Gesund durch UV-Licht

In keinem Pharmalabor der Welt wurde in den vergangenen Jahren und wird auch in den nächsten Jahren eine Substanz entwickelt, die auch nur annähernd die vielfältigen positiven gesundheitlichen Eigenschaften von Vitamin D hat, das in Wirklichkeit kein Vitamin ist, sondern ein Hormon, dessen Vorstufe unter Einwirkung von UV-B-Strahlung in unserer Haut entsteht.

Die Vitamin D-Synthese durch moderates Sonnenbaden ist seit jeher die natürlichste Form einer regelrechten Vitamin D-Versorgung. Ein körpereigener Schutzmechanismus sorgt dafür, dass überschüssiges Vitamin D in biochemisch inaktive Bestandteile zerfällt und schützt so zuverlässig vor Überdosierung. Ähnlich verhält es sich mit künstlicher UV-Bestrahlung durch moderne Solarien. Sie bieten alle Vorteile einer natürlichen Vitamin-D-Synthese, allerdings in einer kontrollierten Umgebung, wo Intensität und Dauer der UV-Exposition individuell auf den Hauttypen eingestellt werden kann

Sonnenlicht - Gesundheitsfördernde Wirkung abseits vom Vitamin D

Auch wenn die Vitamin-D-Produktion einen wesentlichen Teil der gesundheitsförderlichen Wirkungen des Sonnenlichts ausmacht, so hat das breite Spektrum der Sonnenstrahlen zusätzliche Wirkungen auf den Menschen. Der zirkadiane Tag-Nacht-Rhythmus wird maßgeblich vom Sonnenlicht und dem dadurch regulierten Melatonin- und Serotoninhaushalt bestimmt. Das hat positive Folgen - auf die Steuerung des Stoffwechsels, auf Wohlbefinden und gesunden Schlaf. Depressionen können wieder verschwinden, sogar Krebszellen werden ausgebremst. Krankheiten wie Multiple Sklerose, Bluthochdruck und Fibromyalgie reduzieren alleine durch die UV-A-Strahlung bereits ihre Symptome. Sonnenlicht bzw. UV-Strahlung kann daher im Verbund mit Vitamin D zusätzliche therapeutische Erfolge erzielen.

Die UV-Exposition durch natürliche und künstliche Strahlungsquellen hat, gemessen in einer Kombination von Morbiditätsjahren und Sterblichkeit, einen sehr geringen Anteil an den weltweit jährlich entstehenden Krankheitskosten. Jedoch würde eine bewusste drastische Verringerung oder gänzliche Vermeidung von UV-Exposition zu um einen „Faktor 2000!“ höheren Krankheitskosten führen.

Als Referenz für diese Berechnung liegt eine im Jahr 2008 von der WHO durchgeführten Krankheitsstudie zugrunde, welche die gesamte globale Krankheitslast mittels der sogenannten DALY-Kennzahl erfasst. Ein Umstand, der seit 2008 bekannt ist, aber geflissentlich verschwiegen wird (1).

Die permanente sich gegen die Sonne richtende Negativ-Berichterstattung führte im Jahr 2015 zu einer deutschlandweiten Vitamin D-Mangel-Epidemie. Bei sagenhaften 88% wurde bei einer groß angelegten Erhebung des Robert-Koch-Instituts (2) weniger als 30 ng/ml Vitamin D im Blutserum gemessen (sieh Abb.1).

Abb. 1: Ausgehend von einem Grenzwert von 30 ng/ml Vitamin D, findet sich ein Mangel bei nahezu 90% der erwachsenen deutschen Bürger in einem repräsentativen Kollektiv des Robert Koch Instituts (nach 2).


Doch Vitamin D ist eine Substanz, die sowohl in der Prävention als auch in der Therapie von Erkrankungen eine starke Waffe darstellt. In unserem Körper wird Vitamin D für das Funktionieren von beinahe allen Zelltypen und Organen benötigt.

Vitamin D

  • kräftigt Knochen und Muskulatur und senkt das Risiko für Osteoporose, Frakturen und Stürze
  • verbessert die Herzmuskelleistung, den Blutdruck und die Gesundheit der Gefäße
  • stärkt das Immunsystem und verringert das Risiko für Atemwegserkrankungen
  • senkt das Risiko an Krebs zu erkranken und unterstützt die Krebstherapie
  • verringert das Risiko für Diabetes Erkrankungen Typ 1 und Typ 2
  • schützt die Nervenzellen (Parkinson, Alzheimer und MS)

Eine  Beobachtungsstudie (3) mit 849 412 Teilnehmern aus dem Jahre 2014 belegt eine inverse Abhängigkeit zwischen dem Vitamin D-Spiegel und dem Risiko an den gängigsten Krankheiten zu sterben. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht demnach die insgesamte Sterblichkeit bei älteren Erwachsenen:

  • 35% höhere Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben
  • 14%  höheres Risiko an Krebs zu versterben
  • 30% höheres Risiko an anderen Krankheiten zu sterben
  • 35% generell vorzeitig zu sterben

Im Folgenden haben wir brisante Inhalte, Fragen und Antworten zu den Themen: Sonne, UV-Strahlung, Vitamin D und Gesundheit für Sie aufbereitet.

Quellenangaben:

  1. Lucas, R. M., Mcmichael, A. J., Armstrong, B. K., & Smith, W. T. (2008). Estimating the global disease burden due to ultraviolet radiation exposure. International Journal of Epidemiology, 37(3), 654-667. doi:10.1093/ije/dyn017
  2. Rabenberg, M., Scheidt-Nave, C., Busch, M. A., Rieckmann, N., Hintzpeter, B., & Mensink, G. B. (2015, July 11). Vitamin D status among adults in Germany–results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4499202/
  3. Chowdhury, R., Kunutsor, S., Vitezova, A., Oliver-Williams, C., Chowdhury, S., Kiefte-de-Jong, J. C.,Franco, O. H. (2014, April 01). Vitamin D and risk of cause specific death: Systematic review and meta-analysis of observational cohort and randomised intervention studies. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3972416/

Bilderquellen:

  1. Foto (Sonnenbank) von luckybusiness-Adobe Stock
  2. Foto von Will van Wingerden auf Unsplash

 

 

Vitamin D-Produktion auf der Sonnenbank

Vitamin D-Produktion auf der Sonnenbank

Sonnenexposition und die damit einhergehende UV-B-Strahlung ist die natürlichste Option, wenn es darum geht seinen Vitamin D-Bedarf abzudecken. Doch ab dem 45. Breitengrad aufwärts (betrifft z.B. Deutschland, Österreich, Schweiz) ist mindestens bis zum Monat April an keine ausreichende Vitamin D-Versorgung durch die Sonne zu denken, da der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen stets zu flach ist. Als Option bieten sich Sonnenbänke und Innenbräuner an, doch können sie uns auch helfen unseren Vitamin D-Bedarf abzudecken?

Führt künstliche UV-Strahlung zur Vitamin D-Synthese auf der Haut?

Das amerikanische Vitamin D-Forschungskollektiv der GrassrootsHealth-Bewegung hat sich genau dieser Frage angenommen und präsentiert auf seiner Homepage eindeutige Ergebnisse. Berücksichtigt wurden natürlich nur Innenbräuner und Solarien die mit UV-B-Bestrahlung arbeiten, denn dies ist die Grundvorrausetzung für eine Vitamin D-Synthese auf der Haut.

Anfangs wurden die Teilnehmer gefragt, wie oft sie in den letzten 6 Monaten Indoor-Bräunungsgeräte verwendet haben. Durch die Messungen der Vitamin D-Spiegel konnte die beteiligten Wissenschaftler eine positive Wirkung von künstlicher UV-B-Strahlung auf diesen nachweisen.

Die Ergebnisse:

Für diejenigen, die regelmäßig (1-3 mal / Woche) Innenbräuner wie z.B. Sonnenbänke verwendeten, betrug der durchschnittliche Vitamin D-Spiegel 41 ng/ml, was nach derzeitigem Wissensstand einem optimalen Wert entspricht.  34 ng/ml betrug der Vitamin D-Spiegel für Gelegenheitsbräuner (weniger als 1 mal / Woche) und nur 28 ng/ml für Nichtnutzer von Innenbräunern. Nur 3% der regulären Anwender und 5% der Gelegenheitsbräuner hatten Vitamin D-Spiegel von weniger als 20 ng/ml.

 

Abb. 1: Messdaten von der GrassroothHealth-Bewegung, die beweisen, dass eine regelmäßige künstliche Besonnung positive Auswirkungen auf den Vitamin D-Spiegel hat. Die 3 Balken stellen die Anwendungshäufigkeit von künstlichen UV-B-Quellen dar (nach 1).

Vitamin D muss im Winter also nicht zwangsläufig als Supplement eingenommen werden, sondern lässt sich alternativ bedarfsgerecht über künstliche UV-B-Strahlung abdecken. Wie bei der Sonneneinstrahlung ist es auch bei der Bräunung in Innenräumen wichtig, die Dauer zu berücksichtigen und Sonnenbrände unbedingt zu meiden.


Hier haben wir für Sie die 8 goldenen Regeln für den Besuch im Sonnenstudio zusammengetragen:

  1. Geräte mit UV-B Strahlen-Anteil sind ein MUSS (ansonsten geschieht keine Vitamin D-Produktion, und die Gefahr für Hautkrebs steigt).
  2. Ist das Gerät korrekt ausgerüstet, können Vitamin D-Mengen bis zu 25.000 I.E. produziert werden (10).
  3. Passen Sie Zeit und Dauer Ihrem Hauttyp an.
  4. Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen, sie sind eindeutiges Signal der Überdosierung.
  5. Achtung: Die Intensität der Sonnenbank darf nicht verwechselt werden mit der der Sonne (z. B. können zehn Minuten einer modernen Hochleistungs-Sonnenbank einem 25-minütigen Sonnenbad am Strand von Mallorca entsprechen).
  6. Nutzen Sie nur Solarien mit ausgebildetem Fachpersonal.
  7. Bevorzugen Sie Solarien, die vor der Nutzung des Gerätes den Bräunungsgrad der Haut messen, um die individuelle Bestrahlungszeit festzulegen.
  8. Wenn Sie diese Hinweise beachten erscheint aufgrund der neuesten Literaturdaten die pauschale Warnung vor einer Solariennutzung nicht gerechtfertigt (2-7).

Quellenangaben:

  1. https://www.grassrootshealth.net/blog/tanning-source-vitamin-d/
  2. Gandini, S., Sera, F., Cattaruzza, M. S., Pasquini, P., Picconi, O., Boyle, P., & Melchi, C. F. (2005). Meta-analysis of risk factors for cutaneous melanoma: II. Sun exposure. European Journal of Cancer, 41(1), 45–60. doi: 10.1016/j.ejca.2004.10.016
  3. Gandini, S., Montella, M., Ayala, F., Benedetto, L., Rossi, C. R., Vecchiato, A., … CLINICAL NATIONAL MELANOMA REGISTRY GROUP. (2016, April). Sun exposure and melanoma prognostic factors. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27073541.
  4. Newton-Bishop, J. A., Beswick, S., Randerson-Moor, J., Chang, Y.-M., Affleck, P., Elliott, F., … Bishop, D. T. (2009). Serum 25-Hydroxyvitamin D3 Levels Are Associated With Breslow Thickness at Presentation and Survival From Melanoma. Journal of Clinical Oncology, 27(32), 5439–5444. doi: 10.1200/jco.2009.22.1135
  5. Muralidhar, S., Filia, A., Nsengimana, J., Poźniak, J., Oshea, S. J., Diaz, J. M., … Newton-Bishop, J. (2019). Vitamin D–VDR Signaling Inhibits Wnt/β-Catenin–Mediated Melanoma Progression and Promotes Antitumor Immunity. Cancer Research, 79(23), 5986–5998. doi: 10.1158/0008-5472.can-18-3927
  6. Reichrath, J., Saternus, R., & Vogt, T. (2017). Endocrine actions of vitamin D in skin: Relevance for photocarcinogenesis of non-melanoma skin cancer, and beyond. Molecular and Cellular Endocrinology, 453, 96–102. doi: 10.1016/j.mce.2017.05.001
  7. Ince, B., Yildirim, M. E. C., & Dadaci, M. (2019). Assessing the Effect of Vitamin D Replacement on Basal Cell Carcinoma Occurrence and Recurrence Rates in Patients with Vitamin D Deficiency. Hormones and Cancer, 10(4-6), 145–149. doi: 10.1007/s12672-019-00365-2

Bildquelle: Photo by Adem KAYA from FreeImages