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Wohlbefinden jetzt. Warum es so vielen an Vitamin D mangelt

Mangelnde Versorgung mit Vitamin D nimmt weltweit zu, auch in sonnenreichen Ländern wie Australien. Studiogast Prof. Dr. Jörg Spitz liefert aufschlussreiche Ansätze.

Toxizität – welche Vitamin D-Dosen sind sicher?

Toxizität – welche Vitamin D-Dosen sind sicher?

Ein großes Hindernis für eine möglichst flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Vitamin D stellen weit verbreitete Desinformationen über die Toxizität dar. Dieser Artikel betrachtet die historischen Ursachen, die zu übertriebener Vorsicht im Umgang mit Vitamin D führten, und vergleicht die Vermutungen von damals mit den Fakten von heute.

Bevor wir aber näher auf die Toxizität von Vitamin D eingehen, ist es vorteilhaft, die durch Untersuchungen festgelegten Beurteilungen des Vitamin D-Spiegels zu kennen. Die folgende Tabelle verschafft hierfür einen Überblick anhand umfangreicher, weltweit zusammengetragener Erkenntnisse der Vitamin D-Forschung (Grant & Holick, 2005). Wie aus der Tabelle 1 hervorgeht, sollte man für einen sicheren und gesundheitsförderlichen Umgang in Sachen Vitamin D-Versorgung, Blutwerte (25(OH)D) im grün markierten Bereich zwischen „Übermaß“ und „relativem Mangel“ anpeilen., d.h. zwischen 32 und 90 ng/ml.

Tabelle 1 Vitamin D-Spiegel im Blut und ihre Beurteilung 

Historische Ursachen der aktuellen Vitamin D-Unterversorgung

Gegen den zeitgemäßen Einsatz von Vitamin D in individuell zugeschnittenen Dosen stehen die derzeit gültigen und zugleich veralteten Richtlinien. Ein Hauptargument der Kritiker höherer Vitamin D-Grenzwerte lässt sich auf extrem hochdosierte Behandlungen in den 1930er und 1940er Jahre zurückführen. Damals wurden Arthritis, Tuberkulose und Asthma mit bis zu 600.000 I.E. behandelt, was zu klinisch signifikanter Hyperkalzämie mit mehreren Todesfällen führte.

Da praktische Methoden zur Messung der verschiedenen Formen von Vitamin D im Blut erst in den  1970er Jahren entwickelt wurden, konnten die Blutspiegel von Vitamin D, die mit dieser Toxizität assoziiert waren, in den 1930er und 1940er Jahren nie bestimmt werden.

Wegen dieser unerwünschten und kritischen Nebenwirkungen fiel die Verwendung von Vitamin D für die Behandlung der oben genannten Krankheiten mit derart hohen Dosen aus dem Blickfeld der Medizin und wurde durch viel niedrigere Dosen im Bereich von 400 I.E. ersetzt, von denen bekannt war, dass sie keine Hyperkalzämie oder anderweitige Toxizität verursachen, die aber  auf der anderen Seite auch nicht klinisch wirksam bei der Behandlung von Arthritis, Tuberkulose oder Asthma waren. Die einem Teelöffel von Lebertran entsprechende geringe Vitamin D-Menge war allerdings sicher bei der Prävention von Rachitis.

Zum Vergleich: In der Haut werden täglich über intensive Sonneneinstrahlung bis zu 25.000 I.E. Vitamin D produziert.

Aufgrund eines körpereigenen Schutzmechanismus sind durch natürliche aber ebenso durch künstliche UV-Bestrahlung Vitamin D-Werte, die mehr als 100 ng/ml aufweisen, ausgeschlossen. Die in der Tabelle erwähnten 150 ng/ml können daher nur durch Supplementation von Vitamin D-Präparaten in extrem hohen Dosen, aber niemals alleine durch UV-B-Strahlung, also weder durch Sonnenbaden noch durch künstliche UV-Strahlung in Solarien, erreicht werden.

Veraltete Grenzwerte sorgen noch immer für Verwirrung

Bis heute ist die offiziell festgelegte „gefahrlose Zufuhr“ für Vitamin D auf 2.000 I.E. täglich begrenzt, um eine vermeintliche Überdosierung mit schädlichen Folgen für die Gesundheit zu verhindern. Die wissenschaftlichen Grundlagen für den Grenzwert von 2.000 I.E. stehen jedoch auf recht wackligen Beinen und wurden durch fundierte Untersuchungen in den letzten Jahren widerlegt.

Anstelle der 2.000 I.E. werden inzwischen 10.000 I.E. als Grenzwert genannt (Hathcock, Shao, Vieth & Heaney, 2007).

Dank der großen therapeutischen Breite von Vitamin D sind Intoxikationen jedoch in aller Regel erst jenseits von 40.000 I.E. täglich und regelmäßig über mehrere Wochen und daraus resultierenden Blutspiegeln von >150 ng/ml zu erwarten (Vieth, 2006).

Dem Trend zu höheren Dosierungen von Vitamin D steht die Sorge entgegen, eine Vergiftung des Körpers mit Vitamin D auszulösen. Das wesentliche Argument dabei ist der Umstand, dass Vitamin D fettlöslich ist und nicht über die Nieren ausgeschieden werden kann. Was dabei übersehen wird, ist die von der Natur klug eingerichtete Eigenschaft von Vitamin D, als Prohormon nur eine geringe Stoffwechselwirksamkeit zu haben. Erst die aktive Form, die von komplexen Vorgängen gesteuert aus Vitamin D entsteht, hat die umfangreichen und intensiven Wirkungen. Die Situation ist vergleichbar mit den Schilddrüsenhormonen, bei denen die Gabe von Thyroxin (das mit dem Vitamin D vergleichbare Prohormon) selbst in hohen Dosen kaum eine Stoffwechselreaktion auslöst, während selbst kleine Mengen von Triojodthyronin, der aktiven Form des Schilddrüsenhormons, erhebliche Folgen auf den Stoffwechsel hat.

Bereits vor etlichen Jahren wurden daher umfangreiche Untersuchungen bei Patienten mit Multipler Sklerose durchgeführt, die zeigen konnten, dass selbst 40.000 I.E. Vitamin D täglich über einen längeren Zeitraum eingenommen zwar zu „astronomischen“ Blutspiegeln führen, jedoch nicht zu Komplikationen im Sinne einer Hyperkalzämie (Kimball, Ursell, O’Connor & Vieth, 2007), (Abb.2 & 3).

Abb. 2: Anstieg des Vitamin D-Spiegels im Blut in Abhängigkeit von der verabreichten Dosis (12). Die Zahlen der x-Achse geben die verabreichte Vitamin D-Menge in Mikrogramm/Woche an: 700-7000 µg entsprechen 28.000-280.000 I.E. Vitamin D pro Woche.
Abb. 3: Die Überprüfung der Kalziumwerte im Blut ergab während des Testzeitraums keine signifikanten Veränderungen.

 

Es besteht also eine hohe Anwendungssicherheit bei der Supplementation von Vitamin D.  Die Änderung von Grenzwerten ist allerdings bekanntlich ein schwieriger und langwieriger Prozess. Er muss dennoch jetzt angestoßen werden, um das Ausmaß der weit verbreiteten Vitamin D-Unterversorgung baldmöglichst problemlos und nachhaltig durch Ergänzungsmaßnahmen verringern zu können. Die SonnenAllianz empfiehlt daher, sich bei der Einnahme an den dafür vorgesehenen Bedarfsrechner zu orientieren, den wir auf unserer Website kostenlos zur Verfügung stellen.

Zudem sind bei Tagesdosierungen oberhalb von 5000 I.E. regelmäßige Laboruntersuchungen und eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt dringend zu empfehlen, um Abweichungen vom Referenzbereich für Vitamin D (60 – 90 ng/ml), Kalzium (2,0 – 2,6 mmol/l oder 8,5 – 10,0 mg/dl) und für den Parathormonspiegel frühzeitig zu erkennen.

Quellen:

Grant, W. B., & Holick, M. F. (2005, June). Benefits and requirements of vitamin D for optimal health: A review. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15989379

Hathcock, J. N., Shao, A., Vieth, R., & Heaney, R. (2007, January). Risk assessment for vitamin D. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17209171

Vieth, R. (2006, April). Critique of the considerations for establishing the tolerable upper intake level for vitamin D: Critical need for revision upwards. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16549491

Kimball, S. M., Ursell, M. R., O’Connor, P., & Vieth, R. (2007, September). Safety of vitamin D3 in adults with multiple sclerosis. Retrieved from https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17823429

Beitragsbild: www.pixapbay.com

Abbildungen: Spitz, J. (2018). Vitamin-D-Mangel: Die unterschätzte Gefahr. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Vitamin D: Tägliche Einnahme für volle Wirkung

Vitamin D: Tägliche Einnahme für volle Wirkung

Bisher ging man im Allgemeinen davon aus, dass die Einnahmeintervalle bei Vitamin D-Supplementation weniger wichtig sind, sofern im Endeffekt ein adäquater Blutwert erreicht wird. Auch viele Studien in der Vitamin D-Forschung führten aufgrund dieser Fehleinschätzung zu keinen signifikanten Ergebnissen. Wenn Sie aber durch eine Vitamin D-Supplementierung nicht nur Ihr Skelett unterstützen wollen, sondern vom vollen Spektrum der positiven Wirkungen profitieren möchten, dann ist eine tägliche Vitamin D-Zuführung in ausreichender Menge unumgänglich.

Die Wirkung von Vitamin D auf das Skelett

Vitamin D wird dem Körper durch UV-Exposition oder Supplementierung bereitgestellt und landet anschließend in der Leber, die daraus das Prohormon 25(OH)D herstellt, welches wiederum an den Blutkreislauf abgegeben wird (Siehe Abbildung). Das so entstandene 25(OH)D hat im Blut eine Halbwertszeit von etwa 3 Wochen - es verliert in dieser Zeit also ca. die Hälfte seiner Substanz.

Zu beachten ist dabei, dass nur für die endokrinen Effekte (Wirkungen der Hormone in den Zellen über das Blut) des Vitamin D der Blutwert des aktiven Prohormons 25(OH)D wichtig ist. Dieser wirkt sich im wesentlichen auf die Calcium-Homöostase und damit auf die Knochengesundheit aus.

 

Nach: Hollis BW, Wagner CL. Clinical review: The role of the parent compound vitamin D with respect to metabolism and function: Why clinical dose intervals can affect clinical outcomes. J Clin Endocrinol Metab. 2013;98(12):4619-28.

Die Wirkung in den Zellen

Der sogenannte parakrine und autokrine Vitamin D-Stoffwechsel hängt aber vom nicht über die Leber metabolisierten 25(OH)D-Wert im Blut ab. In diesem Fall gelangt Vitamin D über Diffusion direkt in die Zellen, beispielsweise von Brust, Darm, Prostata und Gehirn. Der initiale Vitamin D-Wert (unverstoffwechselt) hat aber eine Halbwertszeit von nur 24 Stunden. Das bedeutet, dass nach wenigen Tagen eine Unterversorgung des Gewebes und der Zellen mit reinem Vitamin D auftreten kann, selbst wenn z.B. einmal wöchentlich hohe Dosen Vitamin D gegeben werden.

Die tägliche Versorgung mit ausreichend Vitamin D ist es also, die abseits vom Knochenstoffwechsel, für die umfangreichen, positiven Auswirkungen des Sonnenhormons ausschlaggebend ist.

Diese Annahme wird durch den Vergleich vieler Interventionsstudien eindrucksvoll unterlegt. Dr. Hollis, ein federführender Forscher auf dem Gebiet des Vitamin D fasst zusammen:

  • Eine Einnahme von 400 – 600 I.E./Tag kann allenfalls Krankheitsbildern des Skeletts vorbeugen.
  • 400 – 600 I.E./Tag versprechen nur sehr geringe (wenn überhaupt) Ergebnisse für die Gewebe- und Zellgesundheit außerhalb des Knochengewebes.
  • Eine Vitamin D-Einnahme von bis zu 10.000 I.E./Tag und  25(OH)D-Werte bis zu 100 ng/ml (250 nmol/l) sind physiologisch normal.
  • Vitamin D-Studien sollten sich an diesen Erkenntnissen zur regelmäßigen Einnahme orientieren und nicht an der Einfachheit einer wöchentlichen oder gar monatlichen Zufuhr.

 

Dr. Bruce Hollis, College of Medicine Medical University of South Carolina, geht im nachstehenden Video auf die detaillierten Zusammenhänge ein:

https://www.youtube.com/watch?time_continue=5&v=FbheaULwRAk

Quelle:

Hollis, B. W., & Wagner, C. L. (2013). The Role of the Parent Compound Vitamin D with Respect to Metabolism and Function: Why Clinical Dose Intervals Can Affect Clinical Outcomes. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 98(12), 4619-4628. doi:10.1210/jc.2013-2653

Fotos: www.pixabay.com

Öl, Kapseln oder Tabletten – das optimale Vitamin D-Präparat

Öl, Kapseln oder Tabletten – das optimale Vitamin D-Präparat

Gibt es Unterschiede bei der Wirkung zwischen Kapseln, Tabletten und Vitamin D-Ölen?

Eines vorweg: die natürlichste Form seinen Vitamin D-Spiegel auf Stand zu bringen, ist noch immer die durch UV-B-Strahlung ausgelöste Vitamin D-Synthese auf der Haut durch ein natürliches Sonnenbad. Doch auch die Bestrahlung moderner Sonnenbänke kann – bei Nutzung von Geräten mit entsprechendem UV-B-Anteil – gezielt zur Vitamin D-Bildung beitragen.

Doch was tun, wenn man im Vitamin D-Winter (Oktober-März) keine Zeit oder Möglichkeit hat ins Solarium zu gehen um seinen optimalen Vitamin D-Spiegel zu halten?

Supplemente auf dem Vormarsch

Aufgrund der Zeitersparnis, Sicherheit und günstigen Preisen erfreuen sich Vitamin D-Präparate immer größerer Beliebtheit. Anders als bei der Vitamin D-Produktion in der Haut werden Supplemente in der Regel oral eingenommen. Die am häufigsten verwendete und sogleich auch reinste Verabreichungsform ist dabei das Vitamin D-Öl. Dazu wird meistens Lanolin (Schafwollfett) zusammen mit mittelkettigen Triglyceriden (MCT) entweder in Form von Tropfen oder in Form von Softgel-Kapseln abgefüllt, eingenommen. Neben Lanolin wird Vitamin D-Öl für Veganer inzwischen auch auf rein pflanzlicher Basis aus Flechten gewonnen.

Soft-Gel-Kapseln

Wichtig ist: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte die Aufnahme für eine optimale Bioverfügbarkeit unbedingt gemeinsam mit Fett erfolgen.

Dabei ist es aus gesundheitlicher Sicht nicht entscheidend in welcher der oben genannten Formen Vitamin D konsumiert wird. Vitamin D-Präparate auf Öl-Basis können daher in Bezug auf die Bioverfügbarkeit, auf nüchternen Magen ohne Berücksichtigung weiterer Faktoren jederzeit konsumiert werden.

Kapseln und Tabletten

Anders sieht es hier bei Vitamin D-Kapseln und Tabletten aus, denen kein Öl oder Fett beigemengt ist. Hier empfiehlt es sich darauf zu achten die Supplementierung gemeinsam mit einer Mahlzeit zuzuführen, um eine bessere Bioverfügbarkeit zu erreichen.

Tabletten

Außerdem sind in Öl-freien Kapseln auch die notwendigen Füllstoffe zu beachten. Diese sind im besten Fall natürlichen Ursprungs und stehen nicht im Verdacht die Aufnahmefähigkeit negativ zu beeinträchtigen wie zum Beispiel Magnesiumstearat. Um sicher zu gehen, lesen Sie am besten die Herstellerangaben auf der Verpackung. Bei Tabletten könnten sich darüber hinaus Bindestoffe, die für die Formgebung notwendig sind, als nachteilig erweisen.

Fotos: www.pixabay.com, www.unsplash.com

Krebs

Wie die Sonne dafür sorgt, dass wir keinen Krebs bekommen

Krebsschutz Sonne

Die Sonne hat bedeutenden Einfluss auf unsere Gesundheit. Bei Sonneneinstrahlung produziert unsere Haut das Hormon Vitamin D. In unserem Körper erfüllt das „Sonnenhormon“ an vielen Stellen wichtige Aufgaben: So ist Vitamin D nicht nur altbekannt bei der Knochen- und Muskelbildung beteiligt, sondern spielt eine wichtige Rolle im Herz-Kreislauf-System, Immun- sowie  Atemsystem, und wird für verschiedene Gehirnfunktionen benötigt. Auch zur Prävention gegen die meisten Krebsarten ist ein adäquater Vitamin D-Spiegel, aber auch ein natürlicher Tagesrythmus empfehlenswert! Warum das so ist erklären wir hier:


Der Artikel in Kürze:

› Vitamin D verhindert die Entstehung von Tumoren

› Verbesserte Perspektiven bei Brustkrebs durch Vitamin D

› Vitamin D schützt auch vor Prostatakrebs

Krebsfaktoren: Sonnenlicht, Melatonin und der Tag-Nacht-Rythmus


Vitamin D verhindert die Entstehung von Tumoren

Vitamin D beeinflusst vor allem die Gesunderhaltung der Zellen im sogenannten Epithel, der äußeren Gewebeschicht unserer Organe und Drüsen. Hier entstehen die meisten Krebsarten. Das Absterben entarteter Zellen (Apoptose), sozusagen die „Aufräumarbeit“ nach entstandenen UV-Schäden, wird ganz wesentlich durch Vitamin D gesteuert. Bei Vitamin D-Mangel können sich Krebszellen ungehindert vermehren.

Der positive Einfluss von Vitamin D konnte bei einer Vielzahl bösartiger Tumore festgestellt werden. Unter anderem sind davon folgende Organe bzw. Krebsarten betroffen: Brust, Darm, Lunge, Eierstock, Pankreas, Prostata (Moukayed & Grant, 2017).

Durch die prospektive Gabe von 1.100 I.E. Vitamin D über einen Zeitraum von 4 Jahren konnte im Rahmen einer Studie zum Beispiel das Risiko, irgendeinen bösartigen Tumor zu entwickeln, um 77% gesenkt werden (Lappe et al., 2007). Ein normaler Vitamin D-Spiegel senkt in anderen Diagnosegruppen (z.B. bei koronaren Herzerkrankungen) das Risiko um die Hälfte, an einem bösartigen Tumor zu versterben (Pilz et al., 2008).

Insbesondere die häufigsten Tumore des Dickdarms, der Prostata und der weiblichen Brust reagieren sensibel auf Vitamin D.  Folgende Wirkungsweisen werden demnach Vitamin D in Bezug auf die Prävention oder Beseitigung von Tumoren zugeschrieben:

  • Unterdrückung des Tumorwachstums
  • Abschwächung der Signale zur Metastasierung
  • gesteigerte Veranlassung des Zelltodes
  • Differenzierung der Zellen (in Richtung Gutartigkeit)
  • Reduzierung der Gefäßneubildung im Tumor

Verbesserte Perspektiven bei Brustkrebs durch Vitamin D

Der Brustkrebs ist die häufigste Tumorform bei Frauen. Doch mit fortschreitender Forschung in Sachen Vitamin D ergaben sich neue Erkenntnisse, die eine deutlich verbesserte Perspektive zur Folge haben.

Zunächst sei die Studie von Robin und Mitarbeitern aus dem Jahr 2007 genannt. Das Forschungsteam wertete Daten im Rahmen der großen „Iowa Women Study“ aus, in der 34.000 Frauen in Amerika zwischen 1986 und 2004 betreut wurden. Die Aufnahme von 800 I.E. Vitamin D mit der Nahrung im Vergleich zur Aufnahme von 400 I.E. führte zu einer Absenkung des Risikos, ein Mammakarzinom zu entwickeln, um 34 %.

Auch in einem ähnlich großen Kollektiv der „Women Health Study“ mit 10.000 Frauen vor den Wechseljahren, konnte eine 35%-ige Absenkung für diejenigen Frauen nachgewiesen werden, die eine höhere Vitamin D-Aufnahme über die Nahrung hatten (Lin, 2007).

Die Arbeitsgruppe von Garland kam bereits 2007 bei der Zusammenfassung von 2 Studien mit insgesamt 1760 Patienten ebenfalls zu deutlichen Ergebnissen. Dabei zeigt die Gruppe mit den höchsten Vitamin D-Spiegeln (> 120 nmol/l = 48 ng/ml) gegenüber Frauen mit deutlich niedrigeren Vitamin D-Spiegeln < 32 nmol/l = 12,8 ng/ml, eine 50%-ige Risikoreduktion (siehe Diagramm) an einem Brusttumor zu erkranken.

 

Vitamin D hilft auch nach Brustkrebsbehandlung

Dutzende Studien der vergangenen Jahre gaben bereits Hinweise auf eine schützende Wirkung von Vitamin D vor Brustkrebs. Frauen, die über längere Zeit nicht ausreichend mit dem Sonnenhormon versorgt sind, erkranken nach erfolgreicher Behandlung häufiger an wiederkehrendem Brustkrebs und sterben auch häufiger daran als Frauen mit einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Blut.

Kanadische Autoren haben im Jahr 2009 die wichtigsten acht Studien mit insgesamt weit über 5.000 Teilnehmerinnen analysiert und fanden ihr Ergebnis bestätigt:

  • Frauen, die nach der Brustkrebs-Diagnose und -Behandlung einen Vitamin D-Mangel aufwiesen, hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko für eine Wiederkehr der Krankheit.
  • Die Sterberate lag bei den Frauen mit einem Vitamin D-Mangel um 76 Prozent höher als bei den ausreichend versorgten.

Wir haben eine eindeutige Verbindung gefunden zwischen einem Vitamin D-Mangel zum Zeitpunkt der Brustkrebs-Diagnose und der Rückkehr der Krankheit ebenso wie mit der Häufigkeit der Todesfälle„, so die Leiterin des Wissenschaftler-Teams von der McGill University, Prof. April Rose.

Untermauert werden diese Resultate durch eine weitere Meta-Analyse von 5 Studien. Diese zeigt eine höhere Überlebensrate für an Brustkrebs erkrankte Frauen, wenn diese eine höhere Serumkonzentration von Vitamin D im Blut aufwiesen (Mohr, Gorham, Kim, Hofflich, Garland, 2014).

Ob es sich hier nur um einen Zusammenhang oder tatsächlich um Ursache und Wirkung handele, so schränken die Autoren selbst ein, müsse noch in weiteren Studien geklärt werden.

Vitamin D schützt vor Metastasen und frühzeitigem Tod

2008 berichteten Wissenschaftler auf der Jahrestagung der amerikanischen Krebsgesellschaft, dass das Sonnenhormon auch vor Metastasen und frühzeitigem Tod durch den Krebs schützt. 512 Frauen wurden 10 Jahre lang nach Operationen bösartiger Brusttumoren nachuntersucht. Nur 24% wiesen initial einen ausreichenden Vitamin D-Spiegel auf. Im Verlauf führte ein niedriger Vitamin D-Spiegel (Mangel) zu einer Steigerung des Risikos für Metastasenbildung um 94% und für einen vorzeitigen Tod um 73%.


Vitamin D schützt auch vor Prostatakrebs

Vitamin D schützt vor Prostatakrebs

Auch das Prostatakarzinom, der häufigste Tumor beim Mann, zeigt in mehreren Studien einen Zusammenhang mit dem Vitamin D-Spiegel. Eine Arbeitsgruppe veröffentlichte 2008 in einem Bericht den Zusammenhang zwischen UV-B-Strahlung und dem Auftreten sowie der Sterblichkeit des Prostatakarzinoms in den USA (Grant). Die Risikominderung betrug etwa 60% für die Häufigkeit und 50% für die Sterblichkeit. 

 

Auch eine weitere Veröffentlichung (Physicians Health Study) von Li und Mitarbeitern (2007), bei der 14.900 Männer teilnahmen, kam zu ähnlichen Ergebnissen. Männer mit einem Vitamin D-Spiegel unter 62 nmol/l (= 24,8 ng/ml) hatten ein etwa zweifach höheres Risiko, einen aggressiven Tumor zu entwickeln. Berücksichtigt man individuelle Genveränderungen der Prostata, profitierten die Männer sogar mit einer 60- bis 70-%igen Risikoreduktion von hohen Vitamin D-Spiegeln.

Es scheint so zu sein, dass Vitamin D bei betroffenen Prostata-Tumorpatienten mit „low graded“ Krebs sogar verhindern kann, dass dieser aggressiv wird und darüber hinaus in die Lage versetzt wird sich zurückzubilden. Die Forschungen dazu wurden 2015 von der amerikanischen Chemical Society (acs) veröffentlicht.


Krebsfaktoren: Sonnenlicht, Melatonin und der Tag-Nacht-Rythmus

Doch Vitamin D und dessen positive Auswirkungen sind nicht alles, was unsere Sonne zu bieten hat: Das Sonnenlicht ist maßgeblich für unseren Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich. Aus der Chronobiologie wissen wir, wie wichtig der Schlaf für unsere Gesundheit ist.

zirkadianer Rythmus orient sich am Stand der Sonne

So ist bereits längere Zeit bekannt, dass Schichtarbeiter häufiger an bösartigen Tumoren erkranken. Die Wissenschaftler Bhatti et al. (2016, 2017) suchten nach der Ursache für dieses Phänomen. In ihrer 2016 veröffentlichten Studie stellte sich heraus, dass Nachtschichtarbeiter deutlich geringere Mengen eines Stoffwechselproduktes (8-OH-dG) über ihren Urin ausscheiden, wenn sie tagsüber schlafen (23% weniger im Vergleich zu ihrem eigenen Nachtschlaf und 17% weniger im Vergleich zum Nachtschlaf von Personen, die nicht in Nachtschicht arbeiten).

8-OH-dG ist ein durch freie Radikale veränderter Baustein der DNA, der von Reparaturenzymen durch intaktes DNA-Material ersetzt wird. Wird 8-OH-dG im Urin nachgewiesen, so weist dies auf eine erfolgreiche DNA-Reparatur hin. Die geringere 8-OH-dg-Ausscheidung der Nachtschichtarbeiter deutet also darauf hin, dass der DNA-Reparaturmechanismus während des Tagschlafs eingeschränkt ist und somit zu vermehrten oxidativen DNA-Schäden führen kann.

Bhatti et al. vermuten, dass die Ursache für die verringerte DNA-Reparatur beim Melatonin liegt:

DNA-Reperatur durch Melatonin

Melatonin ist ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert und außerdem antioxidativ wirkt, d.h. es deaktiviert freie Radikale. Jedoch wird die Produktion des Hormons durch Licht gehemmt (insbesondere durch den hohen Blauanteil im Sonnenlicht). Durch eine verminderte Melatoninkonzentration beim Tagschlaf können Nachtschichtarbeiter somit weniger von Melatonin als Radikalfänger profitieren.

In ihrer kürzlich publizierten zweiten Studie (2017) verglichen Bhatti et al. die nächtliche 8-OH-dG-Ausscheidung beim Nachtschlaf mit der Ausscheidung bei Nachtarbeit. Auch hier zeigte sich eine enorme Differenz: Bei der Nachtarbeit wurde nur 20% der OH-dG-Ausscheidungsmenge erreicht, die beim Nachtschlaf gemessen wurde.

Zusätzlich zu der Wirkung von Vitamin D schützt also offensichtlich das Sonnenlicht und die damit verbundene lichtabhängige Melatoninproduktion die Erbsubstanz in unseren Zellen. Unser zirkadianer Rhythmus, der eine Vielzahl biologischer Funktionen steuert, orientiert sich maßgeblich am Stand der Sonne. So sorgt der natürliche Wechsel von Licht und Dunkelheit in unserem Körper für die optimale Produktion und den Einsatz von Botenstoffen, die unseren Körper gesund halten. Verschiedene Studien an Mäusen zeigten, dass eine Störung der zirkadianen Rhythmik (so beispielsweise durch einen “unnatürlichen” Schlaf-Wach-Rhythmus) Fehlfunktionen von Genen hervorrufen kann, die wiederum Krebs verursachen können (siehe hierzu den 2016 vom Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Artikel „Warum Nachtarbeit das Krebsrisiko erhöht“).

Die Wissenschaftler Bhatti et al. streben die Durchführung weiterer Studien an, um den möglicherweise vor Krebserkrankungen schützenden Effekt einer Melatonin-Supplementierung bei Nachtschichtarbeitern zu erforschen.

Empfehlungen:

Sorgen Sie, wenn irgend möglich, für einen Tagesablauf, der sich am natürlichen Wechsel von Tag- und Nachtphasen orientiert. Vermeiden Sie insbesondere in den Abendstunden Lichteinflüsse mit hohem Blauanteil. Für Smartphones, PCs und Tablets gibt es inzwischen spezielle Blaulichtfilter, die dabei helfen können. Zudem gibt es Softwarelösungen, die den Blaulichtanteil von Laptops und PCs so herunterfahren, dass Nachteulen nicht um den Schlaf gebracht werden. Auch Brillen mit Blaulichtfilter sind auf dem Markt erhältlich. Und nicht vergessen: rechtzeitig in die Koje gehen!


Quellen:

Moukayed, M., & Grant, W. B. (2017). The roles of UVB and vitamin D in reducing risk of cancer incidence and mortality: A review of the epidemiology, clinical trials, and mechanisms. Reviews in Endocrine and Metabolic Disorders, 18(2), 167-182. doi:10.1007/s11154-017-9415-2

Giovannucci, E., Liu, Y., Rimm, E. B., Hollis, B. W., Fuchs, C. S., Stampfer, M. J., & Willett, W. C. (2006). Prospective Study of Predictors of Vitamin D Status and Cancer Incidence and Mortality in Men. JNCI: Journal of the National Cancer Institute, 98(7), 451-459. doi:10.1093/jnci/djj101

Lappe, J. M., Travers-Gustafson, D., Davies, K. M., Recker, R. R., & Heaney, R. P. (2007). Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: Results of a randomized trial. The American Journal of Clinical Nutrition, 85(6), 1586-1591. doi:10.1093/ajcn/85.6.1586

Pilz, S., Dobnig, H., Winklhofer-Roob, B., Riedmuller, G., Fischer, J. E., Seelhorst, U., . . . Marz, W. (2008). Low Serum Levels of 25-Hydroxyvitamin D Predict Fatal Cancer in Patients Referred to Coronary Angiography. Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention, 17(5), 1228-1233. doi:10.1158/1055-9965.epi-08-0002

Robien, K., Cutler, G. J., & Lazovich, D. (2007). Vitamin D intake and breast cancer risk in postmenopausal women: The Iowa Women’s Health StudyCancer Causes & Control, 18(7), 775-782. doi:10.1007/s10552-007-9020-x

Vitamin D-Council

A. A. N. Rose et al. Blood levels of vitamin D and early stage breast cancer prognosis; a systematic review and meta-analysis, Breast Cancer Res Treat., Oktober 2013, 141(3):331-9

Mohr SB, Gorham ED, Kim J, Hofflich H, Garland CF. (2014). Meta-analysis of vitamin D sufficiency for improving survival of patients with breast cancer. Scientific Programs Office, Code 01A, Naval Health Research Center, San Diego, CA 92106, U.S.A.

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Lin, J. (2007). Intakes of Calcium and Vitamin D and Breast Cancer Risk in Women. Archives of Internal Medicine, 167(10), 1050. doi:10.1001/archinte.167.10.1050

Garland, C. F., Gorham, E. D., Mohr, S. B., Grant, W. B., Giovannucci, E. L., Lipkin, M., . . . Garland, F. C. (2007). Vitamin D and prevention of breast cancer: Pooled analysis. The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 103(3-5), 708-711. doi:10.1016/j.jsbmb.2006.12.007

Goodwin, P. J., Ennis, M., Pritchard, K. I., Koo, J., & Hood, N. (2009). Prognostic Effects of 25-Hydroxyvitamin D Levels in Early Breast Cancer. Journal of Clinical Oncology, 27(23), 3757-3763. doi:10.1200/jco.2008.20.0725

Trump, D., & Aragon-Ching, J. (2018). Vitamin D in prostate cancer. Asian Journal of Andrology, 20(3), 244. doi:10.4103/aja.aja_14_18

Colli, J. L., & Grant, W. B. (2008). Solar Ultraviolet B Radiation Compared with Prostate Cancer Incidence and Mortality Rates in United States. Urology, 71(3), 531-535. doi:10.1016/j.urology.2007.10.050

Li, H., Stampfer, M. J., Hollis, J. B., Mucci, L. A., Gaziano, J. M., Hunter, D., . . . Ma, J. (2007). A Prospective Study of Plasma Vitamin D Metabolites, Vitamin D Receptor Polymorphisms, and Prostate CancerPLoS Medicine, 4(3). doi:10.1371/journal.pmed.0040103

American Chemical Society (2015). Vitamin D may keep low-grade prostate cancer from becoming aggressive

Bhatti, P., Mirick, D. K., Randolph, T. W., Gong, J., Buchanan, D. T., Zhang, J. & Davis, S. (2017). Oxidative DNA damage during night shift work [Abstract]. Occupational and Environmental Medicine, 74(9), 680-683.

Bhatti, P., Mirick, D. K., Randolph, T. W., Gong, J., Buchanan, D. T., Zhang, J. & Davis, S. (2016). Oxidative DNA damage during sleep periods among nightshift workers [ABSTRACT]. Occupational and Environmental Medicine, 73(8), 537-544.

 

Abbildungen: Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Fotos: www.pixabay.de, www.fotolia.com

Vitamin D-Supplemente im Überblick

Vitamin D-Supplemente im Überblick

Das optimale Vitamin D-Präparat: Öl, Kapseln oder Tabletten?

Gibt es Unterschiede bei der Wirkung zwischen Kapseln, Tabletten und Vitamin D-Ölen?

Eines vorweg: die natürlichste Form seinen Vitamin D-Spiegel auf Stand zu bringen, ist noch immer die durch UV-B-Strahlung ausgelöste Vitamin D-Synthese auf der Haut durch ein natürliches Sonnenbad. Doch auch die Bestrahlung moderner Sonnenbänke kann – bei Nutzung von Geräten mit entsprechendem UV-B-Anteil – gezielt zur Vitamin D-Bildung beitragen. Doch was tun, wenn man im Vitamin D-Winter (Oktober-März) keine Zeit oder Möglichkeit hat ins Solarium zu gehen um seinen optimalen Vitamin D-Spiegel zu halten?

Soft-Gel-Kapseln

Supplemente auf dem Vormarsch

Aufgrund der Zeitersparnis, Sicherheit und günstigen Preisen erfreuen sich Vitamin D-Präparate immer größerer Beliebtheit. Anders als bei der Vitamin D-Produktion in der Haut werden Supplemente in der Regel oral eingenommen. Die am häufigsten verwendete und sogleich auch reinste Verabreichungsform ist dabei das Vitamin D-Öl. Dazu wird meistens Lanolin (Schafwollfett) zusammen mit mittelkettigen Triglyceride (MCT) entweder in Form von Tropfen oder in Form von Softgel-Kapseln abgefüllt, eingenommen. Neben Lanolin wird Vitamin D-Öl für Veganer inzwischen auch auf rein pflanzlicher Basis aus Flechten gewonnen.

Wichtig ist: Da Vitamin D fettlöslich ist, sollte die Aufnahme für eine optimale Bioverfügbarkeit unbedingt gemeinsam mit Fett erfolgen.

Dabei ist es aus gesundheitlicher Sicht nicht entscheidend in welcher der oben genannten Formen Vitamin D konsumiert wird. Vitamin D-Präparate auf Öl-Basis können daher in Bezug auf die Bioverfügbarkeit, auf nüchternen Magen ohne Berücksichtigung weiterer Faktoren jederzeit konsumiert werden.

Tabletten

Kapseln und Tabletten

Anders sieht es hier bei Vitamin D-Kapseln und Tabletten aus, denen kein Öl oder Fett beigemengt ist. Hier empfiehlt es sich darauf zu achten die Supplementierung gemeinsam mit einer Mahlzeit zuzuführen, um eine bessere Bioverfügbarkeit zu erreichen. Außerdem sind in Öl-freien Kapseln auch die notwendigen Füllstoffe zu beachten. Diese sind im besten Fall natürlichen Ursprungs und stehen nicht im Verdacht die Aufnahmefähigkeit negativ zu beeinträchtigen wie zum Beispiel Magnesiumstearat. Um sicher zu gehen, lesen Sie am besten die Herstellerangaben auf der Verpackung. Bei Tabletten könnten sich darüber hinaus Bindestoffe, die für die Formgebung notwendig sind, als nachteilig erweisen.

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Diabetes

Erkrankungen vom Typ 1-Diabetes und deutlicher noch vom Typ 2 Diabetes zeigen in Deutschland eine zunehmende Häufigkeit. Beide Erkrankungen profitieren offensichtlich nachhaltig von einer verbesserten Vitamin D-Versorgung des Körpers. Sowohl auf die Bildung als auch auf die Wirkung des Diabetes konnten erfreuliche Auswirkungen nachgewiesen werden.


Vitamin D-Mangel trägt zum Anstieg der Volkskrankheit Diabetes bei

Der Artikel in Kürze:

› Diabetes-Lage in Deutschland und Entstehung

› Die Wirkung von Vitamin D auf Diabetes Typ 1

› Die Wirkung von Vitamin D auf Diabetes Typ 2

› Aktuelle Meta-Studienanalyse

› Stellungnahme Deutsche Diabetes Gesellschaft


Diabetes-Lage in Deutschland und Vitamin D

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland über 8 Millionen Menschen, die an einer Zuckererkrankung litten. Bedingt durch die Häufigkeit sowie die zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen (siehe Tabelle 5) führt der Diabetes im Verlauf nicht nur zu erheblichem Leid, sondern auch zu hohen Kosten. Im Jahre 2005 betrugen die Ausgaben für diese Zivilisationserkrankung in Deutschland bereits rund 25 Milliarden Euro. 2016 waren es schon 35 Milliarden Euro!

In Fachkreisen besteht Einvernehmen darüber, dass bei Diabetes genetische Faktoren eine untergeordnete Rolle spielen. Durch einen entsprechenden Lebensstil könnten daher 80 bis 90% der Zuckererkrankungen, und damit auch der Kosten, vermieden werden. Der Einfluss des Sonnenhormons Vitamin D spielt dabei eine besondere Rolle.


Diabetes Typ 1

Neben Infektionen während der Schwangerschaft, einem höheren Alter der Mutter, Kaiserschnitt zur Entbindung, überhöhtem Geburtsgewicht und schneller Gewichtszunahme nach der Geburt wird als mögliche Ursache des Typ-1-Diabetes auch ein Autoimmungeschehen angenommen, dessen Auslöser unter anderem ein Mangel an Vitamin D sein könnte (Soltesz , Patterson & Dahlquist, 2007).

Als Folge der genannten Einflüsse kommt es zur Zerstörung der kindlichen Bauchspeicheldrüse, die das Insulin herstellt, welches für den Zuckerstoffwechsel benötigt wird. Entsprechend sind die betroffenen Kinder auf künstlich hergestelltes Insulin als Ersatz angewiesen.

Im Tierversuch lässt sich beispielsweise der Einfluss von Vitamin D auf die Entstehung des Diabetes Typ 1 deutlich zeigen, indem man während der Schwangerschaft und in der Zeit danach Mäuse in eine Umgebung ohne Vitamin D im Futter und ohne UV-Einstrahlung bringt. Acht Monate nach der Geburt und unter Vitamin D-Mangel zeigen etwa doppelt so viele Nachkommen einen Typ 1-Diabetes im Vergleich zum Kontrollkollektiv (Giulietti et al., 2004).

Ähnliche Ergebnisse finden sich auch in epidemiologischen Studien am Menschen wieder. Bereits 2001 wurde über eine finnische Untersuchung berichtet, in der 12.000 Schwangere untersucht wurden, die im Jahr 1966 schwanger waren. Sie wurden nach der Häufigkeit und der Dosierung von Vitamin D-Gaben bei ihren Kindern befragt und ob der Verdacht auf eine Rachitis (Kinderkrankheit aufgrund von Vitamin D-Mangel) bestanden habe (Hyppönen et al., 2005). Bei der Nachuntersuchung 30 Jahre später hatten diejenigen Kinder, die etwa 2000 I.E. Vitamin D täglich bekamen, ein deutlich reduziertes Risiko für einen Diabetes Typ 1 gegenüber den Kindern, die kein Vitamin D bekommen hatten. Bestand bei den Kleinkindern der Verdacht auf Rachitis aufgrund einer ausgeprägten Vitamin D-Unterversorgung, erhöhte sich der Faktor gar um 3.

Doch nicht nur die Entstehung eines Typ 1-Diabetes sondern auch dessen Verlauf kann laut aktuellen Erkenntnissen durch Vitamin D-Verabreichung positiv beeinflusst werden. Im Jahr 2016 veröffentlichte die Goethe-Universität in Frankfurt eine Doppelblindstudie (Bogdanou et al., 2016), bei der 39 Diabetes-Typ-1-Patienten über 3 Monate mit Vitamin D-Gaben von 4000 I.E. behandelt wurden. Dabei wurde bei den Probanden eine signifikante Abnahme des Insulinbedarfs sowie des HbA1c-Wertes (Blutzuckerlangzeitwert) festgestellt.


Diabetes Typ 2

Inzwischen sind auch Kinder von der früher „Altersdiabetes“ genannten Zuckererkrankung betroffen. Patienten, die davon betroffen sind, können zunächst ausreichend Insulin herstellen. Es wirkt jedoch infolge einer Insulinresistenz nicht mehr ausreichend bei der Verarbeitung des Zuckers und führt somit zu einer Erhöhung des Blutzuckers, was eine zusätzliche Insulinausschüttung und damit einhergehende Erkrankungen zur Folge hat (siehe Tabelle 5 oben). Die positive Wirkung des Sonnenhormons auf eine effektive Reduzierung der Insulinresistenz konnte erst kürzlich durch eine chinesische Studie bestätigt werden (Li, Liu, Zheng, Wang & Zhang, 2018).

Da auch im Gewebe der Bauchspeicheldrüse Vitamin D-Rezeptoren nachgewiesen wurden, ist zu erwarten, dass der Diabetes Typ 2 in seiner Entstehung und in seinem Verlauf von der Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut beeinflusst wird.

Eine im März 2008 erschienene Übersichtsarbeit (Palomer, González-Clemente, Blanco-Vaca & Mauricio, 2008) beschreibt folgende Wirkung von Vitamin D im Rahmen der Diabetes Typ 2-Erkrankung: In Laborversuchen und beim Menschen konnte gezeigt werden, dass Vitamin D die Bildung, Ausschüttung und Verwertung von Insulin beeinflusst.

In anderen Worten: Ein Vitamin D-Mangel führt zu einer Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin, einer Reduzierung der Insulinproduktion und zu Diabetes Typ 2. Eine Erhöhung des Vitamin D-Spiegels bewirkt eine Verbesserung der Blutzuckerwerte und eine gesteigerte Insulinausschüttung.

Im Rahmen einer groß angelegten amerikanischen Studie wurden etwa 15.000 Personen regelmäßig untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein um das Doppelte gesteigerte Risiko, eine Diabetes Typ 2-Erkrankung zu entwickeln, wenn der Vitamin D-Spiegel niedrig ist. Zusätzlich weisen diese Patienten eine erhöhte Häufigkeit für kardiale Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettsucht und pathologische Fettwerte im Blut auf (Martins et al., 2007).

Eine Meta-Analyse ergab darüber hinaus ein dreifaches Risiko einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln, wenn die Patienten mit den niedrigsten Vitamin D-Werten im Blut, mit solchen verglichen wurden, die die höchsten Spiegel aufwiesen (Pittas, Lau, Hu & Dawson-Hughes, 2007).

Auch die Ergebnisse vom Robert-Koch-Institut zeigen entsprechende Resultate. Bei einer Untersuchung von mehr als 4000 erwachsenen deutschen Frauen fanden sich in der Gruppe mit den niedrigsten Sonnenhormonspiegeln viermal so viele Diabetikerinnen und dreimal so viele Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung wieder (Hintzpeter et al., 2007).


Neue Meta-Analyse bestätigt: Vitamin D-Ergänzung führt zur verbesserten Kontrolle der Glykämie bei Diabetikern

Die am 1. September 2017 erschienene Ausgabe des Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlichte die Ergebnisse einer Meta-Analyse (Mirhosseini et al., 2017), die den Zusammenhang zwischen einer besseren glykämischen Kontrolle bei Diabetikern und höheren Vitamin D-Werten infolge einer Supplementierung belegt.

Die Meta-Analyse umfasste 24 kontrollierte Studien mit insgesamt 1.528 Personen mit Typ-2-Diabetes, die mindestens zwei Monate lang ein Placebo oder Vitamin D mit oder ohne Calcium erhielten. Zu Beginn und am Ende jeder Studie wurden der Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel und mindestens ein Maß für die glykämische Kontrolle, einschließlich Hämoglobin A1c (HbA1c, ein Marker für die langfristige Glukosekontrolle), Nüchternglukose im Plasma und HOMA-IR (zur Beurteilung der Insulinresistenz), gemessen.

Studienergebnisse

Alle Studien bis auf eine Studie fanden einen signifikanten Anstieg des Serum-Vitamins D bei denjenigen, die das Vitamin erhielten. Die Supplementierung mit 4.200 internationalen Einheiten (IU) Vitamin D pro Tag war mit einer durchschnittlichen Zunahme des Serum-25-Hydroxyvitamin-D-Spiegels von 17 Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) verbunden. Der Spiegel von Hämoglobin A1c sank um durchschnittlich 0,3% bei den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten. Der Zusatz von Calcium zu Vitamin D war mit einem noch stärkeren Rückgang verbunden.

Unter den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten, sank die Fasten-Plasmaglukose um durchschnittlich 4,9 Milligramm pro Deziliter (mg/dL). Die Insulinresistenz verbesserte sich auch bei Teilnehmern, die Vitamin D-supplementiert waren. Die Autoren vermuten, dass die Glukosehomöostase durch Ergänzung des Vitamins D und/oder Sonnenexposition aktiviert wird, sofern die Serum 25-Hydroxyvitamin D Konzentration von mindestens 40 ng/mL erreicht wird. (Die SonnenAllianz schlägt einen optimalen Bereich von 25-Hydroxyvitamin D von 40 – 60 ng/mL vor.)


Deutsche Diabetes Gesellschaft bezieht Stellung

Das Thema „Diabetes und Vitamin D“ stand auch auf der Tagesordnung der 7. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im Jahre 2013. Auch wenn die Veranstaltung bereits einige Jahre zurück liegt sind die Ergebnisse nach wie vor gültig!

In einer Pressemitteilung schreibt die DDG: „Neue Studien geben Hinweise darauf, dass eine Therapie mit Vitamin D die Insulinsensitivität und -sekretion verbessern und die Blutzuckerstoffwechsellage stabilisieren kann. Vitamin D stabilisiert den Blutzuckerstoffwechsel bei Menschen mit Diabetes: Im Muskel, in der Leber und an den Betazellen des Pankreas, den Insulinproduzierenden Zellen, konnten Forscher die Wirkung nachweisen.“In einer Pressekonferenz stellte Professor Dr. Klaus Badenhoop von der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Sprecher der DDG Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik des Diabetes, die jüngsten Ergebnisse der Vitamin D-Forschung zu Diabetes vor:  „Im Hinblick auf die Insulinwirkung auf die peripheren Gewebe verbesserte sich die Insulinsensitivität um 60 Prozent, wenn der Vitamin-D-Spiegel von einem schweren Mangel von unter 10 ng/ml auf über 30 ng/ml anstieg“.

Der Wert von 30 ng/ml (75 nmol/L) wird von den meisten internationalen Experten als Normwert für den Vitamin D-Gehalt im Blut angesehen.

Insgesamt kann der Diabetesstoffwechsel durch Vitamin D stabilisiert werden. Ein Mangel sollte deshalb in jedem Fall vermieden werden„, so Prof. Badenhoop. Da das Sonnenvitamin D bei der Immunregulierung eine entscheidende Rolle spiele, könne bei Kindern mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ I, einer Autoimmunerkrankung, die Funktion der Betazellen durch die Zugabe des Vitamins maßgeblich verbessert werden.

Diabetes ist eine der am weitest verbreiteten und am schnellsten anwachsenden „Volkskrankheiten“. Die gleichzeitig zunehmende Unterversorgung der Bevölkerung mit Vitamin D, verursacht vor allem durch den immer weiter abnehmenden Aufenthalt an der Sonne, trägt zu dieser Entwicklung bei. Die Einnahme von Vitamin D-Supplementen und die kontrollierte Nutzung von Solarien können vor allem im „Vitamin D-Winter“ von Oktober bis März ein Vitamin D-Defizit verhindern helfen.


Fazit

Die Forschungen an Vitamin D haben uns gezeigt, dass eine entsprechende Versorgung mit dem Sonnenhormon das Risiko für Diabetes-Erkrankungen des Typs 1 und 2 und damit auch deren Folgeerkrankungen deutlich reduzieren kann.  Hier erfahren Sie mehr dazu, wie hoch der Vitamin D-Spiegel sein sollte und wie Sie ein gutes Vitamin D-Level erreichen können.


Quellen:

Soltesz, G., Patterson, C., & Dahlquist, G. (2007). Worldwide childhood type 1 diabetes incidence ? what can we learn from epidemiology? Pediatric Diabetes, 8(S6), 6-14. doi:10.1111/j.1399-5448.2007.00280.x

Bogdanou, D., Penna-Martinez, M., Filmann, N., Chung, T., Moran-Auth, Y., Wehrle, J., . . . Badenhoop, K. (2016). T-lymphocyte and glycemic status after vitamin D treatment in type 1 diabetes: A randomized controlled trial with sequential crossover. Diabetes/Metabolism Research and Reviews, 33(3). doi:10.1002/dmrr.2865

Giulietti, A., Gysemans, C., Stoffels, K., Etten, E. V., Decallonne, B., Overbergh, L., . . . Mathieu, C. (2004). Vitamin D deficiency in early life accelerates Type 1 diabetes in non-obese diabetic mice. Diabetologia, 47(3), 451-462. doi:10.1007/s00125-004-1329-3

Hyppönen, E., Läärä, E., Reunanen, A., Järvelin, M., & Virtanen, S. M. (2001). Intake of vitamin D and risk of type 1 diabetes: A birth-cohort study. The Lancet, 358(9292), 1500-1503. doi:10.1016/s0140-6736(01)06580-1

Palomer, X., González-Clemente, J. M., Blanco-Vaca, F., & Mauricio, D. (2008). Role of vitamin D in the pathogenesis of type 2 diabetes mellitus. Diabetes, Obesity and Metabolism, 10(3), 185-197. doi:10.1111/j.1463-1326.2007.00710.x

Li X., Liu Y., Zheng Y., Wang P., Zhang Y. (2018). The Effect of Vitamin D Supplementation on Glycemic Control in Type 2 Diabetes Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis. School of Public Health, Peking University, doi: 10.3390/nu10030375

Martins, D., Wolf, M., Pan, D., Zadshir, A., Tareen, N., Thadhani, R., . . . Norris, K. (2007). Prevalence of Cardiovascular Risk Factors and the Serum Levels of 25-Hydroxyvitamin D in the United StatesArchives of Internal Medicine, 167(11), 1159. doi:10.1001/archinte.167.11.1159

Pittas, A. G., Lau, J., Hu, F. B., & Dawson-Hughes, B. (2007). The Role of Vitamin D and Calcium in Type 2 Diabetes. A Systematic Review and Meta-Analysis. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 92(6), 2017-2029. doi:10.1210/jc.2007-0298

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.

Hintzpeter, B., Mensink, G. B., Thierfelder, W., Müller, M. J., & Scheidt-Nave, C. (2007). Vitamin D status and health correlates among German adults. European Journal of Clinical Nutrition, 62(9), 1079-1089. doi:10.1038/sj.ejcn.1602825

Mirhosseini, N., Vatanparast, H., Mazidi, M., & Kimball, S. M. (2017). The Effect of Improved Serum 25-Hydroxyvitamin D Status on Glycemic Control in Diabetic Patients: A Meta-Analysis. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 102(9), 3097-3110.

Pressemeldung der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Tabellen / Grafiken:

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Deutsche Diabetes-Stiftung

Spitz, J. (2009). Vitamin D – Das Sonnenhormon für unsere Gesundheit und der Schlüssel zur Prävention. Schlangenbad: Gesellschaft für Medizinische Information und Prävention.