 56 Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren mit leichter bis mittelschwerer Depression in zwei Gruppen eingeteilt. Die Interventionsgruppe bekam alle 2 Wochen 50.000 I.E. Vitamin D verabreicht (entspricht ca. 3600 I.E. täglich), während die Kontrollgruppe nur Placebos erhielt. Nach 8 Wochen der Supplementierung wurden die Ergebnisse mit dem sogenannten BDI-II-Score gemessen.


Der BDI-II-Score: Dies ist ein Fragebogen oder ein Test, der von Psychologen und Psychiatern verwendet wird, um die Schweregrad einer Depression bei einer Person zu bewerten. Der Test besteht aus einer Liste von Aussagen oder Fragen, die sich auf verschiedene Symptome der Depression beziehen, wie zum Beispiel Traurigkeit, Schlafprobleme, Energieverlust und Gefühle der Hoffnungslosigkeit.

Der Teilnehmer, der den Test ausfüllt, muss angeben, wie stark jedes Symptom in den letzten zwei Wochen auf ihn zutrifft. Jede Antwort wird mit einer bestimmten Punktzahl bewertet. Am Ende werden alle Punkte addiert, um einen Gesamtwert zu erhalten. Dieser Gesamtwert gibt an, wie schwer die Depression wahrscheinlich ist. Je höher der BDI-II-Wert, desto schwerwiegender wird die Depression normalerweise betrachtet.

Der Gesamtwert auf der BDI-II-Skala kann zwischen 0 und 63 liegen, wobei höhere Werte auf schwerere depressive Symptome hinweisen. Nachfolgend eine grobe Interpretation der Gesamtwerte:

  • 0-13: Minimale Depression
  • 14-19: Leichte Depression
  • 20-28: Mäßige Depression
  • 29-63: Schwere Depression

Beeindruckende Ergebnisse:

In der Interventionsgruppe verbesserte sich der Vitamin D-Spiegel um mehr als 16 ng/ml, während er in der Kontrollgruppe nur um 2 ng/ml anstieg. Der Anstieg des Vitamin D-Spiegels führte in der Vitamin-D-Gruppe zu einer signifikanten Verbesserung auf der BDI-II-Skala. Die Schwere der Depression verringerte sich um durchschnittlich 11,75 Punkte.

Bemerkenswert ist, dass Vitamin D in dieser Studie sein volles Spektrum noch nicht einmal entfalten konnte und dennoch zu diesen hervorragenden Ergebnissen führte. Denn aufgrund von stoffwechselbedingten Abläufen, die wir in einem anderen Artikel erläutern, wirkt Vitamin D bei täglicher Einnahme und im Zusammenspiel mit Magnesium noch besser. Es kann also angenommen werden, dass eine tägliche Verabreichung von Vitamin D zusammen mit Magnesium noch deutlich bessere Ergebnisse erzielt hätte.


Fazit: Vitamin D sollte bei Depressionen unbedingt in Betracht gezogen werden und reduziert in ausreichender Dosis den Schweregrad der Depression.

Quellenangabe:

Kaviani, M., Nikooyeh, B., Etesam, F., Behnagh, S. J., Kangarani, H. M., Arefi, M., Yaghmaei, P. & Neyestani, T. R. (2022). Effects of vitamin D supplementation on depression and some selected pro-inflammatory biomarkers: a double-blind randomized clinical trial. BMC Psychiatry, 22(1). https://doi.org/10.1186/s12888-022-04305-3

Bild: Africa Studio/shutterstock