Atemwegserkrankungen

Dass kind_mit_asthma-gespiegelt-199x300die UV-Strahlen der Sonne gegen Atemwegserkrankungen helfen und die Lungenfunktion verbessern, ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Dass dahinter das “Sonnenschein-Vitamin D3″ steckt, ist eine Entdeckung erst aus jüngster Zeit. So konnte vor einigen Jahren der Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Vitamin D-Mangel im “Vitamin D-Winter”, von Oktober bis März, und Infektionen aller Art, vor allem aber der Grippe, schlüssig nachgewiesen werden.

Forscher aus Großbritannien sind jetzt in einer Untersuchung mit 6789 Teilnehmern der Frage nachgegangen, ob und in welchem Ausmaß sich die Versorgung mit Vitamin D auf Infektionen der Atemwege und der Lunge auswirkt. Das Ergebnis war eindeutig: Je höher der Vitamin D-Wert im Blut der Probanden, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Atemwegsinfektion. Jeder Anstieg von nur 10 nmol/l senkte das Krankheitsrisiko jeweils um sieben Prozent.


Asthma

Die immer geringere Freizeit im Freien an der Sonne und zusätzlich die Panikmache mancher “Aufklärungs”-Kampagnen zum Sonnenschutz führen zu steigendem Vitamin D-Mangel bei Kindern und Jugendlichen mit gravierenden Folgen für die Gesundheit.

Ein Beispiel ist das immer häufiger schon bei Kindern auftretende Asthma. Eine Gruppe von britischen Wissenschaftlern am Imperial College and King`s College in London unter Leitung von Prof. Atul Gupta bestätigten frühere Studienergebnisse, nach denen ein Mangel an Sonnenschein-Vitamin die Lungenfunktion bei Kindern und Jugendlichen einschränkt und die Symptome der Asthmaerkrankung deutlich verschlimmert. Das gilt vor allem für die schwere Form von Asthma, die mit Kortison kaum oder garnicht zu behandeln ist.

Die Forscher vom King`s College untersuchten 86 Kinder von denen 36 ein schweres und 26 ein “normales” Asthma aufwiesen. Die Kontrollgruppe von 24 Kindern waren frei von Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Vor allem die Kinder mit schwerem Asthma und niedrigen Vitamin D-Werten hatten häufiger und heftigere Asthma-Anfälle als die Kinder, die zwar ebenso schwer erkrankt waren, aber deren Vitamin D-Spiegel im normalen Bereich lag: Je höher die Vitamin D-Werte, desto weniger häufig und weniger schwerwiegend die Anfälle.

Unsere Studie zeigt eindeutig, dass niedrige Vitamin D-Werte zu schlechteren Lungenfunktionen, zunehmendem Medikamenteneinsatz, heftigeren Asthma-Symptomen und einer Zunahme der glatten Atemwegsmuskulatur bei Kindern mit schwerem Asthma führt,” so Prof. Gupta.

Ein ähnliches Ergebnis hat eine Studie aus dem Iran, bei der je 50 an Asthma erkrankte und ebenso viele gesunde Kinder und Jugendliche auf ihren Vitamin D-Spiegel getestet wurden. Je höher die Vitamin D-Werte waren, umso geringer die Chance einer Asthma-Erkrankung. Bei den asthmatischen Kindern zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Spiegel und der Lungenfunktion.

 

Quellen:

E. Hyppönen et al., Vitamin D status has a linear association with seasonal infections and lung function in British adults,  British Journal of Nutrition, 2011

Atul Gupta et al., Relationship Between Serum Vitamin D, Disease Severity and Airway Remodeling in Children with Asthma, Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, September 8, 2011

Soheila Alyasin, The Relationship Between Serum 25 Hydroxy Vitamin D Levels and Asthma in Children, Allergy Asthma Immunol Res. 2011 Oct;3(4):251-5