Kann künstliche UV-Bestrahlung durch Sonnenbänke mit der Sonne mithalten? 

Verschiedene internationale Studien belegen, dass die Nutzung von Sonnenbänken durchaus zu einem angemessenen Vitamin D-Status beitragen kann.

Bereits im Jahre 2007 veröffentlichte der international renommierte Vitamin D-Forscher Dr. Michael Holick, Direktor der allgemeinen klinischen Forschungsabteilung; Direktor der Klinik für Knochengesundheitspflege und Direktor des Forschungszentrums für Heliotherapie, Licht und Haut am Boston University Medical Center,  eine Studie (1) im Journal of Bone and Mineral Research, die sich u.a. mit der Verwendung von UV-Quellen in Innenräumen zur Produktion von Vitamin D befasste.

Das Fazit der Studie: Bei einem UV-B-Anteil von ca. 5% kann je nach Intensität und UV-Expositionsdauer eine Dosis von 10.000 bis 25.000 I.E. Vitamin D, ohne Gefahren für die Haut durch diese produziert werden. 

Ähnliche Ergebnisse lieferte auch das Froscherkollektiv um das GrassrootsHealth Research Institute, welches im Jahr 2020 eine Befragung inkl. Vitamin D-Testung unter 3944 Teilnehmern durchführte, die keine Vitamin D-Supplemente einnahmen. Die Teilnehmer, die in den letzten 6 Monaten des Betrachtungszeitraumes 1-3 Mal pro Woche Innenbräuner genutzt hatten, wiesen einen durchschnittlichen Vitamin D-Spiegel von 41 ng/ml auf, während seltene Nutzer (weniger als 1 Mal pro Woche) im Durchschnitt einen Wert von 33 ng/ml und Nicht-Nutzer einen Wert von 29 ng/ml hatten. Mehr als die Hälfte (54%) der regelmäßigen Solarien-Nutzer hatte einen angemessenen Vitamin D-Spiegel von 40 ng/ml oder höher.

Abb. 1: Vitamin D-Spiegel von Solarien-Nutzern (ohne Vitamin D-Supplementierung) nach Nutzungs-Häufigkeit in den letzten 6 Monaten. Bildquelle: GrassrootsHealth Nutrient Research Institute.

Der UV-B-Anteil als entscheidender Faktor

Eine aktuellere Studie der kanadischen Autoren Kimball, Lee und Vieth aus dem Jahr 2017 (3) zeigte ebenfalls, dass durch die Nutzung von Sonnenbänken angemessene Vitamin D-Spiegel erreicht werden können, sofern die Geräte über einen UV-B-Strahlungsanteil verfügen, der annähernd der Sommersonne im Freien entspricht. In dieser Studie wurden Sonnenbänke mit verschiedenen Leuchtmitteln und somit unterschiedlichem UV-B-Anteil berücksichtigt.

Mehr als 75% der insgesamt 85 Studienteilnehmer wiesen zu Beginn der Studie einen Vitamin D-Mangel auf (<30 ng/ml). Die Probanden wurden in 4 Gruppen aufgeteilt: Gruppe 1 (grüne Linie) nutzte Sonnenbänke mit 100 W Niederdruck-Leuchtstoffröhren (4,2 % UV-B-Anteil), in Gruppe 2 (gelbe Linie) waren es 160 W und 2,2 % UV-B-Anteil. Den Teilnehmern in Gruppe 3 (rote Linie) wurden Sonnenbänke mit 700 W Hochdruck-Metallhalogenlampen mit einem UV-B-Anteil von 0,8 % zur Verfügung gestellt. Gruppe 4 (blaue Linie) nutzte keine Sonnenbank und diente somit als Kontrollgruppe.

Gruppe 1 bis 3 nutzte die Sonnenbänke für einen Zeitraum von 12 Wochen (3-mal pro Woche in den ersten 4 Wochen und 2-mal pro Woche für den restlichen Zeitraum). Auch in dieser Studie wurde die (mit der Zeit steigende) Nutzungsdauer individuell dem Hauttyp angepasst, um Sonnenbrände zu vermeiden.

Abbildung 2 veranschaulicht deutlich die Unterschiede im Anstieg des Vitamin D-Levels bei den verschiedenen Studiengruppen. In Gruppe 1 und 2 konnte in den 12 Wochen eine durchschnittliche Erhöhung des Vitamin D-Spiegels um 17 ng/ml erreicht werden. Im Vergleich zum Vitamin-D-Ausgangswert zu Beginn der Studie waren die Anstiege teilweise statistisch signifikant (in Gruppe 1 in Woche 9 (p<0.001) und 12 (p<0.001), in Gruppe 2 in Woche 12 (p = 0.05)). Im Gegensatz dazu gab es keine statistisch signifikanten Verbesserungen des Vitamin D-Spiegels in den Gruppen 3 und 4.

Abb. 2: Vitamin D-Spiegel von Nutzern unterschiedlicher Sonnenbänke (Kimball, Lee & Vieth, 2017; grüne Linie: Nutzer von Sonnenbänken mit 100 W Niederdruck-Leuchtstoffröhren mit 4,2 % UV-B-Anteil; gelbe Linie: Nutzer von Sonnenbänken mit 160 W Niederdruck-Leuchtstoffröhren mit 2,2 % UV-B-Anteil; rote Linie: Nutzer von Sonnenbänken mit 700 W Hochdruck-Metallhalogenlampen mit 0,8 % UV-B-Anteil; blaue Linie: Kontrollgruppe – keine Sonnenbanknutzung). Bildquelle: GrassrootsHealth Nutrient Research Institute.

Fazit: 

Die besprochenen Studiendaten zeigen, dass die Nutzung von Solarien zu einem angemessenen Vitamin D-Status beitragen kann. Die Studienergebnisse von Kimball et al. (2017) machen dabei deutlich, dass der UV-B-Anteil der Geräte entscheidend für die Effektivität der Vitamin D-Produktion ist: Je mehr der UV-B-Strahlungsanteil des verwendeten Gerätes dem der natürlichen Sommersonne (ca. 5 % Anteil) entspricht, desto eher kann durch die künstliche Besonnung ein adäquater Vitamin D-Spiegel (> 40 ng/ml) erreicht werden. Zudem ist – wie auch bei der natürlichen Sonne – eine regelmäßige Nutzung ausschlaggebend, um in den Bereich eines angemessenen Vitamin D-Spiegels zu kommen und diesen aufrecht zu erhalten. 


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Quellen:

  1. Holick, M. F., Chen, T. C., Lu, Z. & Sauter, E. (2007). Vitamin D and Skin Physiology: A D-Lightful Story. Journal of Bone and Mineral Research, 22(S2), V28–V33. https://doi.org/10.1359/jbmr.07s211
  2.  GrassrootsHealth Research Institute (2020). UV Exposure from Sources Other Than the Sun. Abgerufen am 22.03.2021 von https://www.grassrootshealth.net/blog/uv-exposure-sources-sun/
  3. Kimball, S. M., Lee, J. & Vieth, R. (2017). Sunbeds with UVB radiation can produce physiological levels of serum 25-Hydroxyvitamin D in healthy volunteers. Dermato-Endocrinology, 9(1), e1375635. https://doi.org/10.1080/19381980.2017.1375635

Titelbildquelle: luckybusiness-Adobe Stock

Sonnenstrahlen wirken

Die Bedeutung von Sonne und Vitamin D für die Gesundheit der Bevölkerung: Plan B im 21.  Jahrhundert

  • Mehrere Studien konnten starke Korrelationen und Abhängigkeiten zwischen Sonnenexposition und einer Verringerung des Risikos, an bestimmten Krankheiten zu erkranken, aufzeigen. Dabei ist die Sterblichkeitsrate bei den untersuchten Krankheiten höher als die von Hautkrebs.
  • Viele gesundheitsfördernde Wirkungen der UV-Strahlung wird auf das Vitamin D zurückgeführt. Darüber hinaus gibt aber noch weitere positive Faktoren wie zum Beispiel Stickstoffmonoxid, welche die UV-Strahlung mit sich bringt.
  • Vitamin D-Präparate alleine können daher eine UV-Exposition nicht vollumfänglich und dauerhaft ersetzen.
  • Eine strikte Strategie der totalen Sonnenvermeidung ist daher kein adäquater Lösungsansatz, sondern ein maßvoller Umgang mit der Sonne und der künstlichen UV-Strahlung sind essentiell für unsere Gesundheit.

Die derzeitigen Empfehlungen vieler Institutionen besagen, dass übermäßige Sonnenexposition gesundheitsschädlich ist. Dabei wird aber stetes vergessen eine Definition für „übermäßige Sonnenexposition“ zu nennen, was in vielen Fällen zu einer gänzlichen Vermeidung dieser führt. Forscher des Institutes für Gesundheitswissenschaften an der medizinischen Universität von South Calrolina, USA prangern diesen Umstand in einer 2018 veröffentlichten Publikation an und fordern ausgewogenere Richtlinien im Umgang mit UV-Strahlung.

Hier haben wir die eindrucksvollen Kernsaussagen der Publikation für Sie zusammengefasst:

Kernaussagen:

  • Schwere Sonnenbrände sind mit einem erhöhtem Melanomrisiko verbunden – Sonnenexposition die keine Sonnenbrände als Folge aufweisen, verringern aber das Melanomrisiko
  • Das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom) der Haut ist mit Berufen im Freien und entsprechend einer hohen kumulativen Sonnenexposition auf Lebenszeit verbunden
  • der Zusammenhang mit der UV-Exposition ist beim Basalzellkarzinom der Haut ist nicht so eindeutig, jedoch scheint dieser eher mit Sonnenbränden in Verbindung zu stehen
  • In einer 2014 durchgeführten Studie wurde geschätzt, dass ungefähr 12% der Todesfälle in den USA (340.000 Personen pro Jahr) auf eine unzureichende Sonneneinstrahlung zurückzuführen sind
  • UV-A-Strahlung erhöht Stickoxide, was sich positiv auf den Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt
  • Vitamin D-Spiegel von unter 12 ng/ml korrelieren mit dem doppelten Risiko für Darmkrebs, als Vitamin D-Spiegel von über 33 ng/ml
  • Vitamin D-Spiegel von 19,8 ng/ml gegenüber 27 ng/ml korrelieren mit einem um 37% erhöhten Brustkrebsrisiko
  • Vitamin D-Spiegel von weniger als 20 ng/ml gegenüber > 60 ng / ml korrelieren mit einem um 400% erhöhten Brustkrebsrisiko
  • Vitamin D-Spiegel von 14 ng/ml gegenüber 32 ng/ml korrelieren mit einem um 79% erhöhten Brustkrebsrisiko bei Brustkrebspatientinnen
  • Vitamin D-Spiegel von weniger als 5 ng/ml korrelieren gegenüber > 20 ng/ml mit einem um 35% erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes
  • Vitamin D-Spiegel von weniger als 20 ng/ml korrelieren mit einem um 64% erhöhten Risiko für ein metabolisches Syndrom bei älteren Menschen
  • Vitamin D-Spiegel von unter 10 ng/ml gegenüber > 20 ng/ml korrelieren mit einem um 122% erhöhten Alzheimer-Risiko
  • Vitamin D-Spiegel von unter 12 ng/ml gegenüber > 20 ng/ml korrelieren mit einem um 43% erhöhten Risiko für Multiple Sklerose bei Frauen
  • Vitamin D-Spiegel von weniger als 12 ng/ml gegenüber > 12 ng/ml in der frühen Schwangerschaft korrelieren mit einem um 90% erhöhten Risiko für Multiple Sklerose bei Nachkommen
  • Vitamin D-Spiegel bei Neugeborenen und schwangeren Müttern in der Mitte der Schwangerschaft von weniger als 10 ng/ml gegenüber > 20 ng / ml korrelieren mit einem um 142% erhöhten Autismusrisiko bei Nachkommen
  • Vitamin D-Spiegel von weniger als 12 ng/ml gegenüber mehr als 12 ng/ml bei Frauen mit einem genetischen Risiko für altersbedingte Makuladegeneration (AMD) korrelieren mit einem 6,7-fachen Anstieg des Risikos von Entwicklung von AMD

https://www.mdpi.com/1660-4601/15/12/2794/htm#B16-ijerph-15-02794

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Können künstliche UV-B-Quellen den Vitamin D-Spiegel verbessern?

Können künstliche UV-B-Quellen den Vitamin D-Spiegel verbessern?

Immer wieder begegnen wir Schlagzeilen und Artikeln mit der Behauptung, dass im Solarium keine oder kaum Vitamin D-Bildung möglich sei.

Inzwischen belegen jedoch verschiedene internationale Studien, dass die Nutzung von Sonnenbänken sehr wohl zu einem angemessenen Vitamin D-Status beitragen kann. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen einige wichtige Studien zum Thema vor.

Bereits im Jahre 2007 veröffentlichte der international renommierte Vitamin D-Forscher Dr. Michael Holick eine Studie (1) im Journal of Bone and Mineral Research, die sich u.a. mit der Verwendung von UV-Quellen in Innenräumen zur Produktion von Vitamin D befasste.

Im Rahmen dieser Studie nutzten 15 Probanden drei Mal pro Woche eine Sonnenbank, deren Strahlenspektrum einen UV-B-Anteil von 5% aufwies. Dabei wurde die Expositionsdauer dem jeweiligen Hauttyp der Probanden so angepasst, dass sie einer - vor Sonnenbrand und Hautrötungen sicheren - minimalen Erythemdosis (kurz: MED; ein Maß für die Toleranz der menschlichen Haut gegenüber UV-Strahlung) von ca. 0,75 ausgesetzt waren [zur Einordnung: 1 MED UV-B-Strahlung kann Rötungen und Sonnenbrand verursachen und ist vergleichbar mit der Einnahme von 10.000 bis 25.000 I.E. Vitamin D]. 

Bei den Studienteilnehmern mit Hauttyp 2 (hell, verbrennt leicht) und Hauttyp 3 (dunklere, weiße Haut, bräunt nach der ersten Verbrennung) kam es zu einer enormen Verbesserung des Vitamin D-Status: Nach einer Woche der Exposition war der Vitamin D-Spiegel um 50% gestiegen, nach weiteren 5 Wochen um 150%. Anschließend erreichte der Vitamin D-Spiegel ein Plateau, welches bis Woche 7 erhalten blieb. Dr. Holick und seine Kollegen schlussfolgerten, dass künstliche UV-B-Quellen eine ausgezeichnete Quelle für die Produktion von Vitamin D in der Haut sind.

Zu diesem Fazit kam auch das GrassrootsHealth Research Institute, welches im Jahr 2020 eine Befragung inkl. Vitamin D-Testung unter 3944 Teilnehmern durchführte, die keine Vitamin D-Supplemente einnahmen (2). Die Teilnehmer, die in den letzten 6 Monaten häufig (1-3 Mal pro Woche) Innenbräuner genutzt hatten, wiesen einen durchschnittlichen Vitamin D-Spiegel von 41 ng/ml auf, während seltene Nutzer (weniger als 1 Mal pro Woche) im Durchschnitt einen Wert von 33 ng/ml und Nicht-Nutzer einen Wert von 29 ng/ml hatten. Mehr als die Hälfte (54%) der regelmäßigen Solarien-Nutzer hatte einen angemessenen Vitamin D-Spiegel von 40 ng/ml oder höher.

Bei den Umfragedaten bleibt allerdings unklar, über welchen UV-B-Anteil die genutzten Solarien verfügten.

Abbildung 1: Vitamin D-Spiegel von Solarien-Nutzern (ohne Vitamin D-Supplementierung) nach Nutzungs-Häufigkeit in den letzten 6 Monaten. Bildquelle: GrassrootsHealth Nutrient Research Institute.

 

Der UV-B-Anteil als entscheidender Faktor

Eine aktuellere Studie der kanadischen Autoren Kimball, Lee und Vieth aus dem Jahr 2017 (3) zeigte ebenfalls, dass durch die Nutzung von Sonnenbänken angemessene Vitamin D-Spiegel erreicht werden können, sofern die Geräte über einen UV-B-Strahlungsanteil verfügen, der annähernd der Sommersonne im Freien entspricht. In dieser Studie wurden Sonnenbänke mit verschiedenen Leuchtmitteln und somit unterschiedlichem UV-B-Anteil berücksichtigt.

Mehr als 75% der insgesamt 85 Studienteilnehmer wiesen zu Beginn der Studie einen Vitamin D-Mangel auf (<30 ng/ml oder <75 nmol/L). Die Probanden wurden in 4 Gruppen aufgeteilt: Gruppe 1 (grüne Linie) nutzte Sonnenbänke mit 100 W Niederdruck-Leuchtstoffröhren (4,2 % UV-B-Anteil), in Gruppe 2 (gelbe Linie) waren es 160 W und 2,2 % UV-B-Anteil. Den Teilnehmern in Gruppe 3 (rote Linie) wurden Sonnenbänke mit 700 W Hochdruck-Metallhalogenlampen mit einem UV-B-Anteil von 0,8 % zur Verfügung gestellt. Gruppe 4 (blaue Linie) nutzte keine Sonnenbank und diente somit als Kontrollgruppe. 

Gruppe 1 bis 3 nutzte die Sonnenbänke für einen Zeitraum von 12 Wochen (3-mal pro Woche in den ersten 4 Wochen und 2-mal pro Woche für den restlichen Zeitraum). Auch in dieser Studie wurde die (mit der Zeit steigende) Nutzungsdauer individuell dem Hauttyp angepasst, um Sonnenbrände zu vermeiden.

Abbildung 2 veranschaulicht deutlich die Unterschiede im Anstieg des Vitamin D-Levels bei den verschiedenen Studiengruppen. In Gruppe 1 und 2 konnte in den 12 Wochen eine durchschnittliche Erhöhung des Vitamin D-Spiegels um 17 ng/ml (42 nmol/L) erreicht werden. Im Vergleich zum Vitamin D-Ausgangswert zu Beginn der Studie waren die Anstiege teilweise statistisch signifikant (in Gruppe 1 in Woche 9 (p<0.001) und 12 (p<0.001), in Gruppe 2 in Woche 12 (p = 0.05)). Im Gegensatz dazu gab es keine statistisch signifikanten Verbesserungen des Vitamin D-Spiegels in den Gruppen 3 und 4.

Abbildung 2: Vitamin D-Spiegel von Nutzern unterschiedlicher Sonnenbänke (Kimball, Lee & Vieth, 2017; grüne Linie: Nutzer von Sonnenbänken mit 100 W Niederdruck-Leuchtstoffröhren mit 4,2 % UV-B-Anteil; gelbe Linie: Nutzer von Sonnenbänken mit 160 W Niederdruck-Leuchtstoffröhren mit 2,2 % UV-B-Anteil; rote Linie: Nutzer von Sonnenbänken mit 700 W Hochdruck-Metallhalogenlampen mit 0,8 % UV-B-Anteil; blaue Linie: Kontrollgruppe – keine Sonnenbanknutzung). Bildquelle: GrassrootsHealth Nutrient Research Institute.

 

Fazit: 

Die besprochenen Studiendaten zeigen, dass die Nutzung von Solarien zu einem angemessenen Vitamin D-Status beitragen kann. Die Studienergebnisse von Kimball et al. (2017) machen dabei deutlich, dass der UV-B-Anteil der Geräte entscheidend für die Effektivität der Vitamin D-Produktion ist: Je mehr der UV-B-Strahlungsanteil des verwendeten Gerätes dem der natürlichen Sommersonne (ca. 5 % Anteil) entspricht, desto eher kann durch die künstliche Besonnung ein adäquater Vitamin D-Spiegel (> 40 ng/ml) erreicht werden. Zudem ist – wie auch bei der natürlichen Sonne – eine regelmäßige Nutzung ausschlaggebend, um in den Bereich eines angemessenen Vitamin D-Spiegels zu kommen und diesen aufrecht zu erhalten.  

Für einen sicheren Umgang mit Sonnenbänken, beachten Sie unbedingt unsere Tipps zum Sonnen im Solarium >>

Welche gesundheitsfördernden Wirkungen das natürliche und künstliche Licht abseits vom Vitamin D hat, können Sie hier nachlesen >>

Quellen:

(1) Holick, M. F., Chen, T. C., Lu, Z. & Sauter, E. (2007). Vitamin D and Skin Physiology: A D-Lightful Story. Journal of Bone and Mineral Research, 22(S2), V28–V33. https://doi.org/10.1359/jbmr.07s211

(2) GrassrootsHealth Research Institute (2020). UV Exposure from Sources Other Than the Sun. Abgerufen am 22.03.2021 von https://www.grassrootshealth.net/blog/uv-exposure-sources-sun/ 

(3) Kimball, S. M., Lee, J. & Vieth, R. (2017). Sunbeds with UVB radiation can produce physiological levels of serum 25-Hydroxyvitamin D in healthy volunteers. Dermato-Endocrinology, 9(1), e1375635. https://doi.org/10.1080/19381980.2017.1375635

 

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Tipps und Tricks

Hier erhalten Sie kurz zusammengefasst die wichtigsten „Tipps und Tricks“ rund um das Thema Sonnen!

Der Artikel in Kürze:

Allgemeine Tipps

› Tipps zum „Sonnen in der Sonne“

          – Extratipps für den Urlaub

          – Extratipps für Medikamenteneinnahme

› Tipps zum „Sonnen im Solarium“

› Tipps zur Einnahme von Nahrungsergänzung

 


Allgemeine Tipps: 

  • Sommerzeit (Ende März – Mitte Oktober): ausreichend und regelmäßiges, moderates Sonnen in der Sonne
  • Winterzeit (Mitte Oktober – Ende März): Alternativen zur Produktion von Vitamin D nutzen, wie Nahrungsergänzungsmittel, Solarium und/ oder Winterurlaub 
  • Eselsbrücke für alle Autofahrer: Die Regel von O-O (*Oktober – *Ostern) Winterreifen als Hilfsmittel gegen Schnee und Glätte nutzen, bedeutet in Bezug auf die Sonne:

„von O-O Hilfsmittel zur Vitamin D-Produktion nutzen“  


Tipps zum „Sonnen in der Sonne“!

  1. In Deutschland zur intensiven Vitamin D-Bildung nur möglich von Ende März – Mitte Oktober zwischen 11:00 – 15:00 Uhr. Je weiter man sich auf der Zeitachse vom Sonnenhöchststand (21. Juni) entfernt, desto geringer wird dieses Zeitfenster sowie die Intensität der durchdringenden UV-B-Strahlung und schließt sich Mitte Oktober bzw. Ende März.
  2. Je nach Hauttyp ca. 10-20 Minuten (helle Hauttypen benötigen kürzere Zeit); längeres in die Sonne legen bringt nichts für die Vitamin  D-Produktion
  3. Mindestens Arme und Beine ungeschützt
  4. Bei wolkenfreiem Himmel
  5. Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen, dies ist ein eindeutiges Signal der Überdosierung! Seien Sie besonders achtsam, wenn Ihre Haut sich nach dem Winter wieder an die Sonne gewöhnen muss.
  6. Bei Sonnenschutzmittel auf UV-A-Schutz achten!
  7. Mäßig und moderat
  8. Informieren Sie sich unter folgenden Links wie „stark“ die UV-Strahlung der Sonne gerade bei Ihnen ist (UV-Index): UV Index deutschlandweit | UV Index europaweit
  9. Vorsicht bei Medikamenteneinnahme! Beachten Sie unbedingt mögliche phototoxische Nebenwirkungen (Beipackzettel). 

Extratipps für den „Urlaub in der Sonne“

  1. Beachten Sie die Tipps zum „Sonnen in der Sonne“
  2. Passen Sie ihre Sonnen-Dauer an den Breitengrad ihres Urlaubsortes an (Intensität der UV-Strahlung nimmt zu je näher Sie am Äquator sind)
  3. Informieren Sie sich über ihren UV-Index. Sie können auf den folgenden Links sehen wie „stark“ die UV-Strahlung der Sonne gerade an ihrem Urlaubsort oder zuhause istUV Index deutschlandweit | UV Index europaweit

Extratipps für „Medikamenteneinnahme und Sonnen“

  1. Informieren Sie sich, ob die eingenommenen Medikamente phototoxische Nebenwirkungen auslösen können
  2. Meiden Sie direkte Sonnenbestrahlung um die Mittagszeit
  3. Schützen Sie sich vor phototoxischen Reaktionen mit lichtschützender Kleidung
  4. Verwenden Sie hochwertige Sonnencreme (mindestens Schutzfaktor 30)
  5. Beachten Sie UVA-durchlässiges Glas wie zum Bsp. in Gebäuden oder im Auto

Tipps zum „Sonnen im Solarium“

1. UV-B Strahlen sind ein MUSS, ansonsten geschieht keine Vitamin D-Produktion und die Gefahr für Hautkrebs steigt.

Moderne Solarien verfügen über einen ausgewogenen UV-A/UV-B-Mix, welcher der Zusammensetzung der natürlichen Sonnenstrahlen bei vielen Geräten ähnlich ist. Die Strahlungsstärke entspricht mit 0,3 W/m² genau der Mittagssonne in südlichen Ländern. Entsprechend kann die UV-Bestrahlung in Sonnenbänken in vergleichbarer Weise die Vitamin-D-Synthese anstoßen.

2. Nutzen Sie nur Solarien mit ausgebildetem Fachpersonal.

Diese beraten Sie gerne und helfen ihnen bei der Auswahl des für Sie entsprechenden Besonnungs-Programms. Ein Indikator für ein professionelles Sonnenstudio mit Fachpersonal ist an der Einhaltung der UV-Schutz-Verordnung ersichtlich.

3. Passen Sie Zeit und Dauer Ihrem Hauttyp an.

Bei der Nutzung von Solarien ist das Personal verpflichtet, eine Hauttypenanalyse mittels Fragebogen, sowie einen Besonnungsplan anzubieten. Auf Basis Ihres Hauttyps wird ein für Sie speziell geltender Dosierungsplan erstellt. Dieser ist abgestimmt auf die in dem Sonnenstudio nutzbaren Bestrahlungsgeräte.

Optimal wäre die Nutzung von modernen Solarien mit eingebautem Hautsensor.

4. Überdosierung: Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen.

Sonnenbrand ist unbedingt zu vermeiden. Beim ersten Anzeichen von Sonnenbrand sollte man die Besonnung deshalb sofort beenden.

5. Die Intensität der Sonnenbank darf nicht verwechselt werden mit der der natürlichen Sonne

Die Bestrahlungsintensität und das Spektrum moderner und gesetzeskonformer Solarien entsprechen heute ziemlich genau der sogenannten ,,Referenzsonne“.

Diese bezeichnet die spektrale UV-Bestrahlungsstärke der Solarstrahlung, an der Erdoberfläche bei Sonnenhöchststand (90°) in den Tropen.  Daher entspricht sie annähernd dem zu erwartenden Maximalwert der UV-Strahlung, dem auch ein Maximum an biologischer Wirksamkeit zukommt.

Beispielsweise können 10 Minuten einer modernen Hochleistungssonnenbank einem 25-minütigen Sonnenbad am Strand von Mallorca entsprechen.

6. Tragen Sie die desinfizierte Schutzbrille, um Ihre Augen zu schützen.

7. Vorsicht bei Medikamenten: Aufgrund von Unverträglichkeitsreaktionen sollte vor dem Solarium-Besuch abgeklärt werden, ob die eingenommenen Medikamente fototoxische Reaktionen auslösen können. Mehr dazu erfahren Sie hier.

8. Nutzen Sie bei der Bestrahlung keine Kosmetika.

9. Beschränken Sie die Nutzung eines Solariums auf ca. 1 mal pro Woche.


Tipps zur Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel:

  1. Testen Sie Ihren Vitamin D Spiegel
  2. Dosierungstipps: Vitamin D immer angepasst auf ihre Zielgruppe – nutzen Sie am besten unseren Vitamin D-Bedarfsrechner
  3. Täglich in Form von Tropfen, Kapseln oder Tabletten einnehmen; Erwachsener ca. 4000 – 5000 I.E. pro Tag bei 70 kg Körpergewicht.

Solarium – ist Vitamin D Bildung möglich?

Von einigen Dermatologen und Strahlenschützern – in den Medien ständig wiederholt – wird die Wirksamkeit der künstlichen Besonnung in Solarien für die Vitamin D-Bildung bestritten.

Die vermeintlichen Argumente:

  • „Solarien strahlen fast nur UV-A Strahlen ab. Vitamin D-Synthese ist aber auf UV-B Strahlen angewiesen.“
  • „Ausreichend Vitamin D bildet der Körper bereits, wenn Gesicht und Unterarme pro Tag 10-15 Minuten dem Tageslicht ausgesetzt werden – selbst an Tagen ohne Sonne und selbst im Winter.“
  • „Der Körper ist zudem in der Lage, für die Wintertage einen ausreichenden Vorrat an Vitamin D anzulegen.“

Sonnen führt nicht zu Melanom - Foto: fotolia.com
Sonnen führt nicht zu Melanom – Foto: fotolia.com

Tatsache: Solarium-Strahlung kann Vitamin D bilden

Die oben genannten Argumente sind falsch und teilweise abstrus: Im „Vitamin D-Winter“ kann in unseren Breiten die Sonne normalerweise kein Vitamin D in der Haut bilden und die im Fettgewebe gespeicherten „Vorräte“ haben eine Halbwertszeit von nur 3 Wochen, um die Winterzeit zu überbrücken. Dagegen kann eine regelmäßige Besonnung in modernen, handelsüblichen Solarien, die auch UV-B Strahlung emittieren, – weit unterhalb der Sonnenbrand-Schwelle – die Vitamin D-Synthese in der Haut für eine ausreichende, ganzjährige Versorgung anstoßen – wie inzwischen durch zahlreiche Studien belegt wurde (s. unten eine Liste der wichtigsten Studien dazu).

Beispielgebend dafür ist das amerikanische Vitamin D-Forschungskollektiv der GrassrootsHealth-Bewegung, das sich genau dieser Frage angenommen hat und auf seiner Homepage die eindeutigen Ergebnisse präsentiert. Berücksichtigt wurden natürlich nur Innenbräuner und Solarien, die auch mit UV-B-Bestrahlung arbeiten, denn dies ist die Grundvoraussetzung für eine Vitamin D-Synthese auf der Haut.

Anfangs wurden die Teilnehmer gefragt, wie oft sie in den letzten 6 Monaten Indoor-Bräunungsgeräte verwendet haben. Durch die Messungen der Vitamin D-Spiegel konnten die beteiligten Wissenschaftler eine positive Wirkung von künstlicher UV-B-Strahlung auf den Vitamin D-Status nachweisen.

Die Ergebnisse:

Für diejenigen, die regelmäßig (1-3 mal / Woche) Innenbräuner wie z.B. Sonnenbänke verwendeten, betrug der durchschnittliche Vitamin D-Spiegel 41 ng/ml, was nach derzeitigem Wissensstand einem optimalen Wert entspricht.  34 ng/ml betrug der Vitamin D-Spiegel für Gelegenheitsbräuner (weniger als 1 mal / Woche) und nur 28 ng/ml für Nichtnutzer von Innenbräunern. Nur 3% der regulären Anwender und 5% der Gelegenheitsbräuner hatten Vitamin D-Spiegel von weniger als 20 ng/ml (Abb. 1).

 

Abb. 1: Messdaten von der GrassroothHealth-Bewegung, die beweisen, dass eine regelmäßige künstliche Besonnung positive Auswirkungen auf den Vitamin D-Spiegel hat. Die 3 Balken stellen die Anwendungshäufigkeit von künstlichen UV-B-Quellen dar.

Vitamin D muss im Winter also nicht zwangsläufig als Supplement eingenommen werden, sondern lässt sich alternativ bedarfsgerecht über künstliche UV-B-Strahlung abdecken. Wie bei der Sonneneinstrahlung ist es auch bei der Bräunung in Innenräumen wichtig, die Dauer zu berücksichtigen und Sonnenbrände unbedingt zu meiden.


1. Optimaler Vitamin-D Spiegel ohne Supplementation oder künstliches UV-Licht dauerhaft unmöglich

In Ländern nördlicher Breite (z.B. Mitteleuropa und Nordeuropa) sowie in Ländern, in denen für Frauen die vollkommene Verhüllung des Körpers Vorschrift ist, haben viele Studien einen verbreiteten Mangel an Vitamin D „in epidemischen Ausmaßen“ festgestellt. Ein ausreichender Vitamin D-Spiegel liegt nach  gegenwärtigem wissenschaftlichem Stand bei einem 25-Hydroxyvitamin D-Pegel – 25(OH)D – im Blut von mindestens 30 ng/ml. Insbesondere bei älteren Menschen muss auf einen guten bis sehr guten Vitamin D-Spiegel geachtet werden.

Für die therapeutische Wirksamkeit werden von einigen Wissenschaftlern sogar Werte von bis zu 75 ng/ml empfohlen. Für den Erhalt eines optimalen Vitamin D-Spiegels von 40-60 ng/ml während der sonnenarmen Zeit, wird eine tägliche Dosis von ca. 2.000 – 5.000 I.E. benötigt. Zum Vergleich bildet die Haut im Laufe eines zwanzigminütigen Sonnenbads bei bloßem Oberkörper im Sommer etwa 20.000 Einheiten – je nach Hauttyp, Tageszeit, Bewölkung, Höhenlage etc..

Über zig-tausende von Jahren haben die Menschen bei der Jagd und der Arbeit im Freien sehr viel mehr Sonne und damit Vitamin D3 „getankt“. Die Evolution hatte inzwischen nicht ausreichend Zeit, um den Menschen und seinen Vitamin D-Bedarf an die moderne Lebensweise anzupassen mit nur kurzzeitigem Sonnen-Aufenthalt – zumal mit bedeckter Haut – einerseits und die plötzliche, unvorbereitete Dauerbestrahlung in den Ferienwochen andererseits.


2. Strahlenintensität der natürlichen Sonne reicht im „Vitamin D-Winter“ nicht aus

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In Deutschland ist von Oktober bis März keine Vitamin D-Produktion durch die UV-Exposition der Sonne möglich, weil die Sonneneinstrahlung zu flach auf die Erdoberfläche bzw. die menschliche Haut auftrifft und daher der wirksame UV-B-Anteil durch den längeren Weg durch die Atmosphäre absorbiert wird. Dieser Umstand wurde bereits 1988 durch ein amerikanisches Forscherteam mittels Messungen am 52. Breitengrad, an dem sich auch Berlin befindet, nachgewiesen (1).

Doch auch von Anfang April bis Ende September kann Vitamin D nur in einem max. Zeitfenster von 11 bis 15 Uhr (Hochsommer) auf der Haut synthetisiert werden. Je weiter man sich auf der Zeitachse vom Sonnenhöchststand (21. Juni) entfernt, desto geringer wird dieses Zeitfenster sowie die Intensität der durchdringenden UV-B-Strahlung und schließt sich Oktober bzw. März gänzlich. So kann in den Monaten April und September beispielsweise nur noch in der Mittagssonne ein wenig Vitamin D durch Sonnenexposition getankt werden. Der Sonnenhöchststand ist durch die Sommerzeitumstellung übrigens um 13:00 und nicht um 12:00 Uhr mittags. Worauf Sie beim Sonnen achten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.


3. Die „Kosten“ des Vitamin D-Mangels

Der „epidemische“ Vitamin D-Mangel in bestimmten Gegenden, bei bestimmten Bevölkerungsschichten und unter bestimmten kulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen führt zu gesundheitlichen Schäden, die die Gesundheitsbudgets der Sozialsysteme in den betroffenen Ländern stark belasten.

Eine drastische Verringerung oder gänzliche Vermeidung von UV-Exposition würde die dadurch entstehenden Krankheitskosten gegenüber den bestehenden durch UV-Strahlung verursachten Kosten um den Faktor 2000 nach oben treiben. Ein Umstand der seit 2008 bekannt ist, aber geflissentlich verschwiegen wird (2).

Die permanente sich gegen die Sonne richtende Negativ-Berichterstattung führte im Jahr 2015 zu einer deutschlandweiten Vitamin D-Mangel-Epidemie. Bei sagenhaften 88% wurde bei einer groß angelegten Erhebung des Robert-Koch-Instituts weniger als 30 ng/ml Vitamin D im Blutserum gemessen (3).


4. Unsinnige Rezepte

Das Argument, schon 10-15 Minuten sonnenloses Licht an Gesicht und Armen produziere ausreichende Mengen an Vitamin D im Körper ist gleich aus mehreren Gründen falsch:

  • Die Leitlinien der Fachverbände (z.B. Osteologen, http://www.dvosteologie.org) verlangen einen täglichen Aufenthalt im Freien bei Tages-/Sonnenlicht von mindestens 30 Minuten zur Mittagszeit.
  • Nicht jeder Mensch setzt im Winter und zur Mittagszeit 10 Minuten lang Gesicht, Hände und Arme der Sonne aus – und wenn er es täte, wäre es in unseren Breiten wirkungslos.
  • Die tägliche Besonnung an der freien Luft wird nur in seltenen Fällen eingehalten.
  • Die notwendige Strahlungsintensität für die Produktion der täglich notwendigen Vitamin D Dosis von mindestens 2.000 I.E. wird bei 15 Minuten Gesicht und Armen selbst in der prallen Wintersonne nicht erreicht, geschweige denn bei diesigem oder bedecktem Himmel. Tatsächlich wird in unseren Breitengraden von Oktober bis März in der Regel nahezu kein Vitamin D durch natürliche Sonneneinstrahlung über die Haut gebildet (s. Punkt 2).
  • Die im Sommer „eingelagerten“ Reserven an Vitamin D reichen in keinem Fall für die gesamte „dunkle“ Jahreszeit aus. Studien zufolge liegt etwa im März in Deutschland der Vitamin D-Spiegel bei durchschnittlichen 25 Prozent der Normal-Höhe.

Quellen

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  2. Rabenberg, M., Scheidt-Nave, C., Busch, M. A., Rieckmann, N., Hintzpeter, B., & Mensink, G. B. (2015, July 11). Vitamin D status among adults in Germany–results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4499202/
  3. Lucas, R. M., Mcmichael, A. J., Armstrong, B. K., & Smith, W. T. (2008). Estimating the global disease burden due to ultraviolet radiation exposure. International Journal of Epidemiology, 37(3), 654-667. doi:10.1093/ije/dyn017

Nachweise der Effektivität von Solarien und künstlicher Besonnung für die Vitamin D-Synthese:

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