ADS / ADHS

Gabby Orcutt - Foto: unsplash.com
Gabby Orcutt – Foto: unsplash.com

Wo die Sonne häufiger und intensiver scheint, kommen Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen seltener vor. Die Sonne scheint also ein Mittel auch gegen die Probleme von ADS und ADHS zu sein – ohne Risiken und Nebenwirkungen!

Forscher an den niederländischen Universitäten von Utrecht und Nijmegen hatten sich die Karte der regionalen Verteilung von ADHS in den USA angesehen und ihnen war aufgefallen, dass die Krankheit in den südlichen und sonnenintensivsten Staaten deutlich seltener vorkam als in den sonnenärmeren US-Regionen. Ein Zusammenhang drängte sich auf.

Die Forscher begannen mit der Sammlung und Analyse verschiedener Datenquellen aus den USA und neun weiteren Ländern – und in der Tat bestätigte sich die Vermutung, dass die Intensität der Sonne das Auftreten von ADHS verringert.

Mehr Sonnenlicht für den Zappelphilipp!

Menschen mit ADHS  haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und sich aufmerksam einer Sache zu widmen; sie sind hyperaktiv und impulsiv. Die Gehirnreifung ist verzögert. In der Vergangenheit war bereits über den erfolgreichen Einsatz von Lichttherapie berichtet worden. Die Verbreitung dieser Störung wird auf fünf bis sieben Prozent eines Jahrgangs geschätzt. Allerdings sind die Diagnosen oft unsicher und bisher kennt niemand die Gründe und Auslöser dieser Krankheit.

Die niederländischen Wissenschaftler konnten jetzt zeigen, dass intensives Sonnenlicht offensichtlich eine  Schutzwirkung vor dem Ausbruch von ADS und ADHS ausübt – selbst wenn alle anderen bekannten Auslöser der Krankheit ausgeschlossen wurden.

Dieser Zusammenhang von Sonne und ADHS ist verblüffend. Aber viele Fragen bleiben offen„, so der Herausgeber der Fachzeitschrift „Biological Psychiatry„, in der diese Studie jetzt veröffentlicht wurde, Dr. John Krystal.

Die Autoren der Studie sehen viele Möglichkeiten, diese neuen Erkenntnisse praktisch zu nutzen und raten unter anderem in Schulen und Kindergärten zu längeren Aufenthalten im Freien an der Sonne und zu mehr Tageslicht in Klassenzimmern.

Quelle: Science Daily

Studie: Martijn Arns et al., Geographic Variation in the Prevalence of Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: The Sunny Perspective, Biological Psychiatry, November 2013; 74 (8): 585-90