Vitamin D und Schwangerschaft

Vitamin D und Schwangerschaft

Vitamin D ist als eine der wesentlichen Ressourcen der Umwelt auch an der Entstehung des neuen Lebens beteiligt. Zu den Aufgaben des Sonnenhormons gehören kurz zusammengefasst die Unterstützung bei der Einnistung der befruchteten Eizelle, der Erhalt des regulären Schwangerschaftsablaufs, die Unterstützung des fetalen Wachstums durch die Bereitstellung von Kalzium, die Kontrolle der Sekretion multipler plazentarer Hormone und die Limitierung pro-inflammatorischer Zytokine (1). Doch gerade schwangere Frauen sind in Deutschland besonders häufig von einem Vitamin D-Mangel betroffen, so eine aktuelle Untersuchung aus dem Jahr 2017.

Vitamin D schützt Schwangere und Säuglinge universell

So berichtet bereits seit etlichen Jahren eine zunehmende Anzahl von Studien über eine deutliche Verbindung zwischen dem Vitamin D Spiegel und zahlreichen Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes. Neuere Untersuchungen belegen, dass ein mütterlicher Mangel an Vitamin D einen Risikofaktor für ein gestörtes fetales Wachstum und den Ausgang der Schwangerschaft darstellt (2). Ferner bestätigt eine kürzlich erschienene Metaanalyse, dass ein mütterlicher Vitamin D-Mangel das Risiko für eine Frühgeburt erhöht (3).

Erst im Jahr 2018 erschien eine von der GrasrootsHealth-Bewegung erstellte Datensammlung (4), die im Rahmen ihres Vitamin D*Action-Projekts auf die Gefahren des weltweit verbreiteten Vitamin D-Mangels aufmerksam macht. Die ursprünglich aus Amerika stammende GrasrootsHealth-Bewegung besteht aus 48 Vitamin D-Forschern, die weltweit tätig sind und hat sich zum Ziel gesetzt, dem weltweiten Vitamin D-Mangel epidemischen Ausmaßes mittels Öffentlichkeitsarbeit entgegenzutreten.

Der unten angeführten Tabelle (Abb. 1) aus dem aktuellen Vitamin D*Action-Report, ist die präventive Wirkung von Vitamin D (25(OH)D) auf das Risiko schwangerer Frauen und ihrer Säuglinge, verschiedene Krankheiten zu entwickeln, zu entnehmen. Die prozentualen Angaben neben den farbigen Balken, zeigen die abgeschätzte Risikoreduzierung die entsprechende Krankheit zu entwickeln, abhängig von der mengenmäßigen Anhebung des Vitamin D-Spiegels. Der Referenzwert für die Erhöhung beläuft sich dabei auf 25 ng/ml, was dem Durchschnittswert der US-Bevölkerung entspricht.

Abb. 1: Päventive Wirkung von Vitamin D auf Mutter und Säugling in der Schwangerschaft -                   aus dem GrassrootsHealth-Report 2018

Beispielhaft zeigt sich hier ein um 59% geringeres Risiko einer Frühgeburt (Preterm Birth),wenn die Schwangere anstatt 25 ng/ml 40 ng/ml Vitamin D im Blutserum aufweist. Noch deutlicher ist die Risikoreduzierung bei der Beeinträchtigung der Muskelkraft (Impaired Muscle Strength) zu sehen, denn diese wird durch die Anhebung des Vitamin D-Spiegels von 25 ng/ml auf 31 ng/ml gar halbiert, während die Erhöhung auf 46 ng/ml für Depressionserkrankungen eine Risikoreduzierung um 39% bedeutet.

Auch die Säuglinge selbst profitieren unmittelbar von höheren Vitamin D-Spiegeln der austragenden Mutter. So kann der Risikofaktor ein chronisches Asthma zu entwickeln um 27%, eine Lungenentzündung um 23% und generelle Erkältungskrankheiten um 35% reduziert werden, wenn die Mutter entsprechend mit dem Sonnenhormon versorgt ist.


Vitamin D reduziert Risiko von Frühgeburten bis zu 75%

Die Resultate dieser Datenauswertung ist besonders in Bezug auf die Risikoreduzierung für Schwangerschaftsdauer und den damit verbundenen Frühgeburten eindrucksvoll. Die folgende Grafik (Abb. 2) zeigt deutlich die Abhängigkeit der Schwangerschaftsdauer von der Versorgung des Sonnenhormons - je höher der Vitamin D-Spiegel, desto länger die Schwangerschaftsdauer.

Abb. 2: Schwangerschaftsdauer in Abhängigkeit von Vitamin D-Versorgung -  aus dem GrassrootsHealth-Report

 

Invers zur Schwangerschaftsdauer, wirkt sich die Versorgung mit Vitamin D selbstverständlich auf die Frühgeburtenrate aus. Vergleicht man schwangere Frauen mit adäquaten Vitamin D-Spiegeln von über 40 ng/ml mit jenen Schwangeren deren Spiegel sich auf einem Niveau von unter 20 ng/ml befindet, so wo wird die Frühgeburtenrate bei den höher eingestellten Austragenden um 75% verringert, wie folgendes Schaubild (Abb. 3) zeigt!

Abb. 3: Frühgeburtenrate in Abhängigkeit d. Vitamin D-Versorgung - aus d. GrassrootsHealth-Report

Versorgungssituation schwangerer Frauen besorgniserregend

Aktuelle Zahlen bezüglich der Vitamin D-Versorgung schwangerer Frauen, wurden in einer Untersuchung aus Deutschland, die 2017 veröffentlicht wurde, offengelegt. Die Auswertung der Daten ergab: 78.1% der schwangeren und 53.9% der nicht schwangeren Frauen hatten einen Vitamin D Spiegel <20 ng/ml. Dabei war das Risiko für eine Schwangere, einen Vitamin D Spiegel <10 ng/ml aufzuweisen im Sommer im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen um den Faktor 3,7 und im Winter um den Faktor 13,5 erhöht (11).

Aktuelle Empfehlungen zur Vitamin D-Supplementation während der Schwangerschaft

Aufgrund langjähriger und umfangreicher Untersuchungen empfiehlt die Arbeitsgruppe von BW Hollis in Kooperation mit der amerikanischen Organisation Grassroothealth folgendes Vorgehen: Alle Schwangeren sollten vom frühestmöglichen Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft an einen Blutspiegel von mindestens 40 ng/ml aufrechterhalten (5). Dieses Vorgehen bewirkt einen maximalen Schutz für die Mütter gegen Schwangerschaftskomplikationen einschließlich der Präeklampsie und gegen die Ausbildung von Asthma für die Kinder. Zur Erreichung dieses Ziels ist eine tägliche Gabe von mindestens 4000 I.E. Vitamin D erforderlich, um die unterschiedliche Fähigkeit zur Konvertierung von Vitamin D zu 25 OH Vitamin D auszugleichen (6). Eine solche Vorgehensweise hat sich bei tausenden von Schwangeren in den vergangenen 15 Jahren als sicher erwiesen, da keine unerwünschten Nebenwirkungen durch die Vitamin D-Gaben ausgelöst wurden. Dies ist nicht verwunderlich, da die genannte Dosierung innerhalb des auch von der amerikanischen Gesellschaft für Endokrinologie als sicher definierten Einnahmebereichs liegt (7).

Optimale Säuglingsversorgung - Vitamin D über die Muttermilch

Noch besser ist es allerdings, wenn der Säugling in die Vitamin D-Supplementierung schon im Mutterleib miteinbezogen wird. Denn weltweit ist der Vitamin D Gehalt der menschlichen Milch recht gering (5-80 IU/L) - es sei denn die stillende Mutter führt eine nennenswerte Menge von Vitamin D täglich als Supplement zu oder stellt eine ausreichende Sonnenexposition sicher – was in aller Regel jedoch nicht der Fall ist. Dabei ist von wesentlicher Bedeutung, dass Vitamin D, d. h. die Vorstufe von 25 OH Vitamin D, problemlos von der mütterlichen Zirkulation in die Milch übertritt (8), während 25 OH Vitamin D dies nicht tut – eine Tatsache, die so gut wie unbekannt ist. Daraus ergibt sich auch für die Schwangerschaft die dringende Empfehlung, möglichst täglich eine ausreichende Dosis Vitamin D zuzuführen (anstelle von höheren Dosen im Intervall) oder eine regelmäßige Sonnenexposition anzustreben.

Studien (9,10) belegen, dass während der Stillzeit die mütterliche Zufuhr von 6400 I.E. Vitamin D zu einem adäquaten Vitamin D Gehalt in der Muttermilch führt. Dieses Vorgehen bietet somit eine mögliche Alternative zu der (in Deutschland üblichen) direkten Supplementation der Säuglinge mit 400-600 I.E. Die Einbeziehung der Mutter in die Supplementation hat jedoch den eindeutigen Vorteil, dass auch die Mutter und nicht nur der Säugling ausreichend mit Vitamin D versorgt wird.

Quellen:

  1. Voulgaris, N., Papanastasiou, L., Piaditis, G., Angelousi, A., Kaltsas, G., Mastorakos, G., & Kassi, E. (2017, February 28). Vitamin D and aspects of female fertility. Retrieved from https://link.springer.com/article/10.14310/horm.2002.1715
  2. Miliku, K., Vinkhuyzen, A., Blanken, L. M., McGrath, J. J., Eyles, D. W., Burne, T. H., . . . Jaddoe, V. W. (2016, June). Maternal vitamin D concentrations during pregnancy, fetal growth patterns, and risks of adverse birth outcomes. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5410992/
  3. Qin, L., Lu, F., Yang, S., Xu, H., & Luo, B. (2016, May 20). Does Maternal Vitamin D Deficiency Increase the Risk of Preterm Birth: A Meta-Analysis of Observational Studies. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4882713/
  4. https://grassrootshealth.net/wp-content/uploads/2017/01/MRIP-chart-booklet-08-2018.pdf
  5. Wagner, C. L., Baggerly, C., McDonnell, S., Baggerly, K. A., French, C. B., Baggerly, L., . . . Hollis, B. W. (2016, January). Post-hoc analysis of vitamin D status and reduced risk of preterm birth in two vitamin D pregnancy cohorts compared with South Carolina March of Dimes 2009-2011 rates. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26554936
  6. Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2013, December). Clinical review: The role of the parent compound vitamin D with respect to metabolism and function: Why clinical dose intervals can affect clinical outcomes. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3849670/
  7. Holick, M. F., Binkley, N. C., Bischoff-Ferrari, H. A., Gordon, C. M., Hanley, D. A., Heaney, R. P., . . . Endocrine Society. (2011, July). Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: An Endocrine Society clinical practice guideline. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21646368
  8. Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2013, December). Clinical review: The role of the parent compound vitamin D with respect to metabolism and function: Why clinical dose intervals can affect clinical outcomes. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3849670/
  9. Hollis, B. W., Wagner, C. L., Howard, C. R., Ebeling, M., Shary, J. R., Smith, P. G., . . . Hulsey, T. C. (2015, October). Maternal Versus Infant Vitamin D Supplementation During Lactation: A Randomized Controlled Trial. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4586731/
  10. https://pdfs.semanticscholar.org/475e/171fb021ff1d09874990f5acc4f090d52398.pdf
  11. Gellert, S., Ströhle, A., Bitterlich, N., & Hahn, A. (2017, July). Higher prevalence of vitamin D deficiency in German pregnant women compared to non-pregnant women. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28526926

Bild: www.pixabay.com & www.fotolia.com

Vitamin D für eine gesunde Schwangerschaft

Vitamin D ist als eine der wesentlichen Ressourcen der Umwelt auch an der Entstehung des neuen Lebens beteiligt. Zu den Aufgaben des Sonnenhormons gehören kurz zusammengefasst die Unterstützung bei der Einnistung der befruchteten Eizelle, der Erhalt des regulären Schwangerschaftsablaufs, die Unterstützung des fetalen Wachstums durch die Bereitstellung von Kalzium, die Kontrolle der Sekretion multipler plazentarer Hormone und die Limitierung pro-inflammatorischer Zytokine (1). Doch gerade schwangere Frauen sind in Deutschland besonders häufig von einem Vitamin D-Mangel betroffen, so eine aktuelle Untersuchung aus dem Jahr 2017.

Vitamin D schützt Schwangere und Säuglinge universell

So berichtet bereits seit etlichen Jahren eine zunehmende Anzahl von Studien über eine deutliche Verbindung zwischen dem Vitamin D Spiegel und zahlreichen Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes. Neuere Untersuchungen belegen, dass ein mütterlicher Mangel an Vitamin D einen Risikofaktor für ein gestörtes fetales Wachstum und den Ausgang der Schwangerschaft darstellt (2). Ferner bestätigt eine kürzlich erschienene Metaanalyse, dass ein mütterlicher Vitamin D-Mangel das Risiko für eine Frühgeburt erhöht (3).

Erst im Jahr 2018 erschien eine von der GrasrootsHealth-Bewegung erstellte Datensammlung (4), die im Rahmen ihres Vitamin D*Action-Projekts auf die Gefahren des weltweit verbreiteten Vitamin D-Mangels aufmerksam macht. Die ursprünglich aus Amerika stammende GrasrootsHealth-Bewegung besteht aus 48 Vitamin D-Forschern, die weltweit tätig sind und hat sich zum Ziel gesetzt, dem weltweiten Vitamin D-Mangel epidemischen Ausmaßes mittels Öffentlichkeitsarbeit entgegenzutreten.

Der unten angeführten Tabelle (Abb. 1) aus dem aktuellen Vitamin D*Action-Report, ist die präventive Wirkung von Vitamin D (25(OH)D) auf das Risiko schwangerer Frauen und ihrer Säuglinge, verschiedene Krankheiten zu entwickeln, zu entnehmen. Die prozentualen Angaben neben den farbigen Balken, zeigen die abgeschätzte Risikoreduzierung die entsprechende Krankheit zu entwickeln, abhängig von der mengenmäßigen Anhebung des Vitamin D-Spiegels. Der Referenzwert für die Erhöhung beläuft sich dabei auf 25 ng/ml, was dem Durchschnittswert der US-Bevölkerung entspricht.

Abb. 1: Päventive Wirkung von Vitamin D auf Mutter und Säugling in der Schwangerschaft –                   aus dem GrassrootsHealth-Report 2018

Beispielhaft zeigt sich hier ein um 59% geringeres Risiko einer Frühgeburt (Preterm Birth),wenn die Schwangere anstatt 25 ng/ml 40 ng/ml Vitamin D im Blutserum aufweist. Noch deutlicher ist die Risikoreduzierung bei der Beeinträchtigung der Muskelkraft (Impaired Muscle Strength) zu sehen, denn diese wird durch die Anhebung des Vitamin D-Spiegels von 25 ng/ml auf 31 ng/ml gar eliminiert, während die Erhöhung auf 46 ng/ml für Depressionserkrankungen eine Risikoreduzierung um 39% bedeutet.

Auch die Säuglinge selbst profitieren unmittelbar von höheren Vitamin D-Spiegeln der austragenden Mutter. So kann der Risikofaktor ein chronisches Asthma zu entwickeln um 27%, eine Lungenentzündung um 23% und generelle Erkältungskrankheiten um 35% reduziert werden, wenn die Mutter entsprechend mit dem Sonnenhormon versorgt ist.


Vitamin D reduziert Risiko von Frühgeburten bis zu 75%

Die Resultate dieser Datenauswertung ist besonders in Bezug auf die Risikoreduzierung für Schwangerschaftsdauer und den damit verbundenen Frühgeburten eindrucksvoll. Die folgende Grafik (Abb. 2) zeigt deutlich die Abhängigkeit der Schwangerschaftsdauer von der Versorgung des Sonnenhormons – je höher der Vitamin D-Spiegel, desto länger die Schwangerschaftsdauer.

Abb. 2: Schwangerschaftsdauer in Abhängigkeit von Vitamin D-Versorgung –  aus dem GrassrootsHealth-Report

 

Invers zur Schwangerschaftsdauer, wirkt sich die Versorgung mit Vitamin D selbstverständlich auf die Frühgeburtenrate aus. Vergleicht man schwangere Frauen mit adäquaten Vitamin D-Spiegeln von über 40 ng/ml mit jenen Schwangeren deren Spiegel sich auf einem Niveau von unter 20 ng/ml befindet, so wo wird die Frühgeburtenrate bei den höher eingestellten Austragenden um 75% verringert, wie folgendes Schaubild (Abb. 3) zeigt!

Abb. 3: Frühgeburtenrate in Abhängigkeit d. Vitamin D-Versorgung – aus d. GrassrootsHealth-Report

Versorgungssituation schwangerer Frauen besorgniserregend

Aktuelle Zahlen bezüglich der Vitamin D-Versorgung schwangerer Frauen, wurden in einer Untersuchung aus Deutschland, die 2017 veröffentlicht wurde, offengelegt. Die Auswertung der Daten ergab: 78.1% der schwangeren und 53.9% der nicht schwangeren Frauen hatten einen Vitamin D Spiegel <20 ng/ml. Dabei war das Risiko für eine Schwangere, einen Vitamin D Spiegel <10 ng/ml aufzuweisen im Sommer im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen um den Faktor 3,7 und im Winter um den Faktor 13,5 erhöht (10).

Aktuelle Empfehlungen zur Vitamin D-Supplementation während der Schwangerschaft

Aufgrund langjähriger und umfangreicher Untersuchungen empfiehlt die Arbeitsgruppe von BW Hollis in Kooperation mit der amerikanischen Organisation Grassroothealth folgendes Vorgehen: Alle Schwangeren sollten vom frühestmöglichen Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft an einen Blutspiegel von mindestens 40 ng/ml aufrechterhalten (5). Dieses Vorgehen bewirkt einen maximalen Schutz für die Mütter gegen Schwangerschaftskomplikationen einschließlich der Präeklampsie und gegen die Ausbildung von Asthma für die Kinder. Zur Erreichung dieses Ziels ist eine tägliche Gabe von mindestens 4000 I.E. Vitamin D erforderlich, um die unterschiedliche Fähigkeit zur Konvertierung von Vitamin D zu 25 OH Vitamin D auszugleichen (6). Eine solche Vorgehensweise hat sich bei tausenden von Schwangeren in den vergangenen 15 Jahren als sicher erwiesen, da keine unerwünschten Nebenwirkungen durch die Vitamin D-Gaben ausgelöst wurden. Dies ist nicht verwunderlich, da die genannte Dosierung innerhalb des auch von der amerikanischen Gesellschaft für Endokrinologie als sicher definierten Einnahmebereichs liegt (7).

Optimale Säuglingsversorgung – Vitamin D über die Muttermilch

Noch besser ist es allerdings, wenn der Säugling in die Vitamin D-Supplementierung schon im Mutterleib miteinbezogen wird. Denn weltweit ist der Vitamin D Gehalt der menschlichen Milch recht gering (5-80 IU/L) – es sei denn die stillende Mutter führt eine nennenswerte Menge von Vitamin D täglich als Supplement zu oder stellt eine ausreichende Sonnenexposition sicher – was in aller Regel jedoch nicht der Fall ist. Dabei ist von wesentlicher Bedeutung, dass Vitamin D, d. h. die Vorstufe von 25 OH Vitamin D, problemlos von der mütterlichen Zirkulation in die Milch übertritt (6), während 25 OH Vitamin D dies nicht tut – eine Tatsache, die so gut wie unbekannt ist. Daraus ergibt sich auch für die Schwangerschaft die dringende Empfehlung, möglichst täglich eine ausreichende Dosis Vitamin D zuzuführen (anstelle von höheren Dosen im Intervall) oder eine regelmäßige Sonnenexposition anzustreben.

Studien (8,9) belegen, dass während der Stillzeit die mütterliche Zufuhr von 6400 I.E. Vitamin D zu einem adäquaten Vitamin D Gehalt in der Muttermilch führt. Dieses Vorgehen bietet somit eine mögliche Alternative zu der (in Deutschland üblichen) direkten Supplementation der Säuglinge mit 400-600 I.E. Die Einbeziehung der Mutter in die Supplementation hat jedoch den eindeutigen Vorteil, dass auch die Mutter und nicht nur der Säugling ausreichend mit Vitamin D versorgt wird.

 


 

Quellen:

  1. Voulgaris, N., Papanastasiou, L., Piaditis, G., Angelousi, A., Kaltsas, G., Mastorakos, G., & Kassi, E. (2017, February 28). Vitamin D and aspects of female fertility. Retrieved from https://link.springer.com/article/10.14310/horm.2002.1715
  2. Miliku, K., Vinkhuyzen, A., Blanken, L. M., McGrath, J. J., Eyles, D. W., Burne, T. H., . . . Jaddoe, V. W. (2016, June). Maternal vitamin D concentrations during pregnancy, fetal growth patterns, and risks of adverse birth outcomes. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5410992/
  3. Qin, L., Lu, F., Yang, S., Xu, H., & Luo, B. (2016, May 20). Does Maternal Vitamin D Deficiency Increase the Risk of Preterm Birth: A Meta-Analysis of Observational Studies. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4882713/
  4. https://grassrootshealth.net/wp-content/uploads/2017/01/MRIP-chart-booklet-08-2018.pdf
  5. Wagner, C. L., Baggerly, C., McDonnell, S., Baggerly, K. A., French, C. B., Baggerly, L., . . . Hollis, B. W. (2016, January). Post-hoc analysis of vitamin D status and reduced risk of preterm birth in two vitamin D pregnancy cohorts compared with South Carolina March of Dimes 2009-2011 rates. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26554936
  6. Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2013, December). Clinical review: The role of the parent compound vitamin D with respect to metabolism and function: Why clinical dose intervals can affect clinical outcomes. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3849670/
  7. Holick, M. F., Binkley, N. C., Bischoff-Ferrari, H. A., Gordon, C. M., Hanley, D. A., Heaney, R. P., . . . Endocrine Society. (2011, July). Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: An Endocrine Society clinical practice guideline. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21646368
  8. Hollis, B. W., Wagner, C. L., Howard, C. R., Ebeling, M., Shary, J. R., Smith, P. G., . . . Hulsey, T. C. (2015, October). Maternal Versus Infant Vitamin D Supplementation During Lactation: A Randomized Controlled Trial. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4586731/
  9. https://pdfs.semanticscholar.org/475e/171fb021ff1d09874990f5acc4f090d52398.pdf
  10. Gellert, S., Ströhle, A., Bitterlich, N., & Hahn, A. (2017, July). Higher prevalence of vitamin D deficiency in German pregnant women compared to non-pregnant women. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28526926

Bild: www.pixabay.com & www.fotolia.com

Zum Welt-Vitamin D-Tag – Kostenfreier Vortrag über Vitamin D : “Hype or Hope?” (Prof. Spitz)

Zum Welt-Vitamin D-Tag –  Kostenfreier Vortrag über Vitamin D : “Hype or Hope?” (Prof. Spitz)

Heute – am 2. November –  ist der Welt-Vitamin D-Tag! Der jährlich wiederkehrende Aktionstag wurde mit dem gleichen Auftrag ins Leben gerufen wie auch das Projekt SonnenAllianz: Ziel ist es, unter Anbetracht des in der gesamten Weltbevölkerung herrschenden Vitamin D-Mangels (in einigen Ländern bis zu 90% der Bevölkerung!), ein allgemeines Bewusstsein für die zahlreichen nachgewiesenen gesundheitsfördernden Aspekte des Sonnenscheins und des Sonnenvitamins zu schaffen.

Einen wunderbaren Überblick über die Vitamin D-Thematik bietet der Vortrag unseres oftmals als “deutschen Vitamin D-Papst” betitelten SonnenAllianz-Experten Prof. Dr. Jörg Spitz [für das Video einfach nach unten scrollen], welches wir an dieser Stelle für Sie  zusammengefasst haben:

Prof. Dr. Jörg Spitz zum Thema Vitamin D – “Hype or Hope?” –  in Kürze:

  • Bereits das erste Statement lässt aufhorchen: es wird in den kommenden Jahren in keinem einzigen Pharmalabor der Welt eine Substanz produziert werden, die auch nur annähernd die Qualitäten hat, über die Vitamin D verfügt!
  • Leider kommt es noch immer vor, dass die Bedeutung von Vitamin D für unseren Körper in den Medien als Mythos deklariert wird, obwohl die wissenschaftlichen Datenbanken ein überdeutliches Bild der gesundheitlichen Vorteile des Sonnenhormons liefern.
  • In unseren Breitengraden kann im Winter kein Vitamin D über die Haut produziert werden, da die dafür benötigten UV-B-Strahlen in dieser Jahreszeit von der Atmosphäre absorbiert werden und unsere Haut nicht erreichen. Hierzulande ist die UV-B-Strahlung nur zwischen Ostern und Oktober stark genug um die Vitamin D-Synthese in der Haut anzustoßen – und dann auch lediglich in der Mittagssonne zwischen 10 und 15 Uhr. Die Faustregel lautet: Nur wenn mein Schatten kürzer ist als meine Körpergröße, kann Vitamin D über die Haut gebildet werden. Ein Sonnenbrand muss jedoch unbedingt vermieden werden!
  • Der Vitamin D-Spiegel im Blut sollte nach übereinstimmender Meinung internationaler Experten mindestens 30 ng/ml (bzw. 75 nmol/L) betragen. Studien belegen, dass bis zu 90% der deutschen Erwachsenen und Kinder - insbesondere im Winter diesen Wert nicht erreichen. Der Grund dafür liegt im Wandel des Lebensstils: Die Menschen verbringen zu viel Zeit drinnen und begeben sich häufig nur geschützt durch [Arbeitsschutz-]Kleidung oder Sonnenschutzmittel in die Sonne, wodurch eine Vitamin D-Produktion ausbleibt.
  • Neben regelmäßigem, gemäßigtem Sonnenbaden (auch im Solarium mit UV-B-Strahlen möglich), kann ein Vitamin D-Mangel sehr effektiv durch eine Supplementierung aufgefangen werden. Die benötigte Dosis korreliert dabei mit dem Körpergewicht. Bei der Berechnung von Initial- und Erhaltungsdosis unterstützt Sie der Vitamin-D-Bedarfsrechner der SonnenAllianz!
  • Im Vortrag stellt Professor Spitz eine Vielzahl an eindrucksvollen Studienergebnisse zum Zusammenhang zwischen Vitamin D-Status und dem Auftreten von Erkrankungen vor, wie beispielsweise Alzheimer-Demenz, Herzerkrankungen, (Schwangerschafts-) Diabetes, Asthma und Krebserkrankungen. Die Quintessenz: Im Vergleich zu Personen mit adäquatem Vitamin D-Status erkranken Menschen mit (dauerhaft) niedrigem Vitamin D-Spiegel deutlich häufiger an den genannten Erkrankungen.
  • Eine entscheidende Rolle spielt das Sonnenhormon schon zu Beginn unseres Lebens: Der Vitamin D-Status der Mutter in der Schwangerschaft hat Einfluss auf die Entwicklung des Immunsystems beim ungeborenen Kind. Bei einem Mangel kommt es beim Kind zu einer übersteigerten Immunreaktion. Folge ist ein höheres Risiko im Laufe des Lebens an einer Autoimmunerkrankung (z.B. Asthma, Rheuma, Mutliple Sklerose, Hashimoto Thyreoiditis) zu erkranken.

Fazit: Vitamin D ist nachweislich an vielen Prozessen in unserem Körper beteiligt. Der Vitamin D-Spiegel kann unsere Gesundheit sowohl positiv (guter Vitamin D-Spiegel) und auch negativ (Vitamin D-Mangel) beeinflussen. Beängstigend ist deshalb, dass in großen Teilen der Weltbevölkerung ein dauerhafter Vitamin D-Mangel herrscht. Neben einem regelmäßigen, ungeschützten Aufenthalt an der Sonne in der Vitamin D-Saison bzw. der Nutzung von Solarien mit UV-B-Strahlen, eignet sich die Vitamin D-Supplementierung als einfache, relativ kostengünstige und dabei sehr effektive Weise um den Körper ausreichend mit dem Sonnenvitamin zu versorgen.

Hier können Sie sich den Vortrag mit allen spannenden Details in voller Länger anschauen:

Und jetzt bleibt nur noch eins: Tragen Sie am heutigen internationalen Aktionstag dazu bei, Ihre Mitmenschen auf die gesundheitlichen Vorteile von Vitamin D aufmerksam zu machen, indem Sie diesen Artikel teilen!

Jetzt teilen:

Vitamin D in der Schwangerschaft

Vitamin D in der Schwangerschaft

Viele Frauen gehen – fast immer unbewusst – mit einem Vitamin D-Mangel in und durch die Schwangerschaft. Die dadurch entstehenden gesundheitlichen Nachteile wirken sich nicht nur auf die Mütter, sondern auch auf das Ungeborene aus und können zu langfristigen Schäden und Beeinträchtigungen, auch im späteren Lebensabschnitten, führen. Diese und weitere Zusammenhänge erläutert  Dr. med. Edalatpour in seinem am Ende des Artikels eingebetteten Video-Vortrag, auf dem wir uns in diesem Newsfeed beziehen.

Neben der bekannten Kinderkrankheit Rachitis, kann eine deutliche Vitamin D-Unterversorgung auch schwere Gesundheitsprobleme wie Untergewicht oder eine zu große Öffnung der Fontanelle beim Fötus hervorrufen. Hier finden Sie eine Auflistung der häufigsten Vitamin D-Mangelerscheinungen während der Schwangerschaft:

  • Präeklampsie bei der Mutter: Das ist eine Vorstufe von Eklampsie, deren Symptome u.a. Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Ödeme sind
  • Erhöhte Gefahr von Schwangerschaftsdiabetes: diese wird durch ein Vitamin D-Defizit begünstigt
  • Das Risiko für eine notwendige Kaiserschnittentbindung steigt erheblich
  • Instabilität des Immunsystems von Mutter und Kind
  • Erhöhte Gefahr für Frühgeburten

Kinder, deren Mütter besser mit Vitamin D versorgt sind, haben ein geringeres Risiko von Autoimmunerkrankungen wie Asthma, Diabetes Typ 1 oder Multipler Sklerose betroffen zu sein. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Vitamin D-Versorgung um die Zeit der Geburt herum und dem Auftreten chronischer Erkrankungen im späteren Lebensalter.


Wie viel Vitamin D sollte eingenommen werden?

Dr. Bruce Hollis zeigte in einer Studie an Neugeborenen auf, dass bei einer Vitamin D-Gabe von 400 I.E./Tag über 4 Monate der durchschnittliche Vitamin D-Spiegel der Säuglinge sichtbar anstieg, nämlich

  • bei Neugeborenen mit mittlerem Geburtsgewicht von 3,4 kg — von 11 auf 26 ng/ml und
  • bei Frühgeborenen mit mittlerem Geburtsgewicht von 1,3 kg — von 11 auf 51  ng/ml.

Wenn man aber berücksichtigt, dass der Vitamin D-Spiegel mindestens 30 ng/ml sein sollte, erweist sich eine Dosis von 400 I.E./Tag für Neugeborene mittleren Gewichts als zu niedrig. Ein optimaler Vitamin D Spiegel befindet sich zwischen 40-60 ng/ml.

Im darauffolgenden Abschnitt erklärt Dr. med. Edalatpour, wie anhand verschiedener Studien an weiblichen Teenagern, jungen Frauen und Erwachsenen generell nachgewiesen werden konnte, dass eine Vitamin D-Supplementierung mit nur 400 I.E. lediglich eine Zunahme von 4 ng/ml Vitamin D im Blut bewirkt. Schwangere Frauen, sind aber besonders von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Das gleiche gilt auch für übergewichtige Menschen. Säuglingsdosierungen von 400 I.E./Tag bei Schwangeren anzuwenden, sei daher besonders unsinnig, was auch in diversen Interventionsstudien bewiesen werden konnte. Diese zeigen sogar bei einer Dosierung von 2000 I.E., dass ein adäquater Vitamin D-Spiegel bei weitem nicht erreicht werden kann. Alleine um die Rachitisgefahr zu bannen, ist eine Dosierung von mindestens 4000 I.E./Tag notwendig.

Laut Dr. med. Edalatpour ist es also grundsätzlich allen schwangeren Frauen zu raten, vor und während der Schwangerschaft gute Vitamin D-Spiegel zu erreichen und zu halten – sich selbst, und dem Kind zuliebe.

Optimal ist ein dauerhafter Vitamin D-Spiegel zwischen 40-60 ng/ml – auch bei Schwangeren. Diesen Wert sollte man im besten Fall schon vor der Schwangerschaft aufgebaut haben. Dazu kann man bis 80 kg Körpergewicht, für wenige Wochen durchaus auf Dosen von bis zu 20.000 I.E./Tag zurückgreifen. Das ist in etwa soviel wie bei einem ausgiebigen Sonnenbad. Bei einem Körpergewicht über 80 kg müsste die Dosis entsprechend dem Melzrechner oder dem Rechner der SonnenAllianz erhöht werden. Erhaltungsdosen um die 5000 I.E./Tag sind je nach Körpergewicht durchaus opportun.

Alle positiven Wirkungen von Vitamin D, die nicht mit der verstärkten Kalziumaufnahme in Verbindung stehen, können ihre Wirkung übrigens nur bei täglicher Verabreichung vollends entfalten.

Hier können Sie sich den Vortrag von Dr. Edalatpour anschauen: