Vitamin D-Cofaktoren: Vitamin K2, Vitamin A & Magnesium

Vitamin D-Cofaktoren: Vitamin K2, Vitamin A & Magnesium

Welche Co-Faktoren sind bei der Einnahme von Vitamin D wirklich wichtig und wie sieht der aktuelle Stand der Forschung diesbezüglich aus? Diese Fragen werden in dem unten eingebetteten Videoausschnitt von dem führenden Vitamin D-Forscher Dr. Holick aus den USA beantwortet. Wir haben die Eckpunkte für sie zusammengefasst.

Bezugnehmend auf die verbreitete Diskussion über das Thema Cofaktoren, bezieht Dr. Holick in dem Interview folgende Stellung:

  • Magnesium ist vor allem für schwangere Frauen offensichtlich wichtig, vor allem wenn sie unter Eklampsie leiden, es schützt vermutlich sogar vor Präeklampsie. Magnesium ist also ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Körpers!
  • Vitamin A ist ebenfalls sehr bedeutend für die allgemeine Gesundheit und das Wohlergehen der Zellen. Vitamin A kann kaum überdosiert werden, aber es ist notwendig, dass man über das ganze Leben genug davon zu sich nimmt.
  • Zu Vitamin K meint Dr. Holick Folgendes: Ob man Vitamin K über die Ernährung in ausreichendem Maße zuführt, ist in der Wissenschaft zurzeit umstritten. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass Vitamin K eine wichtige Rolle für die Knochen und die Gerinnungsfaktoren spielt. Bei einer ausgewogenen Ernährung, insbesondere durch den Verzehr von grünem Blattgemüse, sollte die Vitamin K-Versorgung in Dr. Holicks Augen kein Problem darstellen. Wenn man sich gut ernährt, sei es somit nicht unbedingt notwendig Vitamin K2 zu supplementieren. Dr. Holick verweist dabei auf die intensiven Forschungen der Expertin Dr. Sarah Booth.
  • Auf die zurzeit in diversen Foren kursierende Frage, ob Vitamin K2 notwendig ist um Vitamin D im Darm aufzulösen, äußert Dr. Holick ganz klar die Ansicht, dass dies nicht stimmt - es gäbe diesbezüglich keinen wissenschaftlichen Beweis.

 

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Quellen:

  1. Live-Interview mit Dr. Michael F. Holick im Rahmen des Kongresses für menschliche Medizin 2019 zum Thema „Tatort Schwangerschaft“: https://www.youtube.com/watch?v=lCAVYWJOacM&feature=youtu.be 

Toxizität – welche Vitamin D-Dosen sind sicher?

Toxizität – welche Vitamin D-Dosen sind sicher?

Ein großes Hindernis für eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Vitamin D stellen weit verbreitete Desinformationen über die Toxizität dar. Dieser Artikel betrachtet die historischen Ursachen, die zu übertriebener Vorsicht im Umgang mit Vitamin D führten, und vergleicht die Vermutungen von damals mit den Fakten von heute.

Bevor wir aber näher auf die Toxizität von Vitamin D eingehen, ist es vorteilhaft, die durch Untersuchungen festgelegten Beurteilungen des Vitamin D-Spiegels zu kennen. Die folgende Tabelle verschafft hierfür einen Überblick anhand umfangreicher, weltweit zusammengetragener Erkenntnisse der Vitamin D-Forschung (Grant & Holick, 2005). Wie aus der Tabelle 1 hervorgeht, sollte man für einen sicheren und gesundheitsförderlichen Umgang in Sachen Vitamin D-Versorgung, Blutwerte (25(OH)D) im grün markierten Bereich zwischen „Übermaß“ und „relativem Mangel“ anpeilen., d.h. zwischen 32 und 90 ng/ml.

Tabelle 1 Vitamin D-Spiegel im Blut und ihre Beurteilung 

Historische Ursachen der aktuellen Vitamin D-Unterversorgung

Gegen den zeitgemäßen Einsatz von Vitamin D in individuell zugeschnittenen Dosen stehen die derzeit gültigen und zugleich veralteten Richtlinien. Ein Hauptargument der Kritiker höherer Vitamin D-Grenzwerte lässt sich auf extrem hochdosierte Behandlungen in den 1930er und 1940er Jahre zurückführen. Damals wurden Arthritis, Tuberkulose und Asthma mit bis zu 600.000 I.E. behandelt, was zu klinisch signifikanter Hyperkalzämie mit mehreren Todesfällen führte.

Da praktische Methoden zur Messung der verschiedenen Formen von Vitamin D im Blut erst in den  1970er Jahren entwickelt wurden, konnten die Blutspiegel von Vitamin D, die mit dieser Toxizität assoziiert waren, in den 1930er und 1940er Jahren nie bestimmt werden.

Wegen dieser unerwünschten und kritischen Nebenwirkungen fiel die Verwendung von Vitamin D für die Behandlung der oben genannten Krankheiten mit derart hohen Dosen aus dem Blickfeld der Medizin und wurde durch viel niedrigere Dosen im Bereich von 400 I.E. ersetzt, von denen bekannt war, dass sie keine Hyperkalzämie oder anderweitige Toxizität verursachen, die aber  auf der anderen Seite auch nicht klinisch wirksam bei der Behandlung von Arthritis, Tuberkulose oder Asthma waren. Die einem Teelöffel von Lebertran entsprechende geringe Vitamin D-Menge war allerdings sicher bei der Prävention von Rachitis.

Zum Vergleich: In der Haut werden täglich über intensive Sonneneinstrahlung bis zu 25.000 I.E. Vitamin D produziert.

Aufgrund eines körpereigenen Schutzmechanismus sind durch natürliche aber ebenso durch künstliche UV-Bestrahlung Vitamin D-Werte, die mehr als 100 ng/ml aufweisen, ausgeschlossen. Die in der Tabelle erwähnten 150 ng/ml können daher nur durch Supplementation von Vitamin D-Präparaten in extrem hohen Dosen, aber niemals alleine durch UV-B-Strahlung, also weder durch Sonnenbaden noch durch künstliche UV-Strahlung in Solarien, erreicht werden.

Veraltete Grenzwerte sorgen noch immer für Verwirrung

Bis heute ist die offiziell festgelegte „gefahrlose Zufuhr“ für Vitamin D auf 2.000 I.E. täglich begrenzt, um eine vermeintliche Überdosierung mit schädlichen Folgen für die Gesundheit zu verhindern. Die wissenschaftlichen Grundlagen für den Grenzwert von 2.000 I.E. stehen jedoch auf recht wackligen Beinen und wurden durch fundierte Untersuchungen in den letzten Jahren widerlegt.

Anstelle der 2.000 I.E. werden inzwischen 10.000 I.E. als Grenzwert genannt (Hathcock, Shao, Vieth & Heaney, 2007).

Dank der großen therapeutischen Breite von Vitamin D sind Intoxikationen jedoch in aller Regel erst jenseits von 40.000 I.E. täglich und regelmäßig über mehrere Wochen und daraus resultierenden Blutspiegeln von >150 ng/ml zu erwarten (Vieth, 2006).

Dem Trend zu höheren Dosierungen von Vitamin D steht die Sorge entgegen, eine Vergiftung des Körpers mit Vitamin D auszulösen. Das wesentliche Argument dabei ist der Umstand, dass Vitamin D fettlöslich ist und nicht über die Nieren ausgeschieden werden kann. Was dabei übersehen wird, ist die von der Natur klug eingerichtete Eigenschaft von Vitamin D, als Prohormon nur eine geringe Stoffwechselwirksamkeit zu haben. Erst die aktive Form, die von komplexen Vorgängen gesteuert aus Vitamin D entsteht, hat die umfangreichen und intensiven Wirkungen. Die Situation ist vergleichbar mit den Schilddrüsenhormonen, bei denen die Gabe von Thyroxin (das mit dem Vitamin D vergleichbare Prohormon) selbst in hohen Dosen kaum eine Stoffwechselreaktion auslöst, während selbst kleine Mengen von Triojodthyronin, der aktiven Form des Schilddrüsenhormons, erhebliche Folgen auf den Stoffwechsel hat.

Bereits vor etlichen Jahren wurden daher umfangreiche Untersuchungen bei Patienten mit Multipler Sklerose durchgeführt, die zeigen konnten, dass selbst 40.000 I.E. Vitamin D täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen zwar zu „astronomischen“ Blutspiegeln führen, jedoch nicht zu Komplikationen im Sinne einer Hyperkalzämie (Kimball, Ursell, O’Connor & Vieth, 2007), (Abb.2 & 3).

Abb. 2: Anstieg des Vitamin D-Spiegels im Blut in Abhängigkeit von der verabreichten Dosis (12). Die Zahlen der x-Achse geben die verabreichte Vitamin D-Menge in Mikrogramm/Woche an: 700-7000 µg entsprechen 28.000-280.000 I.E. Vitamin D pro Woche.
Abb. 3: Die Überprüfung der Kalziumwerte im Blut ergab während des Testzeitraums keine signifikanten Veränderungen.

 

Es besteht also eine hohe Anwendungssicherheit bei der Supplementation von Vitamin D.  Die Änderung von Grenzwerten ist allerdings bekanntlich ein schwieriger und langwieriger Prozess. Er muss dennoch jetzt angestoßen werden, um das Ausmaß der weit verbreiteten Vitamin D-Unterversorgung baldmöglichst problemlos und nachhaltig durch Ergänzungsmaßnahmen verringern zu können. Die SonnenAllianz empfiehlt daher, sich bei der Einnahme an den dafür vorgesehenen Bedarfsrechner zu orientieren, den wir auf unserer Website kostenlos zur Verfügung stellen.

Zudem sind bei Tagesdosierungen oberhalb von 5000 I.E. regelmäßige Laboruntersuchungen und eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend zu empfehlen, um Abweichungen vom Referenzbereich für Vitamin D (60 – 90 ng/ml), Kalzium (2,0 – 2,6 mmol/l oder 8,5 – 10,0 mg/dl) und für den Parathormonspiegel frühzeitig zu erkennen.

Quellen:

Grant, W. B., & Holick, M. F. (2005, June). Benefits and requirements of vitamin D for optimal health: A review. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15989379

Hathcock, J. N., Shao, A., Vieth, R., & Heaney, R. (2007, January). Risk assessment for vitamin D. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17209171

Vieth, R. (2006, April). Critique of the considerations for establishing the tolerable upper intake level for vitamin D: Critical need for revision upwards. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16549491

Kimball, S. M., Ursell, M. R., O’Connor, P., & Vieth, R. (2007, September). Safety of vitamin D3 in adults with multiple sclerosis. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17823429

Beitragsbild: www.pixapbay.com

Abbildungen: Spitz, J. (2018). Vitamin-D-Mangel: Die unterschätzte Gefahr. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Toxizität – welche Dosen sind sicher?

Ein großes Hindernis für eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Vitamin D stellen weit verbreitete Desinformationen über die Toxizität dar. Dieser Artikel betrachtet die historischen Ursachen, die zu übertriebener Vorsicht im Umgang mit Vitamin D führten, und vergleicht die Vermutungen von damals mit den Fakten von heute.

Bevor wir aber näher auf die Toxizität von Vitamin D eingehen, ist es vorteilhaft, die durch Untersuchungen festgelegten Beurteilungen des Vitamin D-Spiegels zu kennen. Die folgende Tabelle verschafft hierfür einen Überblick anhand umfangreicher, weltweit zusammengetragener Erkenntnisse der Vitamin D-Forschung (Grant & Holick, 2005). Wie aus der Tabelle 1 hervorgeht, sollte man für einen sicheren und gesundheitsförderlichen Umgang in Sachen Vitamin D-Versorgung, Blutwerte (25(OH)D) im grün markierten Bereich zwischen „Übermaß“ und „relativem Mangel“ anpeilen., d.h. zwischen 32 und 90 ng/ml.

Tabelle 1 Vitamin D-Spiegel im Blut und ihre Beurteilung 

Abb. 1: Angegeben ist jeweils der Messbereich in ng/ml und nmol/l, da die Ergebnisse verschiedener Labore unterschiedlich dokumentiert werden. Beide Angaben entsprechen sich jedoch mit einem (gerundeten) Umrechungsfaktor: ng/ml x 2.5 = nmol/l.

Historische Ursachen der aktuellen Vitamin D-Unterversorgung

Dem zeitgemäßen Einsatz von Vitamin D in individuell zugeschnittenen Dosen stehen die derzeit gültigen und zugleich veralteten Richtlinien entgegen. Ein Hauptargument der Kritiker höherer Vitamin D-Grenzwerte lässt sich auf extrem hochdosierte Behandlungen in den 1930er und 1940er Jahre zurückführen. Damals wurden Arthritis, Tuberkulose und Asthma mit bis zu 600.000 I.E. behandelt, was zu klinisch signifikanter Hyperkalzämie mit mehreren Todesfällen führte.

Da praktische Methoden zur Messung der verschiedenen Formen von Vitamin D im Blut erst in den  1970er Jahren entwickelt wurden, konnten die Blutspiegel von Vitamin D, die mit dieser Toxizität assoziiert waren, in den 1930er und 1940er Jahren nie bestimmt werden.

Wegen dieser unerwünschten und kritischen Nebenwirkungen fiel die Verwendung von Vitamin D für die Behandlung der oben genannten Krankheiten mit derart hohen Dosen aus dem Blickfeld der Medizin und wurde durch viel niedrigere Dosen im Bereich von 400 I.E. ersetzt, von denen bekannt war, dass sie keine Hyperkalzämie oder anderweitige Toxizität verursachen, die aber  auf der anderen Seite auch nicht klinisch wirksam bei der Behandlung von Arthritis, Tuberkulose oder Asthma waren. Die einem Teelöffel von Lebertran entsprechende geringe Vitamin D-Menge war allerdings sicher bei der Prävention von Rachitis.

Zum Vergleich: In der Haut werden bei optimalen Bedingungen täglich über intensive Sonneneinstrahlung bis zu 20.000 – 25.000 I.E. Vitamin D produziert  (Hollis, B. W., 2005 & Holick, M. F., 2002).

Aufgrund eines körpereigenen Schutzmechanismus sind durch natürliche aber ebenso durch künstliche UV-Bestrahlung Vitamin D-Werte, die mehr als 100 ng/ml aufweisen, ausgeschlossen. Die in der Tabelle erwähnten 150 ng/ml können daher nur durch Supplementation von Vitamin D-Präparaten in extrem hohen Dosen, aber niemals alleine durch UV-B-Strahlung, also weder durch Sonnenbaden noch durch künstliche UV-Strahlung in Solarien, erreicht werden.


Veraltete Grenzwerte sorgen noch immer für Verwirrung

Bis heute ist die offiziell festgelegte „gefahrlose Zufuhr“ für Vitamin D auf 2.000 I.E. täglich begrenzt, um eine vermeintliche Überdosierung mit schädlichen Folgen für die Gesundheit zu verhindern. Die wissenschaftlichen Grundlagen für den Grenzwert von 2.000 I.E. stehen jedoch auf recht wackligen Beinen und wurden durch fundierte Untersuchungen in den letzten Jahren widerlegt.

Anstelle der 2.000 I.E. werden inzwischen 10.000 I.E. als Grenzwert genannt (Hathcock, Shao, Vieth & Heaney, 2007).

Dank der großen therapeutischen Breite von Vitamin D sind Intoxikationen jedoch in aller Regel erst jenseits von 40.000 I.E. täglich und regelmäßig über mehrere Wochen und daraus resultierenden Blutspiegeln von >150 ng/ml zu erwarten (Vieth, 2006).

Dem Trend zu höheren Dosierungen von Vitamin D steht die Sorge entgegen, eine Vergiftung des Körpers mit Vitamin D auszulösen. Das wesentliche Argument dabei ist der Umstand, dass Vitamin D fettlöslich ist und nicht über die Nieren ausgeschieden werden kann. Was dabei übersehen wird, ist die von der Natur klug eingerichtete Eigenschaft von Vitamin D, als Prohormon nur eine geringe Stoffwechselwirksamkeit zu haben. Erst die aktive Form, die von komplexen Vorgängen gesteuert aus Vitamin D entsteht, hat die umfangreichen und intensiven Wirkungen. Die Situation ist vergleichbar mit den Schilddrüsenhormonen, bei denen die Gabe von Thyroxin (das mit dem Vitamin D vergleichbare Prohormon) selbst in hohen Dosen kaum eine Stoffwechselreaktion auslöst, während selbst kleine Mengen von Triojodthyronin, der aktiven Form des Schilddrüsenhormons, erhebliche Folgen auf den Stoffwechsel hat.

Bereits vor etlichen Jahren wurden daher umfangreiche Untersuchungen bei Patienten mit Multipler Sklerose durchgeführt, die zeigen konnten, dass selbst 40.000 I.E. Vitamin D täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen zwar zu „astronomischen“ Blutspiegeln führen, jedoch nicht zu Komplikationen im Sinne einer Hyperkalzämie (Kimball, Ursell, O’Connor & Vieth, 2007), (Abb.2 & 3).

Abb. 2: Anstieg des Vitamin D-Spiegels im Blut in Abhängigkeit von der verabreichten Dosis (12). Die Zahlen der x-Achse geben die verabreichte Vitamin D-Menge in Mikrogramm/Woche an: 700-7000 µg entsprechen 28.000-280.000 I.E. Vitamin D pro Woche.

 

Abb. 3: Die Überprüfung der Kalziumwerte im Blut ergab während des Testzeitraums keine signifikanten Veränderungen.

 

Die Untersuchungen von Ekawaru und seinen Kollegen aus dem Jahr 2014 illustrieren in einem Regressionsmodell, das aus Aufzeichungen von über 22.000 Teilnehmern errechnet wurde, die Dosis-Einnahme-Wirkung auf den Vitamin D-Spiegel. Eine vorbestimmte täglich zugeführte Vitamin D-Dosis wirkte sich, wie in Abb. 4 ersichtlich, in Abhängigkeit vom Körpergewicht unterschiedlich auf die Vitamin D-Spiegel der Probanden aus. Kurzum, wer mehr Kilos auf die Waage bringt, benötigt auch entsprechend mehr Vitamin D.

Jedenfalls galt auch in dieser Studie für alle Gewichtsgruppen eine Zuführung von 10.000 I.E. als vollkommen ungefährlich, weder eine Zunahme des Hyperkalzämie-Risikos noch astronomisch hohe Vitamin D-Spiegel im Blut konnte hier beobachtet werden (Ekawaru et al., 2014).

 

Abb. 4:  Auswirkung unterschiedlicher Vitamin D-Dosen (x-Achse) auf den Vitamin D-Spiegel nach dem Regressionsmodell von Ekawaru et al. (2014). Die Verlaufskurven wurden unter Verwendung eines exponentiellen und linearen Regressionsmodells geschätzt, das an Alter, Geschlecht und Jahreszeit angepasst ist.

Eine 2019 veröffentlichte Studie von Prof. Holick, die an anderer Stelle aufgrund Ihrer Gen-regulierenden Wirkung behandelt wurde, ist ein weiterer Beleg für die sichere Obergrenze von 10.000 I.E. täglich, auch über längere Zeiträume. Denn der Kalziumspiegel blieb – unabhängig davon ob 600 I.E., 4000 I.E. oder 10.000 I.E. supplementiert wurden – bei allen Teilnehmern konstant (Shirvani, A. et al., 2019).

Abb. 5: Auf der linken Seite repräsentiert der Graph die Kalziumwerte im Serum bei einer Dosierung von 10.000 I.E./Tag über den Untersuchungszeitraum von 24 Wochen. Auf der rechten Seite sind der Vitamin D-Spiegel und der Parathormonverlauf aus dem gleichen Zeitraum abgebildet. Somit zeigt auch diese Untersuchung ganz deutlich, dass sich (innerhalb der angegebenen Grenzen) der Kalziumspiegel unabhängig von der Vitamin D-Zufuhr nicht signifikant verändert (nach Shirvani, A. et al., 2019).

Es besteht also eine hohe Anwendungssicherheit bei der Supplementation von Vitamin D.  Die Änderung von Grenzwerten ist allerdings bekanntlich ein schwieriger und langwieriger Prozess. Er muss dennoch jetzt angestoßen werden, um das Ausmaß der weit verbreiteten Vitamin D-Unterversorgung baldmöglichst problemlos und nachhaltig durch Ergänzungsmaßnahmen verringern zu können. Die SonnenAllianz empfiehlt daher, sich bei der Einnahme an dem dafür vorgesehenen Bedarfsrechner zu orientieren, den wir auf unserer Website kostenlos zur Verfügung stellen.


Zudem sind bei längerfristigen Tagesdosierungen oberhalb von 5000 I.E. regelmäßige Laboruntersuchungen und eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend zu empfehlen, um Abweichungen vom Referenzbereich für Vitamin D (60 – 90 ng/ml), Kalzium (2,0 – 2,6 mmol/l oder 8,5 – 10,0 mg/dl) und für den Parathormonspiegel frühzeitig zu erkennen.


Quellen:

Grant, W. B., & Holick, M. F. (2005, June). Benefits and requirements of vitamin D for optimal health: A review. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15989379

Hathcock, J. N., Shao, A., Vieth, R., & Heaney, R. (2007, January). Risk assessment for vitamin D. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17209171

Hollis, B. W. (2005). Circulating 25-Hydroxyvitamin D Levels Indicative of Vitamin D Sufficiency: Implications for Establishing a New Effective Dietary Intake Recommendation for Vitamin D. The Journal of Nutrition, 135(2), 317–322. doi: 10.1093/jn/135.2.317

Holick, M. F. (2002, September). Sunlight and vitamin D: both good for cardiovascular health. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1495109/.

Vieth, R. (2006, April). Critique of the considerations for establishing the tolerable upper intake level for vitamin D: Critical need for revision upwards. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16549491

Kimball, S. M., Ursell, M. R., O’Connor, P., & Vieth, R. (2007, September). Safety of vitamin D3 in adults with multiple sclerosis. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17823429

Ekwaru, J. P., Zwicker, J. D., Holick, M. F., Giovannucci, E., & Veugelers, P. J. (2014). The Importance of Body Weight for the Dose Response Relationship of Oral Vitamin D Supplementation and Serum 25-Hydroxyvitamin D in Healthy Volunteers. PLoS ONE, 9(11). doi: 10.1371/journal.pone.0111265

Shirvani, A., Kalajian, T. A., Song, A., & Holick, M. F. (2019). Disassociation of Vitamin D’s Calcemic Activity and Non-calcemic Genomic Activity and Individual Responsiveness: A Randomized Controlled Double-Blind Clinical Trial. Scientific Reports, 9(1). doi: 10.1038/s41598-019-53864-1

Abbildungen: Spitz, J. (2018). Vitamin-D-Mangel: Die unterschätzte Gefahr. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Vitamin D: Tägliche Einnahme für volle Wirkung

Vitamin D: Tägliche Einnahme für volle Wirkung

Bisher ging man im Allgemeinen davon aus, dass die Einnahmeintervalle bei Vitamin D-Supplementation weniger wichtig sind, sofern im Endeffekt ein adäquater Blutwert erreicht wird. Auch viele Studien in der Vitamin D-Forschung führten aufgrund dieser Fehleinschätzung zu keinen signifikanten Ergebnissen. Wenn Sie aber durch eine Vitamin D-Supplementierung nicht nur Ihr Skelett unterstützen wollen, sondern vom vollen Spektrum der positiven Wirkungen profitieren möchten, dann ist eine tägliche Vitamin D-Zuführung in ausreichender Menge unumgänglich.

Die Wirkung von Vitamin D auf das Skelett

Vitamin D wird dem Körper durch UV-Exposition oder Supplementierung bereitgestellt und landet anschließend in der Leber, die daraus das Prohormon 25(OH)D herstellt, welches wiederum an den Blutkreislauf abgegeben wird (Siehe Abbildung). Das so entstandene 25(OH)D hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa 3 Wochen - es verliert in dieser Zeit also ca. die Hälfte seiner Substanz.

Zu beachten ist dabei, dass nur für die endokrinen Effekte (Wirkungen der Hormone in den Zellen über das Blut) des Vitamin D der Blutwert des aktiven Prohormons 25(OH)D wichtig ist. Dieser wirkt sich im wesentlichen auf die Calcium-Homöostase und damit auf die Knochengesundheit aus.

 

Nach: Hollis BW, Wagner CL. Clinical review: The role of the parent compound vitamin D with respect to metabolism and function: Why clinical dose intervals can affect clinical outcomes. J Clin Endocrinol Metab. 2013;98(12):4619-28.

Die Wirkung in den Zellen

Der sogenannte parakrine und autokrine Vitamin D-Stoffwechsel hängt aber vom nicht über die Leber metabolisierten 25(OH)D-Wert im Blut ab. In diesem Fall gelangt Vitamin D über Diffusion direkt in die Zellen, beispielsweise von Brust, Darm, Prostata und Gehirn. Der initiale Vitamin D-Wert (unverstoffwechselt) hat aber eine Halbwertszeit von nur 24 Stunden. Das bedeutet, dass nach wenigen Tagen eine Unterversorgung des Gewebes und der Zellen mit reinem Vitamin D auftreten kann, selbst wenn z.B. einmal wöchentlich hohe Dosen Vitamin D gegeben werden.

Die tägliche Versorgung mit ausreichend Vitamin D ist es also, die abseits vom Knochenstoffwechsel, für die umfangreichen, positiven Auswirkungen des Sonnenhormons ausschlaggebend ist.

Diese Annahme wird durch den Vergleich vieler Interventionsstudien eindrucksvoll unterlegt. Dr. Hollis, ein federführender Forscher auf dem Gebiet des Vitamin D fasst zusammen:

  • Eine Einnahme von 400 – 600 I.E./Tag kann allenfalls Krankheitsbildern des Skeletts vorbeugen.
  • 400 – 600 I.E./Tag versprechen nur sehr geringe (wenn überhaupt) Ergebnisse für die Gewebe- und Zellgesundheit außerhalb des Knochengewebes.
  • Eine Vitamin D-Einnahme von bis zu 10.000 I.E./Tag und  25(OH)D-Werte bis zu 100 ng/ml (250 nmol/l) sind physiologisch normal.
  • Vitamin D-Studien sollten sich an diesen Erkenntnissen zur regelmäßigen Einnahme orientieren und nicht an der Einfachheit einer wöchentlichen oder gar monatlichen Zufuhr.

 

Dr. Bruce Hollis, College of Medicine Medical University of South Carolina, geht im nachstehenden Video auf die detaillierten Zusammenhänge ein:

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Quelle:

Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2013). The Role of the Parent Compound Vitamin D with Respect to Metabolism and Function: Why Clinical Dose Intervals Can Affect Clinical Outcomes. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 98(12), 4619-4628. doi:10.1210/jc.2013-2653

Fotos: www.pixabay.com

Öl, Kapseln oder Tabletten – das optimale Vitamin D-Präparat

Öl, Kapseln oder Tabletten – das optimale Vitamin D-Präparat

Gibt es Unterschiede bei der Wirkung zwischen Kapseln, Tabletten und Vitamin D-Ölen?

Eines vorweg: die natürlichste Form seinen Vitamin D-Spiegel auf Stand zu bringen, ist noch immer die durch UV-B-Strahlung ausgelöste Vitamin D-Synthese auf der Haut durch ein natürliches Sonnenbad. Doch auch die Bestrahlung moderner Sonnenbänke kann – bei Nutzung von Geräten mit entsprechendem UV-B-Anteil – gezielt zur Vitamin D-Bildung beitragen. Doch was tun, wenn man im Vitamin D-Winter (Oktober-März) keine Zeit oder Möglichkeit hat ins Solarium zu gehen um seinen optimalen Vitamin D-Spiegel zu halten?

Öl-haltige Supplemente auf dem Vormarsch

Aufgrund der Zeitersparnis, Sicherheit und günstigen Preisen erfreuen sich Vitamin D-Präparate immer größerer Beliebtheit. Anders als bei der Vitamin D-Produktion auf der Haut werden Supplemente in der Regel oral eingenommen. Die am häufigsten verwendete und sogleich auch reinste Verabreichungsform ist dabei das Vitamin D-Öl, das zusätzlich den Vorteil der exakten Dosierbarkeit aufweist. Dazu wird meistens Lanolin (Schafwollfett) zusammen mit mittelkettigen Triglyceriden (MCT) entweder in Form von Tropfen oder in Form von Softgel-Kapseln abgefüllt, eingenommen. Neben Lanolin wird Vitamin D-Öl für Veganer inzwischen auch auf rein pflanzlicher Basis aus Flechten gewonnen.

Soft-Gel-Kapseln

Wichtig ist: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte die Aufnahme für eine optimale Bioverfügbarkeit unbedingt gemeinsam mit Fett erfolgen.

In einer Studie aus dem Jahr 2014 wurde die Wirksamkeit der Vitamin D-Aufnahme von Öl-haltigen Tropfen, Tabletten und Kapseln an 66 Teilnehmern getestet. Die Probanden wurden dabei 12 Wochen lang täglich mit 10.000 I.E. Vitamin D in den 3 genannten Darreichungformen versorgt. Die Öl-haltigen Tropfen erzielten dabei das beste Ergebnis, denn heruntergerechnet auf die Vitamin D-Verabreichung pro Mikrogramm, konnten sie den Vitamin D-Spiegel um ca. 20% mehr erhöhen als das bei Kautabletten oder Kapseln der Fall war. Das verwundert nicht, da Vitamin fettlöslich ist und in der Form auch am besten zugeführt werden soll. Trotzdem wird dazu angeraten auch Öl-haltige Tropfen zusätzlich zu einer Mahlzeit einzunehmen, um die vollumfängliche Bioverfügbarkeit möglichst zu gewährleisten.

Kapseln und Tabletten

Bei Kapseln und Tabletten die kein Öl enthalten, ist die gleichzeitige Aufnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit noch wesentlich wichtiger, um eine möglichst optimale Bioverfügbarkeit zu erreichen. Außerdem wurden in der oben erwähnten Studie bei den verwendeten Supplementen deutliche Abweichungen von den Herstellerangaben in Bezug auf den Vitamin D-Gehalt der Präparate nachgewiesen. Inwieweit sich das allerdings verallgemeinern lässt, bleibt offen, da bei der Studie nur einzelne Produkte untersucht wurden.

Außerdem sind in Öl-freien Kapseln auch die notwendigen Füllstoffe zu beachten. Diese sind im besten Fall natürlichen Ursprungs und stehen nicht im Verdacht die Aufnahmefähigkeit negativ zu beeinträchtigen wie zum Beispiel Magnesiumstearat. Um sicher zu gehen, lesen Sie am besten die Herstellerangaben auf der Verpackung. Bei Tabletten könnten sich darüber hinaus Bindestoffe, die für die Formgebung notwendig sind, als nachteilig erweisen.

 

Fazit: Grundsätzlich ist es nicht ausschlaggebend wie der Vitamin D-Spiegel auf den gewünschten Bereich angehoben bzw. dort gehalten wird. Jedoch empfehlen sich Öl-haltige Tropfen aufgrund ihrer besseren Bioverfügbarkeit, der vorteilhafteren Dosierungsmöglichkeiten sowie der Reinheit (meist keine Füll- und Zusatzstoffe) am besten zur Vitamin D-Versorgung. Natürlich sollte die Qualität des Produktes beim Kauf nicht vernachlässigt werden.

Fotos: www.pixabay.com, www.unsplash.com

Quelle:

Traub, L., M., Finnell, S., J., Anup, Oberg, … Ryan. (2014, August 1). Impact of Vitamin D 3 Dietary Supplement Matrix on Clinical Response. Retrieved from https://academic.oup.com/jcem/article/99/8/2720/2537822.

Vitamin D-Supplemente im Überblick

Vitamin D-Supplemente im Überblick

Gibt es Unterschiede bei der Wirkung zwischen Kapseln, Tabletten und Vitamin D-Ölen?

Eines vorweg: die natürlichste Form seinen Vitamin D-Spiegel auf Stand zu bringen, ist noch immer die durch UV-B-Strahlung induzierte Vitamin D-Synthese auf der Haut durch ein natürliches Sonnenbad. Doch auch die Bestrahlung moderner Sonnenbänke kann – bei Nutzung von Geräten mit entsprechendem UV-B-Anteil – gezielt zur Vitamin D-Bildung beitragen. Doch was tun, wenn man im Vitamin D-Winter (Oktober-März) keine Zeit oder Möglichkeit hat ins Solarium zu gehen um seinen optimalen Vitamin D-Spiegel zu halten?

Da Multipräparate, also Kombinationen aus verschiedenen Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe), für eine gezielte Supplementation von Vitamin D tendenziell ungeeignet sind, klammern wir diese hier aus. Meist entsprechen die viel zu niedrigen Dosierungen derartiger Präparate den DGE-Empfehlungen, die sich bislang nicht an den Empfehlungen der zeitgemäßen Vitamin D-Forschung orientieren. Um mit solchen Präparaten eine adäquate Tagesdosis Vitamin D zu erreichen, würden die anderen in diesem Supplement enthaltenen Mikronährstoffe dadurch überproportional zugeführt werden.

Ausnahmen bilden dabei Vitamin D-Supplemente, bei denen Vitamin K2 und/oder andere fettlösliche Vitamine zugesetzt wurden, von denen durchaus sinnvolle Dosierungsvarianten aller Inhaltsstoffe als Multipräparat auf Ölbasis angeboten werden.

Vorsicht: Bei der gleichzeitiger Einnahme von verschiedenen Multipräparaten die Vitamin D beinhalten, sollte nicht vergessen werden die verschiedenen täglich zugeführten Vitamin D-Anteile zu addieren, um eine Überdosis zu verhindern.

Öl-haltige Supplemente auf dem Vormarsch

Aufgrund der Zeitersparnis, Sicherheit und günstigen Preisen erfreuen sich Vitamin D-Präparate immer größerer Beliebtheit. Anders als bei der Vitamin D-Produktion auf der Haut werden Supplemente in der Regel oral eingenommen. Die am häufigsten verwendete und sogleich auch reinste Verabreichungsform ist dabei das Vitamin D-Öl, das zusätzlich den Vorteil der exakten Dosierbarkeit aufweist. Dazu wird meistens Lanolin (Schafwollfett) mit UV-B bestrahlt und das entstandene Vitamin D zusammen mit mittelkettigen Triglyceriden (MCT) entweder in Form von Tropfen oder in Form von Softgel-Kapseln abgefüllt, eingenommen. Neben Lanolin wird Vitamin D-Öl für Veganer inzwischen auch auf rein pflanzlicher Basis aus Flechten gewonnen.

Einen weiteren positiven Aspekt bietet Vitamin D in Ölform, indem es sich besser in die tägliche Mahlzeit integrieren lässt. Zum Beispiel lässt sich Vitamin D-Öl gut mit einem Salat kombinieren und wird so Bestandteil der täglichen natürlichen Nahrungsaufnahme. Die Vitamin D-Tropfen sollten dabei aber nicht erhitzt werden.

Wichtig ist: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte die Aufnahme für eine optimale Bioverfügbarkeit unbedingt gemeinsam mit Fett erfolgen, vornehmlich zu einer fettigen Mahlzeit.

In einer Studie aus dem Jahr 2014, wurde die Wirksamkeit der Vitamin D-Aufnahme von Öl-haltigen Tropfen, Tabletten und Kapseln an 66 Teilnehmern getestet. Die Probanden wurden dabei 12 Wochen lang täglich mit 10.000 I.E. Vitamin D laut Verpackungsangabe in den 3 genannten Darreichungformen versorgt. Anzumerken ist dabei allerdings, dass die Herstellerangaben in Bezug auf die Dosierung der Tabletten und Kapseln enorme Abweichungen der tatsächlichen labordiagnostisch nachgewiesenen Vitamin D-Dosis aufwiesen. Diese Abweichungen wurden im Rahmen der Evaluierung der Studie mittels linearer Berechnung korrigiert, wobei aber die Abflachung der Dosis-Wirkkurve nicht berücksichtigt wurde. Das Ergebnis ist daher mit Vorsicht zu genießen:

Die Öl-haltigen Tropfen erzielten in der Studie das beste Ergebnis, denn heruntergerechnet auf die Vitamin D-Verabreichung pro Mikrogramm, konnten sie den Vitamin D-Spiegel mehr erhöhen als das bei Kautabletten oder Kapseln der Fall war (1). Das verwundert nicht, da Vitamin D fettlöslich ist und in der Form auch am besten aufgenommen werden kann. Trotzdem wird dazu angeraten auch Öl-haltige Tropfen zusätzlich zu einer Mahlzeit einzunehmen, um die vollumfängliche Bioverfügbarkeit möglichst zu gewährleisten.

Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2020 lässt ebenfalls leichte Tendenzen in Richtung besserer Bioverfügbarkeit und günstigerer Wirkungsweise ölhaltiger Präparate erkennen. So wurden bei dieser Untersuchung 137 Probanden mit 1600 I.E.-haltigen Tabletten und 69 Probanden mit 1500 I.E.-haltigen Vitamin D-Tropfen behandelt. Die Testergebnisse nach 3-5 Monate waren mit Vitamin D-Spiegeln von 34,4 ng/ml bei der Tablettengruppe und 34,8 ng/ml bei der Tropfengruppe beinahe identisch. Obwohl die Ölgruppe also über den gesamenten Zeitraum um 100 I.E. Vitamin D täglich weniger zugeführt bekam, war die Gruppe am Ende der Untersuchung quasi gleich auf mit der Tablettengruppe.

Überaschenderweise war in der Gruppe, die Öltropfen einnahm, sowohl die Anzahl der Verschreibungen als auch die Anzahl der Tage mit Antibiotika-Einnahme während der Supplementierung im Vergleich zum Vorjahr ohne Supplementierung signifikant reduziert, was in der Tablettengruppe nicht der Fall war (2).

Doch auch diese Studie ist mit Vorsicht zu betrachten, weil die Dosierungen der Präparate laut Herstellerangaben nicht labortechnisch auf Richtigkeit überprüft wurden.

Kapseln und Tabletten

Bei Kapseln und Tabletten, die kein Öl enthalten, ist die Einnahme zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit noch wesentlich wichtiger, um eine möglichst optimale Bioverfügbarkeit zu erreichen. Außerdem wurde in der oben erwähnten Studie bei den verwendeten Supplementen deutliche Abweichungen von den Herstellerangaben in Bezug auf den Vitamin D-Gehalt der Präparate nachgewiesen. Inwieweit sich das allerdings verallgemeinern lässt, bleibt offen, da in der Studie nur einzelne Produkte untersucht wurden.

Ferner sind in Öl-freien Kapseln auch die notwendigen Füllstoffe zu beachten. Diese sind im besten Fall natürlichen Ursprungs und stehen nicht im Verdacht die Aufnahmefähigkeit negativ zu beeinträchtigen, wie zum Beispiel Magnesiumstearat. Bei Tabletten könnten sich darüber hinaus Bindestoffe, die für die Formgebung notwendig sind, als nachteilig erweisen. Trotzdem sind auch qualitativ hochwertige Kapseln und Tabletten adequate Methoden um den Vitamin D-Spiegel in den gewünschten Bereich zu bringen.


Fazit: Grundsätzlich ist es nicht ausschlaggebend wie der Vitamin D-Spiegel auf den gewünschten Bereich angehoben bzw. dort gehalten wird. Jedoch haben Öl-haltige Tropfen aufgrund ihrer eventuell besseren Bioverfügbarkeit, der vorteilhafteren Dosierungsmöglichkeiten sowie ihrer Reinheit  (meist keine Füll- und Zusatzstoffe) und der besseren Integrierbarkeit in die alltäglich Nahrungsaufnahme Vorteile gegenüber den anderen Verabreichungsformen. Alle 3 Supplemente sollten in jedem Fall zu einer fetthaltigen Mahlzeit zugeführt werden. Natürlich sollte die Qualität des Produktes beim Kauf nicht vernachlässigt werden. Unabhängig davon für welches Präparat man sich entscheidet, sollte auf zertifizierte Produkte seriöser Unternehmen zurückgegriffen werden.

 


Quelle:

1. Traub, L., M., Finnell, S., J., Anup, Oberg, … Ryan. (2014, August 1). Impact of Vitamin D 3 Dietary Supplement Matrix on Clinical Response. Retrieved from https://academic.oup.com/jcem/article/99/8/2720/2537822.

2. Frankling, H., Maria, Norlin, Anna-Carin, Hansen, Susanne, … Linda. (2020, April 26). Are Vitamin D3 Tablets and Oil Drops Equally Effective in Raising S-25-Hydroxyvitamin D Concentrations? A Post-Hoc Analysis of an Observational Study on Immunodeficient Patients. Retrieved from https://www.mdpi.com/2072-6643/12/5/1230

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Tipps und Tricks

Hier erhalten Sie kurz zusammengefasst die wichtigsten „Tipps und Tricks“ rund um das Thema Sonnen!

Der Artikel in Kürze:

Allgemeine Tipps

› Tipps zum „Sonnen in der Sonne“

          – Extratipps für den Urlaub

          – Extratipps für Medikamenteneinnahme

› Tipps zum „Sonnen im Solarium“

› Tipps zur Einnahme von Nahrungsergänzung

 


Allgemeine Tipps: 

  • Sommerzeit (Ende März – Mitte Oktober): ausreichend und regelmäßiges, moderates Sonnen in der Sonne
  • Winterzeit (Mitte Oktober – Ende März): Alternativen zur Produktion von Vitamin D nutzen, wie Nahrungsergänzungsmittel, Solarium und/ oder Winterurlaub 
  • Eselsbrücke für alle Autofahrer: Die Regel von O-O (*Oktober – *Ostern) Winterreifen als Hilfsmittel gegen Schnee und Glätte nutzen, bedeutet in Bezug auf die Sonne:

„von O-O Hilfsmittel zur Vitamin D-Produktion nutzen“  


Tipps zum „Sonnen in der Sonne“!

  1. In Deutschland zur intensiven Vitamin D-Bildung nur möglich von Ende März – Mitte Oktober zwischen 11:00 – 15:00 Uhr. Je weiter man sich auf der Zeitachse vom Sonnenhöchststand (21. Juni) entfernt, desto geringer wird dieses Zeitfenster sowie die Intensität der durchdringenden UV-B-Strahlung und schließt sich Mitte Oktober bzw. Ende März.
  2. Je nach Hauttyp ca. 10-20 Minuten (helle Hauttypen benötigen kürzere Zeit); längeres in die Sonne legen bringt nichts für die Vitamin  D-Produktion
  3. Mindestens Arme und Beine ungeschützt
  4. Bei wolkenfreiem Himmel
  5. Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen, dies ist ein eindeutiges Signal der Überdosierung! Seien Sie besonders achtsam, wenn Ihre Haut sich nach dem Winter wieder an die Sonne gewöhnen muss.
  6. Bei Sonnenschutzmittel auf UV-A-Schutz achten!
  7. Mäßig und moderat
  8. Informieren Sie sich unter folgenden Links wie „stark“ die UV-Strahlung der Sonne gerade bei Ihnen ist (UV-Index): UV Index deutschlandweit | UV Index europaweit
  9. Vorsicht bei Medikamenteneinnahme! Beachten Sie unbedingt mögliche phototoxische Nebenwirkungen (Beipackzettel). 

Extratipps für den „Urlaub in der Sonne“

  1. Beachten Sie die Tipps zum „Sonnen in der Sonne“
  2. Passen Sie ihre Sonnen-Dauer an den Breitengrad ihres Urlaubsortes an (Intensität der UV-Strahlung nimmt zu je näher Sie am Äquator sind)
  3. Informieren Sie sich über ihren UV-Index. Sie können auf den folgenden Links sehen wie „stark“ die UV-Strahlung der Sonne gerade an ihrem Urlaubsort oder zuhause istUV Index deutschlandweit | UV Index europaweit

Extratipps für „Medikamenteneinnahme und Sonnen“

  1. Informieren Sie sich, ob die eingenommenen Medikamente phototoxische Nebenwirkungen auslösen können
  2. Meiden Sie direkte Sonnenbestrahlung um die Mittagszeit
  3. Schützen Sie sich vor phototoxischen Reaktionen mit lichtschützender Kleidung
  4. Verwenden Sie hochwertige Sonnencreme (mindestens Schutzfaktor 30)
  5. Beachten Sie UVA-durchlässiges Glas wie zum Bsp. in Gebäuden oder im Auto

Tipps zum „Sonnen im Solarium“

1. UV-B Strahlen sind ein MUSS, ansonsten geschieht keine Vitamin D-Produktion und die Gefahr für Hautkrebs steigt.

Moderne Solarien verfügen über einen ausgewogenen UV-A/UV-B-Mix, welcher der Zusammensetzung der natürlichen Sonnenstrahlen bei vielen Geräten ähnlich ist. Die Strahlungsstärke entspricht mit 0,3 W/m² genau der Mittagssonne in südlichen Ländern. Entsprechend kann die UV-Bestrahlung in Sonnenbänken in vergleichbarer Weise die Vitamin-D-Synthese anstoßen.

2. Nutzen Sie nur Solarien mit ausgebildetem Fachpersonal.

Diese beraten Sie gerne und helfen ihnen bei der Auswahl des für Sie entsprechenden Besonnungs-Programms. Ein Indikator für ein professionelles Sonnenstudio mit Fachpersonal ist an der Einhaltung der UV-Schutz-Verordnung ersichtlich.

3. Passen Sie Zeit und Dauer Ihrem Hauttyp an.

Bei der Nutzung von Solarien ist das Personal verpflichtet, eine Hauttypenanalyse mittels Fragebogen, sowie einen Besonnungsplan anzubieten. Auf Basis Ihres Hauttyps wird ein für Sie speziell geltender Dosierungsplan erstellt. Dieser ist abgestimmt auf die in dem Sonnenstudio nutzbaren Bestrahlungsgeräte.

Optimal wäre die Nutzung von modernen Solarien mit eingebautem Hautsensor.

4. Überdosierung: Vermeiden Sie Sonnenbrand und starke Hautrötungen.

Sonnenbrand ist unbedingt zu vermeiden. Beim ersten Anzeichen von Sonnenbrand sollte man die Besonnung deshalb sofort beenden.

5. Die Intensität der Sonnenbank darf nicht verwechselt werden mit der der natürlichen Sonne

Die Bestrahlungsintensität und das Spektrum moderner und gesetzeskonformer Solarien entsprechen heute ziemlich genau der sogenannten ,,Referenzsonne“.

Diese bezeichnet die spektrale UV-Bestrahlungsstärke der Solarstrahlung, an der Erdoberfläche bei Sonnenhöchststand (90°) in den Tropen.  Daher entspricht sie annähernd dem zu erwartenden Maximalwert der UV-Strahlung, dem auch ein Maximum an biologischer Wirksamkeit zukommt.

Beispielsweise können 10 Minuten einer modernen Hochleistungssonnenbank einem 25-minütigen Sonnenbad am Strand von Mallorca entsprechen.

6. Tragen Sie die desinfizierte Schutzbrille, um Ihre Augen zu schützen.

7. Vorsicht bei Medikamenten: Aufgrund von Unverträglichkeitsreaktionen sollte vor dem Solarium-Besuch abgeklärt werden, ob die eingenommenen Medikamente fototoxische Reaktionen auslösen können. Mehr dazu erfahren Sie hier.

8. Nutzen Sie bei der Bestrahlung keine Kosmetika.

9. Beschränken Sie die Nutzung eines Solariums auf ca. 1 mal pro Woche.


Tipps zur Einnahme von Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel:

  1. Testen Sie Ihren Vitamin D Spiegel
  2. Dosierungstipps: Vitamin D immer angepasst auf ihre Zielgruppe – nutzen Sie am besten unseren Vitamin D-Bedarfsrechner
  3. Täglich in Form von Tropfen, Kapseln oder Tabletten einnehmen; Erwachsener ca. 4000 – 5000 I.E. pro Tag bei 70 kg Körpergewicht.